Millionär Interview 23 – Tim – Auf Mission

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Auf der einen Seite gibt es „normale“ Millionär Interviews in der Freiheitsmaschine.

Menschen bauen sich über längere Zeiträume ähnlich dieser Anleitung durch hohe Sparraten und dem Investieren des Geldes ein schönes Vermögen auf.

Und dann bekomme ich ab und zu auch Beiträge von Menschen, die ich zu Beginn gar nicht glauben kann.

Manchmal bewahrheitet sich der Zweifel beim Austausch und das Interview wird nicht gepostet.

Auch in diesem Fall hatte ich beim ersten Kontakt mit Tim Zweifel, ob das alles so passt.

Dann haben wir mehrmals hin und her geschrieben, persönliche Daten ausgetauscht und anschließend Dinge im Interview detailliert, damit Sie nachvollziehbar werden.

Das Ergebnis könnt Ihr nachfolgend lesen. Es ist eine phantastische Geschichte und Sie hat so stattgefunden.

Sie ist deswegen für mich so fantastisch, weil Sie so weit weg vom Mainstream liegt und damit viele andere Menschen motivieren kann. Das können Menschen sein, die sich im klassischen „Karrieresystem“ unwohl fühlen oder auch noch ganz zu Beginn stehen und denken es gibt nur diesen einen Weg.

Aber Sie ist auch deshalb fantastisch, weil Tim gegen alle Widerstände wie auf einer Mission sein ganz eigenes Ding durchgezogen hat und das auch jetzt immer noch tut.

Genug geredet – Go Tim!

 

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
30

 

  • Wo auf der Welt lebst Du (in der Stadt oder auf dem Land)?
Ich lebe eher ländlich. Die nächste Großstadt (>500k Einwohner) ist ca. 30 Minuten entfernt.

 

  • Was ist Dein jährliches Nettoeinkommen aus Beruf sowie Investments?
Ich bin selbstständig, daher variiert das immer. Im Durchschnitt waren es die letzten Jahre um die 300.000€. Mal etwas mehr, mal etwas weniger.


Die Einkünfte aus meiner Selbstständigkeit sind etwas rückläufig. Das gleichen die hinzu gekommenen Immobilien aber wieder aus. Im letzten Jahr haben Immobilien etwa 20% zum Einkommen beigetragen, Tendenz steigend.

 

  • Wie hoch sind Deine jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Ich führe kein Haushaltsbuch, daher kann ich das so genau nicht sagen. In den letzten Monaten waren es um die 4.000€. Einige Dinge sind da allerdings nicht inkludiert, da die über die Firma laufen. Beispielsweise Auto, Handy und ein bisschen Kleinkram.
In den 4.000€ ist die Tilgung für meine privat genutzte Immobilie nicht enthalten. Das wären weitere 10.000€ pro Monat. Ich sehe dies allerdings nicht als Kosten, da es in meiner Vermögensbilanz lediglich ein aktiver Tausch ist (Geld gegen Immobilien).
In den letzten Jahren habe ich weitere 30.000€ p.a. für Fernreisen ausgegeben. Aktuell reizt mich reisen nicht mehr so sehr, daher fällt dieser Posten aktuell deutlich geringer aus.
Ich gebe gerne Geld für Lebensmittel, Restaurantbesuche, Unternehmungen und Konsumgüter aus. Im Regelfall kaufe ich „Premium“ Produkte.
Das ich Geld für unnötigen Krempel ausgebe kommt dagegen selten vor.

 

  • Wie hoch ist Dein aktuelles Vermögen?
2,8m€

 

  • Wie hast Du Dein Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)
– 750k€ selbstgenutzte Immobilie (aktueller Wert ca. 2m€, Restschulden 1,25m€)
– 1,1m€ vermietete Mehrfamilienhäuser
(Kaufpreise: 3,45m€; Restschulden 2,35m€; JNKM 247,5k€)
– 750k€ Firma 1
– 200k€ Firma 2
Alle Werte sind konservativ gerechnet. Bei den Firmen Anlagevermögen + Umlaufvermögen – Verbindlichkeiten.
Bei den Immobilien Kaufpreis (ohne KNK) – Restschuld.

