Ausschüttende oder ...
 
Nachrichten
Nachrichten löschen

Ausschüttende oder Thesaurierende ETFs

Seite 1 / 2
t_ooh_mas
(@t_ooh_mas)
Aktiver Freiheitskämpfer

Hallo Leute, 

ich stehe gerade vor der Wahl meine ETF Sparpläne zu starten und mir ist noch nicht ganz klar, ob nun ausschüttende oder thesaurierende ETFs zu bevorzugen sind. Grundsätzlich bin ich derzeit nicht auf passives Einkommen aus. Dh. bei einem ausschüttenden ETF würde ich die Dividende so oder so wieder reinvestieren. Wenn ich es richtig verstehe, besteht der Hauptunterschied dann darin, dass ich bei Ausschüttung selber entscheiden kann wo ich die Dividende verteile wobei ein thesaurierender in sich selbst reinvestiert oder? Dann aber stellt sich mir die Frage, wenn ich in 30 Jahren mit dem Passiven einkommen loslegen will müsste ich einen thesaurierenden ETF verkaufen und in einen ausschüttenden umverteilen um in den Genuss von passivem Einkommen zu kommen, oder?

Übersehe ich etwas? Derzeit tendiere ich also zu ausschüttenden ETFs. Hat das eventuell steuerliche Nachteile?

 

Danke und lg, 

t_ohh_mas

Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 6. November 2018 11:15
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator

Hi t_ohh_mas,

das hat mich auch lange geplagt. Für thesaurierende ETFs spricht auf jeden Fall, dass du die Steuern stundest und in die Zukunft verschiebst und dass du dich nicht um die Wiederanlage der Ausschüttungen kümmern musst. Allerdings habe ich immer mehr auf physische Replikation und Größe der ETFs (viele Millionen Anlagesumme) geachtet. Da ich von iShares auf Vanguard umgestiegen bin, habe ich fast alle ETFs ausschüttend nur einen thesaurierenden für den Emerging Markets noch.

Ich denke, es macht keinen großen Unterschied, es ist seit der Investmentsteuerreform angenehmer mit den Ausschüttern, weil die Vorabpauschale vom Verrechnungskonto abgezogen wird.

Ich würde auf Ausschütter gehen, ist aber mMn eine Bauchentscheidung...

AntwortZitat
Veröffentlicht : 6. November 2018 14:52
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hallo t_ohh_mas,

wie Natman schon andeutet macht das seit der Investmentsteuerreform keinen großen Unterschied mehr. Aktuell ist der Vorabpauschal-Abzug bei den Thesaurierern meistens noch geringer die Summe Steuerbelastung bei den Ausschüttern. Wenn die Zinsen wieder steigen, schmiltzt der Vorteil weg.

Das aller-aller-aller wichtigste ist, dass Du Dich von dem ganzen Steuer-Wirrwarr nicht verunsichern läßt, sondern mit dem regelmäßigen Investieren in passive ETF anfängst.

--> Möglichst ETF von großen Anbietern mit geringen Gebühren nehmen (gegen Vanguard spricht nach meiner persönlichen Einschätzung sehr wenig). Sparquote hoch und dann Feuer frei!

Schöne Woche!

AntwortZitat
Veröffentlicht : 6. November 2018 16:01
t_ooh_mas
(@t_ooh_mas)
Aktiver Freiheitskämpfer

Hallo Leute, 

danke für die Antworten! Dann geht es jetzt los für mich. 

Auf in die Freiheit, 

t_ooh_mas

AntwortZitat
Themenstarter Veröffentlicht : 8. November 2018 09:31
t_ooh_mas
(@t_ooh_mas)
Aktiver Freiheitskämpfer

Wobei...gibt es hier Leute aus Österreich?

Ich bin derzeit bei Flatex, und wenn mich nicht alles täuscht, dann gibt es erhebliche Gebühren bei Dividendenzahlungen. Die günstigeren Broker führen leider keine KEST in AT ab und ein Steuerberater wäre wahrscheinlich noch teurer bei meinem Anlagevolumen. 

Gibt es da vielleicht eine bessere Alternative?

 

Gruß, Tomas

AntwortZitat
Themenstarter Veröffentlicht : 8. November 2018 10:49
auf_dem_Weg
(@auf_dem_weg)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hallo Tomas,

geh mal hier beim Maschinisten auf Empfehlungen. Dort kannst Du dann die Seite von Onvista anklicken. Hier zahlst Du keinerlei Gebühren bei ausländischen Dividenden.

