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Why is Retirement Harder than Saving for Retirement?

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Alter Nomade
(@pmeinl)
Verdienter Freiheitskämpfer

Bin gerade wieder über diesen sehr interessanten Artikel zu den Schwierigkeiten des Entsparens gestolpert. Early Retirement Now: Why is Retirement Harder than Saving for Retirement?

Ein Beispiel daraus, welches verdeutlicht, wie lange es dauert aus einem vom Sequence Risk gerissenen Loch wieder rauszukommen. Es ist eben nicht einfach damit getan eine Zeit lang vom Notgroschen zu leben.

SRR recovery

Übrigens hat sich das Sequence Risk nicht erledigt, sobald man die ersten ca. 10J seiner Entnahmephase rum hat. Früh in einem Entnahmezeitraum schlechte Renditen wirken sich weiterhin negativer aus als spätere. Durch den sich verkürzenden Entnahmezeitraum werden aber die Folgen immer kleiner. Damit bleibt das SRR auch 10J nach dem Ruhestandseintritt beim vorzeitigen Ruhestand (FIRE) mit einem Entnahmezeitraum von vielleicht 60J kritischer als bei einem “normalen” Ruhestand mit vielleicht 30J. Siehe When Can We Stop Worrying about Sequence Risk?

Wieder entdeckt hab ich den erstgenannten Artikel beim Lesen des aktuellen Ten things the “Makers” of the FIRE movement don’t want you to know. Dessen Inhalt ist besser als der Titel.

Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 5. Januar 2022 12:40
BananenRapper, Max, Dustin und 2 User mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Karsten Jeske von ERN hat das Thema prima beleuchtet.

Er war ja auch hier beim Millionär Interview.

 

Die Lösung für diese Sorgen ist es in Zeiten hoher (Aktien)-Marktbewertungen (wie aktuell) die geplante Entnahmerate zu senken. Eine 3% Entnahmerate ist im US Markt auch bei hoher Marktbewertung bisher noch nie gescheitert.

 

Der Unterschied zwischen einem Depot mit 4% Entnahmerate und drei 3% Entnahmerate beträgt bei einer Sparquote von 50% und einer Marktperformance von 5% Real (nur) ca. 3 Jahre weiteres Sparen. Das würde ich aktuell bei einer langen geplanten Entnahmephase auf jeden Fall tun, wenn eine mögliche gesetzliche oder private Rente noch in weiter Ferne liegt.

 

Mit einem weltweiten Aktienmarktportfolio kann man alleine mit Index ETF mit ein wenig Auswahl eine ca. 3% Dividendenrendite erreichen. Diese kann man dann auch als "Entnahme" in der Rentenphase betrachten und ist damit fail safe (da viele gute Aktienmärkte außerhalb der USA aktuell überraschend günstig sind).

Die in einer großen Rezession temporär gekürzten Dividenden (wie z.B. 2008) kann man mit einer vorhandenem Cashpuffer (1-2 Jahresausgaben) auffüllen (das würde ich auch zur Beruhigung so handhaben).

 

Schönen Tag

AntwortZitat
Veröffentlicht : 5. Januar 2022 13:24
BananenRapper, Max, Dustin und 1 User mögen das
Mrtn17
(@mrtn17)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @pmeinl

Wieder entdeckt hab ich den erstgenannten Artikel beim Lesen des aktuellen Ten things the “Makers” of the FIRE movement don’t want you to know. Dessen Inhalt ist besser als der Titel.

Die Artikel von Karsten "Big ERN" sind wirklich toll. Das ist ja sogar schon Teil 50 der SWR Serie. Ich hatte vor 2-3 Jahren mal damit angefangen und nach Teil 10 oder so aufgegeben (es ist doch durchaus etwas anspruchsvoll zu lesen und zahlenlastig) aber kürzlich die Artikelserie wiederentdeckt und weiter eingelesen/gearbeitet.

Beim aktuellen von dir genannten Artikel fand ich auch das Diagramm unter Punkt 6 beeindruckend, wo er Entnahmeraten zwischen 3,2-3,7% zeigt, wie unterschiedlich dann das Ergebnis nach 50 Jahren sein kann. Ich werden nie wieder denken "eine Entnahmerate von 3% oder 4%, was macht das schon für einen Unterschied?".

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Veröffentlicht : 5. Januar 2022 13:56
Max, Vossi78, Maschinist und 2 User mögen das
Smmn
 Smmn
(@smmn)
Verdienter Freiheitskämpfer

Interessant, dass Karsten's Kalkulation sogar 3,5% als SWR ergibt, auch bei hohen CAPE Ratios, siehe unten. 3% würden mich aber auch besser schlafen lassen.

image
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Veröffentlicht : 6. Januar 2022 07:27
BananenRapper und Max mögen das
Robi
 Robi
(@robi)
Verdienter Freiheitskämpfer

Was sicher auch nicht verkehrt ist: Einen Teil der Jahresausgaben mit Mieteinnahmen decken. 

