Millionär Interview 16 – Roman – Viel Fleiß und ein Traum

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Der Maschinist ist seit der Osterpause mit der Vorbereitung für das Lesertreffen sowie neuen Artikeln für die Freiheitsmaschine beschäftigt.

Und dann schreibt Ihm Roman für die Millionär Interviews aus der Schweiz und schenkt uns allen eine weitere Perspektive. Danke für Deine Mühe Roman!

Und los geht’s:

 

Hallo Maschinist.
Zunächst einen Dank und Kompliment für deinem interessanten Blog!
Ich möchte deiner Einladung für das Millionärs Interview folgen.
Ich denke, dass mein Interview einen guten Einblick in meinen persönlichen Traum der finanziellen Unabhängigkeit gibt und auch für andere Leser interessant sein könnte.
Beste Grüße,
Roman

 

  •  Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
Ich bin 45 Jahre alt, verheiratet, meine Frau ein paar Jahre jünger und wir sind seit 15 Jahren zusammen.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Nein.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir wohnen in einer Stadt in der Schweiz und zuvor habe ich viele Jahre in England gelebt.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?
Nettohaushaltseinkommen ist ca. $210 k p.a. erzielt durch zwei Einkommen (Finanzbranche). Hinzukommen derzeit $36 k p.a. aus Dividendeneinkünften. Ich gebe alle Zahlen in US-$ an, da ich zukünftige Einkünfte und Kosten in $ rechne und CHF / USD etwa gleichwertig sind.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Aktuelle Kosten ca. $80 k pro Jahr. Wir führen ein relativ sparsames Leben ohne wirklich auf etwas zu verzichten. Kaufen nur Sachen wenn wir sie brauchen. Ich habe noch nie einen Neuwagen gekauft und bewege mich meist mit dem Fahrrad bzw. öffentlichen Verkehrsmitteln. Einzig für Reisen geben wir gerne Geld aus, im Jahr ca. $10-15k.


  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?
Netto $1.7 Mio.

 

  • Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)
Ein Drittel des Vermögens sind liquide Gelder und Pensionskassenguthaben, ein Drittel sind in Kapitalanlagen und ein weiteres Drittel in einer selbstgenutzter Immobilie, für die Hypotheken bestehen. Die Tilgung macht momentan keinen Sinn, da die Zinsen sehr niedrig sind.
Die Zielstruktur Post-FIRE soll aus drei Teilen bestehen: Einen Cashanteil, der künftig 3-4 Jahre Lebenskosten abdecken soll, einen Low-Risk/Low-Return-Anteil in ETFs (als einen zweiten Buffer) sowie ein diversifiziertes Income-orentiertes Portfolio, das den Großteil der künftigen Lebenskosten ohne Kapitalverzehr generieren soll.
Das Income-Portfolio ist im Aufbau und beinhaltet derzeit ca. 60 Einzelwerte verteilt auf 40% Nordamerika, je 25% Asien und Europa und 10% Australien und NZ. Die meisten Einzelwerte liegen zwischen 1.5% und 2.5% Portfolioanteil und beinhalten u.a. REITs, Utilities, Pharma,Telco’s, BDC’s, MLP’s, CEF’s.
Die Grundidee dieses Portolios ist einen regelmäßigen Cashbetrag zu generieren um damit auch das Sequence Risk etwas zu reduzieren. Die Einzeltitel werden durch eigene Analyse selektiert und nicht allein wegen einer hohen Dividendenrendite gehalten, sondern es müssen fundamentale Bewertungskriterien erfüllt sein.

 

  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie ohne nennenswertes Vermögen. Von dieser Ausgangsbasis muss man einige Risiken eingehen und hart arbeiten um ein Vermögen zu bilden.
Die wesentlichen Faktoren sind folgende:
  • Keine unnütze Zeit mit der Ausbildung verschwendet (studiert habe ich neben dem Job an einer Fern-Uni).
  • Früh angefangen am Kapitalmarkt zu investieren und Kapitalzuwächse generiert.
  • Überdurchschnittliches Einkommen über längere Zeiträume und bewusstes Kostenverständnis
  • Im Beruf immer Vollgas gegeben und regelmäßig die Jobs gewechselt um Gehaltssteigerungen schneller durchzusetzen.
  • Glück gehabt mit der Partnerwahl. Einen Partner zu haben der mit einem überdurchschnittlichen Einkommen zum Vermögensaufbau beiträgt ist ein entscheidender Vorteil.
  • Keine Kinder zu haben war sicher auch ein unterstützender Aspekt.

