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Krankenversicherung - die größte Sorge

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 HJP
(@hjp)
Aktiver Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @maschinist

Das Ganze hat also nichts mit dem aktuellen Status in der GKV in der Versicherungszeit vor Rentenstatus zu tun sondern ob man die später die 90% Regelung erfüllt.

Du hast Recht. Danke für die Richtigstellung. Letztendlich heißt das gleichzeitig auch, dass jemand der spät in die GKV „wechseln“ möchte, sich überlegen muss, ob er es in die KVvR schafft oder nicht. Wenn nicht, dann wird auch die GKV teuer wenn man viele Einkommensströme hat. 

bei mir ist es z. B. so, dass ich viel in eine Betriebsrente einzahle u mein Arbeitgeber auch noch was dazu tut. Direktzusage. Kapitalgedeckt. Keine Gebühren. 6% Verzinsung. 
Die bespare ich natürlich maximal.

Würde damit mit meinem heutigen Anspruch (bin 44 Jahre alt) schon mit 450€ GKV Beitrag zur Kasse gebeten. Tendenz steigend...weil ich ja weiter einzahle... 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 29. August 2020 19:55
Maschinist und Natman mögen das
 mabo
(@mabo)
Aktiver Freiheitskämpfer

Hallo @hjp,

anbei ein paar Gedanken von mir, die ich mit bestem Wissen und Gewissen kombiniert habe - ein Renten- & Abgabenexperte bin ich nicht.

Auf der anderen Seite unterliegt aber auch der Krankenkassenbeitrag für freiwillig versicherte Rentner der Beitragsbemessungsgrenze.

Der daraus abgeleitete Höchstbetrag liegt im Jahr 2020 bei ca. 735 € - ob die PKV günstiger ist, bleibt abzuwarten. Tendenziell würde ich von ähnlichen Beitragssteigerungen ausgehen.

Die Rente ersetzt das Arbeitseinkommen und die Rentenversicherung zahlt - genauso wie der Arbeitgeber - die Hälfte des darauf anfallenden Krankenkassenbeitrags.

Wenn deine Rente ca. 2000 Brutto beträgt, dann wären davon 14,6 %, also 300 Euro, für die GKV - wovon du 150 € tragen müsstest. Diese 150 würdest du übrigens auch bei der PKV als Zuschuss der Rentenversicherung bekommen.

Im Endeffekt bist du bereits jetzt durch deine Einzahlung oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (300 + 450 = 750).

Alles, was jetzt an Einnahmen (Mieteinnahmen, Kapitalerträge) dazukommt, wird von der Krankenversicherung nicht mehr weiter belastet.

Der größte Unterschied als Renter in der GKV gegenüber einem Angestellten ist doch folgender:
Die freiwillige Versicherung tritt erst oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze ein, wodurch deine zusätzlichen Einnahmen nicht gelten. Als Rentner hängt die Pflichtversicherung nicht mehr vom Einkommen, sondern von der Zugehörigkeit ab.

Viel eher würde ich bei deinen Einnahmen im Alter die Einkommenssteuer als Belastung empfinden.

Diese wäre bei deinen Einnahmen pro Monat vermutlich weiterhin sehr hoch.

Denn wenn du auf die vollständigen Einnahmen den GKV-Betrag entrichten musst, dann musst du darauf vermutlich auch die Einkommenssteuer voll zahlen.

Was übrigens auch sein kann, dass der Zuschuss deines Arbeitgebers die "gesparten" GKV-Beiträge sind.

Damit zahlt er dir quasi heute die gesparten Beiträge an dich, die du später verbrauchst.

Damit würden deine bereits eingezahlten Beiträge bei der Auszahlung weiterhin zu 50% von deinem AG gezahlt werden und lediglich auf die 6% Zinsen ein Beitrag von 14,6% anfallen - bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Viele Grüße

@mabo

PS: Wirst du wirklich ca. 2500 € pro Monat aus deiner betrieblichen Altersvorsorge bekommen?