Dadurch ist nur ein kleinerer Teil des benötigten Kapitals durch die Schwankungen der Börse beeinflusst. 

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Veröffentlicht : 6. Januar 2022 20:59
Max mag das
Alter Nomade
(@pmeinl)
Verdienter Freiheitskämpfer

Finanzen? Erklärt! Erkennen, wenn die Pleite droht – besteht während der Entnahmephase Handlungsbedarf?

4 prozent über 30J
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Themenstarter Veröffentlicht : 12. Januar 2022 16:13
Natman mag das
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator

@pmeinl die beste Strategie ist es wohl, möglichst viel mehr zu haben als man benötigt und gleichzeitig mehrere Einkommensströme zu besitzen. Und "sicher" ist ja eigentlich auch n schwieriges Wort 

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Veröffentlicht : 12. Januar 2022 17:39
Robi
 Robi
(@robi)
Verdienter Freiheitskämpfer

Im schlimmsten Fall muss man halt nochmal anfangen zu arbeiten vor der offiziellen Rente. 

Wenn man gar keine Rente in Aussicht hat sollte man sehr großzügig planen, z.B. mit einem Cash-Polster das mehrere Jahre reicht, wenn die Börse mal schwächelt.

Habe heute erst mit einem Kollegen philosophiert, der Ende diesen Jahres aufhört zu arbeiten:

Was haltet ihr von folgender Idee:

Man hat einen Puffer von 5 Jahresausgaben, das Depot hat die Größe von 25 Jahresausgaben.

Das erste Jahr als Privatier wird aus dem Puffer bedient. Wenn die Börse im ersten Jahr 4% oder mehr geliefert hat wird der Puffer wieder aufgefüllt.

Hat die Börse nur 3% geliefert werden nur 3% in den Puffer geschoben.

Wenn die Börse 5 Jahre nacheinander negativ läuft ist der Puffer weg, man musste aber das Depot noch nicht antasten.

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Veröffentlicht : 12. Januar 2022 19:06
Natman, Siduva und Judge Dredd mögen das
Siduva
(@siduva)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @pmeinl

Finanzen? Erklärt! Erkennen, wenn die Pleite droht – besteht während der Entnahmephase Handlungsbedarf?

4 prozent über 30J

Ich stehe den Artikeln bzw. den Schlussfolgerungen von Finanzen? Erklärt! zunehmend skeptisch gegenüber. Die ganze Berechnungslogik dahinter mag über jeden Zweifel erhaben sein. Das alles basiert aber letztlich auf historischen Daten und ist Excel-Theorie, die für sichere individuelle Zukunftsprognosen nicht geeignet ist. Die Unwegbarkeiten der nächsten 30 Jahre lassen sich mit Excel niemals sicher im Griff halten. Man muss im Zweifel einfach flexibel und individuell reagieren. Diese Art von Disclaimer fehlt mir aber zunehmend in den Artikeln.

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Veröffentlicht : 12. Januar 2022 20:31
Robi und Natman mögen das
Siduva
(@siduva)
Verdienter Freiheitskämpfer

@robi ähnlich simpel sehe ich das auch. Das SoR risk am Aktienmarkt lässt sich bis zu einem gewissen Grad mit Cash, Mieteinnahmen oder im worst case einem 450€ Job in den Griff bekommen.

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Veröffentlicht : 12. Januar 2022 20:35
Vossi78, Robi und Natman mögen das
Vossi78
(@vossi78)
Verdienter Freiheitskämpfer

@robi 

Bei Millennial Revolution haben sie dazu auch einen Artikel in deren investment workshop. Die beiden halten auch fünf Jahre in Cash vor. Allerdings, um die Summe an nicht arbeitendem Geld nicht zu groß werden zu lassen, ziehen sie von der benötigten Summe die Dividenden ab. So reduziert sich das vorzuhaltende Kapital enorm

https://www.millennial-revolution.com/invest/workshop-invest/investment-workshop-15-withdrawing-portfolio/

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Veröffentlicht : 13. Januar 2022 06:53
Natman und Robi mögen das
Ste Fan
(@ste-fan)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @vossi78

@robi 

Bei Millennial Revolution haben sie dazu auch einen Artikel in deren investment workshop.
...

https://www.millennial-revolution.com/invest/workshop-invest/investment-workshop-15-withdrawing-portfolio/

Aus dem Artikel:

Yields, in the form of dividends or interest, are paid to you without having to sell anything. So if you had a $1 Million portfolio yielding 2.5%, even if the market crashed and took the portfolio down 10% to $900,000, you still get paid $25,000, or 2.5%. And that’s 2.5% of the ORIGINAL amount, not the new, lower value. This is because yield gets locked in when you buy, and generally isn’t affected by the day-to-day gyrations of the stock market.

