Die Freiheitskämpfer helfen: Kai als angehender Millionär – desillusioniert im Niedriglohn

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Ein Highlight der Freiheitsmaschine sind für mich die Leserbriefe. Menschen aller Altersgruppen und Lebensbereiche teilen dort Ihre Sorgen aber auch Ihre Träume und weiteren Lebensziele mit uns.

Das tun Sie, weil Sie in Ihrem direkten Lebensumfeld oft nicht über Dinge wie Finanzen oder Ihren Beruf sprechen können ohne auf Unverständnis oder sogar Ablehnung zu stoßen.

Dieses Entblößen vor anderen ist bestimmt nicht immer einfach. Aber diese Freiheitskämpfer tun das trotzdem, weil Sie etwas erkannt haben.

 

Eine neue Idee kann der Start zu einem ganz anderen und besseren Leben sein

Die Entrepeneure des Silikon Valleys sind z.B. bestimmt nicht dorthin gezogen, um am neuen Lebensort mit extrem hohen Lebenshaltungskosten konfrontiert zu werden, sondern weil Sie dort unter anderem am besten neue Ideen aufsaugen und sich mit anderen Freidenkern austauschen können.

Und die gute Nachricht lautet: Mittlerweile gibt es eine solche Ideenmaschine auch hier bei uns.

 

Heute schreibt uns Kai und bittet um unsere Hilfe:

 

Hallo Maschinist,
zuerst möchte ich mich bei Dir für den tollen Blog bedanken. Ich lese hier fast täglich mit und suche nach Neuem. Ich schreibe Dir, weil Du und Deine Community eine ganz andere Sicht auf die Dinge habt als ich es aus meinem Umfeld kenne.

 

Ich bin Kai, 45 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern.
  • Ich arbeite bei dem großen gelben Riesen als Briefzusteller. Ich verdiene 2650 € Brutto (plus Zulagen, die mir aber für die spätere Rente nichts nützen; dessen sind sich viele auf meiner Arbeit nicht bewusst). Viele Kollegen rennen morgens ihre Tour ab und verbringen den Rest des Tages mit Computerspielen / Chillen usw.
  • Meine Frau ist Verkäuferin und Sie hat ca. 1150 € netto im Monat.
  • Durch meine Arbeit als Briefträger kam ich zu meinem zusätzlichen Nebenjob. Ich arbeite zusätzlich als „Hausmeister“ bei einer Wohnungsbaugesellschaft in freier Zeiteinteilung.


Von Kindheit an war meiner Frau und mir das Sparen beigebracht worden, da unsere Eltern auch nicht viel verdienten und wir schnell auf eigenen Füßen stehen mussten.
Kurz nach der Heirat kauften wir ein altes Haus und bauten es für uns um. Nichts Besonderes aber es gehört uns. Keine Miete und die Kinder können machen, was sie wollen.
2008 kauften wir eine 3-ZKB-Wohnung. Wir mussten sie kaum sanieren, da die neuen Mieter diese genauso wollten.
Den Immobilienkredit haben wir durch die Mieteinahmen mittlerweile vollständig getilgt.
Wir sparten alles, was ging und legten nie Wert auf Autos, Klamotten, teure Möbel. Der wichtigste Faktor im Leben ist nach meiner Meinung ZEIT. Du musst Zeit haben, wenn Du etwas benötigst. Kaufe nie direkt. Überlege, schaue auf Ebay, Ebay-Kleinanzeigen, Zeitungen und du findest das, was du möchtest, erheblich billiger. Wir kaufen fast alles gebraucht. Z.B. haben wir eine fast neue Couch mit Wohnzimmerschrank gegen Abbau und 200 € bekommen. Der Besitzer wurde beruflich ins Ausland versetzt und hatte es sich grad erst gekauft. Er gab uns die Belege mit über fast 4500 €. Das ist irre.
Mittlerweile besitzen wir eine zweite 3-ZKB-Wohnung, die wir selbst saniert haben. Beide Wohnungen sind einfach und ländlich gelegen, das Mietniveau hier ist generell niedrig.

 

Unsere gesamte Vermögenssituation sieht folgendermaßen aus:
  • Mittlerweile sind 250.000 € in ETF (dank Dir fast alles in dem irischen Vanguard All World ETF) und Einzelaktien
  • 250.000 € in Tagesgeld
  • Zwei 3 Zimmerwohnungen sind vermietet
  • Ein Haus, in dem wir leben
Die Immobilien sind mittlerweile alle bezahlt.

 

Soweit – so gut und rückblickend auf mein Leben habe ich vieles richtig gemacht. Aber auch vieles falsch.
Ich kann z.B. jedem jungen Menschen nur raten, in seine Ausbildung zu investieren. Das ist das höchste Gut!
Wenn Du viel verdienst, kannst du auch viel sparen. Unsere Sparrate habe ich nie ausgerechnet, aber ich denke sie liegt weit über 50%. Man gewöhnt sich an das Leben mit Wenig. Und das vermittele ich auch meinen Kindern. Man braucht all den Quatsch nicht.
Da ich damals bei der alten Bundespost gelernt habe (weil es mein Vater so wollte), kann ich heute keine vernünftigere Arbeit finden. Ich kann keine Qualifikationen vorweisen.
Ich bin Briefträger – nicht mehr und nicht weniger. Damals war man stolz, heute schäme ich mich. Aber mir wurde es immer so vermittelt: Nach meinem Realschulabschluss möglichst schnell Geld zu verdienen. Das war das Ziel.
Seit mehreren Jahren versuche ich nun daran etwas zu ändern aber schaffe es nicht. Andere würden sagen mir geht’s zu gut um was zu ändern, aber innerlich bin ich völlig platt.
Ende August erlitt ich einen Hörsturz. Ich denke das war jetzt das Signal meines Körpers das es so nicht weitergeht. Man kann nicht 6 Tage die Woche 12-14 Std. körperlich hart arbeiten. Das Ergebnis habe ich jetzt.
Auch auf meiner Arbeit als Briefträger wird immer mehr in die 8 Stunden gepackt, so dass man es gar nicht schafft seine Tour in der Zeit abzurennen. Das Arbeitsleben hat sich so geändert, nur noch Stress, Hektik, kein Miteinander mehr etc.

 

Ich will da raus, sonst geh ich kaputt. Ich weiß aber nicht wie ich es angehen soll.

 

Ich frage mich:
  • Wo fange ich an?

  • Wie finde ich das passende für mich?

  • Wie findet man mit 45 Jahren nochmals einen Neuanfang?

 

Wenn ich noch ein Ziel im Leben habe, so ist mein größter Wunsch eine Arbeit, die mich erfüllt!

 

Alles Gute wünsche ich Dir, Deiner Familie und allen Lesern.

 

Das war der Leserbrief von Kai und wieder einmal einer, der mich umgehauen hat.

Zwei Menschen mit nach eigener Aussage bescheidenem Einkommen bauen sich mit Fleiß und Planung ein solches Vermögen auf. Selbst wenn ich euer Haus und eure beiden vermieteten Immobilien super niedrig im ländlichen Raum ansetze, sind das in Summe mit den ETF und dem Tagesgeld mindestens 750.000 Euro an selbsterschaffenem Vermögen im Alter von 45 Jahren.

