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Die Grundrente - Staatlich Finanziertes Windowsdressing | Fast immer Niedriger als Grundsicherung

Pascal
(@pascal)
Freiheitskämpfer Gold

Aktuell beschäftige ich mich aus Videtechnischen Produktionsgründen mit der Grundrente. 
Für mich ist es ein sehr Kompliziertes Modell. Welches viele Nachteile hat.

2020 02 19 grafik grundrente

Vorteil: 
Wird Automatisch beantragt. Es ist ein Zuschlag zur Rente. 

Nachteil 1: 
Man braucht mindestens 33, abschlagsfrei 35 Jahre 

Nachteil 2: 
Nur Zeiten die 30-80% des Durchschnittsverdienstes in Deutschland waren, werden angerechnet

Nachteil 3: 
Einkommen in der Verrentungszeit wird angerechnet. Bis 1.250€ Einkommen wird nichts abgezogen, darüber 60%. Über 1600€ 100% (Die Rente und Kapitalerträge zählen hier auch rein). 

Nachteil 4: 
Abgabenpflichtig. In fast allen fällen, es sei denn man möchte Auswandern, fährt man mit der Grundsicherung besser. Weil das eine eine Sozialleistung, das andere eine Rente ist. Bei der Rente müssen Sozialabgaben abgeführt werden. Was einen fast immer unterhalb der Grundsicherung landen lässt. 

Nachteil 5: 
Es löst das Problem an sich nicht. 

Im großen und ganzen sind die großen Zahlen von bis zu 418€ ganz schönes Marketing gelaber. Die Durchschnittliche Grundrente ist laut der Bundesregierung 75€ hoch. Und wenn man die Grundrente überhaupt bekommt, sollte man sich überlegen vlt. die Grundsicherung zu beantragen.

Falls vermögen vorhanden ist, gibt es für Riester und co. in diesen Fällen ja auch freibeträge, die auch im Grundsicherungsfalle greifen. Sollte man eine "Grundrente" Feiern, wenn diese einen in fast allen Fällen unterhalb der Grundsicherung lässt? 

Falls die Rente außerhalb von Deutschland verlebt werden sollte, sollte man das natürlich mitnehmen. Für mich ist das irgendwie ein Rohrkrepierer. Besser wäre es wohl ein Faktorbasiertes Rentenverfahren wie in den USA einzuführen. Eine ungedekelte AHV, wie in der Schweiz würde in Deutschland wohl das Verfassungsgericht aufgrund des Leistungsprinzipes kassieren. 

Also nicht falsch verstehen. Ich möchte auch nicht überdiemensonierte Steuerfinanzierte Renten. Jedoch ein Gesetz zu bewerben, als Heilsbringer für Frisören, Leiharbeiter und co., welches dann doch so viele wenns und abers hat, diese im Endeffekt eh in der Grundsicherung landen lässt, halte ich einfach nur für Bescheuert. 

Für mich ist das nur ein Zahlenbeschönigungsgesetz. Welches vermuttlich weniger Rentenbeitragsdruck ausweisen, die Grundsicherung an sich entlasten sollle, anders kann ich mir das nicht vorstellen. Das Gesetz ist (fast) reinstes Windowsdressing. 

Die Aktuelle Regulierung lässt Geringverdienern wenig Anreiz eigenes Vermögen aufzubauen. Schade...

 

Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 30. April 2021 19:14
Yakari
(@yakari)
Verdienter Freiheitskämpfer

Du unterliegst offensichtlich einem Missverständnis, wenn du von einem Wahlrecht - Grundrente oder Grundsicherung - ausgehst.

Die Grundrente wird den betroffenen Versicherten automatisch, ohne Antrag, ausgezahlt (die Bearbeitung legt gerade die DRV ziemlich lahm).

Sozialhilfe ist immer nachrangig. Heißt also kurz und im Ergebnis, die automatische Rentenerhöhung führt automatisch zu weniger Grundsicherung, ggf. zum Wegfall.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. April 2021 20:28
Pascal mag das
Pascal
(@pascal)
Freiheitskämpfer Gold

@yakari
Okay, dann ist es bei mir nicht richtig rum gekommen. Man kann auch mit Grundrente, grundsicherung beantragen. Das ist die Wahl, man muss keine Grundsicherung beantragen, hat in den meisten Fällen mehr in der Tasche und fast immer läuft es auch mit der Grundrente auf Grundsicherungsfall hinaus. 

Die Wahlmöglichkeiten: 
1. Rente (Rente +Grundrentenzuschlag) meist weniger
2. Rente + Grundsicherung. Wobei die Grundsicherung auf die Rente angerechnet wird. 

Die Wahl ist die Grundsicherung zu beantragen.

Das ist das was ich nicht versteh. Die fallen eh wieder alle in die Grundsicherung, ein Finanzieller Vorteil ist nur sehr sehr selten gegenüber einer Grundsicherung. Warum macht man so ein Gesezt. Das kann man ja nur aus dem Grund des Windowsdressing machen. 

Ich hoffe, ich hab das diesmal a litte bit besser erklärt was ich da so komisch fand. 