So when you retire, you want to have as much of your annual living expenses covered by your portfolio yield as possible. This way, you’re not vulnerable to a sudden market crash that blows up your retirement withdrawal plan.

Und jetzt stell sich mal einer vor in richtigen Crashs (aka richtigen Leben) koennten auch einige Dividendenzahler hopps gehen oder Firmen streichen diese aus Liquiditaetsgruenden.....ich koennte mir durchaus vorstellen dass ueber die naechsten 20 Jahren hinweg einigen FIRE-Fans und deren schlauen Consultants Traenen in die Augen kommen koennten...aber nein, muss falsch sein weil die Frugalisten-Jungs und Maedels auf Youtube haben ja was ganz anders gesagt Nonoise

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Veröffentlicht : 13. Januar 2022 10:06
Robi
 Robi
(@robi)
Verdienter Freiheitskämpfer

@ste-fan 

Deswegen würde ich versuchen einen Teil der Ausgaben durch Mieteinnahmen zu decken. Gewohnt wird immer, auch während Crashs...

Die 2,X% Dividenden zahlen dir auch manche ETFs, von dem her ist das Pleiterisiko von einzelnen Firmen egal.

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Veröffentlicht : 13. Januar 2022 10:12
Vossi78
(@vossi78)
Verdienter Freiheitskämpfer

Fünf Jahresausgaben so rumliegen zu haben ist halt bei höherer Inflation auch nicht das beste.

Mieteinnahmen können ein weiteres Standbein sein. Wichtig ist es, wie oben auch schon von anderen geschrieben, die Cashflows auf mehrere Zahlungsströme zu verteilen.

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Veröffentlicht : 13. Januar 2022 10:50
Robi mag das
Martin
(@martin)
Verdienter Freiheitskämpfer

Mietzahlungen können auch ausbleiben, nur weil man bisher Glück hatte, muss und wird dies in Zukunft nicht so sein.

Vermutlich werden die wenigsten mit einer hart an der Grenze berechneten Ausgabenhöhe in den Ruhestand gehen. Wer also zum Beispiel mit 5.000 Euro netto rechnet, wird diese Summe bestimmt nicht jeden Monat ausgeben. Der nicht ausgegebene Puffer von zum Beispiel 500-1.000 Euro sorgt für höhere Erträge in der Zukunft. Zusätzlich besteht für die meisten die Möglichkeit, weiterhin Geld aus Arbeit zu generieren.

Sogenannte Hartz-4-Rentner, welche mit 1.000 Euro pro Monat aus Kapitalerträgen in einem Dritte-Welt-Land leben, dürften hier eher weniger anzutreffen sein.

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Veröffentlicht : 13. Januar 2022 10:52
Robi mag das
Ste Fan
(@ste-fan)
Verdienter Freiheitskämpfer

@robi

In irgendeiner Art und Weise ueber verschiedene Assetklassen diversifizieren macht Sinn.
Leider gilt auf lange Sicht gesehen: 90% der Returns eines 100 Jahre alten 60/40 Portfolios stammen aus den vergangenen 40 Jahren..was war die anderen 60?
Ein ETF auf den SP500 haette von 1970-80 inflationsbereinigt Verluste eingefahren.. 2.5% Dividendenrendite als Entnahmestart in 1970...viel Spass....sowas wie die 30er lassen wir mal besser komplett aussen vor..

Mit aussreichend Assets und ein bisschen finanzieller Bildung wird man sich da da irgendwie auf die Risiken einstellen koennen, nur die Vertreter der mit auf Kante genaehten Ressourcen der FIRE und Frugalisten Community mit ihrer Youtube Bildung die nur die letzten Jahrzehnte (bzw letzten 10 Jahre) BnH extrapolieren koennten da tendenziell ein unangenehmes Erwachen haben...

Keiner weiss was die Zukunft bringt, allerdings waren die letzten 30 Jahre von der immensen Bondrally seit Volckers "Zinshoch" gepraegt, die Gefahr dass die ganzen SWR Rechnungen im Detail was wesentliches ausser acht lassen ist wohl durchaus gegeben...da wird auch eine Rechnung auf die 2te Kommastelle nicht Abhilfe schaffen Smile

https://images.mktw.net/im-370921?width=700&size=1.490104772991851

AntwortZitat
Veröffentlicht : 13. Januar 2022 10:55
BananenRapper und Robi mögen das
Seite 1 / 3