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
Mein größter Fehler war Ungeduld und zu viel Risiko eingehen. Ich habe mehrere Male mit Investments kompletten Schiffbruch erlitten.
Mit 18 Jahren habe ich von meinen Eltern für die Volljährigkeit ein Sparkonto mit etwas Geld geschenkt bekommen und sogleich mit Optionsscheinen (!) getradet. Was anfänglich gut lief endete später im Desaster.
Beim Internetboom der 90er Jahre habe ich mit Werten wie Netscape, AOL und Yahoo einen sechsstelligen Gewinn realisiert, der jedoch gleich in spekulative Biotechwerte reinvestiert wurde. Nach Platzen der Blase haben sich die Gewinne so schnell aufgelöst wie sie gekommen waren.
Beim Boom der Rohstoffaktien in 2005/2006 war ich ebenfalls gut investiert und habe trotz Verlusten einen für damalige Verhältnisse erheblichen Vermögenszuwachs realisieren können.
Diese Zeit hat mich das eine Menge Lehrgeld gekostet, aber der Zugewinn an Erfahrung war der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung danach. Hinfallen und danach wieder Aufstehen gehört zum Lernprozess.


  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Es gibt keine absolute Weisheit wie man finanzielle Unabhängigkeit erreichen kann, sondern viele mögliche Wege die es zu erkunden gilt um “seinen” Weg zu finden.

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Das Vermögen ist für mich dann genügend, wenn es mit hoher Wahrscheinlichkeit ausreicht ein finanziell unabhängiges und selbstbestimmtes Leben bis zum Lebensende zu führen. Das Nettovermögen sollte beim Eintritt in (FI) RE mindestens $2 Mio. sein.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Das Ziel ist FIRE (Financial Independence – Retire Early) und der Ausstieg aus dem Arbeitsleben in den nächsten 3 Jahren.
Wir planen zunächst als Perpetual-Travellers zu leben und die meiste Zeit zu reisen, anderen Hobbys nachzugehen bzw. durch Freiwilligenarbeit der Gesellschaft etwas zurück zu geben. Nicht nur um Ausgaben zu reduzieren verfolgen machen wir Geo-Arbitrage und planen den Lebensabend in Asien zu verbringen, wo Lebenskosten, steuerliche Rahmenbedingungen und Kosten für Haushaltshilfen und Alterspflege erschwinglich sind. In Frage kommen z.B. Malaysia, Thailand oder die Philippinen.
Ich rechne mit anfänglichen Kosten von $65 k pro Jahr (durchschnittlich $180 pro Tag) plus $15 k für Nebenkosten u.a. um einen Wohnsitz zu finanzieren.  Wir sind jedoch flexibel und können die Lebenskosten bei Bedarf nach unten reduzieren falls es notwendig sein sollte.

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Als junger Mensch hat man alle Möglichkeiten etwas aus seinem Leben zu machen. Diese Möglichkeiten sollte man dringend nutzen, auch wenn man keinen FIRE-Plan hat. Die Gesellschaft verändert sich rasend schnell, künftig werden viele der heute noch gut bezahlten Jobs weiter durch Globalisierung, Automatisierung, Robotik, etc. wegfallen. Mit 45 Jahren zählt man in meiner Branche bereits zum alten Eisen und mit Ü50 ist es bei Jobverlust fast aussichtslos einen neuen (gutbezahlten) Job zu finden.
Mein Rat ist, die individuellen persönlichen Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen. Mit fortschreitenden Alter werden die Spielräume für berufliche und persönliche Veränderungen immer geringer wenn man es verpasst rechtzeitig Vermögen zu bilden.
Wenn man den Vermögensaufbau hingegen schafft, dann ergeben sich ganz neue Perspektiven seinen Traum der finanziellen Freiheit zu leben und um das zu genießen, wofür man viele Jahre hart gearbeitet hat.

 

Das war das Interview mit Roman.

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit dafür genommen und uns einen Einblick in Dein Leben aus der Schweizer Perspektive gegeben hast!

Für einen deutschen Haushalt ohne Kinder hören sich „$80.000 Ausgaben im Jahr“ üppig an. In einer Schweizer A-Stadt ist das dagegen besonders aufgrund der hohen Wohnkosten sparsam.

Vielleicht kannst Du uns im Kommentarbereich noch schreiben, welche Tipps Du jungen Menschen zum Einstieg in die Finanzbranche geben würdest und wieso Du ein Einzelwerteportfolio mit 50+ Aktienwerten einem reinen ETF Portfolio vorziehst.