 

  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Als 13-jähriger habe ich mit der Hilfe meiner Mutter einige Dinge bei eBay verkauft die ich nicht mehr brauchte. Ich habe viel höhere Preise erzielt als erwartet und teilweise auch als ich auf dem Flohmarkt dafür bezahlt habe.
In den nächsten 2 Jahren habe ich mit eBay mein Taschengeld aufgebessert, in dem ich gezielt Sachen gekauft habe, um diese mit Gewinn zu verkaufen.

 

Mit 15 habe ich dann über 2.500€ Umsatz pro Monat auf eBay gemacht und ein Gewerbe angemeldet. Ich habe mit 5.000€ Startkapital angefangen, die ich durch den Verkauf einiger privater Dinge erlöst habe und durch den Verdienst der letzten 2 Jahre. Anfangs ganz klein mit 25.000€ Umsatz im Jahr.
Vormittags bin ich zur Schule gegangen und nachmittags bis spät in die Nacht bin ich meiner Selbstständigkeit nachgegangen. Die Umsätze wuchsen von Jahr zu Jahr.

 

Tims “Kinderzimmer” als Warenlager im Haus seiner Eltern

 

Zu der damaligen Zeit wusste ich nicht wieviel ich wirklich verdiene, da ich keine Warenwirtschaft oder ähnliches besaß. Ich wusste schon, dass ich mit jeder Bestellung Geld verdiene aber nicht wieviel am Monat übrigblieb. Mein Antrieb war damals nicht das Geld, sondern ich wollte mehr Verkaufen und Erfolg haben. Ich investierte jeden Euro, der reinkam, um neue und mehr Ware zu kaufen.
Mit 19 kam der erste Angestellte dazu.

 

Ich bin durch einige Ehrenrunden 15 Jahre zur Schule gegangen. Einmal habe ich davon offiziell eine Klasse wiederholt. Das andere Mal habe ich unnötigerweise die Höhere Handelsschule besucht, da ich auf der Realschule den erweiterten Realschulabschluss nicht geschafft habe.
Meine Eltern haben beide normale Ausbildungsberufe. Egal war es ihnen sicher nicht, wie das in der Schule gelaufen ist. Sie haben uns aber früh unsere eigenen Entscheidungen, und die daraus resultierenden Konsequenzen, selbst treffen lassen.
Zu meiner Schulzeit hat definitiv niemand das Potenzial meines Handelns gesehen. Ich wurde meistens nur belächelt, wenn ich sage was ich mache. Immerhin habe ich die Pubertät und die daraus resultierenden Eskapaden übersprungen.

 

Mit 20/21, ich war in der 12. Klasse, hatte ich dann schon ein zu versteuerndes Einkommen von 320.000€. Wirklich realisiert hatte ich das damals nicht, da ich Jahresabschlüsse erst viel später abgeben hatte.
Nach dem ich das Abi schließlich bestanden hatte, habe ich dann ein größeres Lager angemietet und mich Vollzeit um meine Selbstständigkeit gekümmert. Im ersten vollen Jahr ohne Schule habe ich knapp 5 Millionen Euro netto umgesetzt.

 

Das erste “richtige” Warenlager

 

 

Die nächsten paar Jahre konnte ich weiterwachsen.
Mittlerweile sind die Umsätze rückläufig durch einen schrumpfenden Markt und auch mehr Wettbewerb.
Parallel habe ich vor einigen Jahren angefangen in Immobilien zu investieren und baue das nun aus.
Ob das heute nochmal möglich wäre? In der Form auf keinen Fall.
Ich hatte von vielen Dingen überhaupt keine Ahnung. Das Internet half mir aber jedes Problem zu lösen.
Die Einstiegshürde im Onlinehandel war damals viel größer als sie es jetzt ist. Dafür war es viel einfacher Produkte mit Gewinn zu verkaufen, weil der Wettbewerb extrem klein war. Dafür hat man jetzt viel einfacher Zugang zu vielen Dingen.

