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Steuerdiskussion Deutschland Einnahmen / Ausgaben / Reformierungsvorschläge

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J.D.
 J.D.
(@j-d)
Freiheitskämpfer Silber
Veröffentlicht von: @vroma

Logisch machen die meisten das, womit sie am meisten Geld verdienen können.

Wir sehen hier auch wieder Symptome einer Planwirtschaft, welche es nicht schnell genug schafft, sich auf sich ändernde Rahmenbedingungen zu reagieren. 

Wie gut ich mich auskenne? Normales Opfer des Systems. Frau arbeitete bis vor einem Jahr im Krankenhaus.

Was wäre also dein Vorschlag, um das Gesundheitssystem zu verbessern?

Möchtest du die Gründe nennen, warum sie nicht mehr im Krankenhaus arbeitet?

Veröffentlicht von: @vroma

Ich bin froh, dass wir die Pflege von Angehörigen bisher zum größten Teil selbst stemmen können.

Das ist sehr schön! Meine Aussage war darauf bezogen, dass du alle verpflichten möchtest. Gibt es niemanden, den du in deinem Leben getroffen hast, den du für ungeeignet halten würdest?

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 13:06
J.D.
 J.D.
(@j-d)
Freiheitskämpfer Silber
Veröffentlicht von: @viper2333

Der Gesamtbeitragssatz zur gesetzlichen Sozialversicherung könnte um mehr als acht Prozentpunkte gesenkt werden, wenn alle diese versicherungsfremden Leistungen sachgerecht aus Steuermitteln finanziert würden.

Ist es denn sachgerechter, wenn ich mit Steuern die GRV und GKV unterstütze und selbst keine Rentenpunkte erhalte (Versorgungswerk) und in der PKV bin?

Sind die Zahlen um diese Punkte bereinigt? Also Steuern zahlt jeder Arbeitnehmer (größere Gruppe). Leistungsberechtigt sind aber Beamte, bestimmte Berufsgruppen oder PKV-Versicherte nicht. Die leistungsberechtigte Gruppe ist also kleiner.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 13:06
viper2333
(@viper2333)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @j-d
Veröffentlicht von: @viper2333

Der Gesamtbeitragssatz zur gesetzlichen Sozialversicherung könnte um mehr als acht Prozentpunkte gesenkt werden, wenn alle diese versicherungsfremden Leistungen sachgerecht aus Steuermitteln finanziert würden.

Ist es denn sachgerechter, wenn ich mit Steuern die GRV und GKV unterstütze und selbst keine Rentenpunkte erhalte (Versorgungswerk) und in der PKV bin?

Sind die Zahlen um diese Punkte bereinigt? Also Steuern zahlt jeder Arbeitnehmer (größere Gruppe). Leistungsberechtigt sind aber Beamte, bestimmte Berufsgruppen oder PKV-Versicherte nicht. Die leistungsberechtigte Gruppe ist also kleiner.

Ich sehe deinen Punkt, verweise aber darauf, dass auch die Mütter von Beamten oder auch deine Mutter (oder Oma) Rentenpunkte für vor 1992 geborene Kinder erhalten haben. Warum solltest du an den Kosten also nicht beteiligt sein?
Warum zahle ich als freiwilliger GKV Versicherter die Gesundheitsbehandlung der Bürgergeldempfänger zu 2/3 mit, während die PKV-Versicherten da außen vor sind? Das widerspricht komplett den Grundsätzen unseres Staatssystems.

 

Bzw. tatsächlich würde ich es noch einmal anders beantworten wollen.

Wenn unsere Legislative und Exekutive beschließt, dass Geldleistungen gezahlt werden, sind diese als gesamtgesellschaftliche Aufgaben auch von allen gemäß ihrer Leistungsfähigkeit (also über Steuern!) zu bezahlen oder zu streichen.

Ich denke nicht, dass gewisse, zumeist finanziell starke Gruppen, an den Kosten nicht beteiligt werden. Das widerspricht fundamental dem Leistungsfähigkeitsprinzip, welches sich aus dem Gleichheitsgrundsatz ableitet.

 

Ich halte es für allgemein für den Kardinalsfehler unseres Gesamtsystems, dass es bei den Entscheidungsträgern kein "Skin in the Game" existiert. 

Beihilfeberechtigte PKV-Versicherte und Pensionsberechtigte entscheiden über Sozialversicherungsreformen und führen diese in der Verwaltung zumindest auf Chefebene aus, sind davon aber nicht im Geringsten betroffen. Sehr mächtige Einflussgruppen mit PKV und eigener Vorsorge oder Versorgungswerken analog dasselbe.

