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Scheingewinnbesteuerung Zinsen/Aktien

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Sir Invest-a-Lot
(@sir-invest-a-lot)
Beiträge: 142
Aktiver Freiheitskämpfer
Themenstarter
 
[#1553]

Sehr interessant.

Seit dem 01.01.2009 ist die Kapitalertragssteuer eingeführt worden. Aufgrund der Finanzkrise gab es in den 10er Jahren keine wirklichen Zinsen und die Inflation war zwischen 2009 und 2019 insgesamt nur 14,1% hoch. Also ca. 1,4% pro Jahr. Zinsen gab es so gut wie gar nicht oder sie waren sogar negativ. Dass erst jetzt eine solche Klage eingereicht wurde, ist nicht verwunderlich.

Bei Immobilien entfällt dieses Problem nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist. Während der 10er Jahre liefen zudem Immobilien sehr gut. Seit der Gründung der BRD liefen im Jahrzehnt der 10er Jahren Immobilien am besten. 

Insgesamt empfinde ich es als ungerecht, Steuern auf Gewinne zahlen zu müssen, obwohl die Inflation höher war als die Rendite. Inflation ist eine Art Steuer, die nicht beschlossen werden muss und Politikern daher gefällt.


 
Veröffentlicht : 6. Oktober 2026 20:43
(@adolar)
Beiträge: 37
Freiheitskämpfer Plus
 

Veröffentlicht von: @sir-invest-a-lot
↑

Insgesamt empfinde ich es als ungerecht, Steuern auf Gewinne zahlen zu müssen, obwohl die Inflation höher war als die Rendite. Inflation ist eine Art Steuer, die nicht beschlossen werden muss und Politikern daher gefällt.

Genau das: Die Inflation ist eine außerparlamentarische Vermögensteuer. Wenn ich Geld gespart habe, brauche ich erstmal 3% oder so "leistungsloses Einkommen", um die Wirkung der Inflation zu kompensieren, um mir die Kaufkraft des Vermögens zu erhalten. Erst danach kommt das dicke Verdienen. 

Ich hätte nichts dagegen, meine realen Kapitalerträge normal zu versteuern. Aber eben nur die realen. Den Teil des Ertrags, den ich zur Kompensation der Inflation brauche, sollte fairerweise steuerfrei sein. Wird natürlich nie sein - aber eben deswegen halte ich es für angemessen, daß Kapitalerträge niedriger besteuert werden als der Lohn des starken Arms des Gewerkschafters. 

Oder halt man führt ein echtes Altersvorsorgedepot ein (kein solches Kinderspielzeug wie es 2027 eingeführt werden soll), ein Sperrdepot, in das jeder auch große Beträge steuerfrei einzahlen kann. Entnimmt er dann sein Geld in 30 Jahren im Ruhestand, sollte die Steuerformel der Inflation angepaßt höher liegen als heute. 

PS: Sicher ist das nicht. In den vergangenen Jahren ist der Grundfreibetrag etwa mit der Inflation gestiegen, somit wurde die kalte Progression kompensiert. Im Jahr 2027 wird das nicht geschehen, die Anpassung von Grundfreibetrag und Steuerkurve wird zu gering sein. Der Spitzensteuersatz bleibt zwar unverändert, aber mehr Bürger als 2026 werden an ihn herangerückt werden. 

 

 


 
Veröffentlicht : 8. Oktober 2026 20:10
(@viper)
Beiträge: 278
Bronze Freiheitskämpfer
 

Veröffentlicht von: @adolar
↑

Wird natürlich nie sein - aber eben deswegen halte ich es für angemessen, daß Kapitalerträge niedriger besteuert werden als der Lohn des starken Arms des Gewerkschafters. 

 

Hier nur der Hinweis, dass es maximal ca. 15% bis 20% der Bevölkerung ist, welche einen höheren Durchschnittssteuersatz auf Einkommen hat als die Abgeltungssteuer mit den Flat 25% + Soli.

 

Der normale Arbeitnehmer zahlt unter 20% Steuern.

Da sind die Sozialabgaben der große Unterschied.

 


 
Veröffentlicht : 14. Oktober 2026 10:37
Herr Vorragend und Maschinist mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Beiträge: 3690
Maschinist Admin
 

Um einen "Durchschnittssteuersatz" von mehr als 26,375% als Arbeitnehmer zu bezahlen, muss der Bruttoverdienst bei Steuerklasse 1 ca. 115.000 Euro brutto pro Jahr betragen.

Aktuell verdienen ca. 5% der deutschen Vollzeitbeschäftigten mehr als 115.000 Euro brutto pro Jahr.

Durchschnittssteuersatz ungleich Grenzsteuersatz.

Das Problem sind nicht die Steuern sondern die Sozialabgaben auf Arbeitnehmereinkommen.

 

Die reale deutsche "Abgeltungssteuer" auf ein Aktiendepot mit 6,5% Realrendite plus 3,5% Kurssteigerung durch Inflation (Durchschnitt der letzten 100 Jahre im US-Dollar) beträgt z.B. reale 40% bei kompletter Gewinnrealisierung. (1-((10x0,74-3,5):6,5)). Kurssteigerungen bei ETF zwar mit 30% Teilfreistellung aber dafür keine Anrechenbarkeit von Quellensteuern.

--> Wenn möglich, keine Kursgewinne realisieren so lange deutsche Steueransässigkeit.

Schönen Tag


 
Veröffentlicht : 14. Oktober 2026 11:15
Viper mag das
(@adolar)
Beiträge: 37
Freiheitskämpfer Plus
 

Veröffentlicht von: @viper
↑

Hier nur der Hinweis, dass es maximal ca. 15% bis 20% der Bevölkerung ist, welche einen höheren Durchschnittssteuersatz auf Einkommen hat als die Abgeltungssteuer mit den Flat 25% + Soli.

Das ist nicht der richtige Ansatz. Für Zusatzverdienste zählt nicht der Durchschnitts- sondern der Grenzsteuersatz, und der liegt in dieser Einkommensregion längst bei 42%. Kapitaleinkünfte sind in aller Regel Zusatzverdienste. Wenn einer nur Kapitaleinkünfte hat, aber keinerlei Erwerbseinkünfte, muß man anders rechnen. Privatiers sind aber selten. Selbst unser Maschinist ist aktuell steuerlich Werktätiger und nicht Privatier. 

Einen Durchschnittssteuersatz von etwa 26,3% hat ein Single bei einem zu versteuernden Einkommen von 71 T€. Das entspricht einem Bruttoeinkommen von 84 T€ und einem Nettoeinkommen von 52 T€ (oder 4350 €/Monat). Das ist etwa die 90% Perzentile.

Einen Grenzsteuersatz von 26,375% hat ein Lediger bei einem zu versteuernden Einkommen von 24.750 €, das entspricht einem Bruttoeinkommen von 32.500 €. Ein Mindestlöhner hat bei einem Vollzeitjob im Jahr ein Bruttoeinkommen von etwa 29.000 €. Die 32,5 T€ sind somit etwa 10% über Mindestlohn. Ab diesem Einkommen stellt sich ein Erwerbstätiger mit der Abgeltungsteuer besser als mit der Normalversteuerung. Das betrifft also weit mehr als 10% der Singles (Bei Paaren oder gar Familien ist die Steuer komplizierter zu rechnen, in erster Näherung kann man bei Paaren die Gehälter addieren und dann jedem die Hälfte zuweisen). 

 

 

 


 
Veröffentlicht : 15. Oktober 2026 23:19
Trafers und Feivel2000 mögen das
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