Das ist bei euren Rahmenbedingungen eine fantastische Leistung! Die meisten Familien mit dem doppelten Nettoeinkommen haben in eurem Lebensabschnitt garantiert ein geringeres Vermögen als Ihr.

Ihr beiden müsstet also eigentlich schon vollkommen entspannt euren stetig wachsenden Einkommensstrom aus euren Investments genießen und in Kombination mit euren geringen Lebenshaltungskosten langsam die nächsten Schritte planen.

Aber es gibt scheinbar ein Problem.  Du und Deine Frau arbeitet trotz des schon Erreichten weiterhin volle Pulle mit sehr hohem Zeitaufwand neben den Kindern. Und bei Dir hat das mittlerweile  sogar schon gesundheitliche Konsequenzen. Hier gibt es also dringend Handlungsbedarf.

Und dafür brauchst Du nach meiner Einschätzung ein paar frische Ideen.

Und deshalb gibt es hier nun: Der Plan – Wir helfen Kai!

Die anderen Freiheitskämpfer (und ich auch) schreiben Dir hier in den Kommentaren, welche Ideen wir zu Deiner Situation haben und was wir an Deiner Stelle tun würden.  Bei Dir gibt es dabei  Themen auf der finanziellen Seite wie auch im beruflichen und privaten Bereich.

Vielleicht gibt es hier sogar Leser aus dem gleichen Umfeld, die Dir ganz spezifische Ratschläge geben können.

Also lasst uns Kai helfen und dabei selbst wieder etwas lernen.

Feuer frei im Kommentarbereich!

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Tobias

Kompliment Kai, was ich lese ist eher, dass es jemand als Briefträger zu einem beträchtlichen Vermögen bereits gebracht hat! Nun kannst Du Dich daran machen das zu strukturieren. Spontan fallen mir der Einsatz Deines Bargeldes in weitere zinsstärkere Produkte ein. Dann kann man was mit den bereits abbezahlten Immobilien anfangen (nachbeleihen, sofern möglich, um das somit beliehene freigewordene Geld als Eigenkapitaleinsatz für weitere Immobilien zu nutzen). Als Briefträger kommst Du mit vielen Menschen in Kontakt, die Dich schätzen und Dir eventuell auch verraten, ob Sie ihre Immobilie verkaufen möchten (oder wissen wer es möchte). Hätte da noch so einige Ideen, weil Du ja auch handwerklich begabt bist. Gerne eine private Mail an mich zum intensiveren Austausch! https://freiheitsmaschine.com/freiheitsforum/messages/

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Martin

Hallo Kai,
erstmal meinen Riesenrespekt für Deinen finanziellen Erfolg, den Du Dir buchstäblich hart erarbeitet hast. Da kannst Du wirklich stolz sein. Nach meiner bescheidenen Meinung bist Du mit diesem Polster gut für einen Neustart gewappnet, denn die Zeit der Neuausrichtung überstehst Du locker.

Die schwierige Eingangsfrage an Dich lautet: Was macht Dich glücklich bzw. was willst Du? Die Antwort darauf legt den Kurs fest, den Du dann voller Gewissheit einschlägst. Anders herum gilt: Wer den Hafen nicht kennt, für den ist jeder Wind sch***.

Die Antwort zu finden, ist aber auch nicht leicht. Ein Trick ist, zu überlegen, was Du mit Deinem Leben anfangen würdest, wenn Geld keine Rolle spielte, also z.B. nach einem Lottogewinn. Ignorier den kurzfristigen Konsum und die Geldanlage und heraus kommt bestenfalls eine Dich erfüllende Tätigkeit, die Dich nicht krank macht und mit der Du wahrscheinlich sogar Geld verdienen kannst. Letzteres klappt v.a. deshalb, weil Dir diese Tätigkeit Spaß macht und Du darin gut sein wirst.

Ein konkreter Gedanke: Aus eigener leidiger Erfahrung und aus meinem Umfeld weiß ich, wie schwer es ist, einen gescheiten und zuverlässigen Hausmeister zu finden. Schlechte Hausverwaltungen gibt es auch viele. Du hast einschlägige Erfahrung und könntest Dich damit selbstständig machen. Du entscheidest selbst über Arbeitszeit und Bezahlung und nebenbei bekommst Du vielleicht mit, wo Deine künftigen Wohnungen Nr. 3 und 4 zum Verkauf stehen…

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Karin

Rechne doch mal aus, wie viel Geld ihr im Schnitt im Monat zum Leben braucht. Diesen Betrag zu verdienen (plus vielleicht einige hundert Euro zum Weitersparen, je nach dem, welche Vermögenshöhe euer Ziel ist) würde doch genügen. Da könntest du vielleicht zumindest den Hausmeisterjob wegkkürzen und die Arbeitstage bei der Post reduzieren (4 x die Woche?)

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Pascal Weichert

Was du erreicht hast ist mega. Du stehst jetzt besser da als 50% der Deutschen Haushalte.

“Da ich damals bei der alten Bundespost gelernt habe (weil es mein Vater so wollte), kann ich heute keine vernünftigere Arbeit finden. Ich kann keine Qualifikationen vorweisen.” -> Was du schaffen kannst, legst du selbst fest. Du bist Handwerklich begabt. Du bist arbeitswillig. Du bist beständig. Das ist alles was man in der heutzutagigen Welt braucht. Also hör bitte auf dir diese Glaubensmuster selbst einzureden.

Zugegebner Maße, der deutsche Kündigungsschutz läuft gegen dich. Du bist (für meine Verhältnisse) relativ alt und für Unternehmen in der Phase ein größeres Risiko. In den USA gibt es sehr viele Menschen die mit 45 ihre Karriere erst richtig Starteten. Deshalb ist es wahrscheinlicher sich das Wissen über was Eigenes aufzubauen. Wenn du dann gut bist, werden dich die UNs auch nehmen.

Wenn ich das Richtig sehe habt ihr 2 Wohnungen + 250k Tagesgeld + 250k ETF und du hast höchstwahrscheinlich auch Rentenansprüche, die bei dir nicht zu knapp seien dürften. Der ETF sollte bei 2,5% Divrendite alleine jeden Monat 520€ (ohne Steuer) ausmachen. Ich weiß nicht wie viel die 2 Wohnungen abwerfen. Aber zusammen mit dem Tagesgeld sehe ich absolut keine bedenken wieso man bei einer Neuorientierung Probleme bekommen sollte. Oder warum man eine Nebenberufliche Selbständigkeit nicht mal probieren sollte.

1. Was willst du überhaupt machen?
z.B. einen Hausmeisterservice anbieten? Du hast die Erfahrung und wenn im Moment jemand Geld verdient sind das Handwerker und Hausmeister. Die werden gesucht wie extrem. DU wirst Gesucht. DEINE Kompetenzen werden gesucht. Besser ist man fast nur in der IT dran.

In den USA ist die Arbeitsmarktentwicklung im Handwerk auch schon weit Fortgeschritten:

Als Elektriker sind +100.000$ Jahresgehalt keine Seltenheit. Ähnliche entwickelt sich der Deutsche Markt. (Immer weniger Handwerker)

Sich umorientieren? Du könntest von heute auf morgen SEO oder Unternehmensberater werden (Sind beides keine Geschützten berufe). Was macht dir Spaß, was würdest du auch ohne Geld machen und welche Themen interessieren dich so sehr dass du dich darin vertiefen möchtest? Abendschule und Studieren würde ich nur machen, wenn du wirklich richtig bock drauf hast. Es gibt 1000 Wege zum Erfolg.