 

Man muss sich, auch im Hinblick auf das Thema Umverteilung in diesem Land, auch mal die Tatsache bewusst machen, dass die Top 20% der Einkommensbezieher in diesem Land ca. 56% der gesamten Steuerabgaben tragen, jedoch "nur" 42% der Sozialversicherungsbeiträge (da Beamte, Selbstständige, Beitragsbemessungsgrenze).

Die reale Umverteilungswirkung von unten nach oben durch diese ungedeckten Leistungen ist tatsächlich enorm und widerspricht eigentlich komplett unserer "erstrebten" Gesellschaftsordnung.

Ich finde es immer wieder faszinierend, dass dies keinerlei politische oder mediale Aufmerksamkeit bekommt, vermutlich weil es einfach zu komplex ist um damit auf Stimmenfang zu gehen.

 

 

P.S.:
Solche Punkte sind mWn nicht angepasst, ich halte einige dieser Punkte aber für nicht stichhaltig.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 13:06
Fuso und Paule mögen das
Der Autodidakt
(@der-autodidakt)
Freiheitskämpfer Silber
Veröffentlicht von: @viper2333

@der-autodidakt 

Dem Bild des Anstiegs der öffentlichen Verwaltung stelle ich jetzt einfach mal einen längeren Zeitraum entgegen:

image

Ob man Lehrer (als größter Block der Beamtenschaft) nun verbeamtet oder nicht lasse ich offen. Ca. 1/3 sind nicht verbeamtet und haben ein deutlich schlechteres Leben. Nur den Lehrermangel sehe ich nicht mit Verschlechterungen der Arbeitssituation behoben.

Ja, hier sieht man schön, dass wir mal auf einem guten Weg waren. Keine neuen Beamten mehr bei Bahn und Post, Effekte in der Verwaltung nach der Wiedervereinigung ect. Ich würde die Zeitreihe gerne mal vor der Wiedervereinigung beginnend sehen, findet sich aber auf die Schnelle nicht.

Auf der gleichen Seite findet man im Übrigen auch folgende Grafik, die das eigentliche, nachgelagerte Problem verdeutlicht:

image

Lehrer sind ein guter Stichpunkt. Hier wäre es ein Mehrwert für alle Schüler und Schulen, wenn man eigentlich untragbaren Lehrern auch kündigen könnte. Ob jemand für den Lehrerberuf überhaupt geeignet ist wird quasi erst beim zweiten Staatsexamen oberflächlich geprüft, danach wird verbeamtet und nach 4-5 Jahren im Job merkt man, dass derjenige vielleicht doch besser woanders aufgehoben wäre...
Meine Partnerin ist verbeamtete Lehrerin und ich kenne das Problem der Lehrkräfte, die nur eine Anstellung haben, über Kollegen von ihr aus erster Hand. Das ist eine Frechheit, wie das abläuft - hat aber nichts mit der Fragestellung zu tun, ob es sinnvoll ist Lehrer überhaupt auf Lebenszeit zu verbeamten.
Ich kenne ebenso das Problem, dass es sich verbeamtete Lehrer "gemütlich" mit Dienst nach Vorschrift machen und jeden Änderungsvorschlag, der auch nur ein Minimum an Mehrarbeit oder Umstellung bedeuten würde, sofort abblocken.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 13:06
ziola, Herr Vorragend, Vroma und 1 User mögen das
Vroma
(@vroma)
Freiheitskämpfer Silber
Veröffentlicht von: @j-d

Was wäre also dein Vorschlag, um das Gesundheitssystem zu verbessern?

Möchtest du die Gründe nennen, warum sie nicht mehr im Krankenhaus arbeitet?

Kurzfristig: Die Last durch Ausweisung senken.

Gründe: Als Psychologin in der Onkologie hat man es die ganze Zeit mit Krebs&Tod zu tun. Und man hat den Krebs&Tod dann auch zu Hause. Die wenigsten halten das eine langjährig aus.

Veröffentlicht von: @j-d

Meine Aussage war darauf bezogen, dass du alle verpflichten möchtest. Gibt es niemanden, den du in deinem Leben getroffen hast, den du für ungeeignet halten würdest?

Dann hast Du mich falsch verstanden, oder ich habe mich unklar ausgedrückt. Ich möchte nicht jeden verpflichten. Von universellen "Fachkräften" sprechen andere. 

Ich glaube nicht, dass sich dieses Problem überhaupt lösen lässt. Menschen, Ausbildung, Professionalität - das braucht Zeit.

