Familiendepot vs. Einzeldepots  

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(@armingips)
Neuer Freiheitskämpfer

Hi zusammen,

es kommt mir so vor, als hätte ich alle Beiträge auf dieser genialen Seite aufgesaugt. Allerdings scheint mir ein Thema nicht hängen geblieben zu sein, oder es wurde noch nicht behandelt.

Folgende Ausgangssituation:

Verheiratet, 2 Kinder

Papa arbeitet, Mama kümmert sich liebevoll um die Kinder (3&1 Jahr). Wir haben eine feste mtl Sparrate von 1k, welche auf ein ein gemeinsamens Depot wandert.

Für beide Kinder haben wir ebenfalls einfache Depots developed & emerging markets (70/30), welche regelmäßig bespart werden.

Nachdem Papa Mamas Rentenversicherung in die Finger bekam, haben wir darüber gesprochen und haben diese gekündigt bzw auszahlen lassen. Wir haben es so vereinbart, dass der mtl Beitrag ab sofort in ein eigenes Depot für Mama läuft. Da Papa vorgerechnet hat, dass diese Anlageform über die Jahre besser abschneiden wird, trotz der hohen Abschlussgebühren der Rentenversicherung. Wir planen die Rückvergütung aus der Rentenversicherung, knapp 10k, auf Mamas Depot einzuzahlen. Dabei kam mir die Frage, was hier die bessere Alternative ist? Einzahlung zu Mamas Depot oder auf das gemeinsame Depot.

Unter anderem haben wir auch deshalb ein eigenes Depot für Mama angelegt, da beim Anbieter wohl mtl Sparraten über 1k nicht möglich sind.

Gibt es hier Vor-/Nachteile, oder ist das irrelevant wie wir die Depots füllen?

Vielen Dank für eure Hinweise

Zitat
Veröffentlicht : 15. Februar 2019 20:31
(@natman)
Verdienter Freiheitskämpfer

Was mir ad hoc einfällt, ist, dass es steuerlich von Relevanz sein könnte, wenn man später das Geld gemeinsam verbraucht, Stichwort Schenkung... Kenne mich aber nicht damit aus

AntwortZitat
Veröffentlicht : 16. Februar 2019 08:45
(@pascal-weichert)
Verdienter Freiheitskämpfer

Wenn ihr Verheiratet seid und keinen Ehevertrag besitzt (Stichwort Gütertrennung), lebt ihr seit dem Zeitpunkt der Eheschließung in einer zugewinnungsgemeinschaft, dies ist der Normalfall in Deutschland. 

Sprich:
Wenn dein Depot nach Steuern um 50.000€ wächst, ihr euch Scheiden lässt, stehen ihr davon 25.000€ zu.

Auszahlung RV: 
Steuerlich ist hier also die Frage, ob die 10.000€ aus der RV ein zugewinn war, der Vertgaszeitraum spielt da auch noch eine Rolle (vor/während der Ehe abgeschlossen), bin da aber kein Fachmann. Da der Freibetrag bei Schenkungen bei Eheleuten zusätzlich bei 500.000€ liegt, sind diese max. 5.000€ Schenkung,  meiner Meinung nach, vernachlässigbar.

Wird ein Wirtschaftsgut vom Einzeldepot eines Ehegatten auf ein Gemeinschaftsdepot der Ehegatten (oder umgekehrt) oder auf ein Einzeldepot des anderen Ehegatten übertragen, gilt dies für Zwecke des Kapitalertragsteuerabzugs als unentgeltliche Übertragung im Sinne des § 43 Absatz 1 Satz 5 und 6 EStG.

https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/356432/  
Nummer 168

Schreiben vom Bundesfinanzministerium 

Das war zur Einführung der Steuer 2009

(Schenkungssteuerpflichtig)

Die Übertragung von Geld auf ein Gemenischaftskonto ist zu 50 Prozent eine Schenkung an den Partner. Die Übertragung auf ein alleiniges Konto des Partners ist eine 100-prozentige Schenkung. Das gilt auch für Ehepaare mit gemeinsamer Veranlagung, wie der Bundesfinanzhof (BFH) entschied. (Urteil vom 29.6.2016, Az. II R 14). Die Folge: Schenkungsteuer kann anfallen.