PPS: Natürlich ist es so, dass die KVdR zu einer Vergünstigung führen kann, wenn man im Alter hohe weitere Einkünfte hat - ob das für immer bleibt.. Steht in den Sternen.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. August 2020 13:53
Maschinist mag das
 HJP
(@hjp)
Aktiver Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @mabo

Im Endeffekt bist du bereits jetzt durch deine Einzahlung oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (300 + 450 = 750).

Genau! Von daher gehe ich davon aus dass ich in der GKV - egal ob KVdR oder nicht - mit dem Höchstbetrag dabei bin. Würde vermuten, dass ich mit der PKV eher noch nen Schnaps billiger weg komme - ich hatte mich bei meiner PKV nicht für den billigen Jakob sondern für eine hochpreisige - dafür beitragsstabile - entschieden. Das hat sich in den letzten 16 Jahren schon ausgezahlt. But who knows...Letztendlich ähnliche Größenordnungen. 

Du beschreibst es richtig. Man bekommt 150 € Zuschuss und die letzten 550 € zur Beitragsbemessungsgrenze darf der Rentner selbst berappen. Ob das jeder so eingeplant hat? 550 € / jeden Monat ... ?

 

 

 

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Veröffentlicht : 30. August 2020 14:15
 HJP
(@hjp)
Aktiver Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @mabo

Denn wenn du auf die vollständigen Einnahmen den GKV-Betrag entrichten musst, dann musst du darauf vermutlich auch die Einkommenssteuer voll zahlen.

Genau! Das kommt noch oben drauf. Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass die BaV aus dem Brutto genommen worden ist und im Alter somit erstmalig besteuert wird. Dass der Staat steuerlich die Finger von der BaV lässt ist ja kaum zu erwarten (wenn auch wünschenswert).  

Damit sind die nächsten 600-900 € (je nach Steuersatz) jeden Monat weg. Bäng!

Veröffentlicht von: @mabo

PS: Wirst du wirklich ca. 2500 € pro Monat aus deiner betrieblichen Altersvorsorge bekommen?

Stand heute hochgerechnet auf mein 67. Lebensjahr: ca 3000 €. Nicht zu verwechseln mit heutiger Kaufkraft - da gehen noch 23 Jahre Inflation runter. Kaufkraft heute vielleicht 1900 €. Dann noch Steuer. Ggf. GkV wenn ich aus der privaten rausfliegen sollte.... und schon schrumpft der Betrag dahin. Dennoch werde ich das maximal weiter besparen und hoffen, dass mir wenigstens die Krankenversicherungsbeiträge auf die BaV erspart bleiben. 

 

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Veröffentlicht : 30. August 2020 14:34
Praezisionsminister
(@praezisionsminister)
Aktiver Freiheitskämpfer

Mir hat dieser Artikel vom Oliver noch bei der Orientierung geholfen, auch wenn der FIRE-Abschnitt bei Dir/euch wohl noch etwas weiter in der Ferne zu liegen scheint:

https://frugalisten.de/krankenversichert-als-privatier/

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Veröffentlicht : 3. November 2020 09:55
(@vossi78)
Aktiver Freiheitskämpfer

Auch sehr gut zu diesem Thema ist die Artikelsammlung des Privatier:
https://der-privatier.com/story/08-krankenversicherung/

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Veröffentlicht : 6. November 2020 10:22
Judge Dredd mag das
(@peterpan)
Neuer Freiheitskämpfer

