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Daily Börsentalk

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Neue Welt
(@neue-welt)
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Aktiver Freiheitskämpfer
 

Eine kurze Zusammenfassung der Earnings von DigitalOcean

$DOCN hat die Neubewertungs-Story nun mit Zahlen unterlegt.

Der Umsatz lag im Quartal bei 230 Mio. US-Dollar, ein Plus von 16 % im Jahresvergleich. Die ARR erreichten 919 Mio. US-Dollar, ebenfalls 16 % höher als im Vorjahr. Und der zusätzliche ARR-Zuwachs betrug 44 Mio. US-Dollar – der höchste Wert in der Firmengeschichte.

Die AI-Umsätze haben sich nun im fünften Quartal in Folge mehr als verdoppelt, die Kundengruppe mit über 100.000 US-Dollar Jahresumsatz wuchs um 41 % und macht inzwischen 26 % des Gesamtumsatzes aus, und das Segment mit mehr als 1 Mio. US-Dollar ARR stieg aggregiert auf 110 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 72 %. Die Net Dollar Retention stieg auf 99 %. Der Wachstumsmotor hat sich damit klar vom kleinteiligen Self-Service hin zu größeren verbindlicheren Kunden verlagert.

Der Ausblick war der eigentliche Katalysator. Das Management zog das Wachstumsziel von 18–20 % von 2027 auf 2026 vor. Mehrere Verpflichtungen im achtstelligen Bereich wurden nach Quartalsende abgeschlossen. 13 MW neue Rechenzentrumskapazität gehen im ersten Halbjahr 2026 ans Netz, flankiert von zusätzlichen GPUs für Inferenz-Workloads.

Das Unternehmen hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an, bestätigte einen freien Cashflow im hohen Zehn-Prozent-Bereich und stellte klar, dass 2026 eine EBITDA-Marge von 36–40 % und einen freien Cashflow von 14–18 % in Aussicht – bei gleichzeitig beschleunigtem Wachstum. Diese Kombination aus höherem Wachstum, robuster Profitabilität und gut sichtbarem Auftragsbestand ist in dieser Größenordnung selten und zwang gestern den Markt, das bisherige Konsensmodell von 14 % Wachstum durch etwas im Bereich der 18–20 % des Managements zu ersetzen. 

Die Aktie ist um 18 % gestiegen, weil gleich zwei Belastungsfaktoren ausgeräumt wurden. Die Wachstumsdebatte hat sich gedreht: Statt der Frage, ob 15 % die Obergrenze sind, stellt sich nun die Frage, ob 20 % ab 2026 der neue Standard werden. Und bei der Frage der Nachhaltigkeit geht es nicht mehr um experimentelle KI-Projekte, sondern um unterschriebene Verpflichtungen im achtstelligen Bereich. Das Unternehmen wandelt sich zu einer KI-fokussierten Mid-Market-Cloud, beschleunigtem ARR und einem glaubwürdigen Weg zu schnellerem Wachstum ohne Margenverzicht.

 
 

 
Veröffentlicht : 6. November 2025 13:09
Maschinist mag das
Neue Welt
(@neue-welt)
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Aktiver Freiheitskämpfer
 

Follow up 4 Monate später: $SEDG +71%.

Quartalszahlen am 05.11. mit eindrucksvollen intraday reversal: premarket -20 auf + 28%.  

War viermal an der 41 $ abgeprallt, heute Breakout auf 47.2 $.

 

Veröffentlicht von: @neue-welt

$SEDG mit Breakout.

Turnaround in the making (27.3 $).

Wunderschöner intraday Chart. Nach Senatsbeschluss Kürzungen der Solarförderung milder als befürchtet. 

 


 
Veröffentlicht : 10. November 2025 20:15
Reblaus und MKMXX mögen das
Neue Welt
(@neue-welt)
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Aktiver Freiheitskämpfer
 

Scott Galloway Predicitions 2026. 

 

 

Sehenswert. 

 

Bildschirmfoto 2025 12 08 um 10.11.56
Bildschirmfoto 2025 12 08 um 10.10.50

 
Veröffentlicht : 8. Dezember 2025 15:13
Reblaus mag das
Neue Welt
(@neue-welt)
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Aktiver Freiheitskämpfer
 

Verbio follow up 6 Monate später:  19.6 Euro, + 63%. 