Sprich: 
Für den Fall der Fälle lieber getrennt vermögen aufbauen, bzw. deine Frau dabei unterstützen. Wenn ihr später viel Vermögen habt, wird es Teuer das Vermögen aufzuteilen. Zumal ihr jetzt schon die Freibeträge nutzen könnt, die alle 10 Jahre zurückgesetzt werden. 

Ohne Witz, je mehr ich mich da einlese, desto mehr denke ich: Mensch muss das vor 20 Jahren ein tolles Land gewesen sein. Jetzt löst jeder kleine Muks direkt Steuern aus. Erst wird das Einkommen versteuert, dann die Kapitalerträge und dann nochmal der Übertrag zum Partner. Kaum zu glauben. 

Ich genieße jetzt das schöne Wetter Smile

Gruß, 
Pascal 

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 16. Februar 2019 12:32
(@dustin)
Aktiver Freiheitskämpfer

Hallo,

ich würde das machen womit sich deine Frau besser fühlt und sich persönlich besser identifizieren kann (Mein Geld, meine Zukunft, mein Depot?).

Wie Pascal netterweise ausgeführt hat ist es steuerlich gehüpft wie gesprungen.

Bei einem Erbfall kann es einen geringen Unterschied machen, je nach Höhe eures Gesamtvermögens und der Höhe ihres Depots. Meines Wissens wird im Erbfall (wenn deine Frau stirbt) das Vermögen auf ihrem Konto allein ihr zugerechnet und muss komplett vererbt und evtl. versteuert werden. Während das Vermögen auf dem gemeinsamen Depot nur zur Hälfte deiner Frau zugerechnet wird.

Gruß
Dustin

AntwortZitat
Veröffentlicht : 17. Februar 2019 19:39
(@armingips)
Neuer Freiheitskämpfer

Vielen Dank für die Antworten und Anregungen. 

Wir haben uns damals für die Variante ohne Vertrag entschieden. Das läuft bisher auch wunderbar. Da wohl weder steuerliche, noch sonstige Nachteile entstehen, werden wir das Geld bei Mama auf das Depot packen.

Gelegentlich bekommt Papa von Mama kritische Fragen zu dieser Anlagenform und ob die Börse nicht viel zu riskant sei. So eher die Gattung "Geld auf ein Tagesgeldkonto". Da war die Idee, neben ausführlichen Erklärungen, mit der Umstellung der "Rentenversicherung" auf ihr Depot, sie etwas daran zu gewöhnen. Sie war davon überzeugt und ist den Weg bis hier schon mal mitgegangen. Ein kleiner Erfolg.

Jetzt hofft Papa, dass das Depot die alte Rentenversicherung auch schlägt. 

Beste Grüße 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 18. Februar 2019 22:07
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hi Armin,

das Thema, wem in einer Ehe "offiziell" das Geld gehört. ist wichtig für die Punkte:

- Gesetzliche Krankenversicherung bei einem nicht erwerbstätigen Ehepartner und wie Pascal richtig anmerkt

- Im Falle einer Scheidung / Erbschaft

 

Betreff GKV zählen Zinsen und Dividenden bei eigenen Depots als Einkommen für Deine Frau, falls Sie nicht erwerbstätig ist. Wenn Sie damit dann über den Freibeträgen liegt, braucht Sie eine eigene Krankenversicherung.

Wir haben in unserer Ehe mittlerweile alles nach der Heirat akumulierte zu 50/50 auf persönliche Depots aufgeteilt. So hat niemand das Gefühl, er ist vom anderen irgendwie abängig,

Mit Kindern kann man nach meiner Meinung das während der Ehe verdiente Geld nicht mehr getrennt behandeln, weil beide (durch die Kinder) unterschiedliche Aufgaben in der Partnerschaft übernehmen (und im Scheidungsfall würde es ja sowieso so aufgeteilt).

Meine Frau ist selbst erwerbstätig und auch wenn wir einmal beide von unseren Kapitalerträgen leben und in Deutschland bleiben sollten passt das für uns so.

Wenn Ihr ein Einverdienerhaushalt bleibt/bleiben wollt, würde ich das Thema GKV beachten.

https://www.finanztip.de/gkv/verdienstgrenzen-familienversicherung/

AntwortZitat
Veröffentlicht : 21. Februar 2019 09:58
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