Es wird darauf hinauslaufen, dass vernünftige Krankenversorgung entsprechend Geld kosten wird.

Aber diese Entwicklung zu geringeren Standards werden wir in jedem Bereich durchmachen. Darauf werden wir uns gesellschaftlich einstellen müssen.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 13:06
viper2333
(@viper2333)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @der-autodidakt

Ich würde die Zeitreihe gerne mal vor der Wiedervereinigung beginnend sehen, findet sich aber auf die Schnelle nicht.

Ja, auf der Suche war ich ebenfalls leider vergeblich.

Wobei ich diese Pauschalität, Abbau der ÖD Stellen = gut, Aufbau = schlecht so simpel nicht unterschreiben wurde.

 

Ein Freund als Spitzenbeamter einer Kommune hat dazu eine klare Meinung. Der Bund und die Länder haben immer mehr Anforderungen und dafür muss Personal eingestellt werden.

Der Anstieg des ÖDs geht ja auch z.B. auf kommunale Kindertagesstätten und Kindergärten zurück wegen des gesetzlichen Anspruchs, welche der Bund erlassen hat.

Wie groß die Effekte jeweils sind, keine Ahnung. Das findet man mWn auch nicht aufgeschlüsselt. Nur wie gesagt, einen Zusammenhang von wegen Aufbau = schlecht, Abbau = gut halte ich für zu kurz gegriffen.

 

Und ob die Scheinprivatisierung der Bahn der 1990er und 2000er ein Erfolg war sei mal dahingestellt.

 

Veröffentlicht von: @der-autodidakt

Auf der gleichen Seite findet man im Übrigen auch folgende Grafik, die das einheitliche, nachgelagerte Problem verdeutlicht:

image

 

Klar, wobei mich hier jetzt der Effekt Behandlung der Beamten der NS-Zeit, Lebenserwartung, etc. interessieren würde.

Das prinzipiell Mitte der 1970er (also 30 Jahre nach der NS Zeit) weniger Versorgungsempfänger vorhanden waren als heute ist erst einmal nachvollziehbar für mich.

 
Veröffentlicht von: @der-autodidakt

Lehrer sind ein guter Stichpunkt. Hier wäre es ein Mehrwert für alle Schüler und Schulen, wenn man eigentlich untragbaren Lehrern auch kündigen könnte. Ob jemand für den Lehrerberuf überhaupt geeignet ist wird quasi erst beim zweiten Staatsexamen oberflächlich geprüft, danach wird verbeamtet und nach 4-5 Jahren im Job merkt man, dass derjenige vielleicht doch besser woanders aufgehoben wäre...
Meine Partnerin ist verbeamtete Lehrerin und ich kenne das Problem der Lehrkräfte, die nur eine Anstellung haben, über Kollegen von ihr aus erster Hand. Das ist eine Frechheit, wie das abläuft - hat aber nichts mit der Fragestellung zu tun, ob es sinnvoll ist Lehrer überhaupt auf Lebenszeit zu verbeamten.
Ich kenne ebenso das Problem, dass es sich verbeamtete Lehrer "gemütlich" mit Dienst nach Vorschrift machen und jeden Änderungsvorschlag, der auch nur ein Minimum an Mehrarbeit oder Umstellung bedeuten würde sofort abgeblockt wird.

Nun ja, man ist schon eine Weile Beamter auf Widerruf und dann auf Probe und wird auch mehrfach geprüft. 

Natürlich kann die Unkündbarkeit ein gewisses Problem darstellen, jeder kennt wohl einen entsprechenden Lehrer. Nur setze ich dem mal das Streikverbot entgegen. Die Arbeitszustände sind teilweise unhaltbar, aber die Lehrer können sich halt kaum dagegen wehren und maximal Leistungsverweigerung betreiben.

Ist dann wohl sowohl eine Typfrage als auch eine Frage der Zeit.

Das sich die Dienstherren (also die Bundesländer) seit einiger Zeit nun schlicht weigern das Urteil der Gerichte zwecks Arbeitszeiterfassung umzusetzen spricht mMn Bände über das viel gepflegte Vorurteil der "gemütlichen" Lehrerbeamten.

Aber erneut, wir haben deutlichen Lehrermangel. Inwiefern ein Ende des Beamtentums mit Streichung der Pension, etc. dazu dient hier mehr Arbeitskräfte zu rekrutieren? Sehe ich einfach nicht.

