Hallo zusammen, nach langer Zeit wollte ich mich mal wieder melden. Ich war hier viele Jahre aktiv, habe in den letzten anderthalb Jahren aber kaum noch etwas geschrieben. Umso wichtiger war es mir, heute einmal etwas zurückzugeben — vor allem einen Gedanken, der für mich in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist: Wenn es finanziell möglich ist, dann kann schon eine kleine Reduktion der Arbeitszeit ein enormer Gewinn an Lebensqualität sein.
Kurz zu meinem Hintergrund: Ich habe im Grunde viele der Dinge umgesetzt, über die hier im Forum seit Jahren gesprochen wird. Nach dem Studium und mit steigendem Gehalt habe ich meinen Lebensstandard lange kaum erhöht und stattdessen eine hohe Sparquote beibehalten. Außerdem habe ich schon während des Studiums begonnen, in Aktien zu investieren — und das mit einem sehr langen Zeithorizont.
Vor rund acht Jahren hat mir der Maschinist, sowohl über das Forum als auch einmal direkt per Mail, sehr dabei geholfen, vom aktiven Trading wegzukommen und stattdessen auf passives Investieren über ETFs zu setzen. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar. Rückblickend waren genau diese beiden Punkte für mich extrem wichtig: ein gutes Einkommen nicht sofort komplett zu verkonsumieren und gleichzeitig früh mit dem Investieren anzufangen.
Auch beim Thema Bitcoin bzw. Krypto hat mir der Maschinist sehr geholfen. Ich hatte diese Anlageklasse lange gemieden, bis ich einen positiven Artikel von ihm zu Bitcoin gelesen habe. Daraufhin habe ich einen prozentual etwas höheren Betrag investiert. Diese Investition hat mir in den letzten rund anderthalb Jahren gute steuerfreie Gewinne gebracht. Einen Teil meiner Krypto-Position halte ich bis heute. Auch dafür also ein ehrliches Dankeschön an den Maschinisten. 😉
Ein weiterer großer Erfolgsfaktor war für mich der Kauf einer eigengenutzten Immobilie. Ich erinnere mich gut daran, dass hier im Forum und auch vom Maschinisten oft zurecht darauf hingewiesen wurde, dass eine selbstgenutzte Immobilie bei schlechter Finanzierung für viele Menschen keine gute Entscheidung ist. Meine Frau und ich haben uns jedoch vor ziemlich genau fünf Jahren für einen Neubau entschieden — mit rund 1 % Zins und 20 Jahren Zinsbindung. Als Eigenkapital haben wir im Wesentlichen nur die Kaufnebenkosten sowie Dinge wie Küche und Einrichtung getragen. Unser Depot haben wir bewusst nicht angefasst. Dasselbe Objekt würde heute in einer Großstadt bei deutlich höherem Kaufpreis und Zinsen von fast 4 % vermutlich mehr als die doppelte Annuität kosten. Rückblickend war auch das eine sehr gute Entscheidung.
So wie der Maschinist es auch schon im Podcast beschrieben hat, merkt man bereits bei einem fünf- oder sechsstelligen Depot, dass sich etwas verändert. Man spürt, dass man Freiheiten hat. Selbst wenn das Einkommen zeitweise wegfallen würde, könnte man je nach Situation viele Monate oder sogar Jahre über die Runden kommen. Und dieses Gefühl von Sicherheit und Freiheit wird natürlich stärker, je weiter das Vermögen wächst.
Ein Thema hat mein Denken in den letzten Jahren aber besonders verändert: die Reduktion meiner Arbeitszeit.
Ich habe meine Arbeitszeit von 100 % auf 90 % reduziert und arbeite dafür von Montag bis Donnerstag etwas mehr, sodass ich jeden Freitag frei habe. In größeren Unternehmen läuft das oft unter dem Stichwort Brückenteilzeit. Und was soll ich sagen: Das war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Man hat jede Woche gefühlt einen zusätzlichen Wochenendtag 😉 Vor allem hat man an diesem Tag auch Zeit, Dinge zu erledigen oder einfach das Leben bewusster zu genießen, während die Kinder im Kindergarten sind 😉 Früher dachte ich immer, ich würde so lange 100 % arbeiten, bis ich irgendwann von heute auf morgen auf 0 % gehe. Vor ungefähr einem Dreivierteljahr habe ich aber begonnen, das anders zu sehen. Mein Gedanke heute ist: Warum nicht graduell reduzieren? Warum nicht Schritt für Schritt mehr Freiheit ins Leben holen, anstatt auf einen einzigen großen Schnitt in ferner Zukunft zu warten?
