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Sparplan / Investierzwang und Verhalten im Crash / FF zu hoch gewichtet  

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Natman
(@natman)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hi Gemeinde,

ich habe gerade ein psychologisches Thema, was mich etwas behindert bzw. was mich gerade ordentlich stört und ich gerne weg / weniger hätte: 

Ich sehe täglich mehrmals ins Depot und überlege, wie ich das Geld zum Investieren zusammenbringe, weil es jetzt am meisten Sinn macht, zu investieren.

Allerdings ist das gerade mit den sonstigen Themen Arbeit, Kinderbetreuung bei Corona, Bewegung, etwas entspannen nicht zielführend. Man merkt es an den Vielzahl an Postings, dass mich das Verhalten der Börse (tägliche Preisänderungen) zu sehr beschäftigen.

Daher werde ich versuchen, entspannter zu bleiben, sehe seltener ins Depot und wenn ich wieder einen Batzen im Verrechnungskonto des Depots habe, investiere ich einfach, nach meinem Rebalancing-Excel und mache mir weniger Stress damit.

Wie gesagt, die finanzielle Freiheit wird kommen, ist nur die Frage wann. Irgendwie wäre es mit einem Sparplan entspannter, den hab ich aber nicht aus Kostengründen, da er bei Consors teurer ist als manuelles Kaufen. Durch die Rücklagen, die aufgebaut werden müssen, könnte ich auch keinen fixen Betrag aktuell benennen...

Was meint ihr zu diesem Thema?

Zitat
Veröffentlicht : 26. März 2020 07:20
Pascal Weichert
(@pascal-weichert)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hört sich nach Fomo an. 
Wenn du noch Rücklagen zu bilden hast, haben diese Vorrang! Börse ist das Geld welches man 15 Jahre nicht mehr benötigt. 

Regelbasiertes Investieren
wie mit dem Excel sheet wird dich wahrscheinlich weiter bringen.
Sei es via Sparplan oder via Balance Sheet oder beidem^^. Wichtig ist in beiden fällen, die Regel festzusetzen und dass du dir durch die Regel die zukünftige Entscheidung abnimmst, weil es dich dann Automatisch nicht mehr so stark beschäftigt:

- Ab welcher Summe Investiere ich
- Wie viel (prozentual) in welches Asset
- Wie stark passe ich die Prozentuale Gewichtung an, wenn die Asset dieses Nivau an folgender Kennzahl erreicht sind

Leg dir am besten auch einen Zeitpunkt zur Strategierewiev fest. Weil dann darfst du z.B. einen Tag im Monat optimieren. Du weißt wann du dich damit beschäftigst und wann du es Optimierst. Wichtiger ist in diesem Fall, dass die Entscheidung getroffen wird, als es die Optimale Entscheidung ist. Dein Kopf hat dann Freiraum es kann in den anderen bereichen vorwärts gehen. 

Hätte ich mal mehr gespart könnte... und co. wird uns alle nicht weiterbringen. Ist nun mal passiert. Die Kurse sind da. Denn hätte ich vor 2 Monaten die Lottozahlen gewusst, dann hättte ich auch in Lottoscheine Investiert^^
Du bist auf dem besseren Weg als 90% aller in diesem Land. 

Dann kommt man halt 2 Wochen später in die Finanzielle Freiheit. Aber ruhig und gelassen. Dies alleine wird wahrscheinlich dazu führen, dass man Handlungsfähiger ist, weniger Stressausgaben hat und Schneller Chancen im Beruflichen wahrnehmen kann und wahrscheinlich früher in die FF kommt^^ 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. März 2020 07:54
Judge Dredd und Maschinist mögen das
Der Autodidakt
(@der-autodidakt)
Aktiver Freiheitskämpfer
Unterstützer
Veröffentlicht von: @natman

Ich sehe täglich mehrmals ins Depot und überlege, wie ich das Geld zum Investieren zusammenbringe, weil es jetzt am meisten Sinn macht, zu investieren.

Ja, dieses Gefühl - in jetzigen Zeiten nicht genügen nachlaufen zu können - habe wir wohl alle. Das ist auch sicher vollkommen normal. Halte deinen Kurs des regelmäßigen Investierens und mach dich nicht selbst verrückt! Wenn du im Moment kein Cash für außerplanmäßige Investitionen hast und du nicht vorhast zu verkaufen, dann kannst du dir den Blick ins Depot eigentlich komplett sparen - denn die Information die du dort bekommst, hat keinen Mehrwert.

Die Frage ist, was wäre wenn du in den letzten Jahren nicht regelmäßig investiert hättest und nun auf einem Cashberg sitzen würdest? Folgende Szenarien:

1. Vielleicht wärst du paralysiert und würdest gar nichts machen, weil du in dem Mindset gefangen bist, immer auf bessere Kurse zu warten. Die können kommen oder auch nicht.

2. Vielleicht würdest du jetzt voll einsteigen, nur um in 6 Monaten zu sehen, dass es noch viel, viel weiter runter ging.

3. Du hast Glück und erwischst den Boden... sehr unwahrscheinlich.

Von daher: Falls du dir in der Vergangenheit einen Plan gemacht hast, wie du mit solch einer Situation umgehst, dann vergiss alles andere und halte dich stumpf an den Plan. Falls du einen solchen nicht hast, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt um einen solchen Plan für die nächste Krise zu erstellen.

Hier ist mein Handlungs-Plan für einen Crash, den ich vor einigen Jahren erstellt habe und der nun umgesetzt wird:

1. Ich werde niemals meine Grundreserve antasten, um im Fall der Fälle für 6 Monate auch ohne Einnahmen auskommen zu können.

