Millionär Interview 7 – Steffen mit Selbständigkeit & Sparquotenturbo

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viel Geld sparen und InvestierenDas Postfach des Maschinisten füllt sich weiter mit den Millionär Interviews von Menschen, die Mühe und Zeit investieren um anderen auf Ihrem eigenen Weg helfen. Ich habe das in der Form im deutschsprachigen Raum nicht erwartet.

Ihr habt mich ehrlich überrascht und auch ein Stück weit eines besseren belehrt. Menschen teilen Ihre Erfahrungen inklusive Einkommen und Vermögen gerne, wenn Sie keine negativen Konsequenzen wie Neid und soziales Stigma befürchten müssen.

Im Unterschied zum öffentlichen Leben erhaltet Ihr hier in der Freiheitsmaschine maximale Dankbarkeit und Wertschätzung: Deshalb auch noch einmal ein ganz großes Dankeschön an alle bisherigen Interviewpartner!

Heute schreibt uns Steffen. Er hat sich zusammen mit seiner Frau in wenigen Jahren ein schönes Vermögen aufgebaut, indem er sich durch Mut und dem Lernen von neuen Dingen stark weiterentwickelt hat. Der größte Teil des Weges findet immer in uns selbst statt. Wenn Du Deine persönlichen Glaubenssätze änderst, änderst Du längerfristig Dein ganzes Leben!

 

So, der Maschinist hält jetzt die Klappe und Steffen legt los:

 

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
Ich bin 40, meine Frau 38. Zusammen sind wir seit 14 Jahren.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Unsere beiden Kinder sind 3 und 7 Jahre alt.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir leben in einer großen Stadt in Ostdeutschland.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?
Zwischen 90k und 130k Euro im Jahr.


  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Jährliche Ausgaben sind 36k Euro – getrackt mit elektronischem Haushaltsbuch. Dinge, für die ich gerne Geld ausgebe? Kurse/Bildung für unsere Kinder, lange Urlaube (zwei Monate am Stück)

 

  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?
540k Euro

 

  • Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)
Sehr viel auf Tagesgeldkonten (shame on me), Ferienimmobilie und in meiner Firma

 

  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Manchmal schaue ich etwas ungläubig auf die Charts, die mein Bank-Programm generiert. 2012 lag unser Nettovermögen bei 30k. Fünf Jahre später ist es 18-mal mehr. Das liegt an meiner Firma, die seit 2012 richtig Fahrt aufgenommen hat (IT Branche). Warum nicht früher – denn ich habe diese Firma 2000 gegründet?
Weil ich erst 2011 anfing quer zu denken und gegen meine selbst auferlegten (bzw. sozial vorgegebenen) Regeln zu verstoßen bzw. diese neu zu definieren!
Nach meinem Studium (2000) habe ich mich selbstständig gemacht. Das lief durchschnittlich gut. 2007 hat mir ein Kunde (öffentlicher Dienst) einen Job angeboten. Wir hatten vorher gut zusammen gearbeitet.
Das fiel mir anfangs sehr schwer, weil ich es gewöhnt war, meine Zeiten selbst einzuteilen und nicht an einem Ort zu einer bestimmten Zeit sein musste. Schrecklich: Ich war 3x pro Woche mit 20 h/Woche vor Ort. Immer noch besser als 5 Tage pro Woche. Aber es fühlte sich nicht gut an.
Aber: Ich habe sehr viel gelernt!  Im IT Bereich, wie öffentliche Einrichtungen ticken, wie Kunden und Dienstleister handeln etc. Trotzdem war mir das Gefangensein im Arbeitsverhältnis immer ein Dorn im Auge.
Meine Firma lief nebenbei – aber generierte nicht viel Umsatz.
Dann gab es zwei Ereignisse, die mein Denken verändert haben:
2010 kam unser Sohn zur Welt, ich nahm 2011 Elternzeit. Ich wollte keine Aufträge annehmen und die Elternzeit nutzen. Aber: Es kamen einige Anfragen rein.
Ich wollte höflich „Nein“ sagen, indem ich die Preise in meinen Angeboten rasant erhöhte. Und siehe da: die Angebote wurden angenommen.
Mir dämmerte langsam: Ich hatte die ganzen Jahre zu wenig verlangt! Bei mir war es also nicht so, dass Kinder das Einkommen verringert hätten – im Gegenteil.
Die höheren Preise hatte zwei wesentlichen Effekte: Ich hatte mehr Zeit für die Aufträge und konnte Externe hinzubuchen, wenn diese es besser konnten. Also: das Produkt wurde besser. Das wiederum sprach sich herum und durch Kontakte und Empfehlungen wurden es mehr Aufträge – mittlerweile auch von Konzernen im In- und Ausland.
Das zweite Ereignis: Ich war auf einer Konferenz. Ich war dort im Vorbereitungsraum mit den anderen Vortragenden. Ein Mitarbeiter bat mich, eine Datei auf dem Rechner zu öffnen. Ich öffnete (absichtlich) die falsche Datei – Die Rechnung eines Mitbewerbers. Diese war so hoch – 5x mehr als das, was ich mich traute zu nehmen!
Da es in der Firma besser lief, hatte ich eine gute Verhandlungsposition in meinem Angestellten-Job. Die drei Tage pro Woche wollte ich nicht mehr machen. Ich überlegte mir also, unter welchen Bedingungen ich den Job weiter machen würde. Nun bin ich einmal pro Woche dort und werde nach Leistung und nicht nach Anwesenheit bezahlt.
Ich muss aber auch sagen, dass mir die Anstellung das Leben als Selbstständiger vereinfacht hat, weil ich nicht alle Aufträge annehmen brauchte. Ich hatte immer mein Grundeinkommen.
Mittlerweile arbeiten mit mir in der Firma auch vier Angestellte (alle Teilzeit). Aufträge sind in Höhe von 250k sind bis Ende nächsten Jahres vorhanden.