Zu Dein Thema „Perpetual Traveller – Langzeit Reisende“ hier noch einige Quellen von Menschen, die dieses Lebenskonzept schon leben:

Go Curry Cracker: Ehemaliger Microsoft Angestellter aus ärmlichen Verhältnissen reist mit seiner Frau und einem Kleinkind nun seit vielen Jahren durch die Welt. Durch sehr gute Portfolioentwicklung und auch etwas länger arbeiten mit gutem Verdienst nun „Fat Fire“ mit hohen Ausgaben für Essen und anderem. Wenn man deren Ausgabenliste durchgeht, kann man für sich selbst gut abschätzen, mit wie viel weniger man selbst auskommen kann, ohne nennenswerte Abstriche in der Lebensqualität zu haben.

Millennial Revolution: Lean Fire: Junges Paar entscheidet sich gegen den kanadischen Immobilienpreis Wahnsinn. Mietet stattdessen eine einfache Wohnung, lebt auf kleinem Fuß und investiert alles in passive ETF. Reist nun mit vergleichsweise kleinem Budget (US-$ 30.000 / CAN $ 40.000) um die Welt und lebt seinen persönlichen Traum.

 

Und jetzt zu den Lesern. Welche Fragen habt Ihr an Roman. Was würdet Ihr gerne von Ihm wissen?

Und noch was: Habt Ihr eigenes Vermögen aufgebaut und könnt niemandem davon im echten Leben erzählen? – Hier in der Freiheitsmaschine ist das anders!

Hier könnt Ihr anderen Menschen auf Ihrem Weg damit sehr helfen und beim zwanglosen Austausch dabei selbst noch neue Ideen erhalten.

Schreibt dem Maschinisten im Kommentarbereich oder betreff Interview unter maschinist@freiheitsmaschine.com und werdet selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews!

Und jetzt Feuer frei im Kommentarbereich! Was interessiert euch speziell am Weg von Roman. Was hilft euch besonders weiter und was möchtet Ihr noch von Ihm wissen.

 

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ugly duckly

Hallo Roman, Glückwunsch Euch beiden zum bisher schon Erreichten! Was mich interessieren würde ist das Zustandekommen des hohen Cashanteils. Ist das bewusst von Euch so geplant, hat das mit den Besondeheiten der Schweiz zu tun (Pensionskasse) oder entspricht das einfach einem hohen Sicherheitsanspruch? Denn Ihr wollt ja auch zukünftig einen recht hohen Cashanteil halten mit 3-4 Jahresausgaben.
Und ergänzend dazu: Welche Umschichtungen sind für’s RE geplant? Die Immobilie wird wahrscheinlich verkauft, oder? Kann die Pensionskasse ausbezahlt werden?

Gruß aus Portugal, ugly duckly

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Roman

Hallo ugly duckly
Der Cashanteil ist in erster Line ein Sicherheitsanspruch für den Fall eines längeren Abschwungs der Kapitalmärkte. In einem solchen Szenario fallen nicht nur Kurse sondern auch Dividenden werden gestrichen. Die dabei entstehende Liquiditätslücke soll dann durch den Cashanteil ausgeglichen werden. Die Höhe ist des Sicherheitspolsters ist daran bessen, dass eine mögliche Baisse von 4-6 Jahren ohne Notverkäufe finanziert werden kann. Der Zweck des zweiten Anteils in Low Risk/Low Return-Investments (z.B. in kurz- und mittelfristige erstklassige Bonds) ist dafür gedacht die Volatilität des Gesamtportolios zu reduzieren und im Falle eine Abschwungs umzuschichten und antizyklisch Opportunitäten nutzen zu können.

Zu geplanten Umschichtungen: Die Immobilie wird verkauft und die Pensionskasse ausgezahlt werden wenn wir die Schweiz verlassen. Ob eine neue selbstgenutze Immobilie gekauft wird, ist vom Zielland und der Art der Aufenthaltsbewilligung abhängig, da in manchen Ländern ein Immobilienkauf für eine Aufenthaltsbewilligung qualifizieren kann. Was ich definitv nicht machen werde ist Immobilien zu erwerben um zu vermieten, dafür ist mir der Aufwand im Vergleich zu Kapitalmarktinvestments zu hoch.

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Ulrich

Hallo Roman, interessante Geschichte,
mich würden Details zum Income Portfolio interessieren, insbesondere der Asia und Aus/Nz Teil. Baue selbst seit etwa 10 Jahren ein Income Portfolio auf und versuche die nächsten Jahre mit meinen Neuinvestionen genau diesen Anteil zu erhöhen.
Ansonsten habe ich praktisch die gleiche Strategie, Cash für 3-4 Jahre als SoR Puffer, 25%Div ETFs und 75% Einzelwerte im Portfolio und das Ziel nur von den Erträgen leben zu können.