Ein Grund für diesen Perspektivwechsel ist sicher auch, dass ich glaube, dass künstliche Intelligenz in den nächsten fünf bis zehn Jahren unsere Arbeitswelt massiv verändern wird. Ich weiß nicht, wie diese neue Welt genau aussehen wird, aber ich bin ziemlich sicher, dass sie deutlich anders sein wird als heute. Gleichzeitig habe ich mir gedacht, dass vermutlich viele Menschen mit solidem Vermögen in Immobilien, ETFs oder auch anderen Anlagen sich schon deutlich früher mehr Freiheiten leisten könnten, als sie es tatsächlich tun. Natürlich nur, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen passen.
Bei mir hat diese Veränderung jedenfalls dazu geführt, dass ich spürbar mehr Freizeit und mehr Lebensqualität habe — und zwar nicht irgendwann später, sondern jede einzelne Woche. Da ich zusätzlich viel im Homeoffice arbeiten kann und keine langen Pendelzeiten habe, lässt sich dieses Modell für mich besonders gut umsetzen. Das Schöne ist außerdem: In meinem Fall habe ich nach rund drei Jahren wieder die Option, auf 100 % zurückzugehen. Das Ganze ist also sehr risikoarm.
Mein aktueller Gedanke ist deshalb: Ich möchte nicht mehr “voll durchziehen”, bis Arbeiten irgendwann komplett optional wird. Ich möchte die Freiheit schon auf dem Weg dorthin Stück für Stück in mein Leben holen. Wenn alles gut läuft, werde ich in ein paar Jahren erneut rechnen und im Idealfall meine Arbeitszeit noch weiter reduzieren — vielleicht sogar auf drei Tage pro Woche. Auf dieser Basis kann ich dann langfristig weiterarbeiten, aber eben deutlich freier und selbstbestimmter.
Mein eigentlicher Tipp an alle hier ist daher: Falls es eure finanzielle Situation zulässt, denkt einmal ernsthaft über eine kleine Arbeitszeitreduktion nach. Es müssen nicht gleich 50 % sein. Schon 10 % können einen riesigen Unterschied machen. Für mich persönlich war das einer der größten Hebel für mehr Lebensqualität — fast noch mehr als jede Optimierung im Depot. Grüße reinvest
Hallo reinvest! Schön mal wieder von Dir zu hören
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Freut mich, dass die Entscheidung für Dich passt. Darf man fragen wieviel Prozent deiner monatlichen Ausgaben Du schon deckst?
Interessante Perspektive und ich finde die Idee gut. Ich kann das selber allerdings schwierig mit dem echten Reduzieren. Für mich ist dann das Problem, dass ich am freien Tag zwar die Zeit genieße, es sich aber danach und davor rächt. Mein Chef ist ein Arbeitstier und checkt es nicht und überfährt auch die Grenzen der Mitarbeiter. Daher funktioniert dieser Weg für mich nicht gut.
@vroma Danke dir, Vroma!
Die Kennzahl habe ich tatsächlich eben zum ersten Mal grob ausgerechnet — bisher hatte ich das so noch gar nicht betrachtet. Wenn ich nur das Depot einbeziehe und Bitcoin komplett außen vor lasse, komme ich aktuell auf ungefähr 30 % unserer monatlichen Ausgaben. Darin sind allerdings noch die derzeit recht hohen Betreuungskosten für unsere Kinder enthalten. Unser großes Kind kommt dieses Jahr in die Schule, und beim kleinen Kind stehen noch rund zwei Jahre Kindergarten an. Sobald diese hohen Betreuungskosten wegfallen, läge die Quote nach meiner groben Rechnung bereits bei über 40 % unserer Ausgaben.