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
Das ist eine schwierige Frage. Ich habe einige Fehler gemacht. Glücklicherweise nicht den einen Großen.
Wenn man unternehmerisch tätig ist, bleibt es nicht aus Fehler zu machen. Man muss viele Entscheidungen treffen.
Wichtig ist es gut reflektieren zu können, sich diese Fehler einzugestehen und nicht zu wiederholen.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Das Internet ist verdammt mächtig. Alles was ich erreicht habe, habe ich durch und dank des Internets erreicht.
Ich habe weder eine Ausbildung / Studium noch hat mir jemand in irgendeiner Form geholfen oder mich unterstützt.
Man findet auf nahezu jede Frage / Problem im Internet die richtige Antwort. Ich halte nicht viel von Büchern.
Foren & Blogs sind in meinen Augen aktueller, spezifischer und es werden Meinungen kritischer hinterfragt und nicht zwangsweise die des Authors als richtig angenommen.

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Ich bin ausschließlich in Immobilien investiert und plane jedes Jahr 2 weitere MFH zu kaufen. Aktien/ETF bieten mir zu wenig Rendite bzw. Upside.


Auch ich habe natürlich keine Glaskugel und möglicherweise performen Aktien sogar besser in den nächsten 10 Jahren. Ich habe durch Immobilien aber definitiv mehr Gestaltungsspielräume und der mögliche steuerfreie Verkauf ist schon sehr verlockend.
Vielleicht liegt es auch daran das ich im Handel tätig bin. Wenn ich Ware für 100.000€ kaufe sind mir 6% Rendite p.a. viel zu wenig. Da erwarte ich eher 50% Rendite.
So ist es bei Immobilien auch und dadurch ziehe ich diese Aktien vor. Ob ich wirklich 50% EK Rendite p.a. erwirtschafte weiß ich natürlich erst beim Verkauf. Ich sehe die Chance aber als deutlich größer an.

 

Konkretes Beispiel: MFH für 1,0 Millionen gekauft 2018. 2% Zins, 2% Tilgung. Das war sehr günstig und hat eher einen Wert von 1,2m€. Mietfaktor 18 – super gepflegt – wird die nächsten 10 Jahre relativ cash flow neutral laufen.
Wenn ich von 2% Wertentwicklung pro Jahr ausgehe, sind wir irgendwo bei 1,44m€ in 10 Jahren bei einer Restschuld von 780k€.
Ich habe zu 100% finanziert. KNK waren 70.000€.
Die Rechnung ist sehr vereinfacht und man muss auch den Zeitaufwand einpreisen.
Man kommt natürlich nur durch den Fremdkapitalhebel auf so hohe EK-Renditen. Wenn man das gleiche Objekt komplett aus Eigenmitteln finanziert, ist die EK-Rendite deutlich kleiner.
Dadurch hat man aber auch ein höheres Risiko. Dem muss man sich bewusst sein.

 

Ich verwalte 35 Einheiten selbst und 15 durch einen Verwalter, wobei ich diesen sehr streng kontrolliere und technische Sachen selbst mache. Der gesamte Zeitaufwand beträgt etwa 5h die Woche.
Ich investiere im Speckgürtel einer Großstadt, mit Auto/Bahn ist man in ca. 30 Minuten in der Stadtmitte. Sehr gefragte Wohnlage würde ich sagen, insbesondere für Familien.
Die Preise haben natürlich auch hier merklich angezogen und es gibt nur noch wenig gute Objekte oder zu teuer.
Bei den guten Objekten die auf den Markt kamen und ich gekauft habe muss man schnell sein.
Ich habe auch alle bis auf 1 ohne Makler gekauft und denke, dass ich mit meinem Auftreten und Wissen immer einen sehr guten Eindruck hinterlassen habe bei den Eigentümern.

 

Für die Werteinschätzung helfen zum einen natürlich Marktberichte (Beispielsweise von E&V oder Großmann & Berger aber eben auch viele Objekte online angucken um Gefühle für den Markt zu bekommen.
Ich gucke mir sicher seit 5 Jahren täglich 30 Minuten online Exposés von EFH, ETF und MFH in meinem Suchradius an. Zum einen um mich mit dem Markt und den Preisen besser auszukennen aber eben auch weil mir Immobilien richtig viel Spaß machen.
Man kann immer noch gute Deals machen aber man muss schon viel Zeit in die Akquise stecken, besonders in gefragteren Gegenden.