Gruß Ulrich

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Roman

Hallo Ulrich
Der Asia-Anteil des Income-Porfolios besteht hauptsächlich aus in Singapur gelisteten REITs mit Schwerpunkt in China, Indien und Singapur, von grossen Playern wie Mapletree, Ascendas und Capitaland sowie einigen kleineren. Ausserden sind einige in SIN und HK gelistete CN-Unternehmen aus den Bereichen Infrastruktur, Versorger und Services enthalten. Den Anteil für AU/NZ habe ich zuletzt reduziert, derzeit sind es z.B. TLS und SPK. Günstige Werte sind in diesem Markt momentan eher rar und interessante Unternehmen für mich zu teuer, wie z.B. RFF oder SKI, bzw. haben erhöhte Risken aufgrund struktureller und regulatorischer Probleme wie z.B. Healthcare-REITs.

Interessant dass du die gleiche Strategie hast mit bereits 10 Jahren Erfahrung. Würde mich freuen mehr von deiner Umsetzung zu erfahren.

Gruss Roman

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Ulrich

Hallo Roman,

danke für die Antwort. zu meiner Umsetzung des Income Depots, mein Fokus ist dort auf Infrastruktur, Versorger, Reits/Immo und Rohstoffe, aktueller Stand übergewichtet in USA/CAN, EU mit DE,NOR und FIN sowie UK, CH und RUS. Die ersten Jahre wurden nur Einzelwerte angeschafft, teilweise für aus heutiger Sicht sehr günstigen Einkaufskursen,in den letzen Jahren auch ETFs mit Ertragsfokus.
Um einige quellensteuerunfreundliche Länder habe ich einen Bogen gemacht, mit US-LPs habe ich aus steuerlichen Gründen schlechte Erfahrungen gemacht.

In AUS bin ich in ein paar Einzelwerten wie SPK, APA und Airport Sydney, alles stapelds , habe ich schon ein paar Jahre, alle mit guten Buchgewinnen und schütten steigend und regelmässig aus. neu dazu South32, Telstra habe ich auf der Watchlist.
NZ ist bei mir noch ohne.
In JP bin ich mit KDDI und Sekisui House, SG mit SG Telecom.
Dazu noch ein paar DIV ETFs mit Schwerpunkt Asien und Asien REIT.
Indien und China habe ich noch nichts.
Mapletree, Ascendas und Capitaland hatte ich noch nicht im Fokus, werde ich mich informieren,
allgmein ist mir der Asiatische Markt noch nicht so vertraut.

Gruß, Ulrich

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Roman

Danke Ulrich für deine Einblicke.

Wenn du bereits Div ETF und Asia REIT ETFs hast, dann bringen einzelne REITs vermutlich nicht mehr viel. Generell ist Asien einer wichtigsten Märkte weltweit und besonders SG und HK sind interessant, da dort viele interessante Aktien aus der Region gelistet sind. Für Singapur-Stocks kann ich dir folgende Webseite empfehlen, auf der Analystenreports namhafter Banken und Broker frei zugänglich sind: https://sginvestors.io/analysts/stocks/

Gruss Roman

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Ulrich

Hallo Roman,

danke für den Link, damit werde ich mich intensiver beschäftigen.

Gruß Ulrich

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Felix

Hallo Roman,

mit 45 Jahren 2 Mio. netto geschafft zu haben ist beeindruckend zumal du vorher ja ein weit über den normalen Bereich von Schwankungen hinausgehendes Auf und Ab hattest.
Wie kommt man in so jungen Jahren als Arbeiterkind mit dem Kapitalmarkt in Berührung (bei mir hat das 20 Jahre länger gedauert, ich hatte aber nie diese über den allgemeinen Markt hinausgehende Volatilität meines Vermögens)?
Ist die Schweiz wegen der Vermögenssteuer nicht eher ein schlechter Standort zum Vermögensaufbau?

Was mir noch auffällt, ohne Kinder sind die Perspektiven doch ganz andere; ihr könntet ja auch Vermögensverzehr ins Auge fassen. Dann reichts jetzt schon.

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Roman

Hallo Felix
Das Interesse an Börse und Wirtschaft war schon immer da und bereits in der Schulzeit gab es Börsenspiele bei denen ich erste Erfahrungen sammeln konnte und der Schritt zum echten Börsenhandel war dann nicht mehr fern. Mit den Beispielen wollte ich aufzeigen, dass mein Ansatz sehr aggressiv war und das Risiko unterschätzt wurde. Beim Rohstoffboom der 00er Jahre gab es dann doch einige Werte, bei denen sich das hohe Risiko ausgezahlt hat. Die Karriere in UK und das doppeltes Einkommen waren neben den anderen genannten Faktoren dann massgeblich zur Vermögensbildung.