 

Veröffentlicht von: @neue-welt

Schade, dass so wenig los ist in letzter Zeit. 

Verbio fällt auf bei 12.01 Euro. Chart riecht nach Bodenbildung.

Gutes Volumen seit 13.06.25. 

 

 


 
Veröffentlicht : 19. Dezember 2025 14:52
auf_dem_Weg und Maschinist mögen das
Kerzenmann
(@kerzenmann)
Beiträge: 76
Aktiver Freiheitskämpfer
 
Asset Allokation Ende 2025

Mein Gesamtdepot hatte im Jahr 2025 einen Wertzuwachs von ca. 26% bei einer Vola von 14,5% und einem max. Drawdown von 8,5%, wobei Gold und Silber die größten Performancetreiber waren. Obwohl der prozentuale Anteil nun um die 60% beträgt, werde ich da nichts dran ändern. Ich plane eine Korrektur bis 30% ein, aber wie ich schon Ende 2024 schrieb: wer bin ich, dass ich in irgendeiner Form künftige Entwicklungen einschätzen kann. Ich fühle mich momentan sehr gut mit dem physischen Zeugs und bleibe langfristig fundamental optimistisch.

Mit meinem Aktienengagement war ich nur im 2. Halbjahr zufrieden. Werde künftig auf das Shorten verzichten und dafür in Cash gehen, wenn es mein Handelssystem bestimmt. Versuche noch gezielter bei der Aktienauswahl vorzugehen und dabei mehr die Expertisen von Zacks und Seeking Alpha einbeziehen. 

Bitcoin lasse ich unverändert, würde bei starkem Kurseinbruch aber zukaufen, um meinen jetzigen Depotanteil von ca. 7% beizubehalten oder auf 10% zu erhöhen. Der 'Kryptokasper' macht jetzt nur noch 0,8% Depotanteil und ich habe ihn innerlich abgeschrieben, lasse ihn aber laufen... vielleicht geschieht ja noch ein Wunder. 

Gerade beginnt das Midterm Election Jahr. Statistisch ist es das Schwächste und Volatilste in diesem 4-jährigem Rhythmus und ich hoffe auf eine ordentliche Korrektur bei US Aktien. Meinen alten Riestervertrag mit einer Verzinsung von 3,25% werde ich wohl noch dieses Jahr kündigen, auch wenn ich dann die Steuervergünstigung und Zulagen zurückzahlen muss. Ich möchte über dieses Geld selbst verfügen und dem Fiatgeldsystem entziehen. Werde es in Aktien und Urlaube investieren.

Ich wünsche uns allen ein gesundes, friedliches und zufriedenes Jahr 2026.


 
Veröffentlicht : 1. Januar 2026 07:37
Siduva, Maschinist, Mundl und 2 weitere Freiheitskämpfer mögen das
(@stefanb)
Beiträge: 142
Aktiver Freiheitskämpfer Plus
 

Moin, mal eine Frage zur Absicherung des Depots. Die letzten Jahre waren ja super Börsenjahre und das Depot steht dementsprechend auch am Allzeithoch. Die Bewertungen sind historisch gesehen mittlerweile recht hoch und eine Korrektur um 10, 20 oder vielleicht auch 30 % wäre nichts außergewöhnliches. Ich hab mein Depot im letzten Jahr auch etwas umgeschichtet und dementsprechend auch Technologie etwas reduziert und dafür etwas mehr Aktien aus den Sektoren Basiskonsum und Gesundheit gekauft. Generell zur Depotabsicherung hab ich auch schon Jahrelang immer einige Rüstungswerte dabei. Also da sehe ich mein Depot recht gut aufgestellt und fühle mich sehr wohl dabei. Die größte Gefahr sehe ich allerdings wirklich darin, dass China tatsächlich noch in der aktuellen Amtszeit von Xi Jinping einen Angriff auf Taiwan starten könnte und da würds wohl richtig rappeln im Börsenkarton. Deshalb mal die Frage in die Runde - habt ihr das auf dem Schirm? Sichert ihr euch gegen so ein Szenario irgendwie ab? Mein Broker zum Beispiel bietet keinen Optionshandel an - mir würden also hier nur Optionsscheine/Zertifikate auf zum Beispiel den Nasdaq oder ausgewählte Firmen die besonders betroffen sein würden als Möglichkeit bleiben. Eventuell auch Short-ETFs (zB: IE00BLRPRJ20). Und mir ist natürlich auch klar, dass man ja Cash aufbauen könnte, aber dann müssten die Gewinne versteuert werden und grundsätzlich bin ich langfristig absolut positiv eingestellt. Aber das macht mir etwas Kopfzerbrechen.