@Natman Ja, du hast völlig recht — das muss am Ende einfach zum Job und zum Umfeld passen. Bei mir ist es auch nicht so, dass dadurch einfach 10 % Arbeit wegfallen. Ich muss die Themen schon in den 90 % gut unterbringen. Da ich den Job aber schon lange mache und entsprechend viel Erfahrung habe, klappt das aktuell ziemlich gut. Ich habe mir die Entscheidung anfangs auch nicht leicht gemacht, weil man natürlich schon überlegt, was andere vielleicht denken. Aber solange die Arbeit weiterhin gut läuft, ist das aus meiner Sicht am Ende entscheidend. Und bei uns im Team bin ich damit auch nicht wirklich der Exot — einige arbeiten schon seit vielen Jahren in Teilzeit. Dadurch wirkt das Ganze gleich viel normaler.
Bist.Du.Denn.Verrückt? Hast du den Fritze Merz nicht gehört? WIR!MÜSSEN!MEHR!ARBEITEN11ELF! Nicht weniger. Nicht effizienter. Nicht mehr leisten. MEHR ARBEITEN. Du gehst den falschen weg. Nicht das, was du vorher in 100Zeit% gemacht hast, jetzt in 90% machen. Lieber 150% der Zeit dafür brauchen! Nur so können wir unseren Wohlstand retten! Und wo wir grad dabei sind, am besten auch gleich früher arbeiten! Weil nur wer früh arbeitet arbeitet richtig. Also ab morgen den Wecker auf 0:05 Uhr gestellt um spätestens um 0:06 Uhr auf der Arbeit aufzuschlagen. Dann schaut dich auch niemand schräg an, wenn du schon um 16:00 Uhr Feierabend machst.
*Ironie off*
Ich bin voll bei dir. Leider im Startup mit notorisch schwacher Personaldecke schwer umzusetzen, aber sollte es bei mir mal zu einem AG-Wechsel kommen würde ich auch den gleichen Weg einschlagen.
Das hast du schön geschrieben und ist eine Überlegung wert.
Ich denke auch oft über die Frage nach.
Wann ist wirklich genug ?
Wann ist später ?
Später kommt vllt. alles ganz anders, oder es gibt gar kein später ,weil sein Partner oder man selbst krank wird.
Wenn es sich für dich / euch gut anfühlt, haste alles richtig gemacht !!!
Hallo reinvest,
ich würde gerne deinen Gedanken noch eine weitere Perspektive hinzufügen. (Passenderweise habe ich wie Du die letzten Jahre eher wenig im Forum geschrieben und auch seltener im Forum mitgelesen... Also lets go!)
Statt 4 Tage Woche, regelmäßig längere Auszeiten (==Sabbatical)
Ich habe Ende 2024 und Anfang 2025 ein Sabbatical für 3,5 Monate eingelegt und das mit einer zeitweisen Arbeitszeitreduktion "finanziert" (Arbeitszeit während Sabbatical reduziert, damit angesparte Überstunden länger reichen). Umgerechnet war ich in 2025 dann bei einer 93% Stelle.
2027 plane ich das nächste Sabbatical und habe das mit meinem Chef auch bereits vereinbart. Ziel sind 4 Monate. Vermutlich sind es dann 2027 umgerechnet eine 85% - 90% Stelle.
Das erste Sabbatical hat mir sehr viel gegeben und ich habe für mich beschlossen zukünftig alle 2-3 Jahre mir eine Auszeit zu nehmen. Ich habe aber zum einen den Vorteil das ich in einem Konzern arbeite wo das eher möglich ist. Trotzdem muss ich als Führungskraft schon stark dafür kämpfen und einstehen. Vor allem weil ich mein Team & meine Verantwortlichkeitne nicht abgeben möchte, sondern meine Themen die mich begeisern weiterführen möchte. Somit kann es kein reines erzwingen sein was ein Sabbatical angeht, sondern benötigt gute Abstimmung und Dialog. Ich hatte das erste Sabbatical sehr gut vorbereitet. Mein Team war Top aufgestellt, die Ergebnisse haben gestimmt und andere Führungskräfte auf meine Ebene haben ausgeholfen. Mein Wiedereinstieg nach dem Sabbatical war reibungslos und ich habe sehr schnell wieder PS auf die Straße gebracht. Das alles gibt mir die Möglichkeit Sabbatical #2 anzugehen und auch sehr offen zu kommunizieren dass es auch Sasbbitcal #3, #4 etc. geben wird.