Dazu kommt noch das Du bis ende des Jahres Vanguard ETF´s kostenfrei kaufen kannst.

 

Guten Start u. beste Grüße

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 8. November 2018 17:09
marsupilami
(@marsupilami)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hi Leute,

ich bin derzeit auch teilweise gefangen im ETF Dschungel ;)
Also, ich habe angefangen bei der Consorbank 2 ETF zu besparen, weil ich dort bereits ein Konto hatte und diese auch viele kostenfreie ETFs anbieten:

70% Lyxor MSCI World (ausschüttend)
30% BNP Easy Emerging Markets SRI (ausschüttend)

Beide ETFs sind derzeit ohne Gebühr durch die Consorbank im Rahmen eines Sparplans besparbar (Die Regelgebühr liegt bei 1,5% des Ordervolumens).
Mein ursprünglicher Plan war, falls die Aktionen auf diese ETFs einmal auslaufen, einfach die Pendants zu diesen ETF die dann kostenlos bespart werden können.  Somit hat man keine Gebühren und kann die Quote 70 World / 30 EM auch gut einhalten.

Nun ist es so, dass die Consorbank die Dividenden auch bei ausschüttenden ETFs direkt wieder anlegt. Das ist grds erstmal eine prima Sache aus meiner Sicht. Leider beißt sich das aber auf lange Sicht mit den (dann nicht mehr) kostenlosen Sparplänen, da auf die Wiederanlage der Dividenden nach Aktionszeitraum die 1,5% anfallen.

Das heißt im Klartext auch wenn ich die Sparpläne nicht mehr aktiv bespare sondern auf die dann kostenlosen ETF geswitcht bin zahle ich auf die Wiederanlage der Dividenden die 1,5%.

Da ich ja erst angefangen habe spielt das Ganze erstmal keine Rolle und wird auch die nächsten Jahre nur wenig Relevanz haben. Wenn ich diesen Zustand aber laufen lasse über viele Jahre machen sich die 1,5% auf die Dividendenwiederanlage doch bemerkbar. Zusätzlich habe ich einige Expertenmeinungen gelesen, die physische ETFs den synthetischen vorziehen. Und bei den physischen und ausschüttenden ETFs sind die Vanguard ganz vorne (wie der Maschinist ja auch schon des Öfteren angemerkt hat).

Daher hatte ich mir überlegt (da ich ja eh noch am Anfang stehe)  zu Onvista zu wechseln und die Vanguard ETFs zu besparen, auch im Verhältnis 70 developed world / 30 Emerging Markets.

Folgende Zweifel habe ich aber dabei noch:

- Vanguard bietet leider keine social responsible index an. Ich in grds ein Freund von nachhaltigem investieren und kann ehrlicherweise die Art wie viele chinesische Unternehmen wirtschaften (siehe "normaler emerging markets ETF" mit hohem China-Anteil) nicht ab.

- Ich bin mir unschlüssig ob ich mein Depot bei der Consorbank in dem Fall auflösen soll (dort befinden sich erst ca. 6k, also noch wahrhaft nicht die Welt ;) ) und transferieren oder einfach weiterlaufen lassen und ab jetzt über onvista besparen.

- Onvista hat bei den kostenlosen ETF Sparplänen grds nur eine maximale Rate von 1000€. Zusätzlich lässt sich die Rate im Sparplan nicht dynamisch anpassen Monat für Monat. D.h. entweder ich muss hier jeden Monat den Sparplan kündigen und neu aufsetzen mit dem gewünschten Betrag oder halt immer Einzelorders durchführen.

- Die automatisierte Wiederanlage von Dividenden ist bei onvista nicht möglich.  D.h. dass auf die Wiederanlage von diesen dann die 5€ pro Ordergebühr anfällt wenn ich es richtig sehe.

Ich weiß, viele werden jetzt sagen, die Kosten sind Prio 3, hauptsache investiert etc, ich will aber ein Setup finden, dass ich dann genau so über Jahrzehnte laufen lassen kann ohne mir Gedanken machen zu müssen wie "hättest du das mal besser früher nicht sio gemacht".
Von daher würde mich interessieren: Hat schon jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht bzw wie genau handhabt ihr eure Zahlungen in die ETFs möglichst gebührengünstig? Mir ist auch klar, dass die Broker irgendwo verdienen müssen. Dennoch machen sich die Gebühren in Summe über einen langen Zeitraum schon bemerkbar. Was ist aus eurer Sicht der gebühreneffizienteste Weg um 70% World/ 30% EM zu besparen über Jahrzehnte hinweg?