 
Veröffentlicht : 5. Januar 2026 09:03
Siduva
(@siduva)
Beiträge: 401
Silber Freiheitskämpfer
 

Wenn Du langfristig positiv eingestellt bist wie Du es schreibst und Du kurz- bis mittelfristig benötigte Liquidität nicht im risikobehaftetem Vermögen allokiert hast, gibt es aus meiner Sicht keinen Grund zu handeln. Wenn Du dennoch grübelst, würde ich mir die grundlegende Verteilung zwischen risikoarmem und risikobehaftetem Vermögen anschauen und hinterfragen, ob unruhiger Schlaf von zu viel Risiko kommt.

Dass die Börsen immer neue Allzeithochs erreichen ist der normale Lauf der Dinge. Ebenso die zahlreichen aktuellen/potenziellen Probleme und Krisen, die einem viel schwieriger, unüberwindbarer und bedrohlicher erscheinen als alles was schon da war. Was schon da war und gelöst/beherrscht wurde kennt man, das macht einem keine Angst mehr, Unsicherheit hält man jedoch schlecht aus. Daher auch das Motto: heute ist die gute alte Zeit von morgen.


 
Veröffentlicht : 6. Januar 2026 00:55
stefanb, Herr Vorragend und Robi mögen das
Herr Vorragend
(@herr-vorragend)
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Gold Freiheitskämpfer
 

Veröffentlicht von: @stefanb

Die Bewertungen sind historisch gesehen mittlerweile recht hoch

In welcher Währung? Euro? USD? Oder in Gold? 

G5NCj5vXEAAWHot
G98fJP bkAA9koa (1)

 

https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-08/usd-php-philippine-central-bank-gold-holdings-jump-70-in-2025-to-record

Wenn du dir dann auch noch Silber oder Alu anschaust, die alle eine Ähnliche Chartausprägung bekommen, habe ich fast das Gefühl, dass wir eine Starke Produzentenpreisinflation sehen. Und vielleicht dass das Vertrauen einfach in den guten alten Währungen schwindet. 

Schau dir mal Kriegswirtschaften an und wenn Währungen Kolabieren, denke dafür stehen wir noch gut da. 

Die größte Gefahr sehe ich allerdings wirklich darin, dass China tatsächlich noch in der aktuellen Amtszeit von Xi Jinping einen Angriff auf Taiwan starten könnte und da würds wohl richtig rappeln im Börsenkarton. Deshalb mal die Frage in die Runde - habt ihr das auf dem Schirm? Sichert ihr euch gegen so ein Szenario irgendwie ab? 

Die größte Absicherung diesbezüglich währe ein Zweiter Wohnsitz, Depots nicht beim gleichen Brooker, zweite Staatsbürgerschaft und Auslandsbankkonten. Wenn es dazu oder z.B. zu einem Einmarsch in Dänemarks staatsgebiet geht, geht es um andere Sachen. 

Dann geht es 1. um dein Leben / Dass deiner Familie 2. Darum Handlungsfähig zu bleiben. Kapitalverkehrskontrollen und Sonderabgaben, im Zweifel die höchste Steuer die der Staat machen kann, der Zwanghafte einzug, sind im Falle eines Krieges nicht ungewöhnlich. 


 
Veröffentlicht : 8. Januar 2026 09:22
stefanb mag das
Herr Vorragend
(@herr-vorragend)
Beiträge: 2301
Gold Freiheitskämpfer
 

Veröffentlicht von: @siduva

Ebenso die zahlreichen aktuellen/potenziellen Probleme und Krisen, die einem viel schwieriger, unüberwindbarer und bedrohlicher erscheinen als alles was schon da war. Was schon da war und gelöst/beherrscht wurde kennt man, das macht einem keine Angst mehr, Unsicherheit hält man jedoch schlecht aus. Daher auch das Motto: heute ist die gute alte Zeit von morgen.