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Nein. Ich bin sehr zufrieden mit der ist-Situation. Durch die Immobilien wird sich zwangsweise mein Vermögen weiter vergrößern aber ich habe kein konkretes Ziel.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Ich gehe jeden Tag extrem gerne zur Arbeit. Aktuell arbeite ich ca. 25h die Woche.
Viel wird sich wahrscheinlich in nächster Zeit nicht ändern. Leben im Ausland reizt mich aktuell gar nicht.

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Probiert Sachen aus! Lieber einmal mehr hinfallen als sich zu Fragen „was wäre gewesen wenn?“.
Durch das Internet ist die Einstiegshürde in vielen Bereichen extrem niedrig. Ihr habt Zugang zu unendlich vielen Infos / Wissen und Millionen von potenziellen Kunden.

 

Das war das Interview mit Tim – Dein Werdegang hat definitiv das Potenzial zur Verfilmung und aktuellen Schülern, die sich manchmal fremd im Schulstem fühlen, würde Deine Geschichte sehr helfen.

Ich bin von Deinem Drive sehr beeindruckt und auch der E-mail Austausch hat Spaß gemacht.

Wie schon erwähnt, bin ich generell über jeden Interviewten und Leser froh, der aus finanzieller Sicht mehr erreicht hat als ich. Ich habe dann einfach wieder die Chance etwas zu lernen. In diesem Fall ist die Sache recht eindeutig. Fantastische Leistung Tim!

Ich hoffe die anderen Freiheitskämpfer können davon einiges für sich mitnehmen und auch Motivation daraus ziehen, selbst loszulegen.

Wer mehr über Tim und seine Geschichte erfahren möchte, kann seinen Podcast ‘Unternehmerchroniken’ auf Apple Podcasts oder Spotify anhören.

Und nun Ihr! – Was wollt Ihr von Tim wissen? Feuer frei im Kommentarbereich.

Und als (angehender) Millionär schreibst Du dem Maschinisten natürlich sowieso unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und wirst selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews.

———————————————————–

Spare Geld mit dem Maschinisten:
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Peter

Interessante Story, wobei ich mich an manchen Stellen gefragt habe, ob Umsatz und Gewinn verwechselt wurden.

Eine Frage zu den Immobilien, da ich selber in Immobilien investiere. Die genannten Renditen lassen sich meiner Beobachtung nach aktuell nicht mehr erzielen. Wo soll das denn sein? Oder kaufst Du eher in C/D-Lagen mit entsprechendem Risiko?

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Tim

Keine Sorge, ich kann Umsatz und Gewinn sehr gut auseinander halten 😉
Den 320k stehen netto Umsätze von 1,56m€ entgegen.

Ich halte nicht viel von der Standortbewertung A-D. In meinen Augen gibt es 2 Relevante Punkte für einen Standort: wie schnell/gut kann ich die Wohnung wieder vermieten und an welches Klientel (wäre ein Grund warum ich auf Ruhrpott kein Bock hätte) und wie sind die Chancen/Risiken für Preissteigerung/Wertverlust.
Ich investiere im Umland von Hamburg. Bis auf ein Objekt sind alle maximal 30 Minuten von Hamburg entfernt. Gute Mieter und einfache Neuvermietung. Ich habe qm Preise zwischen 700€ und 1650€ gezahlt. Risiko sehe ich keins.
Aber wie du schon sagtest. Einfach ist es aktuell nicht gute Objekte zu finden. Daher habe ich mein Ziel von 4 MFH pro Jahr auf 2 reduziert.
Ab und zu bei Immoscout rein gucken und warten das die gebratenen Hähnchen einen in den Mund fliegen klappt aber auch nicht mehr. Von diesen Leuten gibt es mehr als genug. Da muss man schon mehr rein stecken, wenn man wirklich gute Objekte finden möchte.

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Paul

Sehr beeindruckend!

Bist du als reiner Online Händler unterwegs oder verkaufst du auch eigene Produkte? Nutzt du vorhandene Infrastruktur (z.B. Ebay, Amazon) oder verkaufst du über deinen eigenen Shop?

Du meintest, dass dein Wachstum rückläufig ist. Hast du ein Plan B? Nur noch Immobilien?