Jetzt ist meine Ausgangssituation aber auch eine andere. Keine Kinder, Keine Beziehung. Damit viel größere Freiheit sich selbst einige Zeit zu verabschieden. Auch ist eines meiner größten Lebensziele das Bereisen & Erkunden der Welt. Da helfen mehrere Monate Urlaub am Stück besser als jeder Freitag frei 🙂
Vielleicht ist ja für einzelne Leser des Threas auch so eine Variante eine Inspiration. Indirekt ist es auch eine Vorzeitige Arbeitsreduktion. Halt in einem anderen Setting...
Und noch ein Gedanke. Ich bespare seit Jahren ETF / Aktien und habe mich auch schon länger bei Immobilien engagiert. Wenn ich Maschinists aktuellen Blogpost nehme, stehe ich bei "Stufe 3 – Finanzielle Unabhängigkeit." Das hat mir das notwendige Selbstvertrauen gegeben Sabbatical #1 einzufordern (ich war die erste Führungskraft im Konzern die sowas gemacht hat...). Und jetzt auch Sabbatical #2 durchzuziehen. Das verdeutlich m.E. sehr gut wie ein sehr solides finanzielles Polster bereits Freiheit liefert auch wenn noch keine Finanzielle Freiheit erreicht ist.
So ein geiler Thread - Danke für die Eröffnung Reinvest und an die anderen fürs Weiterführen!
Ihr beschreibt halt genau das worum es nach meiner Meinung geht.
Ihr seid durch eure früheren Entscheidungen und Zielsetzungen jetzt schon finanziell so robust aufgestellt, dass Ihr schon während des Weges zu immer mehr Unabhängigkeit eine Vielzahl an Freiheiten und (aus finanzieller Sicht) stressfreiem Leben nutzen könnt, die für 95%+ der Menschen gar nicht möglich sind.
Teilzeit, drei Tage Wochenenden oder das Stacken von Sabbaticals - selbsterschaffene Freiheiten leben.
Schöne Woche!
Meine Frau und ich hadern auch schon lange mit der Reduzierung unserer Stunden...
Diesen Sommer ziehen wir es dann hoffentlich durch. Meine Frau muss bis dahin noch einen Kollegen vertreten, der ein Sabbatical macht.
@vic
Hallo vic,
vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag — die Perspektive mit dem Sabbatical finde ich wirklich sehr spannend.
Ich habe mich mit dem Thema bisher ehrlich gesagt nie tiefer beschäftigt. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich ein wenig Respekt davor habe, nach ein paar Monaten Pause gar keine Lust mehr auf Arbeit zu haben 😉 Wobei es mir mit der 4-Tage-Woche inzwischen ähnlich geht: Ich kann mir kaum noch vorstellen, wieder ganz normal 5 Tage pro Woche zu arbeiten. Man gewöhnt sich erstaunlich schnell an die neue Freiheit.
Gerade für jemanden ohne Kinder klingt ein Sabbatical aber natürlich nochmal besonders attraktiv. Wenn man dann quasi direkt nach dem Start der Auszeit in den Flieger steigen und die Welt erkunden kann, ist das schon ein ziemlich schönes Modell. Ich finde es super, dass du das hier eingebracht hast — ich nehme das für mich auf jeden Fall mal mit, weil es wirklich verlockend klingt.
Wie ich selbst auf die 4-Tage-Woche kam, war übrigens eher Zufall: Mein ehemaliger Chef hat mir bei einem privaten Grillabend erzählt, dass er auf 95 % reduziert hat und dadurch jede zweite Woche den Freitag frei hat. Dieser Gedanke hat bei mir dann irgendwie sofort gearbeitet. Ich hatte ohnehin schon länger das Gefühl, dass wir uns durch unser Vermögen und unsere bisherigen Entscheidungen eigentlich schon heute etwas mehr Freiheit leisten könnten — und nicht erst irgendwann in vielen Jahren.