2. Eigenkapitalrendite Steigern:
Ihr habt 2 Wohnimmobielen, die abgezahlt sind. Abgezahlte Wohnimmobilen haben meist eine Geringe Eigenkapitalverzinsung, da sie nicht vom Leverage Effekt profitieren können.

Sofern ihr nicht von größeren Preisrücksetzern ausgeht, könnt ihr diese Nachbeleihen. Das Freigewordene Eigenkapital könnte dann z.B. in ETFs weiter Kapital für euch aufbauen. Oder neue Immobilen finanzieren. Die dann wiederum euren Cashflow steigern. Und 300€ mehr im Monat so aus dem Nichts zu bekommen ist super 🙂

Video Leverage Effekt:

3. Ihr habt viel Tagesgeld 😉
Eine IHR (Instandhaltungsrücklage) sollte man in euren Fall zzgl. des Notgroschens immer haben. Aber 250.000 sind, sofern du nicht Off-Market Immobilen Deals machen möchtest, schon viel^^

4. Wie viel Geld soll es denn zum Ende hin sein?
Was sind diesbezüglich deine Ziele? Oder reicht es evtl. die Zeiten zu Reduzieren und bis zur Rente keinen Kapitalverzehr zu haben?

Gruß,
Pascal

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Patric

Die 250.000 € vom Tagesgeld runter nehmen und in Hochdividendenwerte investieren.

Eine Jahres-Ausschüttung von ca. 8-10 % ist hier möglich. Nach Steuern hat man daraus dann ein zusätzliches Einkommen von ca. 1.200-1.400 € monatlich.

Dafür sehr gut geeignete Wertpapiere wären z.B. diese hier:

Canoe EIT Incoe Fund
Aberdeen Global Premier Properties Fund
BKI Investment Company
First Trust Specialty Finance and Financial Opportunities Fund
Diversified Royalty Corporation
Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP UCITS ETF
Eaton Vance Tax-Advantaged Global Dividend Income Fund
BlackRock Income Trust
Reaves Utility Income Fund
PowerShares CEF Income Composite Portfolio ETF
Global X SuperDividend ETF
Global X SuperDividend REIT ETF
Global X MSCI SuperDividend Emerging Markets ETF
Global X Nasdaq 100 Covered Call ETF
Global X Russell 2000 Covered Call ETF
Global SuperDividend US ETF

In einige davon habe ich schon selbst investiert. Ansonsten unbedingt auf dem Blog NurBaresistWahres.de von Luis Pazos vorbei schauen!

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Joerg

Gratuliere, Kai,
wie hast du das nur geschafft? von 150k Bargeld und 130k Aktien & ETFs seit Aug’2017
auf 250k A+E und 250k Tagesgeld bis heute? Siehe:
https://timschaefermedia.com/brieftraeger-kai-wohnt-im-eigenheim-hat-2-vermietete-wohnungen-und-kauft-aktien-plus-etfs/
Klasse Sparquote?! 220k mehr in zwei Jahren, wie habt ihr das geschafft …?
Das bei Tim beschriebene Depot gibt kaum eine Turbo-Entwicklung her, umgeschichtet hast du ja anscheinend auch noch kraeftig … ?
Verraets du uns deine Tricks?
LG Joerg

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auf_dem_Weg

Hallo Jörg,
das kann ich gerne tun.
Leider ohne Trick. Denn Ende 2017 ist mein Schwiegervater verstorben und dann Mitte 2018 meine Mutter. Beide haben uns etwas hinterlassen. Dazu kommt noch das mir letzten Monat die Bausparkasse Debeka uns einen großen Bausparer gekündigt hat.
Des weiteren ist mein” Trick ” dieser Blog hier. Denn ich habe alles Geld komplett in Dollar!!! So wie das der Maschinist empfohlen hat.Erste Käufe habe ich zu 1,36 getätigt. Heute stehen wir bei 1,10. Alleine das sind tausende Euros.(Dollars)
Schönen Abend

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Joerg

Moin Kai,

danke fuer das Update und herzliches Beileid zu den menschl. Verlusten.

Jetzt ist das fuer mich besser nachvollziehbar und runder.

Als Tipp fuer deine Situation:
Schau’ mal tiefer, ob wirklich die Job-Situation der wesentliche Grund ist?
Fuehlst du dich insgesamt eher getrieben? Wovon, wozu, wohin?
Kannst du schwer geniessen?

Vielleicht hilft dir die Beschaeftigung mit Jesus Christus? Fuer mich war damals ein Einstieg dieses Buch:
“Jesus – unser Schicksal” von Wilhelm Busch
https://www.thalia.de/shop/home/rubrikartikel/ID6036831.html?ProvID=11000522

LG & Alles Gute
Joerg

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Tim

Warum machst du dich nicht als Hausmeister selbstständig? Du hast doch schon Kontakte zur Wohnungswirtschaft.
Damit wirst du auch nicht mehr reich, aber 30-45 €/h (je nach Standort) kannst du problemlos abrechnen.
Du bist dann dein eigener Chef, kommst etwas rum und machst nur die Sachen auf die du auch Lust hast.

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mcmaverick

Hallo Kai!

Tolle Leistung und Glückwunsch an der Stelle! Respekt für diese fleisige Leistung!

An deiner Stelle würde ich nichts überstürzen und mich langsam in neue gefielde Vortasten! Ich würde deinen krisensicheren Job nicht gleich an den Nagel hängen und eventuell über eine Arbeitszeitkürzung nachdenken. Dies sollte in solch einem großen Unternehmen doch möglich sein. Vielleicht 3 Tage postalische Pflichten nachgehen und die restliche Woche deinen eigenens Ding machen!
Das mit dem Hausmeisterdienst ist gar kein schlechter Einstieg oder du setzt eins oben drauf und wirst gleich Hausverwalter für andere Objekte! So kannst du dich langsam Vortasten!
Denkbar wäre wie Viencent dir einen Bus (Werkzeug brauch Platz :-)) zuzulegen und wenn du für die Post arbeitest, den Bus zu vermieten!

https://freiheitsmaschine.com/2019/05/29/millionaer-interview-19-vincent-freaky-finance/

Viel Erfolg!

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Genußkonto

Hallo Kai,

Ihr habt meinen vollen Respekt fuer das was Ihr erreicht habt und um ehrlich zu sein, schäme ich mich gerade fuer meinen eigenen Lebensstil ein bißchen. Vielen Dank fuerˋs Spiegel vor halten!!
Ich bin auch 45 und hatte eine ähnliche Ausgangssituation wie Du, heute stehe ich ohne Abitur, ohne akademischen Abschluß aber mit einem sehr hohen Einkommen als leitende Angestellte da und arbeite wie viele hier an der finanziellen Freiheit.

Aus meiner Erfahrung steht Dir der Arbeitsmarkt mit 45 durchaus noch offen. Wir haben einen Arbeitnehmermarkt mit nahezu Vollbeschäftigung.
Das was Ihr geschafft habt, schaffen nicht viele. Und das zeugt von Qualität und Kontinuität.
Bei Euern Lebensstil dürftet Ihr die finanzielle Freiheit bereits erreicht haben, also genug Sicherheit um heraus zu finden, was Du wirklich willst.
Ich habe spontan an eine Selbständigkeit als Hausmeisterservice gedacht.
Offenbar macht Dir das Spass und offenbar bringst Du auch genug Erfahrung mit, als selbstsanierender Wohnungsbesitzer….