Wie immer, danke für eure Meinungen ;)

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2019 15:33
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator

Hi, ich habe es so gemacht bei consorsbank:

Angefangen mit ishares World + EM, dann wegen Gebühren statt dem ishares EM jetzt einen thesaurierenden EM mit 0,2% TER genommen und den World von ISH lass ich so laufen. Jetzt bespare ich den Vanguard All World weiter und zwar immer wenn ich 10.000 über habe und den EM rebalance ich alle halbe Jahre. Ergebnis ist billiger als Sparplan.

Habe auch die Kinderdepots bei OnVista sind aber von den Unterlagen mMn nicht so gut. 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2019 16:52
Kleinunternehmer
(@kleinunternehmer)
Aktiver Freiheitskämpfer

Hallo,

ich dachte auch gleich an die thesaurierer. Ansonsten die Divenden ab einen gewissen Betrag händisch anlegen. Kann ausbalanciert werden + Einkaufen macht ja auch Spaß :-)

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2019 17:34
Judge Dredd
(@judge-dredd)
Freiheitskämpfer Gold

Hallo, habe gerade beim Stöbern dieses ältere aber dennoch wichtigte Beitrag gefunden. Danke für die Beiträge. Denke auch der Unterschied ist unter dem Strich nicht so groß.

Wir haben bisher fast ausschließlich Vanguard und daher nur Ausschütter. Mit der Reinvestition der Dividenden handhaben wir es so, dass ich schaue, wie hoch ca. die Cashflows  sind.  Dann passe ich entsprechend die Sparpläne an und erhöhe diese. Das ist relativ wenig Arbeit (nach einem Jahr sind es 5 Minuten für  die Anpassungen, sodass es auch wirklich passiv bleibt) und da bei der DKB der Sparplan unabhängig von der Höhe nur 1,5 Euro pro Ausführung kostet (keine Werbung, ist aber super bei höheren Sparraten) verursacht das auch keine höheren Kosten. So geht die Wiederanlage quasi automatisch, man behält aber dennoch die Option die Cashflows theoretisch auch anderweitig einzusetzen.

In 1-2 Jahren, wenn unser ETF DKB Depot hoffentlich eine entsprechende Größe erreicht hat, werden wir vielleicht überlegen aus Gründen der Diversifikation ein weiteres ETF Depot bei einem anderen Broker zu eröffnen. Dann überlegen wir vielleicht noch mal neu, mal sehen.

Euch ein schönes Wochenende!

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2021 11:05
wolf89 und Natman mögen das
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator

@judge-dredd

Du weißt aber schon, dass es die Vanguards mittlerweile auch thesaurierend gibt. Falls ihr bis zur FF ein wenig Steuern sparen wollt Wink Und dann gebe ich dir noch Tipps, damit du mir bei der Wette die Rücklichter zeigst... Scared  

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2021 11:07
wolf89, Maschinist und Judge Dredd mögen das
Judge Dredd
(@judge-dredd)
Freiheitskämpfer Gold

@natman

ja jeder ETF in beiden Varianten (was cool ist), dass macht die Auswahl nicht leichter. Du hast nur Thesaurierer oder kombinierst du? Ja, das wäre in der Tat noch mal eine Überlegung für das zweite ETF Depot, dort nur auf Thesaurierer zu setzen. Aber erstmal das erste ETF Depot gut sechsstellig werden lassen.

 

Kannst mir eher in deinem baldigen Millionärsinterview Tipps geben.  Außerdem bis 2030 ist noch lang  und es bleibt spannend;-)

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2021 11:17
wolf89, Maschinist und Natman mögen das
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator

@judge-dredd

Ich habe nur den Emerging Markets auf thesaurierend umgestellt, alle anderen 4 ETFs sind Ausschütter. Ich überlege weiter, wenn ich aus dem Depot ca. 1000 Euro monatliche Ausschüttungen netto habe, was weiter bespart wird. 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2021 11:20
wolf89 und Judge Dredd mögen das
Judge Dredd
(@judge-dredd)
Freiheitskämpfer Gold

@natman

ja das ist eine gute Größenordnung beim cashflow. Wir überlegen dann in 1-2 Jahren beide hier noch mal ob neue thesaurierer oder weitere ausschütter. Schönes Wochenende für dich!