 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
Firma: Wenn man richtig hohes Einkommen generieren will (für finanzielle Freiheit, Leben ohne große Abhängigkeiten – vom Arbeitgeber bzw. Kunden) dann muss man selbstständig arbeiten.
Wir haben in Deutschland dazu ideale Bedingungen. Gewerbe beantragen kostet 25 Euro und dauert 30 min. Es gibt viele fähige Menschen, mit denen man etwas auf die Beine stellen kann (als Projektpartner, Angestellte etc.).
Nebenberuflich ist eine gute Option – als Angestellter ist man abgesichert und kann in der Firma etwas wagen.
Börse: Frühzeitig lernen, wie die Börse tickt. In ETFs investieren und nicht (wie ich) alle Kaufgelegenheiten verpassen.
Lebensstil: Ich dachte eigentlich, dass wir weniger als 36k Euro an Ausgaben haben. Mein elektronisches Haushaltsbuch (also Banking App) war da aber gnadenlos. Daher habe ich Versicherungen gekündigt, Verträge angepasst, weniger an Kleinkram ausgegeben.
Zum Glück sind wir immun gegen das Konsum-Wettrennen (gebrauchtes Auto, günstige Mietwohnung). Wir behalten auch für uns, wie hoch unser Einkommen ist. Nur ein Freund weiß, wie es bei uns läuft. Das ist gut so.
Allerdings fehlt mir oft der Austausch über die sich aus dem Vermögen ergebenden Optionen, z.B. andere Lebensstile.
Also die Tipps: Haushaltsbuch führen, sozialen Wettbewerb hinterfragen und wissen, wozu man die ganze Kohle verwenden möchte.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Siehe oben.
Noch als Ergänzung: Die eigene Arbeitskraft zu diversifizieren (angestellt und selbstständig) senkt das Risiko und erhöht die Chancen. Das hohe Vermögen an sich hat seit ca. einem Jahr einen sehr positiven Einfluss auf mich. Ich muss keinem Auftrag mehr nachrennen, habe immer gute Verhandlungspositionen und bin entspannter in meinem Arbeitsleben.
Ich kann vor allem darüber nachdenken, was ich noch alles gerne machen will in meinem Leben – ohne dass es eine finanzielle Schranke gibt.

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Die Firma weiter laufen lassen. Noch höhere Preise nehmen. Digitale Produkte entwickeln. In ETFs investieren – was bisher mein großer Schwachpunkt ist.

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
750k Euro sollen es in zwei Jahren sein.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Mein Leben war in den letzten fünf Jahren ziemlich rasant. Über mehr Auszeiten nachzudenken, hat seinen Reiz. In der Angestellten-Denke wäre das: 25 h / Woche bei 90 Tagen Urlaub im Jahr.
Ich würde gerne im Ausland leben – in warmen Regionen. Das haben wir auch schon probehalber gemacht. Die Firma könnte ich größtenteils auch von dort aus führen.
Allerdings ist es mit der Schulpflicht der Kinder etwas schwierig. Ich weiß auch nicht, wie es für sie wäre. Da sind wir noch am überlegen. Vielleicht habt ihr da Tipps?!

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Zwei Bücher, die ihr wahrscheinlich schon kennt: „Die 4-Stunden Woche“ von Tim Ferriss und „The Millionaire Fastlane“ von MJ DeMarco

 

 

Das war das Millionär Interview von Steffen. Ganz herzlichen Dank dafür!

Auch dieses Interview hat wieder gezeigt, dass es verschiedene Wege zu Wohlstand und Freiheit gibt.

Bezüglich des Geldes auf dem Tagesgeldkonto ist hier noch eine Baustelle und das weiß Steffen ja selbst. Ich empfehle Ihm dieses psychologische Problem zu umgehen, indem er das bisher akkumulierte Geld erst einmal dort lässt und ab nun das gesamte neue Geld aus seiner Selbständigkeit monatlich in einen Aktien ETF anlegt. Bei seiner extrem hohen Sparquote wird sich dort sehr schnell ein ordentliches Vermögen anhäufen und es geht jetzt erst einmal darum die Schwankungen des Aktienmarktes ertragen zu lernen.

Man findet nie den besten Zeitpunkt zum Investieren. Das wichtigste ist, damit anzufangen und zu lernen mit den Schwankungen umzugehen.

 

Und nun an die Leser:

Hast Du auch eine interessante Lebensgeschichte zu erzählen? An welcher Stelle bist Du gerade? Was sind Deine Ziele und Wünsche? Was würdest Du gerne aus Dir machen?
Wer ebenfalls Interesse an einem solchen Interview hat, kann mir unter maschinist@freiheitsmaschine.com schreiben. Alle Beiträge werden natürlich komplett anonymisiert und nur auf ausdrücklichen Wunsch werden bestimmte Informationen geteilt.

Und jetzt seid Ihr dran im Kommentarbereich! Was interessiert euch speziell am Weg von Steffen? Was hilft euch besonders weiter? Benutzt dafür die Kommentarfunktion.

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