Auf jeden Fall seid stolz auf das was Ihr geschafft habt.
Damit bist Du ein tolles Vorbild und ich streiche jetzt bei mir erstmal ein paar „unnötige“ Ausgaben.
Alles Gute fuer Dich und lass uns wissen, wie Dein Weg weiter geht.

LG
Agnes

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Thomas

Mir kam die Geschichte irgendwie bekannt vor. Dass ich sie einst schon bei Tim Schäfer gelesen habe ist mir nicht mehr präsent gewesen. Mir kommen die 2 Leserbriefe eher nach “abgreifen von Anerkennung” und weniger als ein ernst gemeinter Ruf nach Beratung vor.

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Bastian

Hallo Kai,

Ihr steht finanziell ja super da.
250k in Aktien
250k in Tagesgeld
und die drei Wohnungen schätze ich einfach mal auf 133k pro Wohnung also 400k.

Damit seid ihr ja nur knapp am Millionärsinterview vorbeigeschrammt ;).

Ich persönlich würde da die Aktienquote deutlich erhöhen. 200k aus Tagesgeld würde ich direkt innerhalb der nächsten zwei Jahre (zb. jedes halbe Jahr 50.000€) in Aktien/ETFs investieren und außerdem würde ich die Wohnungen einfach mal in Immobilienportale einstellen zu Preisen, zu denen du sie gerne hergeben würdest.
Im aktuellen Marktumfeld ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass du einen Käufer findest, der den Preis bezahlt.
Das reduziert den Aufwand durch das Vermieten und das Geld kann in attraktivere Anlagen wie Aktien investiert werden. Die gesetzliche Position von Vermietern wird sich in den nächsten Jahren wohl verschlechtern, eine Fortschreibung der Preissteigerungen der letzten Jahre sind eher unwahrscheinlich und ich sehe bei uns in der Gegend jetzt schon ein Zeichen, dass Neubauten von modernen Fertighäusern sogar billiger sind als uralte Bestandsimmobilien, ein klares Zeichen von Überhitzung.

Nach ein bis zwei Jahren könntet ihr dann etwa 750k in Aktien haben.
Da braucht ihr dann auch gar nichts mehr einzahlen, die Summe wird in den nächsten 20 Jahren bis zu eurer Rente bei durchschnittlicher Marktperformance auf ca. 2 mio € ansteigen.
Ihr müsst nur irgendwie ertragen können, dass der Wert der Aktien zumindest einmal in den nächsten zwanzig Jahren um 30-60% einbricht.

Dadurch macht ihr eure aktuelle Sparrate (50% hast du geschrieben) für mehr Lebensqualität im Jetzt frei. Nicht durch Konsum, der den Stress “kompensieren” soll, sondern durch Reduzierung eures Arbeitsaufwandes (der Hausmeisterjob wird dann wohl nicht mehr nötig sein oder vielleicht kann man bei der Post auf 4 Tage gehen).

So würde ich es jedenfalls machen, meine persönliche Assetallokation sieht auch folgendermaßen aus:

Tagesgeld 9,5%
Aktien 70,5%
Festverzinsliche (hauptsächlich, um andere Währungen abzudecken) 6%
Immobilienaktien 4,4%
Edelmetalle 6%
Krypto 2,6%
P2P 1%

bei einem ähnlichen hohen sechsstelligen Gesamtbetrag.

Ich empfehle also nichts, was ich nicht selbst auch so mache oder machen würde.

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Sebastian

Also irgendwie verstehe ich die Frage nicht so ganz.
Kai arbeitet sich kaputt (bis zum Hörsturz), möchte eine berufliche Veränderung und ist dabei doch schon lange finanziell frei (so er denn will):
Bei einem Haushaltsnettoeinkommen von ca. 3.200,- EUR und einer Sparquote von “weit über 50%” gehen wir mal großzügig von 1.600,-€ monatlichen Kosten aus.
Mit den 500.000 € könnte man eine realistische und langfristig nachhaltige Ausschüttungsrendite von 3-4% erreichen.
Dies sind (netto!) ca. 900-1.200 EUR pro Monat.
Die Differenz sollte doch wohl durch die (wenn ich das richtig verstanden habe bereits abbezahlten) Eigentumswohnungen reinkommen, oder werfen die wirklich so wenig ab?

Damit wäre Kai jetzt sofort nicht mehr auf sein Arbeitseinkommen angewiesen, könnte sich um seine Gesundheit kümmern und sich ggfs. mit einem kleinen Hausmeisterservice auf Stundenbasis freiberuflich selbstständig machen und nur noch soviel Arbeiten wie er möchte und seine Gesundheit es zulässt.

Und das gilt nur, wenn beide ihre Jobs aufgeben.
Sollte seine Frau weiterhin beruflich tätig sein sieht die Rechnung finanziell gesehen natürlich noch besser aus.

Oder übersehe ich hier etwas?

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Marsupilami

Ich sehe das genauso wie Seabstian – Wenn von den 250k zumindest 200k in einen ausschüttenden ETF angelegt werden und die Wohnung entweder vermietet oder verkauft und das Geld dann in einen ausschüttenden ETF angelegt werden, sollte die Situation des Nicht-Mehr-Arbeiten müssens bereits jetzt erreicht sein.

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Ulrich

Die Altersvorsorge ist noch ein Thema, sollte Kai noch Beamter sein, dann kann er sich max. 7 Jahre beurlauben lassen, sonst ist die Pension komplett futsch, auch die schöne Mindestpension. Also dann auf keinen Fall quittieren, sondern auf minimale Teilzeit umstellen.
Als Angestellter bleiben die erworbenen Rentenpunkte erhalten, es kommen nur keine mehr dazu, Teilzeit würde aber auch Beitragszeiten bringen, ab 35 Jahren gibt es Vorteile.

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David

Hallo Kai,

Glückwunsch zum Erreichten. Das ist sehr beachtlich!

Bzgl. Investments und Asset Allocation wurde bereits viel geschrieben, daher nichts dazu von mir.

Ich würde mir an Deiner Stelle überlegen beruflich kürzer zu treten (z.B. auf 50% reduzieren falls möglich), mit Deiner Sparrate bzw. Dividenden/Entnahmen aus Deinem Vermögen kein Problem und die frei gewordene Zeit mit Fortbildung zu Themen verbringen, die Dir Freude bereiten (es gibt im Online-Zeitalter fast nichts, was man sich nicht kostengünstig selber beibringen kann. Blogs, Youtube, Udemy, Udacity, EdX, …). Die gewonnen Fähigkeiten kannst Du dann mit der Zeit monetarisieren und vielleicht in eine Selbstständigkeit einbringen (z.B. lernst Du SEO/SEA und Programmieren und verknüpfst das mit Deinen Hausverwaltung/Hausmeistertätigkeiten, um einen kleinen digitalisierten Betrieb in Deiner Region dazu aufzubauen). So weiter, wie bisher klingt jedenfalls nicht nach einer Option.