Schöne Worte! 

 


 
Veröffentlicht : 8. Januar 2026 09:26
Herr Vorragend
(@herr-vorragend)
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Gold Freiheitskämpfer
 

War Economy:
Trump said the US Military budget should be raised to $1.5 trillion
Trump banned stock buybacks and dividends on US Defense companies “until problems are rectified"
https://twitter.com/KobeissiLetter/status/2009031793912017070


 
Veröffentlicht : 8. Januar 2026 09:47
Herr Vorragend
(@herr-vorragend)
Beiträge: 2301
Gold Freiheitskämpfer
 

USA sinken exportdefizit weil sie mehr exportieren... vorallem Gold:
https://twitter.com/LukeGromen/status/2009334024184160741


 
Veröffentlicht : 9. Januar 2026 08:08
(@rumpel)
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Freiheitskämpfer
 

Veröffentlicht von: @stefanb

[...] Die Bewertungen sind historisch gesehen mittlerweile recht hoch und eine Korrektur um 10, 20 oder vielleicht auch 30 % wäre nichts außergewöhnliches. [...]

Hallo Stefan,

ich kann deine Bedenken verstehen. Ich habe letztens Fooled by Randomness gelesen und per Chat GPT versucht eine Taleb Black Swan Short Strategie aufzusetzen. Das aktuelle Ergebnis im Paper-Trading siehst du unten - Kaufzeitpunkt war 7. November 2025. Der Einsatz schmilzt weg und entspricht einer Versicherungsprämie. Da musst du ggf. einen langen Atem haben. Ich bin zu unerfahren und merke, dass das nichts für mich ist. Praktiziert hier jemand in der Runde so etwas?

Bezüglich der Bewertung kommt es auf die Perspektive an. Vergleich mal den Eindruck beim Betrachten der beiden angehängten Graphen vom MSCI-World.

Schauen wir uns den MSCI-World von 1970 bis heute an. Dann stehen wir gerade bei 7% p.a. Zieht man die letzten 17 Jahre (2009-2026) heran, sind Aktien aktuell teuer, ja. Aber sie waren um 2000 und 2007 auch schonmal teurer - und das einige Jahre lang. Zwischen +70% und -40% ist alles möglich (und vlt. noch mehr). Was passieren wird, weiß keiner.

Hat jemand Daten zu den historischen Dividendenrenditen? Die finde ich aktuell mit 1,6% schon recht niedrig. Ich weiß aber nicht, wie das 2000 oder 2007 war. Und ansonsten gibt es ja noch das Shiller Cape ratio. Ist heute höher als in 2007. Aber solange alle brav ihren Sparplan weiterlaufen lassen, muss es doch weiter hoch gehen, oder? Smile

 

Short Strategie Taleb
MSCI WORLD 1970 2026 01
MSCI WORLD 1970 2026 02

 
Veröffentlicht : 17. Januar 2026 21:55
Maschinist
(@maschinist)
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Maschinist Admin
 

PayPal (PYPL) mit entäuschenden Zahlen und Ausblick.

Aktie aktuell bei minus 18% auf ca. $42,7

image

 

Die PayPal Hype Investoren aus 2021 haben mittlerweile mehr als 80% verloren.

 

Trotz des Ausblicks und der wachsenden Konkurrenz ist PayPal immer noch eine Cash Maschine. Earnings per Share 2025 knapp $5 pro Aktie in diesem und als Ausblick auch im nächsten Jahr.

Das heißt kgv im Jahr 2021 betrug fast 100 (wie bei der Telekom Aktie im Jahr 2000 😉 )mittlerweile unter 10 (da steigende Gewinne in den Jahren).

Ein großer Teil des Cashflows wird nun für Aktienrückkäufe ausgegeben, die aufgrund der mittlerweile niedrigen Bewertung einen deutlichen Impakt haben.

Ich habe noch keine Position und kaufe hier auch nicht, beobachte PayPal aber seit vielen Monaten und mittlerweile geht es in Richtung Deep Value Wert.

Ich muss noch Hausaufgaben beim langfristigen Geschäftsmodell machen.

Gefallene Engel mit dieser Fallhöhe werden oft erst einmal extrem günstig bevor Sie drehen, weil sehr viele hoffende Investoren aus Hype Zeiten noch darin hängen und nun panikartig verkaufen.

