Die Freiheitskämpfer helfen: Kai als angehender Millionär – desillusioniert im Niedriglohn

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Postbote als angehender Millionär aber desillusioniertEin Highlight der Freiheitsmaschine sind für mich die Leserbriefe. Menschen aller Altersgruppen und Lebensbereiche teilen dort Ihre Sorgen aber auch Ihre Träume und weiteren Lebensziele mit uns.

Das tun Sie, weil Sie in Ihrem direkten Lebensumfeld oft nicht über Dinge wie Finanzen oder Ihren Beruf sprechen können ohne auf Unverständnis oder sogar Ablehnung zu stoßen.

Dieses Entblößen vor anderen ist bestimmt nicht immer einfach. Aber diese Freiheitskämpfer tun das trotzdem, weil Sie etwas erkannt haben.

 

Eine neue Idee kann der Start zu einem ganz anderen und besseren Leben sein

Die Entrepeneure des Silikon Valleys sind z.B. bestimmt nicht dorthin gezogen, um am neuen Lebensort mit extrem hohen Lebenshaltungskosten konfrontiert zu werden, sondern weil Sie dort unter anderem am besten neue Ideen aufsaugen und sich mit anderen Freidenkern austauschen können.

Und die gute Nachricht lautet: Mittlerweile gibt es eine solche Ideenmaschine auch hier bei uns.

 

Heute schreibt uns Kai und bittet um unsere Hilfe:

 

Hallo Maschinist,
zuerst möchte ich mich bei Dir für den tollen Blog bedanken. Ich lese hier fast täglich mit und suche nach Neuem. Ich schreibe Dir, weil Du und Deine Community eine ganz andere Sicht auf die Dinge habt als ich es aus meinem Umfeld kenne.

 

Ich bin Kai, 45 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern.
  • Ich arbeite bei dem großen gelben Riesen als Briefzusteller. Ich verdiene 2650 € Brutto (plus Zulagen, die mir aber für die spätere Rente nichts nützen; dessen sind sich viele auf meiner Arbeit nicht bewusst). Viele Kollegen rennen morgens ihre Tour ab und verbringen den Rest des Tages mit Computerspielen / Chillen usw.
  • Meine Frau ist Verkäuferin und Sie hat ca. 1150 € netto im Monat.
  • Durch meine Arbeit als Briefträger kam ich zu meinem zusätzlichen Nebenjob. Ich arbeite zusätzlich als „Hausmeister“ bei einer Wohnungsbaugesellschaft in freier Zeiteinteilung.


Von Kindheit an war meiner Frau und mir das Sparen beigebracht worden, da unsere Eltern auch nicht viel verdienten und wir schnell auf eigenen Füßen stehen mussten.
Kurz nach der Heirat kauften wir ein altes Haus und bauten es für uns um. Nichts Besonderes aber es gehört uns. Keine Miete und die Kinder können machen, was sie wollen.
2008 kauften wir eine 3-ZKB-Wohnung. Wir mussten sie kaum sanieren, da die neuen Mieter diese genauso wollten.
Den Immobilienkredit haben wir durch die Mieteinahmen mittlerweile vollständig getilgt.
Wir sparten alles, was ging und legten nie Wert auf Autos, Klamotten, teure Möbel. Der wichtigste Faktor im Leben ist nach meiner Meinung ZEIT. Du musst Zeit haben, wenn Du etwas benötigst. Kaufe nie direkt. Überlege, schaue auf Ebay, Ebay-Kleinanzeigen, Zeitungen und du findest das, was du möchtest, erheblich billiger. Wir kaufen fast alles gebraucht. Z.B. haben wir eine fast neue Couch mit Wohnzimmerschrank gegen Abbau und 200 € bekommen. Der Besitzer wurde beruflich ins Ausland versetzt und hatte es sich grad erst gekauft. Er gab uns die Belege mit über fast 4500 €. Das ist irre.
Mittlerweile besitzen wir eine zweite 3-ZKB-Wohnung, die wir selbst saniert haben. Beide Wohnungen sind einfach und ländlich gelegen, das Mietniveau hier ist generell niedrig.

 

Unsere gesamte Vermögenssituation sieht folgendermaßen aus:
  • Mittlerweile sind 250.000 € in ETF (dank Dir fast alles in dem irischen Vanguard All World ETF) und Einzelaktien
  • 250.000 € in Tagesgeld
  • Zwei 3 Zimmerwohnungen sind vermietet
  • Ein Haus, in dem wir leben
Die Immobilien sind mittlerweile alle bezahlt.