Viele Grüße

David

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Steffen

Hallo Kai,

beim Lesen deiner Geschichte bin ich, wie du auch, zwiegespalten. Einerseits ist da das, was du dir aufgebaut hast, andererseits spürt man auch die Verzweiflung, dass du an der Arbeit kaputt gehen könntest.

Dass Menschen nach Sinn und sinnvoller Arbeit suchen, hängt nicht vom Einkommen ab, wohl aber von der Tätigkeit und vom Alter. Ab 40+ fragt man sich, was man mit seinem Leben noch so anfangen will.

Hier einige Tipps – nimm das, was du gebrauchen kannst, das andere kannst du streichen.

1. Ich denke, dass du nun genug Vermögen hast. Du musst nicht mehr nur “funktionieren”, sondern du kannst beginnen, dein Leben zu gestalten. Mit Betonung auf: “gestalten”. Was hält dich davon ab? Oder umgekehrt: Was ist der positive Nebeneffekt, wenn du dein Leben nicht änderst? Hast du Angst, dass das Geld nicht reicht, wenn du kürzer trittst? Ich sehe auch in meinem Freundeskreis und auch bei mir, dass wir uns “Gedankengefängnisse” bauen. Es ist nicht leicht, das gewohnte Leben zu verändern, besonders dann, wenn man sehr lange die gleichen beruflichen Tätigkeiten gemacht hat.

2. Du bist Briefträger, aber auch Investor und Unternehmer. Sei stolz auf diese Kombination. Damit kannst du jedes Gespräch auf einer Party an dich ziehen. Das ist doch einmalig.

3. Ich würde an deiner Stelle meine Arbeitszeit als Briefträger auf 2 Tage pro Woche verkürzen. Mit dem Teilzeitgesetz hast du einen Anspruch darauf, deine Arbeitszeit auch für einen bestimmten Zeitraum zu verkürzen. Siehe: https://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/Teilzeit/Gesetz/teilzeit-rund-um-das-gesetz.html – Also: 1 Jahr zur Probe 2x die Woche. Wenn du 6 Tage pro Woche arbeitest, hast du keine Kraft mehr, um neue Ideen zu entwickeln und diese auch anzugehen. Du brauchst erst einmal einige Wochen eine Auszeit. Die Ideen kommen dann später, wenn du dich erholt hast. Jetzt auf Krampf etwas Neues zu suchen, erzeugt noch mehr Streß. Was würde dich das im schlimmsten Fall kosten? Ca. 15.000 Euro Verdienstausfall. Ggf. noch weniger durch weniger Steuern. Ich wette aber, dass du durch neue Ideen und neue Kraft langfristig mehr reinbekommst.

Ich selbst arbeite 1x Woche als Angestellter. Meine eigene Firma und mein Vermögen schaffen mir beim Arbeitgeber Verhandlungsspielraum und Sicherheit. Ich bin jeweils der Erste, der lange Elternzeit, Sabbatausszeit und Homeoffice beantragt hat. Das hat immer geklappt. Mein Angestelltenverhältnis schafft mir Verhandlungspielraum bei meinen Aufträgen als Selbstständiger. Beides ergänzt sich gut.

4. Zum Sinn: Um den zu finden, brauchst du Muße und Zeit (siehe 3). Ansonsten kann man den auch neben dem Beruf finden – im Ehrenamt, im Lions Club etc. Dafür brauchst du Zeit.

5. Wenn du merkst, dass du es nicht schaffst, suche dir ein Coaching. Die Gefahr ist, dass du so weitermachst, weil dich irgendwas blockiert, dein Leben aktiv zu gestalten. Hörsturz, innere Leere etc. sind Warnungen – tue es auch für deine Familie, die brauchen dich.

Viele Grüße.

Steffen

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Wrzlbrnft

Hallo Kai,
zunächst mal beweist dein Lebenslauf wieder einmal, dass man es auch ohne akademische Weihen auf ein beträchtliches Vermögen bringen kann, wenn man frühzeitig mit dem Sparen anfängt. Gleichzeitig denke ich, dass es in deiner Frage nur vordergründig um Geld geht. Heutzutage würde man vielleicht von Burnout-Gefahr reden, doch meiner Meinung nach passt der Begriff Midlife-Krise in deinem Fall viel besser. Es wird dir selbst klar sein, dass du deine Arbeitszeit jederzeit ohne irgendwelche Einschränkungen auf die Hälfte reduzieren könntest. Was du beschreibst ist vielmehr eine innere Leere. Du hast deine Lebensziele erreicht (Frau, Haus, Kinder, Vermögen) und weißt jetzt nicht, was du mit deinem Leben anfangen sollst. Dein Beruf erfüllt dich nicht, aber Starchirurg oder Menschenrechtsanwalt wirst du in diesem Leben nicht mehr werden. Im Grunde kann man dir bei diesem Problem auch nur bedingt helfen. Du musst wieder ein übergeordnetes Ziel für dich finden, etwas, auf das es sich hinzuarbeiten lohnt. Das kann sowohl beruflich als auch finanzieller oder privater Natur sein, zum Beispiel ein Hobbyprojekt. Wahrscheinlich wird es sinnvoll sein, überhaupt mal eine Weile kürzer zu treten, um dieses neue Ziel überhaupt identifizieren zu können. Nur von der “klassischen” Lösung der Midlife-Krise würde ich dir abraten – Porsche und Geliebte zulegen – das kann dann doch schnell ins Geld gehen 😉

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Also ich fasse mich mal kurz, du solltest zügig einen Antrag auf Teilzeit einreichen!

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Schwaberle

Toller Leserbrief. Super Leistung Kai.

Ich würde wohl auch den Hauptjob maximal reduzieren. Und deine Aktienquote stark erhöhen.

Vermutlich kannst du sogar mit Teilzeit und dem Gehalt deiner Frau gut über die Runden kommen. Wenn du wieder mehr Energie hast, kannst du ja deine Selbstständigkeit weiter ausbauen.

Ich denke jetzt sollte die Gesundheit an erster Stelle stehen. Du lebst in einem abbezahlten Eigenheim und hast eine wirklich ausreichend Hohe Summe in Aktien, noch Tagesgeld und vermieteten Wohnungen, das ist ausreichend “fuckyoumoney”. Alles Gute.

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Hallo Kai,
Hallo Freiheitsmaschine,

mein Kommentar ist so lang geworden, dass es ein eigener Beitrag geworden ist.
Habe es daher als Antwort auf meinem Blog veröffentlicht.

Hoffe, dass ich ein paar gute Gedankenanstöße dabeihabe.

finanziell-frei-mit-30.de/brieftraeger-finanzielle-freiheit/

Schöne Grüße
Dominik

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Judge Dredd

Hallo Dominik, schöner Artikel!

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Max

Guter strukturierter Artikel. Nur würde ich nicht empfehlen den Job gleich komplett zu kündigen, sondern auf Teilzeit zu reduzieren. Der Schritt ist zu gross.

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Judge Dredd

Ich schließe mich erstmal den zahlreichen Glückwünschen an! Eine super Leistung und eine richtig starke Story! Für den Beruf als Briefträger muss man sich überhaupt nicht schämen. Finde jeder der Gas gibt, egal in welchem Beruf, übernimmt Veranwortung für sich und seine Familie. Daher einen großen Respekt für deine Leistung.