Ich glaube aber auch, dass so etwas in größeren Unternehmen oft leichter umsetzbar ist als in kleineren Betrieben oder Start-ups. Da habe ich sicher einen Vorteil. Trotzdem ist es für viele vielleicht eine interessante Option — genauso wie dein Sabbatical-Modell.
Danke dir auf jeden Fall für den Einblick!
Sehr interessante Überlegung. Selbst stehe ich auch bei den ca. 30%, also nach meiner Einschätzung auf Anfang Stufe 3.
Aktuell bin ich am Grübeln, wie ich mich positioniere. Beschäftigt in der Autoindustrie, traue ich mich nicht in diesem Moment auf Teilzeit zu gehen. Der Boden ist noch nicht erreicht und wegen KI möchte ich nicht als Entwickler, oder Sachbearbeiter/Datenschieber arbeiten.
wie @vic geschrieben hat, ist eine Reduktion bzw. ein Sabbatical in einer Leitungsebene im Konzern zwar möglich, aber auch nicht überall so einfach umsetzbar.
Ich wäre schon froh, wenn meine Arbeitszeit sich auf "entspannte" 40h/5Tage einpendeln würde.
Mein Post hört sich vielleicht etwas negativ an, aber bei all diesem Stress und der Ungewissheit in dieser Zeit, gibt einem das finanzielle Kissen unheimlich Ruhe.
Und nicht über jedes Stöckchen der Chefetage springen zu müssen, ist unbezahlbar 😉
@robi Das kann ich gut nachvollziehen — meine Frau und ich haben mit dem Schritt auch länger gehadert. Wobei meine Frau wegen unserer beiden Kinder ohnehin in Teilzeit arbeitet (50 %). Ganz ehrlich: Einfach ist diese Entscheidung nicht. Es gibt viele unbekannte Variablen in der Zukunft, und man muss das auch mit sich selbst im Reinen sein.
Zumindest war es bei mir so, dass eine Reduktion — selbst wenn es nur auf 90 % ist — sich innerlich schon ein bisschen so anfühlt, als würde man signalisieren: Ich bin jetzt nicht mehr komplett auf der Überholspur und will beruflich unbedingt immer nur den nächsten Schritt nach oben machen. Auf der anderen Seite war ich nie der Typ, der von vornherein jede Minute darauf ausgerichtet hat, unbedingt in eine Führungsposition zu kommen. Die Möglichkeit hätte ich in der Vergangenheit gehabt und auch heute noch. Mir war immer wichtiger, den aktuellen Job und die aktuelle Rolle einfach so gut wie möglich zu machen.
Wenn man mit dieser Haltung innerlich im Reinen ist, fällt der Schritt aus meiner Sicht zur Teilzeit deutlich leichter. Und wenn ihr in einem größeren Unternehmen seid, würde ich mir auf jeden Fall mal das Thema Brückenteilzeit anschauen. Dann kann man sich ja für einen Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren festlegen und hat danach wieder die Option, auf 100 % zurückzugehen. Das finde ich gerade deshalb so attraktiv, weil man mehrere Jahre Zeit hat, die neuen Einnahmen, Ausgaben und vor allem auch das neue Lebensgefühl wirklich in Ruhe zu testen — und zu schauen, ob es für einen persönlich und auch im Job gut funktioniert.
Ich bin aktuell mit 3 Tagen Home Office und 2 Tagen beim Arbeitgeber vor Ort ganz gut aufgestellt...
Aber:
Im Sommer kommt ein neuer Chef. Jung, dynamisch, maybe übermotiviert.
Vielleicht ändert sich dann was an der Telearbeitsregelung.
Sollte dann wieder so ein quatsch wie 80% vor Ort eingeführt werden, muss ich auch mal überlegen, ob man irgendwie reduzieren kann.
Ich habe auch reduziert und das hat meine Lebensqualität auch markant verbessert...es geht nicht immer NUR darum, möglichst viel Kohle zu scheffeln 🙂 - man lebt nur einmal....