Bei der Vermögenssteuer in der Schweiz werden bestimmte Posten wie Pensionskassenguthaben gar nicht berücksichtigt und sie wird erst dann erheblich, wenn es um sehr hohe Vermögen geht.

2 Mio netto ist noch nicht geschafft, aber das Ziel…Bei 1.7 Mio ist die Wahrscheinlichkeit gemäss meiner FIRE-Simulation knapp 90%, bei einem Kapital von 2 Mio sind es ca. 98%. Das ist durchaus ein Unterschied und ein Mehrwert an Sicherheit, vor allem wenn es um Unwegbarkeiten über einen langen Zeitraum von >40 Jahren geht. Ich gehe dabei bereits von vollständigen Kapitalverzehr aus, da nicht vererbt werden muss.

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Dustin

Hallo Roman,

vielen Dank für deinen Beitrag und herzlichen Glückwunsch zu dem Erreichten.

Du schreibst, dass man gerade in jungen Jahren die persönlichen Möglichkeiten bestmöglich nutzen sollte. Kannst du etwas näher erläutern was du darunter verstehst und vielleicht auch wie sich das bei dir geäußert hat (das berufsbegleitende Studium hast du ja schon genannt)?

Gibt es eine Situation bzw. Entscheidung die den größten Einfluss auf deinen Erfolg gehabt hat (und wenn ja welche?) oder waren das viele kleine Situationen/Entscheidungen?

Hast du schon als junger Mensch als Ziel den frühen Ruhestand/Reichtum mit Lebensabend in evtl. einem anderen Land? Falls nein, was hat dich motiviert und warum und in wiefern hat sich dein Ziel mit der Zeit geändert?

Viele Grüße
Dustin

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Roman

Hallo Dustin
Wie die unterschiedlichen Geschichten hier unter „Millionärs Interviews“ belegen gibt es sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren. Jeder hat andere Möglichkeiten, Talente und Vorstellungen von seinem Leben und seinen Lebenszielen.

Bei mir war die Entscheidung für die Karriere in der Finanzbranche ein wichtiger Faktor. Heute würde ich das jungen Leuten nicht unbedingt empfehlen. Dafür gibt es heute viele Beispiele wie junge Talente z.B. im Bereich Technologie und neue Geschäftsideen bei Startups in sehr kurzer Zeit sehr viel Geld verdienen konnten. Karriereentscheidungen sind aus meiner Sicht enorm wichtig und natürlich geht es auch darum seine Grenzen zu pushen und die eigene Komfortzone zu verlassen – bei Jobwechsel um Gehaltssteigerungen zu erzielen oder z.B. auch ins Ausland zu gehen.

Das Ziel von persönlicher Freiheit definiert jeder anders, meins ist zu reisen, Zeit mit nahestehenden Menschen zu verbringen und einfach mehr für Seele und Körper zu tun. Möglichst ohne den Druck Geld verdienen zu müssen und ohne im Hamsterrad des Corporate Life zu stecken. Als puren Luxus empfinde ich sich zu “entschleunigen” und z.B. langsam reisen zu können. Als junger Mensch war das Ziel schon immer vorhanden, jedoch durch die Faktoren Zeit und Geld begrenzt. Irgendwann habe ich realisiert, dass Zeit das wichtigste ist und durch Geld erkauft werden kann.

Gruss Roman

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Ich dachte zuerst Roman sei 16 Jahre jung, wäre auch mal was gewesen! An sich auf jedenfall die tried and true Angewohnheiten und Tötigkeiten die man einfach in irgendeiner Form implementieren sollte um langfristig Vrmögen aufzubauen.

Was ich interessant finde, ist das ich die finanzielle Freiheit oder auch FIRE mittlerweile völlig in einem anderen Licht sehe. Ich arbeite momentan nur noch an meinen eigenen Projekten. Mittlerweile bin ich Break-Even und die erste ordentliche Sparquote ist wieder in Sicht.

Ich könnte mir eine Rente gar nicht merh vorstellen?! Eventuell nach 6 Monaten immer noch die Jungfräulichkeit an der Situation? Ich weiss es noch nicht. Aber ich denke es ist eine interessante Erkenntniss.

Seelisch, Mental oder auch Psychisch. Habe ich mich noch nie finanziell Freier gefühlt als jetzt. Aber das meisten Einkommen erzielle ich nicht durch passive Einkünfte.

Vielleicht kann sich ja jemand erfahrenes etwas darauf Reimen?

Liebe Grüsse
Thomas