 

Ich denke auch die gesetzten Ausbildungsschwerpunkte entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 13:54
J.D., Fuso und Der Autodidakt mögen das
Der Autodidakt
(@der-autodidakt)
Freiheitskämpfer Silber
Veröffentlicht von: @viper2333

Ein Freund als Spitzenbeamter einer Kommune hat dazu eine klare Meinung. Der Bund und die Länder haben immer mehr Anforderungen und dafür muss Personal eingestellt werden.

Genau da liegt der Hund begraben. Wir verwalten uns zu tode. Dieser "Wahn" alles verwalten und kontrollieren zu wollen, ist im übrigen auch längst in der Wirtschaft angekommen (teilweise gezwungenermaßen, aber oft auch hausgemacht). Je größer ein Unternehmen, desto mehr Bullshit-Verwaltung entsteht. Man hört ja oft das Gemecker, dass Selbstständige hierzulande so unter der Bürokratie ächzen. Mich z.B. belastet diese staatliche Bürokratie als Selbstständiger überhaupt nicht, denn das sind alles standardisierte Vorgänge, die man wunderbar outsourcen kann. Was mich aber tatsächlich nervt und viel Zeit kostet, ist die Konzernbürokratie der großen (amerikanischen) Software-Plattformen auf denen ich tätig bin. Keine Ahnung, vielleicht ist es einfach zwangsläufig der Lauf der Dinge, dass mit steigendem Wohlstand die Menschen anfangen verwalten zu wollen...

Veröffentlicht von: @viper2333

Und ob die Scheinprivatisierung der Bahn der 1990er und 2000er ein Erfolg war sei mal dahingestellt.

Ja, die Bahn ist eine Vollkatastrophe. Aber hier gibt ja zum Glück (noch) diverse Wahlmöglichkeiten und niemand muss Bahn fahren - ich mache es aus Prinzip nicht.

Veröffentlicht von: @viper2333

Nun ja, man ist schon eine Weile Beamter auf Widerruf und dann auf Probe und wird auch mehrfach geprüft. 

Aber eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Es gibt da praktisch keine echte Überprüfung mehr. Und solange nichts strafrechtlich relevantes vorliegt, können Schüler und Eltern sich noch so Laut über eine Fehlbesetzung beschweren - es wird nichts ändern, ist auch im System nicht vorgesehen.

Veröffentlicht von: @viper2333

Die Arbeitszustände sind teilweise unhaltbar, aber die Lehrer können sich halt kaum dagegen wehren und maximal Leistungsverweigerung betreiben.

Stimmt nicht. Auch Beamte dürfen sehr wohl kündigen. Eine Kollegin meiner Partnerin im gleichen Alter hat genau das gemacht. Sie war verbeamtet, hatte die Schnauze voll von dem Laden und hat - mit Verlust aller Pensionsansprüche - gekündigt.

Veröffentlicht von: @viper2333

Das sich die Dienstherren (also die Bundesländer) seit einiger Zeit nun schlicht weigern das Urteil der Gerichte zwecks Arbeitszeiterfassung umzusetzen spricht mMn Bände über das viel gepflegte Vorurteil der "gemütlichen" Lehrerbeamten.

Ich habe auch nicht gesagt, dass alle es sich gemütlich machen. Wenn man den Beruf engagiert ausübt, dann arbeitet man locker jenseits der 40 Stunden pro Woche. Muss man aber nicht, man kann auch Jahr für Jahr das gleiche Schema F durchziehen und Elternkontakt weitestgehend minimieren.

Veröffentlicht von: @viper2333

Ich denke auch die gesetzten Ausbildungsschwerpunkte entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit.

Es würde auch erstmal reichen die Zulassungsvorraussetzungen für das Studium anzupassen bzw. überhaupt welche einzuführen (im Gegenzug z.B. das Gehalt attraktiver machen). Jeder "Dödel" (Sorry!) kann Lehramt studieren. Ob derjenige einen Draht zu Kindern und Jugendlichen hat oder überhaupt die Fähigkeit Menschen in irgendeiner Weise zum zuhören und mitmachen zu begeistern, sind ja absolute Minimalanforderungen... Meine Partnerin hat seit Jahren immer auch Referendare zum zweiten Staatsexamen begleitet - einem wurde dann vom Studienseminar nahegelegt, dass man sich nicht sicher sei, ob er für den Beruf wirklich geeignet ist. Das ist wohlgemerkt nach dem ersten Staatsexamen. WTF??