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2021 11:25
wolf89 und Natman mögen das
ane
 ane
(@ane)
Aktiver Freiheitskämpfer

@marsupilami

Bei der ING werden Dividenden ab 100 € auch automatisch wieder angelegt. Man kann dem aber einfach formlos widersprechen.

Vielleicht gibt es bei Consors diese Möglichkeit auch? 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2021 12:39
wolf89, Judge Dredd und Natman mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin
Veröffentlicht von: @marsupilami

...ich will aber ein Setup finden, dass ich dann genau so über Jahrzehnte laufen lassen kann ohne mir Gedanken machen zu müssen wie "hättest du das mal besser früher nicht sio gemacht".
...

Hallo Marsupilami,

Optimierung ist gut und wichtig.

Aber diese Optimierung ist ein dauerhafter Vorgang.

Was Du definitiv nie erreichen wirst, ist eine bleibende optimale Aufstellung über viele Jahre und noch weniger über Jahrzehnte.

Und mit steigendem Vermögen kannst Du immer weniger laufen lassen sondern hast auch Zeitaufwand mit Anpassungen, Diversifizierungen und Änderungen.

 

Beispiele aus meinem Leben:

Mein Girokontenanbieter startete vor 15 Jahren mit einem super Angebot. Durch Aufkauf und Verschlechterung der Konditionen ist das aber nicht mehr der Fall. Trotzdem habe ich aktuell weiterhin ein Konto dort, weil mein Leben mit siebenstelligem Vermögen, vielen Depots, US LLC, Länderumzüge plus Familie mit Kindern aktuell bei weitem nicht so simpel ist, wie bei einem jungen unverheirateten Menschen, der gerade anfängt.

InteractiveBrokers hatte dekadenlang mit Standort England für europäische Kunden eine super Absicherung im (unwahrscheinlichen aber nie unmöglichen) Insolvenzfall. Der Brexit zwang sie zum Umzug und die EU Kunden haben jetzt eine deutlich geringe Absicherung. Zack, muss man wieder Reagieren und Umschichten. Wenn man über Ländergrenzen Wertpapiere umschichtet, werden aber meistens die Einstandspreise nicht mitübernommen. Das heißt soll ich nun Wertpapiere umschichten und mich dann mit nichtübernommenen Einstandspreisen herumschlagen oder soll ich Wertpapiere verkaufen, dann Geld umschichten und durch die realisierten Gewinne direkt Steuern zahlen...

ETF Anbieter werden Ihr ETF Angebot beenden oder werden aufgekauft werden.

Bei Depotanbietern wird das Gleiche passieren.

Die Besteuerung von Aktiengewinnen wurde in den letzten 20 Jahren mehrmals geändert. Zuerst war alles nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei. Dann gab es ein Halbeinkünfteverfahren, dann die Abgeltungssteuer, dann den Spezialfall der Fondsbesteuerung. Zukünftigen Regierungen wird weiterhin viel Neues zur Besteuerung einfallen und Du wirst plötzlich deutliche Nachteile mit Deiner aktuellen Aufstellung haben an die Du gar nicht denken kannst aber die dann wieder ein Handeln Deinerseits notwendig machen um den negativen Impakt zu minimieren.

 

Das heißt eine Optimierung ist sehr wichtig, wird aber immer eine Annäherung an das mögliche Optimum sein und dieses Optimum wird über Zeit durch sich ändernde Bedingungen für Dich permanent in Bewegung sein.

Und je mehr Vermögen Du hast, desto mehr "Moving Targets" wird es geben.

Irgendwann ist Dein Vermögen z.B. so groß, dass es viel zu riskant wäre, nur einen Broker zu haben oder Vermögen in nur einem Land / Wirtschaftsraum zu halten. Deine Kinder werden größer, Ihr werdet vielleicht neue Ziele haben. All das verursacht wieder eine Neuausrichtung auch auf der Anlageseite.

 

Das heißt an Optimierung denken aber primär auf die wichtigen Dinge konzentrieren.

Vermögen aufbauen mit möglichst hohem Delta zwischen Einkommen und Ausgaben.

Dieses Geld dann zum großen Teil in echte Assets anlegen wie Aktien oder Immobilien.

Lebenszeit nutzen. Gesund bleiben. Auf sich selbst und die eigene Familie achten.

Schönen Tag

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. Januar 2021 13:46
Homer J., wolf89, marsupilami und 4 User mögen das
Seite 1 / 2