2. Wenn der MSCI World im Crashszenario > 35% vom All-Time-High im Minus ist, investiere ich zusätzlich XX € pro Monat von Rücklagenkonto A.

3. Wenn der MSCI World im Crashszenario > 60% vom All-Time-High im Minus ist, verkaufe ich monatlich für XX € Gold und investiere den Erlös.

4. Wenn der MSCI World im Crashszenario > 80% vom All-Time-High im Minus ist, investiere ich zusätzlich XX € pro Monat von Rücklagenkonto B.

5. Die regelmäßigen monatlichen Investitionen laufen - wenn möglich - wie geplant weiter.

Das ist jetzt nur der Ausschnitt für Verhalten im Crash. Das ganze Regelwerk ist etwa eine A4 Seite, wonach ich ganz grundsätzlich investiere.

Über die Details könnte man jetzt sicher lange und breit diskutieren. Mir geht es mit dem Plan darum, dass ich etwas an der Hand habe, auf das ich mich immer zurückbesinnen kann, wenn die FOMO losgeht.

Halt' die Ohren steif und zieh dich nicht selbst runter! Cool  

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. März 2020 08:54
ROSELYNE, Judge Dredd, morrich und 3 User mögen das
Pascal Weichert
(@pascal-weichert)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hier mal Charts gegen FOMO: 

ET5bHA X0AY3 rX
EUBW05XWsAAX6rn

 

 Mit anderen Worten Zukunft ist ungewiss. Regelbasiertes Investieren gibt in unsicheren Zeiten ein sicheres Handlungskonstrukt

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. März 2020 10:09
Judge Dredd mag das
(@judge-dredd)
Verdienter Freiheitskämpfer

Vielen Dank für den Input, den FOMO Effekt, konnte ich bei mir auch feststellen. War auch vielleicht teilweise bei mir viel zu überhastet, weil man überall vermeintliche Schnäppchen sieht 🙂 (auch wenn ich vorher zumindest eine "Crashliste" erstellt hatte mit Unternehmen die ich für das Einzelaktiendepot dann kaufen will).

Die Idee vom Autodidakten sich einen Handlungsplan für Crashs auszuarbeiten ist glaube ich genau das Richtige. Vielen Dank für die Beispiele. So eine Art Investitionsgrundgesetz. Das werde ich jetzt auch mal für die Zukunft machen.

Vielen Dank Pascal für den Chart zum letzten Crash.Ist ja mal sehr spannend zu sehen, wie lange es damals tatsächlich runter ging.

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. März 2020 10:49
Der Autodidakt
(@der-autodidakt)
Aktiver Freiheitskämpfer
Unterstützer
Veröffentlicht von: @pascal-weichert

Verwechseln Sie einen Bounce nie mit einer Bodenbildung - die braucht Zeit.

Ich befürchte, dass wir noch längere Zeit rote Kurse sehen werden. Mal sehen was passiert, wenn dann im April die ersten Quartalsberichte reinflattern...

Meine persönliche Meinung zur Gesamtlage:

Wenn die Börsen im aktuellen Umfeld steigen, dann ist das meiner Meinung nach pure "Gier frisst Hirn" Euphorie. Es gibt aktuell keinen Grund für steigende Märkte. Wenn man am Dienstag die Schlagzeilen so mancher Revolverblätter gelesen hat (a la "Ist das jetzt der Startschuss zur Erholungsrally?") konnte man nur verwundert den Kopf schütteln. Das Virus wird uns noch mindestens das ganze Jahr fest im Griff haben. Es wird Arbeitslosigkeit geben, es wird Firmen-Pleiten geben, es wird Privat-Insolvenzen geben. Auch wer bei Immobilien zu hoch gehebelt hat, wird womöglich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt - weil die Bank die Rate sehen will.

Was mir aber wirklich Sorge bereitet: Zum ersten mal seit dem 2. Weltkrieg wurden den Menschen in unserem Land grundlegende Rechte entzogen. Das Einschränken von Freiheitsrechten mag in der Situation richtig und sinnvoll sein. Aber das hat die Latte des Tolerierbaren in der Bevölkerung wieder ein ganz schönes Stück nach oben gesetzt und muss eine absolute Ausnahme bleiben.
Alleine die Debatte über das "Auswerten von Mobilfunkdaten zur Ortsbstimmung eines Jeden" lässt mir die Nackenhaare zu Berge steigen.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wenn wir uns erstmal mit etwas abgefunden haben, dann erscheint es plötzlich garnicht mehr so schlimm.
Der Solidaritätszuschlag wurde 1991 ursprünglich auch nur für ein Jahr befristet eingeführt...

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. März 2020 12:16
Pascal Weichert
(@pascal-weichert)
Verdienter Freiheitskämpfer

@der-autodidakt, die sorge teile ich mit dir. 
Der Artikel vom Zitelmann war diesbezüglich sehr gut:

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/12311914-buerger-wachsam-herrschenden-corona-krise-missbrauchen

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. März 2020 12:32
Pascal Weichert
(@pascal-weichert)
Verdienter Freiheitskämpfer

Markus koch über die Aktuelle Situation:

Dann noch einschätzungen vom Aktienkavalier, er hatte Anfang März alles auf den Markt geschmissen:
https://www.instagram.com/aktienkavalier/?hl=de

Und die Situation die wohl beide grade beschreiben: 

WhatsApp Image 2020 03 27 at 11.22.18

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 27. März 2020 21:33
Natman mag das