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 14:39
ziola, Robi und viper2333 mögen das
viper2333
(@viper2333)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @der-autodidakt

Genau da liegt der Hund begraben. Wir verwalten uns zu tode. Dieser "Wahn" alles verwalten und kontrollieren zu wollen, ist im übrigen auch längst in der Wirtschaft angekommen (teilweise gezwungenermaßen, aber oft auch hausgemacht). Je größer ein Unternehmen, desto mehr Bullshit-Verwaltung entsteht. Man hört ja oft das Gemecker, dass Selbstständige hierzulande so unter der Bürokratie ächzen. Mich z.B. belastet diese staatliche Bürokratie als Selbstständiger überhaupt nicht, denn das sind alles standardisierte Vorgänge, die man wunderbar outsourcen kann. Was mich aber tatsächlich nervt und viel Zeit kostet, ist die Konzernbürokratie der großen (amerikanischen) Software-Plattformen auf denen ich tätig bin. Keine Ahnung, vielleicht ist es einfach zwangsläufig der Lauf der Dinge, dass mit steigendem Wohlstand die Menschen anfangen verwalten zu wollen...

Ich befürchte ja, diesen Drang begegnet mir dauerhaft. Was ich die letzten Jahre an zusätzlichen Statistiken für Bundes- und Landesämter für Statistik erstelle ist nur noch irre.

 

Veröffentlicht von: @der-autodidakt
 
Stimmt nicht. Auch Beamte dürfen sehr wohl kündigen. Eine Kollegin meiner Partnerin im gleichen Alter hat genau das gemacht. Sie war verbeamtet, hatte die Schnauze voll von dem Laden und hat - mit Verlust aller Pensionsansprüche - gekündigt.

Ja natürlich, aber das ist schon ein ganz gewaltiger Schritt mit großer Hürde/Barriere. Theoretisch natürlich möglich, nur wer macht das praktisch mit Ende 40 aufwärts? Der Barwert einer Lehrerpension ist immerhin 7stellig.

Ich meine bei mir rennt man offene Türen ein, Lehrer nicht mehr zu verbeamten. Ich würde allgemein den Beamtenapparat auf das absolute Minimum (Soldaten, Polizei, Berufsfeuerwehr, Richter/Staatsanwälte, Strafvollzug und noch Finanzbehörden) der hoheitlichen Aufgaben beschränken.

Ich sehe auch perspektivisch das gewaltige Problem, dass der Staat in Zeiten von Personalmangel seine Finanzmacht einsetzt um die Arbeitskräfte aus der produktiven Wirtschaft abwirbt. Passiert ja teilweise schon.

Ich halt es z.B. aber für wichtig eine einheitliche gesetzliche Altersvorsorge aufzubauen als Basisabsicherung, aber eher im Vorbild der Schweiz mit kleinen umverteilenden Elementen der USA, von denen der Maschinist berichtet hat.

Das aktuelle System mit Besitzstandswahrung ohne Ende ist gescheitert mMn.

 

Veröffentlicht von: @der-autodidakt
Veröffentlicht von: @viper2333

Ich denke auch die gesetzten Ausbildungsschwerpunkte entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit.

Es würde auch erstmal reichen die Zulassungsvorraussetzungen für das Studium anzupassen bzw. überhaupt welche einzuführen (im Gegenzug z.B. das Gehalt attraktiver machen). Jeder "Dödel" (Sorry!) kann Lehramt studieren. Ob derjenige einen Draht zu Kindern und Jugendlichen hat oder überhaupt die Fähigkeit Menschen in irgendeiner Weise zum zuhören und mitmachen zu begeistern, sind ja absolute Minimalanforderungen... Meine Partnerin hat seit Jahren immer auch Referendare zum zweiten Staatsexamen begleitet - einem wurde dann vom Studienseminar nahegelegt, dass man sich nicht sicher sei, ob er für den Beruf wirklich geeignet ist. Das ist wohlgemerkt nach dem ersten Staatsexamen. WTF??

Ja. Die Fälle gibt es. Man muss aber auch dazu sagen, dass die Lehrer vor dem 1. SE nicht vor eine Klasse dürfen. Ebenfalls katastrophal in einem so praxisorientierten Beruf.

Mich stört aber tatsächlich viel mehr das leidige Thema, dass alle Lehrer gleich verdienen und auf Basis der Mangelfächer für alle die Gehälter steigen sollen.

Ebenso, dass die Deputate für Deutsch / Englischlehrer identisch zu denen sind von Sport / Erdkunde.

Aber ja, nicht reformierbares System aktuell, der Leidensdruck reicht noch nicht aus.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 15:27
J.D., ziola und Der Autodidakt mögen das
J.D.
 J.D.
(@j-d)
Freiheitskämpfer Silber
Veröffentlicht von: @vroma

Kurzfristig: Die Last durch Ausweisung senken.