Viel Erfolg!


 
Veröffentlicht : 3. Februar 2026 17:00
auf_dem_Weg mag das
Neue Welt
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Aktiver Freiheitskämpfer
 

$ENPH 4 Monate später. Heute Zahlen: +38% auf 51$. Shortquote 22%. 

Veröffentlicht von: @neue-welt

Long $ENPH @36.8

 


 
Veröffentlicht : 4. Februar 2026 16:51
Neue Welt
(@neue-welt)
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Aktiver Freiheitskämpfer
 

Zu PYPL

Vom Ex-CEO David Marcus gepostet gestern auf X:

 

Heute Morgen wurde ich von Dutzenden Nachrichten ehemaliger PayPal-Kollegen geweckt. Es war der entscheidende Impuls, endlich das Schweigen zu brechen.

Seit meinem Ausscheiden habe ich mich nie öffentlich über das Unternehmen geäußert. Ein Teil davon war Loyalität gegenüber John Donahoe, der mir eine außergewöhnliche Chance bot: Er übergab die Zügel von PayPal einem Startup-Gründer, der – zumindest auf dem Papier – keine Qualifikation besaß, eine Organisation mit damals 15.000 Mitarbeitern zu führen. Doch es gab noch einen anderen Grund: Ich war gegangen. Ich hatte mich dagegen entschieden, zu bleiben und für die Veränderungen zu kämpfen, an die ich glaubte. Aus der Seitenlinie zu kommentieren, fühlte sich wie wohlfeile Kritik an – einfache Meinungen, ohne die Last der Verantwortung für deren Umsetzung. Also schwieg ich.

Doch zwölf Jahre Schweigen sind genug. Die heutige Nachricht macht deutlich, dass das Muster, welches ich über Jahre beobachtet habe, keine Selbstreinigungskräfte besitzt.

Ich verließ PayPal im Jahr 2014 aus tiefer Frustration. Wir hatten eine stille Kehrtwende vollzogen; ein Unternehmen gerettet, das seine Seele verloren hatte. Wir holten Ingenieurstalente zurück, brachten in hohem Tempo exzellente Produkte auf den Markt und erwarben Braintree sowie Venmo. Das Unternehmen war im Aufwind – so sehr, dass Carl Icahn sich gezwungen sah, eine Position bei eBay aufzubauen, um die Abspaltung von PayPal zu erzwingen. Zu dieser Zeit entschied sich eBay noch, gegen Icahn zu kämpfen.

Es war eine schwierige Phase für mich, hin- und hergerissen zwischen dem, was ich für PayPal als richtig erachtete, und meiner Loyalität gegenüber dem Team von eBay.

In diesem Moment trat Mark Zuckerberg an mich heran, um mich für Facebook zu gewinnen. Seine tiefe Überzeugung, dass Messaging zu einem Fundament der Technologie würde, der Reiz, wieder Produkte in großem Maßstab zu entwickeln, und meine wachsende Erschöpfung durch die internen politischen Kämpfe bei PayPal und eBay überzeugten mich schließlich. Ich schloss mich einem der besten Teams der Welt an – einem Team, das ich schon lange bewundert hatte.

Im Sommer 2014 traf ich John in einem Café in Portola Valley und teilte ihm meinen Entschluss mit. Während dieses Gesprächs verriet er mir, dass Icahn den Kampf faktisch gewonnen hatte: PayPal würde ein eigenständiges Unternehmen werden. Er versuchte mich zu überzeugen, als CEO zu bleiben, aber ich hatte Mark bereits zugesagt – und mein Wort gilt. Es gab kein Zurück mehr.

Nach meinem Weggang suchte der Vorstand händringend nach einem Nachfolger und entschied sich nach einigen Monaten für Dan Schulman. Damit verschob sich der Führungsstil: Von einer produktgetriebenen hin zu einer finanzorientierten Kultur. Mit der Zeit wich die Überzeugung für das Produkt der finanziellen Optimierung.