Oberste Priorität sollte Familie und Gesundheit haben und daher solltest du, so finde ich jedenfalls, unbedingt etwas ändern. Mal ein paar unverbindliche Gedankengänge:

Vielleicht könnte es ja sinnvoll sein die beiden vermieteten Immobilien zu veräußern. Das würde den Aufwand für die Vermietung reduzieren. Die Erträge könntest du in 20 Dividendenwachstumswerte (keine Hochdividendentitel mit 90% oder mehr Ausschüttungsquote, siehe Diskussion oben) oder ausschüttende ETF`s investieren. Wenn es wieder etwas mit Immobilien sein soll, vielleicht den Immobilien ETF von Ishare devolped market.

Hinsichtlich des Tagesgeldes würde ich mindestens 2-3 Jahresausgaben auf der hohen Kante halten. Vielleicht behälst du ja auch noch ein wenig Cash als “Crashreserve” um dann bei einer günstigen Marktlage nachzukaufen.

Dann kannst du ja ausrechnen wieviel Geld noch monatlich fehlt und ggf. sofort auf eine 50% Stelle wechseln. Und wenn du dann nach einiger Zeit merkst, dass du dich langweilst kannst du ja immer noch deine selbständige Nebentätigkeit ausbauen.

Viel Glück und beste Grüße!

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Gast
Andy

Hallo Kai, das ist wirklich eine tolle und inspirierende Geschichte. Habe auch ein Job (Altenpfleger / Dauernachtwache) den ich zwar aushalten kann aber nicht unbedingt gern mache. Da du handwerklich begabt bist (Ist mir leider nicht gegeben) und anpacken kannst wäre meine erste Idee für dich genau in dieser Richtung. Haus kaufen selbst renovieren, teuer verkaufen. Oder du machst noch mal eine Ausbildung im handwerklichen Bereich. Da werden Leute händeringend gesucht und bis zur Rente sind es immerhin noch über 20 Jahre. Du bist ein Macher, ein Anpacker. Ich bin sicher du findest was. Liebe Grüße aus dem SchwBenland

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Gast
Oliver Miller

Hallo Kai,

bevor Du irgendwelche Dinge umstellst, befreie dich von dem Gedanken, dass Briefträger ein minderwertiger Beruf sei und Du deswegen nichts wert wärst oder nichts könntest. Es ist ein ehrlicher und stressiger Beruf, der wie Du richtig schreibst, früher mehr Ansehen genossen hat. Der Hauptgrund liegt daran, dass die Deutsche Post durch Subunternehmer und der Kultur, Du wärst nur ein austauschbares Objekt und deshalb kaufen wir dich möglichst billig ein entstanden ist. Dem ist nicht so. Auch wenn der Beruf nicht intellektuell fordernd ist, benötigt er viele gute Qualifikationen wie Zuverlässigkeit und eine gute körperliche Verfassung.

Davon ab, was kannst Du tun? Du bist in einer wesentlich besseren Situation, als Du denkst. Du schreibst, dass Du momentan Sparquoten von 50%+ hast, d.h. ihr verdient als Familie weit mehr als ihr benötigt. Das schlägt sich in hohen Rücklagen nieder und gerade die Rücklagen geben euch als Familie sehr viele Möglichkeiten.

Ein guter Freund von mir hatte vor drei Jahren auch einen Hörsturz und damit ist nicht zu spaßen. Es ist ein Alarmzeichen in deinem Körper, dass es so nicht weitergehen darf. Du hast einen anstrengenden Hauptjob und einen weiteren Nebenjob als Zubrot. Etwas davon musst Du aufgeben. Viele würden sagen, gib doch den Hausmeisterjob auf, weil der nicht so viel einbringt wie die Post. Für mich wäre das nicht das erste Kriterium.

Setz dich mit deiner Frau zusammen, rechnet aus, was ihr im Monat als Familie benötigt und wie viel Du dazu verdienen musst, um die Lücke zu schließen. Ganz ohne Sparraten, sondern nur 100% der Kosten. Auf die Zahl kannst Du meinetwegen als Sicherheitspuffer noch 10 – 20% draufschlagen. Vergiss nicht, die jährlich widerkehrenden Kosten mit einzurechnen. Deine Ausgaben werden nicht sonderlich groß sein.

Du hast noch eine Reserve, die Du aktiv mit Assets ausfüllen kannst: 250.000 EURO Tagesgeld. Wenn ihr gerne Sicherheit haben möchtet, dann lasst 50.000 auf dem Konto. Ich selber z.B. habe maximal 5 – 10.000 EURO flüssige Mittel, weil mir ansonsten die Inflationsverluste zu hoch sind. Du verlierst effektiv 5.000 EURO bei 250.000 EURO Tagesgeld im Jahr bei 2% Inflation. Das ist enorm. Lege also 200.000 EURO in ETFs an, am besten etwas, was Geld ausschüttet. Ihr könnt Geld nicht mit ins Grab nehmen, nutzt also die Vorteile und falls das Einkommen aus aktiver Arbeit nach deinen Änderungen am Anfang nicht positiv ist, könnt ihr diese Erträge verwenden. Die 200.000 mit 3% Ertrag sind 6.000 EURO, davon ab der Einfachheit halber 25% Steuern, habt ihr 4.500 EURO/Jahr, die ihr jetzt nicht habt. das sind 375 EURO/Monat zum Leben zusätzlich. Dazu kommen noch die Ausschüttungen aus den 250.000 EURO bestehendes Depot. Das würde finanziell unmittelbar helfen.

Dann deine Arbeitssituation. Wenn Du handwerklich begabt bist, überlege dir was Du davon am liebsten machst. Du kannst dir überlegen deine Dienstleistung anzubieten. wie z.B. Hausmeistertätigkeiten als Allrounder. Du kannst dich aber auch spezialisieren. Wenn Du gerne Elektrik magst oder andere Dinge, dann spezialisiere dich darauf. Ganz nach deinen Neigungen. Du kannst dich anstellen lassen oder Du machst eine kleine Dienstleistungsfirma auf. Wenn Du dich nicht sicher fühlst, mache eine Berufsausbildung in dem Gebiet, wo Du dich hinentwickeln möchtest. Das geht heute mit 45 ohne Probleme, das Handwerk sucht händeringend. Wenn Du so etwas anstrebst, wirst Du viel neues Wissen erwerben und es wird dein Selbstbewusstsein stärken, wenn Du es erfolgreich abschließt. Damit hast Du das Rüstzeug, in deinem neuen Berufsfeld gut starten zu können. Finanziell solltet ihr das locker stemmen können, auch wenn vielleicht während der Ausbildung eure Sparraten nicht ganz so hoch sind. Aber ihr habt inzwischen so viele Rücklagen, dass die Vermehrung nicht die erste Priorität haben muss. Das kannst Du wieder angehen, wenn Du dich neu aufgestellt hast. Und es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen netten Nebeneffekt in der Zukunft haben: Als ausgebildeter … mit praktischer Erfahrung wirst Du mehr verdienen als heute. Wobei das nicht deine höchste Priorität sein sollte, sondern deine Zufriedenheit als Mensch und dass Du gerne die Dinge tust und auf dich stolz bist. Das entwickelt dich als Mensch weiter und macht dich zufrieden.