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Tim

Bin ausschließlich online unterwegs, wobei ich mittlerweile knapp 50% b2b mache. Vertreibe ausschließlich Markenware über eBay und Amazon.
Man kann das natürlich nicht pauschalisieren aber bis 10m Umsatz sind Marktplätze eigentlich ziemlich gut, besonders wenn man auf Profitabilität setzt.

Eigene Produkte sehe ich sehr kritisch. Gibt zwar auch innovative Unternehmen mit eigener Produktentwicklung im Marktplatz Umfeld. Der meiste Kram ist in meinen Augen Schrott und bietet keinen Mehrwert. Wer braucht die zwanzigste Bambuszahnbürste auf Amazon mit einer anderen Marke?

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Pascal Weichert

“Das Internet ist verdammt mächtig. Alles was ich erreicht habe, habe ich durch und dank des Internets erreicht.
Ich habe weder eine Ausbildung / Studium noch hat mir jemand in irgendeiner Form geholfen oder mich unterstützt.”

Gefühlt hast du die Grunddiskussion Maschinist vs. Pascal sehr gut in zwei Sätzen auf den Punkt gebracht.

Das Interview hat mich an ein Zitat erinnert, ein Kumpel der auch erfolgreich Produkte Flippt, hatte immer gesagt, rede nicht mit Leuten über dein Leben, deine Ziele, die nicht das Gleiche sehen wie du. (Diskutiere nicht mit Kommunsiten wenn es um Marktwirtschaft geht. Rede nicht mit Leidenschaftlich Angestellten ums Unternehmertum).

Ich sehe im Internet, gerade aus regulatorischen gründen außerhalb von DE (lifestreamen nur mit Rundfunklizens und co.) für kleine noch sehr viele Chancen. Ja die Konkurrenz ist größer. Die meisten konzentrieren sich, vom Marketing aber auf Facebook und YouTube, obwohl die Massen schon von YouTube zu Twitch und Facebook zu Insta weiterwandern. Dennoch stimmt es, das die Konkurrenz in vielen Bereichen stark zugenommen hatte.

Es kristallisiert sich in den Interviews schon heraus: Die Leute die Jahrelang sehr sparsam leben, Angestellte und teilweise Vorstände sind, sind mit 50 Millionäre/Finanziell frei. Die, die sich früh selbständig machen, coole systeme wie das Internet für sich nutzen schon mit 30. Wobei deren Nettworth höher ist. Natürlich mit einem gewissen Suvivorship Bias.

Hatten das letzte Woche erst auf den Investordays mit einem Kumpel. Er hatte 100k zu 10% an seinem Unternehmen geboten bekommen. Ein anderer Investor, mit dem er jetzt im Gespräch ist, meinte das wäre zu wenig. Auch wenns nur 100k sind. Bewertungstechnisch macht ihn das dann fast zum Millionär. (900.000€ allein seine Anteile). Er ist btw. 20.

@Tim: Welche Informationsquellen/ Podcast benutzt du um dich bezüglich des Flippens/ Unternehmertums weiter zu bilden?
Ist das in deinem Umfeld auch so? Die, die Unternehmerisch tätig sind, waren nie richtig gut in der Schule? Das fällt zumindest mir immer wieder auf.
Dein bester Tipp für die Selbständigkeit?

Gruß,
Pascal

Ps. Maschinist ich bin dennoch von jedem rat von dir dankbar 🙂

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Tim

sellerforum und Immopreneur sind die einzigen Foren die ich momentan lese. Leider sind beide nicht mehr so aktiv wie früher.
Im privaten Bereich habe ich phasenweise immer mal wieder andere Foren zu Themen wie Sportwagen, Hausbau oder Mindset gelesen. Wenn mich ein “neues” Thema interessiert, fokussiere ich mich meist darauf, dazu gehört es dann auch das ich täglich sicher eine Stunde alten Beiträge durchlesen. Nach 3 Monaten bilde ich mir ein 90% der Thematik verstanden zu haben und mein Interesse lässt nach. Auch weil sich Themen natürlich wieder holen und es mich langweilt wenn ich nichts neues lerne/erfahre.
Podcasts habe ich erst vor 2 Monaten angefangen zu hören. Kann da keine empfehlen, da ich aktuell nur welcher zur privaten Unterhaltung höre.