Vieles von dem Schwung, den wir kreiert hatten, trug das Unternehmen noch eine Weile weiter – primär vorangetrieben durch Bill Ready, der durch die Braintree-Übernahme zu uns kam und zum COO aufstieg. Unter seiner Ägide wuchs Venmo exponentiell, und das gesamte Zahlungsvolumen (TPV) beschleunigte sich rasant. Doch der Wandel unter Schulman wurde nach Bills Abschied Ende 2019 immer deutlicher. Mit ihm ging die gestalterische Kraft verloren, die das Momentum nach dem Spin-off definiert hatte. Eine Zeit lang kaschierte der durch die Pandemie befeuerte Online-Shopping-Boom die neuen Schwächen des Unternehmens.

In dieser Phase unterlief dem Unternehmen eine fundamentale Fehlkalkulation: Man optimierte das Zahlungsvolumen auf Kosten der Marge und der Differenzierung. Man setzte auf „Unbranded Checkout“ (Zahlungsabwicklung im Hintergrund), wo PayPal den geringsten Hebel besaß, anstatt auf den „Branded Checkout“, in dem die eigentliche Marge, die Datenhoheit und die Kundenbeziehung lagen.

Visa strukturierte meisterhaft einen Deal, der PayPals Fähigkeit beschnitt, Kunden zu bankbasierten Transaktionen zu lenken – ein Kernpfeiler der PayPal-Ökonomie. Kurz darauf verlor PayPal einen erheblichen Teil des eBay-Volumens. Mit der Zeit erodierte der Marktanteil bei den profitabelsten Kunden stetig, während Apple Pay und andere Akteure ihre Strategie konsequent umsetzten.

Dasselbe Muster wiederholte sich im Kreditgeschäft, bei „Buy-Now-Pay-Later“ (BNPL) und neuen Zahlungswegen.

Im Kreditsektor verpasste PayPal die Chance, Lending als strategische Plattform-Waffe einzusetzen. Produkte wie „Working Capital“ waren konservativ, kurzfristig ausgelegt und auf Verlustminimierung optimiert. Kredite wurden nie programmierbar, nie identitätsgetrieben und entwickelten sich nie zu einem Grund für Händler oder Verbraucher, PayPal gegenüber der Konkurrenz zu bevorzugen.

Noch frappierender war die verpasste Chance bei BNPL. Klarna, Affirm und Afterpay boten nicht nur Ratenzahlung an; sie bauten Finanzmarken für Konsumenten auf, schufen beständige Kreditidentitäten und etablierten neue Konsumgewohnheiten. PayPal sah den Trend, stieg in den Markt ein und besaß jeden erdenklichen Vorteil: Distribution, Vertrauen und Händlerbeziehungen. Doch BNPL wurde lediglich als defensives Feature behandelt, nicht als offensive Kategorie. Es gab keinen Versuch, daraus eine tragfähige Kundenbeziehung oder ein „Super-App“-Ökosystem zu entwickeln. Während andere Plattformen bauten, fügte PayPal lediglich eine Funktion hinzu.

Das Versäumnis, eigene neue Infrastrukturen („Rails“) zu etablieren, folgte der gleichen Logik. Nach dem Spin-off hatte PayPal die Jahrhundertchance, ein globales, skalierbares Zahlungsnetzwerk aufzubauen. Stattdessen konzentrierte sich das Unternehmen darauf, lediglich auf bestehenden Netzwerken und Drittanbieter-Strukturen aufzusatteln.

Zuletzt übertrug sich diese Denkweise auf PYUSD (den PayPal-Stablecoin). Technisch war das Produkt solide. Strategisch jedoch fehlte ein zwingender transaktionaler Grund für seine Existenz. PYUSD verfügte über Distribution, aber nicht über organische Nachfrage. Er war nicht tief genug in die Prozesse eingebettet, um ein echter Abwicklungslayer, eine Schiene für grenzüberschreitenden Handel oder ein Baustein für programmierbares Geld zu werden. Er existierte neben dem Produkt, statt in dessen Kern.

Die Akquisitionen dieser Ära folgten einem ähnlichen Schema. Honey war für PayPal kein strategischer Zukauf. Es brachte Aktivität, aber keine Hebelwirkung. Es agierte außerhalb der Transaktion, monetarisierte Affiliate-Modelle statt Zahlungsströme und stärkte nie maßgeblich PayPals Kontrolle über den Kunden oder den Moment des Checkouts. Xoom löste zwar ein reales Problem bei Rücküberweisungen, steigerte aber PayPals Wettbewerbsvorteil nicht nachhaltig. Es skalierte Volumen, ohne die zugrunde liegende Infrastruktur, das Identitätsgeflecht oder das Abwicklungsmodell zu verändern – und, ebenso wichtig, es sprach keine hochmargige Zielgruppe an.