Grüße Oliver

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auf_dem_Weg

Ich finde die Beteiligung enorm und Danke euch recht herzlich. Es ist so viel interessantes dabei das ich manche Texte mehrmals gelesen habe. Sogar ” Wrzlbrnft” fand ich gut und musste schmunzeln. Und nein ich habe eine tolle Frau und ein Porsche käme mir auch nicht in den Sinn. Mein kleiner Traum wäre ein Fahrrad, ein Specialized Levo.
Aber gut.
Wie viele schreiben gilt es als erstes das Geld anzulegen. Ich scheue mich davor weil viele Bekannte mir sagen das es bei Ihnen im Betrieb nicht mehr rund läuft. Kaum noch Aufträge. Stellenweise schon Kurzarbeit. Die Börse ignoriert das irgendwie völlig. Normalerweise nimmt die Börse doch alles vorweg ??

Ich möchte auch das Gespräch mit meinem Chef suchen und die Arbeitszeit kürzen. Es gibt bei uns das 3:1 Modell. Das heißt 3 Wochen arbeiten, 1 Woche frei. Vllt. komme ich ja so weiter, denn ich habe schon immer mal gesagt ich würde so gerne kostenlos mal eine Woche beim Schreiner , beim Heizungsmonteur, beim Elektriker usw. mitgehen um die Kniffs und Tricks zu lernen. Da hätte ich Spaß dran!!

Eins muss ich auch noch lernen, ruhiger zu werden !!!
Viele Grüße
Kai

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Ulrich

Hallo Kai, 3:1 Modell hört sich schon mal gut an,
so eine Woche frei pro Monat um wieder runter zu kommen.
Noch ein Tipp für die Geldanlage, kaufe doch einfach Aktien aus besser aufgestellten Regionen, in denen Du keine Bekannten hast,so welche, die zwar auch in einem globalen Abschwung mit runtergehen, aber dann langfristig überleben und auch wieder steigen und auch noch die ganze Zeit Dividenden ausschütten.
Alles besser als eine Zahl auf dem Tagegeldkonto.

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Max

Hallo Kai,

ich kann Ulrich nur zustimmen. 3:1 Modell ist ein guter Schritt.

Wenn ich 250k als Tagesgeld hätte, würde ich an Deiner Stelle 200k anlegen. Ich bin kein Spezialist, aber ich schreibe mal, wie ich es verteilen würde.
100 k Vanguard all world etf
50 k Vanguard developed asia pacific IE00B9F5YL18
20 k Berkshire Hathaway
30 k physisches Gold, (ich sehe Gold als Währung)

Mir ist bekannt, dass sich die Etfs überschneiden. Damit kann ich leben.

Meine persönliche Asset Alocation sieht allerdings anders aus. Ich habe hier geschrieben, was ich an Deiner Stelle tun würde.

Viele Grüsse
Max

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auf_dem_Weg

Danke für Deine / Eure Meinung. Ich kann es nicht ,habe Angst vor einem Crash sonst wäre ich schon lange im Markt.

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Auch von mir: Herzlichen Glückwunsch und vor allem viel Respekt für so viel Selbstdisziplin! Hut ab!

Was das Investieren angeht, haben meine Kommentier-Vorgänger ja schon ganze Arbeit geleistet.

Wenn Du dich für konkrete Ideen für Nebeneinkommen interessierst, könntest Du mal in unseren Podcast Nein2Five reinhören. Wir haben dort rund 50 Ideen versammelt und interviewen auch immer wieder Leute, die ungewöhnliche und interessante Sachen machen, um Geld zu verdienen…

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Hallo Kai,

auch auf die Gefahr hin, dass ich bereits gesagtes wiederhole: Bei eurem sparsamen Lebensstil müsstet ihr von dem vorhandenen Vermögen doch bereits gut leben können.

Zum Einen sind da die Mieteinnahmen von zwei vollständig abgezahlten Wohnungen.

Zum Zweiten hast du 250k in Aktien bzw. ETFs und 250k Cash.

Den Cash-Bestand würde ich auf 100k reduzieren. Die 150k würde ich in Dividendenaktien investieren.

Auch das 250k-Aktien-Portfolio würde ich so umschichten, dass der Schwerpunkt auf Dividendentiteln liegt. Wähle solche Aktien aus, die entweder ab Kauf eine hohe Dividendenrendite bieten (z.B. REITs) oder durch stetige Dividendensteigerungen glänzen. Am besten eine gesunde Mischung von beidem. USA, Kanada und Australien sind eher Dividenden-freundlich als Deutschland. Unterliege nicht dem Home Bias!

Auf eine durchschnittliche Dividendenrendite von 4% sollte man mindestens kommen, ohne dass man sich dabei auf riskante Investments einlassen muss.

Das Dividendenportfolio kannst du so gestalten, dass relativ gleichmäßige Ausschüttungen Monat für Monat auf eurem Konto landen.

Die passiven Einkünfte aus Dividenden sollten dir zumindest ermöglichen, einen der beiden Jobs an den Nagel zu hängen. So wie es sich liest, handelt es sich dabei um das Austragen der Post.

Durch die gewonnene Freizeit wirst du sicher Wege finden, um dich mit Dingen zu beschäftigen, für die bisher keine Zeit war. Z.B. kannst du deinen Wunsch nach Weiterbildung verwirklichen. Vielleicht entsteht dadurch auch eine Idee, für eine Selbstständigkeit oder einen interessanten neuen Job.

Ich wünsche dir viel Erfolg.

Mike

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auf_dem_Weg

Hallo Mike,

ich weiß nicht wie ich es anlegen soll. Das ist alles sauer verdient. Wenn meine Kumpels auf Malle waren, war ich Fließen legen. Wenn Du verstehst was ich meine.
Der Bausparer wird auch im Dezember ausgezahlt, also das Geld wird auch frei.
Ich habe mal das Aktiendepot durchgeschaut da komme ich auf etwas unter 3 % Dividende. Bin da sehr konservativ unterwegs. Viel MCD, Procter, Nestle, Novo Nordisk Henkel, Unilever usw.
Das ETF Depot besteht aus den Vanguards: A1JX52, A1JX51 und ein paar VUKE.
Alles bei weitem keine 4 % an Div.
Mir fehlt hier der nötige Schliff um wenigstens 150 tsd davon anzulegen.

Viele Grüße

Kai

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Maren

Hallo Kai,
Hier noch eine andere Idee, zu den bereits vielen sehr guten Vorschlägen. Ich vermute, dass du aufgrund deines Hörsturzes länger krank warst. Die Post sollte dich im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagement angeschrieben haben. Dieses solltest du zunächst annehmen, hier wird gemeinsam überlegt, was beruflich getan werden kann, damit du nicht mehr krank wirst. Vielleicht hast du ja sogar eine Behinderung, die über 30 Grad liegt und man könnte versuchen eine Gleichstellung zu beantragen. Mit diesen beiden „Instrumenten“ lässt sich einiges machen. Man könnte sogar über eine innerbetriebliche Umschulung (wenn eine Versetzung auf einen Job im Innendienst nicht möglich ist) nachdenken, die auch vom Rententräger oder dem Integrationsamt gefördert werden könnte. Das hätte den Vorteil, dass du einerseits nicht die Pension riskierst (wie bei einem vollständigen Ausstieg), das warme Nest der Post nicht einfach verlässt um von deinem Vermögen zu leben (dieses scheinst du ja als riskant zu empfinden), und dich weiterbilden könntest umso an deinem Selbstvertrauen arbeiten zu können. Selbst ohne Gleichstellung bieten Integrationsamt und Rententräger viel für Mitarbeiter wie dich zur Prävention, eine Beratung hier kostet nichts und kann helfen Klarheit zu bekommen.
Du hast viel erreicht, darauf kannst du wirklich stolz sein, geh ein wenig vom Gas und nutze die Hilfen, die es gibt, dann wirst du sicher Klarheit und Zufriedenheit gewinnen!