Überfüllte Krankenhäuser lassen sich damit nicht verhindern. Es sind i.d.R. keine 70-jährigen Flüchtlinge, die dort behandelt werden.

Veröffentlicht von: @vroma

Gründe: Als Psychologin in der Onkologie hat man es die ganze Zeit mit Krebs&Tod zu tun. Und man hat den Krebs&Tod dann auch zu Hause. Die wenigsten halten das eine langjährig aus.

Absolut verständlich! Großen Respekt! Onkologie wäre für mich nichts.

Veröffentlicht von: @vroma

Ich glaube nicht, dass sich dieses Problem überhaupt lösen lässt. Menschen, Ausbildung, Professionalität - das braucht Zeit.

Es wird darauf hinauslaufen, dass vernünftige Krankenversorgung entsprechend Geld kosten wird.

Bessere Bezahlung? Bessere Arbeitszeiten? Natürlich wird das teuer. Und zwar letztlich für die Versicherten. Wenn man es wie aktuell weiter laufen lässt, wird das System kollabieren. Dabei sind dann generell alle sozialen Berufe gemeint. Auch Lehrer, Erzieher, etc. Aber in der Statistik sind das natürlich nur Ausgaben. Verhinderte Krankheiten, schnellere Rekonvaleszenz, bessere Bildung, weniger Arbeitszeitreduktion wegen guter Betreuung usw. werden halt in den Staatsausgaben nicht ausgewiesen.

Generell gehe bei der hier größtenteils geäußerten Meinung mit, dass man im Verwaltungsapparat sicherlich den Rotstift ansetzen kann. 23,4 Mrd. für Verwaltung etc., Entwicklungshilfe 17,3 Mrd., da kann man im besten Fall maximal so viel sparen, wie wir für die Verteidung zusätzlich brauchen. Arbeitsmarktpolitik 47,3 Mrd., wieviel will man da holen? 10-15 Mrd.? Reicht wahrscheinlich nicht mal aus, um die Bildung und Infrastruktur zu verbessern. Bleiben 137,8 Mrd. Sozialversicherung, der wirklich große Batzen im Bundeshaushalt...dort liegt das größte Potenzial, sei es durch Aktienrente oder whatever. Letztendlich sind alles andere dagegen Peanuts.

Ich beziehe mich dabei auf die Grafik vom Maschinisten.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2024 22:09
langfristinvestor
(@langfristinvestor)
Verdienter Freiheitskämpfer

Die Reformierung der Rente würde das schwierigste Unterfangen darstellen, das es zu bewältigen gilt. Jede Reform wird genügend einflussreiche oder lautstarke Verlierer hervorbringen. Nominale Kürzungen der Bestandsrenten würden zu einem Volksaufstand führen, es sei denn, das Land steht vor einer Pleitewelle (wie Griechenland während der Eurokrise).

Was ich für wahrscheinlich halte, ist die folgende Kombination aus Maßnahmen (ich sage nicht, dass ich dies gutheiße):

- Das Renteneintrittsalter wird noch weiter steigen, z.B. auf 68-69 Jahre, je nach Geburtsjahrgang.
- Der Anpassungsfaktor für Rentensteigerungen wird von der Lohnsteigerung entkoppelt (großer Effekt).

Ja, die Empörung wird groß sein. Aber hier kommt eigentlich der Weg, wie sich die Rentenkasse finanzieren kann, auf Kosten des Leistungsprinzips – durch Einführung eines Umverteilungsfaktors (Umverteilung von "reichen" zu "armen" Rentnern – ich weiß, aber es gibt nur wenige Stellschrauben):

a) Die Beitragsbemessungsgrenze anheben.

b) Rentenpunkte werden überhalb des Durchschnittseinkommens einem Degressionsfaktor unterzogen – je weiter der verdiente Euro vom Durchschnitt entfernt ist, desto geringer der Zuwachs an Rentenpunkten und umgekehrt für unterdurchschnittliche Einkommen.

Die Wirtschaftsweise Grimm hat dies in den Diskurs eingebracht, wurde aber (vorerst) abgelehnt.

Diesen Umverteilungsfaktor könnte man auch auf Beamtenpensionen anwenden etc.