Edit: 
Ahh i see. Das kommt davon, wenn man an zwei Skripts Zeitgleich Arbeitet. Ja, die Automatische Beantragung hatte ich auf dem Schrim (ist sogar schon im Video) nur hier in das Forum hat es der Absatz nicht rein geschafft. Und ich hab oben den Begriff nehmen durch beantragen ersetzt, dass macht es glaub i klarer.  Hab mich schon gewundert Smile  

 

Das Youtube Video hatte mich letzte Woche auf das Thema gebracht:

AntwortZitat
Themenstarter Veröffentlicht : 30. April 2021 20:34
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator

Meine Meinung ist, es müsste sich Arbeit lohnen auch für die Schichten jenseits der Mitte. Ist in manchen Teilen des Billiglohnlands D nicht zu machen, lieber wird korrigiert u nachgeschärft.... So ein Modell wie in der Schweiz wäre sinnvoll mit Mindestlohn der zum Leben reicht, allerdings ist das jetzt ein etwas "linker" Gedanken von mir. Dann könnte man diese Almosen... etc sich sparen.vereinfachbare Regelungen bei Rentenbescheiden KI Bots statt Beamte mit Regeln hinterlegt und nicht so einen intransparenten Kauderwelsch... würde Steuergelder sparen ^^ 

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. April 2021 20:50
Pascal mag das
Pascal
(@pascal)
Freiheitskämpfer Gold

@natman
Die Schweiz hat keinen Mindestlohn^^
Die Abgaben und die Anreize sind wohl in DE das problem. Aber ja geh da voll und ganz mit dir. 

Ich mein zum Abi hab ich mich 13 Monate lang mit dem Jugendamt, teils Gerichtlich gestritten, damit ich nicht obdachlos werde. Die hätten das auch einfach in einem Monat bearbeiten und mich dann Arbeiten lassen können (haben es mir Verboten). Der Deutsche Sozialstaat ist vor allem eins. Ineffizent. 

 

AntwortZitat
Themenstarter Veröffentlicht : 30. April 2021 20:54
Natman mag das
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator

@pascal oh ich dachte der Mindestlohn in der Schweiz wäre 15 CHF... 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 30. April 2021 20:59
Pascal mag das
Pascal
(@pascal)
Freiheitskämpfer Gold

@natman 
Nur vereinzelt auf Kantonaler ebene: 
https://lohnspiegel.org/schweiz/lohn-gehalt/mindestlohn#:~:text=Mit%20Ausnahme%20der%20Kantone%20Jura,in%20der%20Schweiz%20keinen%20Mindestlohn.

Finnland hat auch keinen. Btw. 

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Themenstarter Veröffentlicht : 30. April 2021 21:01
Natman mag das
langfristinvestor
(@langfristinvestor)
Verdienter Freiheitskämpfer

Die Grundrente ist für mich ein typisches Beispiel für Klientel-Politik der SPD - wirkt gut bei der Basis hat aber erhebliche Defizite in der Realität. Was Deutschland benötigt ist eine offene Diskussion mit ehrlichen Zahlen und Fakten über die Rente, Beitragssätze und Entwicklung in den nächsten Jahren, die auch die sozial Schwachen einbindet. Die Kosten dazu wurden massiv unter den Teppich gekehrt, da in den nächsten Jahren die Empfangsberechtigten rasant ansteigen werden.

Politökonomisch wurde das Thema von jeder Regierung seit Kohl nur auf die Zukunft verlagert und jetzt stehen Rentner mit unterdurchschnittlichem Lebensgehalt mit dem Rücken zur Wand und der jüngeren Generation bleibt die Bürde von immer mehr Leistungsempfängern zu Leistungsnehmern sitzen, obwohl das Problem ja lösbar gewesen wäre: Weg von umlagefinanzierten Systemen hin zur individuellen Vorsorge mit hohen steuerlichen Förderungen. Ökonomen waren sich schon in den 2000ern einig, dass das umlagefinanzierte System nicht mehr funktioniert und nicht mehr tragbar ist - genau das Gegenteil davon, was Scholz behauptet (Rente habe sich ja für alle so toll rentiert...). Der Umstieg wurde verpasst da das politisch hohe Widerstände erzeugt hätte. 

Ein System mit mehr Eigenverantwortung und Anlage im Kapitalmarkt würde nicht nur die Bürger in der Masse stärker an das Thema heranbringen, sondern vielleicht auch bei einigen ein Umdenken der Staatsgläubigkeit abbringen.

Das Rententhema birgt noch sozialen Sprengstoff für die Gesellschaft bei den nächsten Wahlen - wenn die Babyboomer in Rente gehen - leider wird die Rechnung für alle immer teurer...

*Ein weiterer Grund über Auswanderung nachzudenken...

@Natman Mindestlohn ist deshalb problematisch, weil er nicht regional spezifisch abgestimmt werden kann: 15€/h Lohn in München ist sicher problemlos umsetzbar; 15€ in Chemnitz oder Plauen eher nicht. Die Unterschiede sind ja primär die Wohnkosten, die man über andere Wege senken könnte (Bauen billiger&schneller machen, viel mehr Bebauungsraum ausweisen...).

AntwortZitat
Veröffentlicht : 1. Mai 2021 12:15
Pascal, Roman und Natman mögen das