Die Frage nach Tipps kriege ich oft gestellt und finde sie ziemlich ätzend. Ich kann gut verstehen, dass Leute nach Anregung suchen und das ist auch nicht böse gemeint. Oft wird aber die Eierlegende Wollmilchsau gesucht und die gibt es nicht. Genauso wenig wie eine pauschale Antwort auf die Frage.
Grundsätzlich habe ich ja schon gesagt, dass man “machen” soll. Scheitern ist überhaupt nicht schlimm, solange es keine riesigen Auswirkungen auf dich oder dein Umfeld hat.
Ansonsten habe ich immer extrem gerne gearbeitet und ich freue mich jeden Morgen, wenn ich im Büro bin. Man sollte für das was man macht brennen und ne Leidenschaft haben.
Aus meiner Erfahrung ist Geld als primärer Anreiz meist nicht erfolgreich.

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haberstm

Hallo Maschinist,

ich verfolge den Blog mit großer Interesse. Nicht immer einer Meinung (gerade in politischen Themen) aber immer mit großem Freude wenn ich eine Nachricht in mein Mailfach bekomme, dass es einen neuen Blogeintrag auf deiner Seite gibt. Ich mag auch die Millionär Interview Reihe sehr gern allerdings vermisse ich in letzter Zeit auch mal wieder einen “normalen” Blogbeitrag. Ich weiß es fand ein Treffen statt, wo viele Interessante Leute sicherlich dabei waren mit super Geschichten und auch jetzt melden sich sicher immer mehr die Ihre Story mit uns teilen wollen aber mittlerweile empfinde ich es als zu viel auf einmal. Gerne immer mal wieder zwischenrein, aber auch gerne mal wieder einen neuen “anderen” Beitrag. Die finde ich persönlich immer sehr bereichernd.

Grüße

haberstm

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David

Finde die Millionärsserie sensationell. Gerne mehr!

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smmn

Tim: Wow, herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung! Ich hoffe, dass es zukünftig noch viel mehr Erfolgsgeschichten wie Deine hierzulande gibt – das tut dem lokalen Mindset nur gut 🙂

Zwei Fragen:

1) Wenn Du heute nochmal neu anfangen würdest online: Würdest Du wieder mit Handel auf den bekannten Marktplätzen starten? Falls nein: Was würdest Du alternativ online machen?

2) Wie sourct Du Deine Ware um eine solch hohe Handelsmarge (“50%”) zu erhalten? Direkt bei den Herstellern? Oder sind das Einzelgelegenheiten wie Restposten, Rabattaktionen, etc.?

Danke nochmal für die inspirierende Geschichte!

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Tim

1. Schwierige Frage. Ich denke schon das mit der Handel sehr liegt und würde daher dazu tendieren. In der heutigen Zeit mit wenig Kapital nochmal zu starten stelle ich mir sehr schwer vor.
Marktplätze bieten in meinen Augen den großen Vorteil, dass das Risiko recht überschaubar ist. Der Wettbewerb ist aber auch extrem.

2. Meine durchschnittliche Marge ist von netto EK auf Brutto VK Faktor 3. Ich kaufe für 10€ netto ein und verkaufe für 30€ Brutto.
Ich kaufe etwa die Hälfte meiner Ware direkt von der Industrie und die andere Hälfte von Großhändlern innerhalb der EU.
Ich handel ausschließlich mit EOL (end of life) Produkten. Ich sehe mich daher als Problemlöser für die Industrie/GH. Ich kenne den Markt und meine Produkte extrem gut und kann daher besser als andere einschätzen wie sich Produkte entwickeln.
Mit Produkten die überall erhältlich sind kann man online aktuell kaum Geld verdienen, solange man kein wirklich großer Player ist.

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Benjamin Maul

WOW – beeindruckend. Mucho Respekt vor Tim.
Das würde ich mich niemals trauen. 🙂

Und danke an den Maschinisten für einen weiteren tollen Beitrag.

LG
Benjamin

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Gast

Respekt, Tim! Ist wirklich erfrischend, von Menschen zu lesen, die einfach ihr Ding gemacht haben. Solche Geschichten kenne ich aus den Staaten gut, aber in Deutschland hört man sie meiner Meinung nach noch viel zu selten. Wenn Du mal Lust auf ein Podcast-Interview hast, melde dich gerne bei uns (Nein2Five)…