Der Wählerschicht verkauft könnte dies werden mit z.B. einem 401k ähnlichen Konstrukt. Aber das ist wohl zu viel science fiction

AntwortZitat
Veröffentlicht : 22. Februar 2024 00:43
ziola
(@ziola)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @langfristinvestor

 

Was ich für wahrscheinlich halte, ist die folgende Kombination aus Maßnahmen (ich sage nicht, dass ich dies gutheiße):

- Das Renteneintrittsalter wird noch weiter steigen, z.B. auf 68-69 Jahre, je nach Geburtsjahrgang.
- Der Anpassungsfaktor für Rentensteigerungen wird von der Lohnsteigerung entkoppelt (großer Effekt).

Ja, die Empörung wird groß sein. Aber hier kommt eigentlich der Weg, wie sich die Rentenkasse finanzieren kann, auf Kosten des Leistungsprinzips – durch Einführung eines Umverteilungsfaktors (Umverteilung von "reichen" zu "armen" Rentnern – ich weiß, aber es gibt nur wenige Stellschrauben):

Der Wählerschicht verkauft könnte dies werden mit z.B. einem 401k ähnlichen Konstrukt. Aber das ist wohl zu viel science fiction

Hallo,

zu der Erhöhung des Rentenalters:

M.M.n verschiebt dies lediglich die Kosten aus der Rentenversicherung in die Krankenversicherung. Die Beschäftigungsquote fällt ab dem 63 Lebensalter, ab 65 arbeiten lediglich 10-20% der Menschen. Zwar verbessert sich diese Tendenz (jetzt arbeiten immer mehr 63+), gleichzeitig ist der krankheitsbedingte Ausfall (Falldauer) in diesem Segment etwa 25% höher als bei den Menschen u60. D.h. anstatt in die Rente zu gehen, werden solche Mitarbeiter häufiger Krank, belasten zuerst wirtschaftlich den AG, danach die Krankenversicherung. Beispiele habe ich genügend.

Dazu kommt noch, dass die Arbeitsfähigkeit im Alter sehr stark bereichsspezifisch ist - ich kann mir schon einen Büroangestellten so vorstellen, einen Bauspengler oder Rohbau-Arbeiter leider nicht. Häufig kommt hier noch die Idee der Wissensweitergabe / Ausbilder als Beschäftigungsoption im alter - leider nicht jeder ist hierfür geeignet - Alter alleine stellt hierbei kein Basis dar.

Letztendlich - und um ehrlich zu sein - ich wünsche keinem, dass er gezwungen wird im später Alter arbeiten zu müssen. Wenn man es kann / will - gerne. Wenn man es machen muss, da man es sich sonst das Leben nicht leisten kann - sollte man sich vielleicht fragen, was ist da schief gelaufen und wer hat es zu verantworten.

Aus meiner Sicht wäre der gesunde Weg die Pensionskasse in die Rentenversicherung zu integrieren (siehe Österreich), Staatsquote verringern, alle Sozialleistungen bargeldlos realisieren (Bezahlkarte für alle inkl. Kindergeld). Das wurde die Sozialabgaben minimieren, mehr Netto von Brutto geben und endlich diesen Leute das Leben hier schmackhaft machen, die Qualifikationen und Lust zur Arbeit haben.

Gruss

ziola

AntwortZitat
Veröffentlicht : 22. Februar 2024 10:24
Vroma, J.D., Natman und 1 User mögen das
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold
Veröffentlicht von: @ziola

Aus meiner Sicht wäre der gesunde Weg die Pensionskasse in die Rentenversicherung zu integrieren (siehe Österreich), Staatsquote verringern, alle Sozialleistungen bargeldlos realisieren (Bezahlkarte für alle inkl. Kindergeld). Das wurde die Sozialabgaben minimieren, mehr Netto von Brutto geben und endlich diese Leute das Leben hier schmackhaft machen, die Qualifikationen und Lust zu Arbeit haben.

AMEN! Ich weiß gar nicht, warum die Beamten so eine heilige Kuh in D sind. Da sind die Österreicher schon weiter!

AntwortZitat
Veröffentlicht : 22. Februar 2024 10:52
Herr Vorragend
(@herr-vorragend)
Freiheitskämpfer Gold

Beim Übertrag ist mein Post über Estland und die Beamten dort abhanden gekommen. 
Ich hatte darin berechnungen zu Estland gemacht. Das Beamtennivau mit den Deutschen verglichen. 

Hochgerechnet müssten die 1.7 Mio haben. DE hat 5,x
Also Faktor 3x

AntwortZitat
Veröffentlicht : 22. Februar 2024 14:54
Vroma
(@vroma)
Freiheitskämpfer Silber

@j-d 

Wie ich schon geschrieben habe, es wird sich nicht richten lassen. Dadurch, dass man nie vernünftig auf den demografischen Wandel reagiert hat, ist das System kaputt. Reparieren lässt sich das nicht mehr. Die Implosion wird in 5-10 Jahren kommen. Mir tun die Leute leid, die sich auf den Staat verlassen haben und dies immer noch tun.