Nichts davon waren schlechte Unternehmen. Sie passten nur nicht zu PayPal und wurden zu unnötigen Ablenkungen.

Der Vorstand erkannte das Problem schließlich. 2023 wurde Alex Chriss geholt, ein Intuit-Veteran mit starkem Produkthintergrund, explizit um die Produktvision wiederherzustellen. Der Instinkt war richtig.

Doch Alex kam aus der Softwarewelt, nicht aus dem Zahlungsverkehr. Er verstand die Produktentwicklung für kleine Unternehmen (SMB), verfügte aber nicht über das instinktive Verständnis für Transaktionsökonomie, Netzwerkeffekte oder Abwicklungsinfrastrukturen.

Rückblickend beging er zudem einen Fehler: Er trennte sich von weiten Teilen der Führungsebene, die den Zahlungsverkehr in der Tiefe verstanden. Führungskräfte mit jahrelangem Institutionswissen verließen das Unternehmen innerhalb seines ersten Jahres.

Heute Morgen wurde Alex als CEO abgesetzt. Der „Branded Checkout“ wuchs im letzten Quartal lediglich um 1 %. Der Vorstand hat nun einen weiteren „Operator“ berufen: Enrique Lores, den ehemaligen CEO von HP, der seit fünf Jahren im PayPal-Vorstand sitzt.

Ich kenne Enrique nicht. Er mag eine großartige Führungspersönlichkeit sein, aber zumindest auf dem Papier ist er ein Hardware-Manager. Für ein Payment-Unternehmen.

Der rote Faden durch all dies ist die Gestaltung von Anreizen. Sobald PayPal unabhängig war, besiegte die kurz- bis mittelfristige Vorhersehbarkeit die langfristige Vision und Ambition. Die Aktienperformance zählte mehr als das Plattformrisiko und die Netzwerkchancen. Finanzielle Optimierung ersetzte die Überzeugung für das Produkt.

Ich behaupte nicht, dass ich jede Entscheidung anders getroffen hätte. Ein börsennotiertes Unternehmen dieser Größenordnung zu führen, erfordert Abwägungen, die ich nach meinem Abschied nicht mehr treffen musste. Aber das Muster – wieder und wieder Vorhersehbarkeit über das Plattformrisiko zu stellen – war eine Entscheidung, keine Unausweichlichkeit.

Mit der Zeit verlor das Unternehmen, das alle Trümpfe in der Hand hielt und das bedeutendste Zahlungsunternehmen unserer Zeit hätte werden können, sein Charisma, seine technologische Schärfe und seine Fähigkeit, in einem Markt zu bestehen, der sich gerade vor unseren Augen völlig neu erfindet.

Das ist der Teil, der am schwersten mitanzusehen ist – für ein Unternehmen, das mir so sehr am Herzen liegt.


 
Veröffentlicht : 4. Februar 2026 17:04
Vroma und auf_dem_Weg mögen das
Kerzenmann
(@kerzenmann)
Beiträge: 76
Aktiver Freiheitskämpfer
 
Asset Allokation Ende 2025

Mein Gesamtdepot hatte im Jahr 2025 einen Wertzuwachs von ca. 26% bei einer Vola von 14,5% und einem max. Drawdown von 8,5%, wobei Gold und Silber die größten Performancetreiber waren. Obwohl der prozentuale Anteil nun um die 60% beträgt, werde ich da nichts dran ändern. Ich plane eine Korrektur bis 30% ein, aber wie ich schon Ende 2024 schrieb: wer bin ich, dass ich in irgendeiner Form künftige Entwicklungen einschätzen kann. Ich fühle mich momentan sehr gut mit dem physischen Zeugs und bleibe langfristig fundamental optimistisch.

Mit meinem Aktienengagement war ich nur im 2. Halbjahr zufrieden. Werde künftig auf das Shorten verzichten und dafür in Cash gehen, wenn es mein Handelssystem bestimmt. Versuche noch gezielter bei der Aktienauswahl vorzugehen und dabei mehr die Expertisen von Zacks und Seeking Alpha einbeziehen. 