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auf_dem_Weg

Hallo Maren,
vielen Dank. Während des Krankenhausaufenthaltes war ich noch unter ” krank ” gebucht. Dann wurden meine 130 Überstunden für die weiteren 3 Wochen verbraucht. Ich bekam in dieser Zeit Infusionen bei Hausarzt und konnte wirklich nicht arbeiten. Jetzt trage ich Hörgeräte und fühle mich wie 80. Ich bin auch nur Arbeiter und kein Beamter. Ich werde auf jeden Fall eine Reduzierung der Stunden in Anspruch nehmen. Habe dazu in der nächsten Woche einen Termin.
Ich weiß das die Zeit für eine Veränderung da ist.
Danke für deinen Beitrag und den Tipp, werde eine Beratung in Anspruch nehmen
VG
Kai

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Johannes

Moin!

Bisher hast du/ihr euer Leben streng nach ökonomischen Prinzipien ausgerichtet.
Dein Körper und deine Seele zwingen dir eine Änderung auf.

1. Überdenke gemeinsam mit deiner Frau/Familie deine Situation.
2. Reduziert eure Arbeitszeit.
3. Nutzt die gewonnene Zeit für gemeinsame Aktivitäten (z.B. tanzen…).
4. Lernt dadurch neue Menschen kennen.

Der Rest findet sich allein.
Viel Spaß dabei.

Johannes

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Tom

Hallo Kai,

auch von mir ein Kommentar:

Auch ich bin Briefträger bei der Deutschen Post AG und in deinem Alter. Ich habe bei der Post eine Ausbildung gemacht und bin dann dabei geblieben. Ich kann deine Gefühle und die damit verbundene Verzweiflung im Hinblick auf die Situation bei unserem gemein(samen) Arbeitgeber mehr als sehr gut nachvollziehen. Früher als du (mit vierzig) habe ich gesundheitliche Probleme bekommen und wurde dann aufgrund zu großer Krankheitszeiten und Schwerbehinderung sozusagen zur Teilzeit genötigt und arbeite jetzt nur noch 2-3 Tage die Woche für die Post.

Nebenbei bemerkt würde ich einen Schwerbehindertenstatus mit keinerlei Erwartungen verknüpfen. Mittlerweile ist der Schwerbehindertenstatus unter Festangestellten bei der Post faktisch der Normalzustand. Allein in meinen ZSP hat die Hälfte der Festangestellten einen Schwerbehindertenstatus und es soll ZSPs geben, wo das ganze Personal nur aus Schwerbehinderten besteht.

Aber genug von der schönen Postwelt……genau wie du war ich von Beginn an sehr sparsam und habe jahrelang große Teile meiner Jahresgehälter gespart um sie “anzulegen”. Jedoch gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen dir und mir, denn im Gegensatz zu dir (wie es scheint) habe ich nie Geld damit verdient, sondern immer nur das Geld verloren, das ich “angelegt” habe. Egal, ob ich es selbst angelegt habe oder einen Hanswurst dafür bezahlt habe mein Geld anzulegen am Ende ist immer dasselbe dabei rausgekommen – ein Minus.

Ich war also jahrelang fleißig, strebsam und sparsam und habe das System mit meinen Ersparnissen aus Konsumverzicht “gefüttert” in der Erwartung dafür in der Zukunft mit “mehr” belohnt zu werden. Jedoch war dies in meinem Falle nicht der Fall und ich habe nur Geld dabei verloren. Es gibt jetzt eine ganze Reihe von möglichen Erklärungen, warum ich persönlich bei allen meinen Geldanlageunternehmungen immer ins Klo gegriffen habe, darum geht es jedoch nicht, sondern um die Fragen, die dich beschäftigen.

Wo fange ich an? Wie finde ich das passende für mich? Wie findet man mit 45 Jahren nochmals einen Neuanfang?
Wenn ich noch ein Ziel im Leben habe, so ist mein größter Wunsch eine Arbeit, die mich erfüllt!

Meiner Meinung nach, stellst du dir die falschen Fragen, Kai. Die Fragen müssten lauten:
Wie höre ich auf? Wie kann ich meine Leben genießen? Warum halte ich Arbeit für mein Camelot? Weshalb habe ich solche Angst und vor allem wovor?

Ich hatte mir diese Frage, welche Arbeit mich erfüllen würde, schon gestellt bevor ich eine Ausbildung bei der Post angefangen habe um danach ewig im Kreis zu fahren und Post auszutragen. Meine Antwort auf diese Frage war mit 18 Jahren dieselbe die sie heute ist. Es gibt ihn nicht. Es gibt den Beruf nicht, der mich erfüllt, der zu mir passt und somit auch kein berufliches Ziel, das ich erreichen konnte oder erreichen wollte. Wenn man sich diese Frage, nicht beantworten kann bevor man einen Beruf ergreift, wird man im Herbst seines Lebens auch keine Antwort auf diese Frage finden. Nicht jedem von uns ist “Erfüllung” in beruflicher Hinsicht vergönnt, ähnlich wie nicht jeden von uns ein Lottogewinn und der einzige Weg aus Selbstmitleid ist nun einmal Akzeptanz, sprich einfach zu akzeptieren, das das Leben einem persönlich diese Möglichkeit nicht anzubieten hat.

Mein Rat wäre anstatt deiner Angst zu folgen und dir ein neues Camelot zu suchen in dem du dir dann weiter deine Gesundheit ruinierst einfach kürzer zu treten, dich deiner Familie zu widmen und dein Leben zu genießen. Du hast nur ein Leben und niemand wird dich dafür bewundern, wenn auf deinem Grabstein steht: “Er war so ein fleißiger Arbeiter!”

Auch wenn es – vor allem für uns Deutsche – voller Leistungswahn und Arbeitsgeilheit sehr befremdlich klingen mag. Aber Arbeit ist kein Camelot und auch kein Lebensinhalt, sondern es ist der Ort an den wir Menschen hingehen um uns vor dem wirklichen Leben zu verstecken. Für Menschen die als Arbeitsjunkies ihren “Wert” daraus ziehen was sie Arbeiten, für wen sie Arbeiten und was sie beruflich sind ist das natürlich die allergrößte Ketzerei, denn von Kindheit an wird uns beigebracht danach zu streben der größte König im Märchenland zu sein. Aber warum sollte man als Mensch seine Wert aus einer Märchenwelt schöpfen? Das menschengemachte Hamsterrad ist nicht die Wirklichkeit, sondern lediglich ein Vergnügungspark in den wir gehen (nachdem wir Eintritt gezahlt haben) um uns von der Wirktlichkeit abzulenken.

Aber das ist nur meine Ansicht. Andere haben andere Ansichten.
Vielleicht hilft sie dir, vielleicht auch nicht!
Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Glück und alles Gute für die Zukunft!
Tom