Aber ich sehe das positiv, vielleicht wird das ein Lehrstück für die Gesellschaft, und wir steigen mit einem freiehitlichen Mindset danach neu auf.

Was ich aber tun kann und muss, ist den vitalen Kern des Landes nicht sterben zu lassen. D.h. wir müssen unbedingt in Bildung, Infrastruktur und Verteidigung investieren.

Wie Du schreibst, kann man die Verteidigung aus dem Cashflow stemmen. Aber auch hier bei der Verteidigung wurde viele Jahre durch immer mehr Bürokratie politisch sabotiert und somit brutale Ineffizienz erzeugt. 

Selbst unser bisher "zu geringer" Verteidigungsetat war deutlich höher, als der von Frankreich. Frankreich schafft es aber mit geringeren Mitteln eine interantional einsatzfähige Truppe zu unterhalten. Samt einer echten Marine und einem eigenen Atomarsenal.

Verteidigung bringt zwar keine Effizienzsteigerung in der Infrastruktur, aber im eigenen Land ausgegeben ist es ein Wirtschaftsförderungprogramm und ich verliere volkswirtschaftlich nichts. Dafür kann es aber doch ein Kickstarter für z.B. eine eigene Chipfertigung oder ähnlichem dienen. Darüber hinaus können ganz neue zivile Techniken aus der miltärischen Entwicklung entstehen. Siehe Mikrochips, Internet, GPS, Digitalkameras,... Verteidigungsausgaben sind also nicht 100% verbranntes Geld, wie es manche so hinstellen.

Gestrichenes Geld für NGOs setzen wir für Schulneubauten an. Wenn man das über die Jahre richtig allokiert hätte, hätte wir die Situation von heute nicht. Aber egal, irgendwann muss man mit den richtigen Dingen beginnen.

Was glaube ich noch nicht angesprochen wurde, ist der Abfluss von vielen Milliarden durch Energie. Es gibt Atomkraftwerke, welche mit unserem Atommüll, bei dem wir ja noch nicht mal wissen was wir damit anstellen sollen, Strom erzeugt werden kann. Zusätzlich haben wir eigene Gasvorkommen, welche wir nicht nutzen.

Es sind also alle Werkzeuge und Mittel da, damit es nach der demografischen Krise wieder deutlich bergauf gehen kann. Noch dazu kann man mit einer vernünftigen Poltik die Schäden durch die Demografiekrise auch noch deutlich abmildern.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 23. Februar 2024 09:27
langfristinvestor, Smmn, ThruHike und 2 User mögen das
J.D.
 J.D.
(@j-d)
Freiheitskämpfer Silber

Letztendlich ist das ganze Rentenproblem mindestens seit Schröders rot-grüner Regierung bekannt. Damals hat man Riester eingeführt. Das will ich jetzt gar nicht bewerten. Man hat zumindest einen Versuch unternommen. Dann gab es 16 Jahre Merkel, man hat gemerkt Riester ist eine Sackgasse, aber getan hat man nichts. Dass das jetzt innerhalb von 2 Jahren nicht repariert werden konnte, kann man der aktuellen Regierung nicht vorwerfen. Auch wenn ich selber unzufrieden bin. Auch die AfD oder Werteunion lösen die Probleme nicht innerhalb von Monaten (ohne landesweite, lähmende Proteste bei unbeliebten Maßnahmen). Das Rentenproblem kann man eigentlich durch jedes x-beliebige Thema ersetzen und es stimmt immer noch, dass das Thema in den Merkeljahren halt nicht angegangen wurde.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 24. Februar 2024 17:18
Herr Vorragend
(@herr-vorragend)
Freiheitskämpfer Gold
Veröffentlicht von: @j-d

Letztendlich ist das ganze Rentenproblem mindestens seit Schröders rot-grüner Regierung bekannt.

Gibt n gutes Interview mit Markus Koch. 
Das ist noch vor Schröder

Riester war gefühlt nur ein Produkt für die Versicherungen, nicht für die Altersvorsorge. 

Jedenfalls, der Punkt ist, da wurde eine Menge verschleppt, verdrängt, gehofft, falsch vertraut, von den die sich heutzutage über Ihre niedrige Rente aufregen. 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 24. Februar 2024 17:22
J.D. mag das
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