Bitcoin lasse ich unverändert, würde bei starkem Kurseinbruch aber zukaufen, um meinen jetzigen Depotanteil von ca. 7% beizubehalten oder auf 10% zu erhöhen. Der 'Kryptokasper' macht jetzt nur noch 0,8% Depotanteil und ich habe ihn innerlich abgeschrieben, lasse ihn aber laufen... vielleicht geschieht ja noch ein Wunder. 

Gerade beginnt das Midterm Election Jahr. Statistisch ist es das Schwächste und Volatilste in diesem 4-jährigem Rhythmus und ich hoffe auf eine ordentliche Korrektur bei US Aktien. Meinen alten Riestervertrag mit einer Verzinsung von 3,25% werde ich wohl noch dieses Jahr kündigen, auch wenn ich dann die Steuervergünstigung und Zulagen zurückzahlen muss. Ich möchte über dieses Geld selbst verfügen und dem Fiatgeldsystem entziehen. Werde es in Aktien und Urlaube investieren.

Ich wünsche uns allen ein gesundes, friedliches und zufriedenes Jahr 2026.

 

 

 

Kurzes Update:

Screenshot (41)

Am 15.1. habe ich meine Kaspa zu 4 Ct nun doch verkauft. Einstieg war bei ca. 9 Ct... abgehakt. Am 31.1. flog zudem noch Bitcoin (mit schönem steuerfreien Gewinn) aus dem Depot, sodass ich momentan frei von Kryptos und dafür in Cash bin. Mal schauen, ob und wann ich bereit bin da wieder etwas zu investieren... und in was!?!

Mein Depot war am 29.1. ca. 20%! im Plus, jetzt 'nur' noch 5%. Aber alles gut: habe ja ein hohes Klumpenrisiko. Am 3.2. wurden Shorts auf den N100 bei 25600 eröffnet und ich sichere damit ca. 30% meines Aktiendepots ab. AU und AG bleiben physisch bei mir. Anfang Januar hatte ich massiv Minenaktien gekauft. Die Silberminenaktien habe ich +-0 wieder aufgelöst, um erstmal etwas Risiko raus zu nehmen. Bin weiter sehr bullish für Gold. Zu Silber fehlt mir eine Meinung. Fundamental müssten die Kurse weiter steigen, aber ich befürchte weitere Ausschläge beim zickigen kleinen Bruder. Der Markt ist einfach zu klein und bleibt damit manipulierbar, außer im Februar und März wird massive Auslieferung verlangt, sodass die Comex aufgrund des nicht mehr liefern Könnens nur Cash Settlement anbieten kann und damit ihre Unglaubwürdigkeit endgültig unter Beweis stellt, sodass man sich zunehmend an den ehrlicheren? Kursen der SGE orientiert. Sollte die Unterstützung um 70 USD nicht halten, würde ich um 54 USD am 78er Fibo-Retracement massiv in Silberminenaktien investieren, da ich Preise unter 50$ nicht mehr sehe. Wieder höhere Kurse über 100$ würde ich nutzen, um meine Masse an 625er 10 DM Münzen (die ich zwischen 5 und 7€ eingesammelt hatte) bei Ebay zu verkloppen. Dort gibt's oft noch Preise zum Spottkurs, nicht wie bei den Scheideanstalten weit darunter. Zudem baue ich in Schwächephasen weitere Aktien aus dem Rohstoff- und Energiesektor auf. Von den Mag7 habe ich seit Jahresbeginn nur noch Alphabet. Microsoft wird charttechnisch bei 392 interessant. Ich würde mir wirklich 10-15% Luft raus lassen wünschen. 

Von Seeking Alpha habe ich die Top10 Picks 2026 im Depot, mein Bruder die von Zacks.

Bisschen Wettkampf und Spaß muss sein. Grinning

Ich erwarte weiter sehr volatile Märkte in allen Assetklassen, für US Aktien aber zumindest bis Herbst keine neuen Höchststände. Ist aber nur meine Glaskugel, die sich auch schon oft geirrt hat ;).

Bleibt gesund!

 


 
Veröffentlicht : 5. Februar 2026 19:33
Natman mag das
Seite 414 / 415
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