Ein paar Anmerkungen:
.) Da die Rentenversicherung sich mit 7.85% an den PKV Beiträgen beteiligt, empfiehlt sich ggf. der steuerbegünstigte Nachkauf von Rentenpunkten ab 50 Jahren (siehe Blogeintrag "Freiwillige Renteneinzahlungen für lupenreine Kapitalisten" vom 26.8.2018). Wobei die Relationen schon mäßig sind. Für 200 € monatliche Zusatzrente, die vor Steuer ca. 45.000€ Einzahlung kostet, bekommt man dann knapp 16 € monatlichen PKV Zuschuß. Aber das ist vielleicht dennoch ein Argument, das Geld statt in eine betriebliche AV, Riester etc. lieber in die staatliche Rente einzuzahlen (beides steuerlich begünstigt).
.) Es wurde schon angesprochen, aber die Demographie wird bei der GKV sicher stärker "reinhauen". Unvermeidbar. Kann gut sein, dass es in 10 Jahren dann nur noch eine bessere "Minimalsicherung" gibt. Den Rest muß man dann privat aufstocken. Letzteres wird für einen GKV Rentner dann wohl unbezahlbar.
.) Ich vermute es (vielleicht weiß es jemand besser?): die höheren PKV Beiträge lassen sich doch sicher auch in der Rente steuerlich absetzen und damit etwas abmildern.
.) Last but not least muß man die teurere und dafür bessere medizinische Betreuung auch wertschätzen. Gerade als "Alter". Verkürzt gesagt: Statt jährlicher Kreuzfahrt dafür eine bessere medizinische Leistung.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 23. Januar 2021 08:58
Judge Dredd und Natman mögen das
Meex
 Meex
(@meex)
Freiheitskämpfer Silber

Von mir eine Anmerkung für das Ehekonstrukt Beamter/Nicht-Beamter.

Wenn einer der Ehepartner Beamter mit PKV Versicherung ist, so übernimmt für den anderen Ehepartner - sofern er kein Einkommen > 18 TEUR* nach Steuer im Jahr bezieht - die sogenannte Beihilfe 70% des PKV Vertrages des Ehepartners. Das bedeutet, dass der nicht arbeitende bzw. unter 18 TEUR einkommensbeziehende Ehepartner nur eine PKV mit 30% benötigt - mit sehr überschaubaren Kosten für die PKV.

Eine etwaige Pensionierung, Scheidung oder ein hoffentlich nicht eintretender Todesfall ändern an diesem Status nichts.

Achtung: Wer zum Renteneintritt einen Rentenbezug nach Steuer von >18 TEUR im Jahr hat, verliert diesen Status wieder und muss die PKV zu 100% wieder selbst aus Eigenmitteln finanzieren. 

Mit überschaubaren Kosten kann so das Ehepaar oder ein Ehepartner ihren einzelnen oder gemeinsamen Privatier-Status bis zumindest zum Renteneintritt in der PKV kostengünstig abdecken. 

 

*) Es gibt hier betragsmäßige Unterschiede der einzelnen Bundesländern. Bei 90% der Bundesländer liegt der Feststellungswert aber zwischen 17 und 18 TEUR.

   

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Veröffentlicht : 23. Januar 2021 10:38
Maschinist und Judge Dredd mögen das
(@yakari)
Aktiver Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @meex

Eine etwaige Pensionierung, Scheidung oder ein hoffentlich nicht eintretender Todesfall ändern an diesem Status nichts.

In welchem Bundesland ist auch der geschiedene Ehegatte des Beamten beihilfeberechtigt? Oder hast du für deine Information eine Quelle, die du verlinken würdest?

Danke im Voraus! 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 23. Januar 2021 11:19
Maschinist mag das
Meex
 Meex
(@meex)
Freiheitskämpfer Silber

@yakari

Stimmt! Du hast recht. Danke für den Hinweis. Mit einer Scheidung geht der Anspruch tatsächlich verloren.

Ich korrigiere dies nachträglich im Haupttext, falls jemand nicht die darunterliegenden Posts mit der Berichtigung liest!

Nochmals Danke  und beste Grüße

Meex

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 23. Januar 2021 11:37
Maschinist und Yakari mögen das
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