 

Soweit – so gut und rückblickend auf mein Leben habe ich vieles richtig gemacht. Aber auch vieles falsch.
Ich kann z.B. jedem jungen Menschen nur raten, in seine Ausbildung zu investieren. Das ist das höchste Gut!
Wenn Du viel verdienst, kannst du auch viel sparen. Unsere Sparrate habe ich nie ausgerechnet, aber ich denke sie liegt weit über 50%. Man gewöhnt sich an das Leben mit Wenig. Und das vermittele ich auch meinen Kindern. Man braucht all den Quatsch nicht.
Da ich damals bei der alten Bundespost gelernt habe (weil es mein Vater so wollte), kann ich heute keine vernünftigere Arbeit finden. Ich kann keine Qualifikationen vorweisen.
Ich bin Briefträger – nicht mehr und nicht weniger. Damals war man stolz, heute schäme ich mich. Aber mir wurde es immer so vermittelt: Nach meinem Realschulabschluss möglichst schnell Geld zu verdienen. Das war das Ziel.
Seit mehreren Jahren versuche ich nun daran etwas zu ändern aber schaffe es nicht. Andere würden sagen mir geht’s zu gut um was zu ändern, aber innerlich bin ich völlig platt.
Ende August erlitt ich einen Hörsturz. Ich denke das war jetzt das Signal meines Körpers das es so nicht weitergeht. Man kann nicht 6 Tage die Woche 12-14 Std. körperlich hart arbeiten. Das Ergebnis habe ich jetzt.
Auch auf meiner Arbeit als Briefträger wird immer mehr in die 8 Stunden gepackt, so dass man es gar nicht schafft seine Tour in der Zeit abzurennen. Das Arbeitsleben hat sich so geändert, nur noch Stress, Hektik, kein Miteinander mehr etc.

 

Ich will da raus, sonst geh ich kaputt. Ich weiß aber nicht wie ich es angehen soll.

 

Ich frage mich:
  • Wo fange ich an?

  • Wie finde ich das passende für mich?

  • Wie findet man mit 45 Jahren nochmals einen Neuanfang?

 

Wenn ich noch ein Ziel im Leben habe, so ist mein größter Wunsch eine Arbeit, die mich erfüllt!

 

Alles Gute wünsche ich Dir, Deiner Familie und allen Lesern.

 

Das war der Leserbrief von Kai und wieder einmal einer, der mich umgehauen hat.

Zwei Menschen mit nach eigener Aussage bescheidenem Einkommen bauen sich mit Fleiß und Planung ein solches Vermögen auf. Selbst wenn ich euer Haus und eure beiden vermieteten Immobilien super niedrig im ländlichen Raum ansetze, sind das in Summe mit den ETF und dem Tagesgeld mindestens 750.000 Euro an selbsterschaffenem Vermögen im Alter von 45 Jahren.

Das ist bei euren Rahmenbedingungen eine fantastische Leistung! Die meisten Familien mit dem doppelten Nettoeinkommen haben in eurem Lebensabschnitt garantiert ein geringeres Vermögen als Ihr.

Ihr beiden müsstet also eigentlich schon vollkommen entspannt euren stetig wachsenden Einkommensstrom aus euren Investments genießen und in Kombination mit euren geringen Lebenshaltungskosten langsam die nächsten Schritte planen.

Aber es gibt scheinbar ein Problem.  Du und Deine Frau arbeitet trotz des schon Erreichten weiterhin volle Pulle mit sehr hohem Zeitaufwand neben den Kindern. Und bei Dir hat das mittlerweile  sogar schon gesundheitliche Konsequenzen. Hier gibt es also dringend Handlungsbedarf.

Und dafür brauchst Du nach meiner Einschätzung ein paar frische Ideen.

Und deshalb gibt es hier nun: Der Plan – Wir helfen Kai!

Die anderen Freiheitskämpfer (und ich auch) schreiben Dir hier in den Kommentaren, welche Ideen wir zu Deiner Situation haben und was wir an Deiner Stelle tun würden.  Bei Dir gibt es dabei  Themen auf der finanziellen Seite wie auch im beruflichen und privaten Bereich.

Vielleicht gibt es hier sogar Leser aus dem gleichen Umfeld, die Dir ganz spezifische Ratschläge geben können.

Also lasst uns Kai helfen und dabei selbst wieder etwas lernen.

Feuer frei im Kommentarbereich!

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