Millionär Interview 12 – BigMac

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Weiter geht’s  mit den Millionär Interviews.

Menschen berichten hier in der Freiheitsmaschine, wie Sie sich selbst ein Vermögen aufgebaut haben. Das tun Sie nicht um damit zu prahlen, sondern damit die anderen Leser etwas lernen können und selbst neue Ideen und Motivation erhalten.

Es ist Ihre persönliche Spende an die Mitmenschen, dass Leben in die eigene Hand nehmen zu können.

Der Maschinist lädt hiermit alle wohlhabenden Menschen für ein solches Interview ein.

Meldet euch unter maschinist@freiheitsmaschine.com und beantwortet die Fragen des Interviews. Alle Beiträge werden vollkommen anonymisiert. Das heißt, niemand muss Sorge vor Nachteilen im persönlichen Umfeld haben! Also los, ran an die Tasten!

Heute schreibt uns BigMac, der durch gute Planung, einem guten Einkommen und natürlich einer hohen Sparquote plus investieren des Geldes, früh aus dem aktiven Berufsleben ausscheidet und nebenbei auch den Lebensort frei wählen kann.

 

Hier das Interview:

Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?

Ich bin 54, meine Partnerin 35, wir sind seit fünf Jahren ein Paar.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Nein, einen Kinderwunsch gab es bei uns beiden nie, auch nicht in der Zeit vor unserer Partnerschaft.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir wohnen seit ein paar Monaten in einem Einfamilienhaus im Geburtsdorf meiner Partnerin im Rheinland. Ich bin gebürtig ein Großsstadtkind und habe bislang auch immer in der Stadt gewohnt. Mal gucken, wie ich mit dem Landleben klarkomme.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?


An verfügbarem Netto-Einkommen kommen wir mit unseren beiden Angestellten- Jobs auf ca. 85.000 Euro p.a.. Die Einkünfte aus unseren Vermögensanlagen schwankten in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen recht stark, eine Zahl anzugeben ist sehr schwer. Es sind im Schnitt weniger als 5.000 Euro p.a., wenn man die Kurssteigerungen bei den Wertpapieren außen vor lässt.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Unsere Ausgaben bewegten sich in den letzten Jahren zwischen 35.000 und 40.000 Euro. Wir leben in unseren Augen alles andere als bescheiden. Wichtig ist uns ein schönes und großzügiges Zuhause, da geht schon einiges mehr an Geld drauf, als für eine 2-Zimmer-Mietwohnung. Relativ viel geben wir auch für Urlaubsreisen aus, machen das aber – wie alles andere auch – maßvoll. Also weder sehr oft, noch in richtig großen Höhen. Unser drittes Laster sind hochwertige Lebensmittel. Dafür sind wir an anderen Stellen vergleichsweise zurückhaltend, z.B. beim Kfz (ich habe noch nie ein Auto besessen) und bei der Menge an Kleidung.
Beim „täglichen“ Konsum ist Sparen ohne Einschränkungen und völlig problemlos machbar. Wir kaufen nichts, weil es das neueste, größte oder schickste ist oder nur, weil wir es besitzen wollen. Wir kaufen nur, weil wir etwas brauchen. Wir kaufen nicht mehr, als wir brauchen und wir achten stark auf Qualität und Langlebigkeit.
Unsere Waschmaschine ist mehr als 25 Jahre alt, der Geschirrspüler war nach fast 20 Jahren nicht mehr mit umgezogen und unser vergleichsweise mickriger Fernseher zählt fast 10 Lenze.

 

  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?

Und:

  • Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)
Nach unserer Aufstellung (diese enthält nicht unbedingt alles, siehe unten) haben wir in 2018 die Eine-Millionen-Euro-Grenze überschritten. Ca. zwei Drittel davon sind Wertpapier-Depots mit ganz wenig konservativen, deutschen Aktien, einer geringen Altlast (aktive Fonds) und sehr viel ETF (70/20/10 MSCI World / MSCI EM / MSCI World SC), alles buy&hold. Dazu kommen als kleiner Sockel und Notgroschen eine Handvoll Sparkonten (Tages- und Festgeld). Unser frisch bezogenes Einfamilienhaus hat einen Anteil am Vermögen von ca. 30%; ausgehend von Kaufpreis und Renovierungskosten.
Mein Fokus liegt aber nicht auf der Höhe des Vermögens, ich schaue auf die zukünftigen Einkünfte. Dazu gehören für die späteren Jahre ganz entscheidend auch die gesetzliche Rente, ein Riestervertrag und zwei Rentenversicherungen, die wir im Rahmen von betrieblichen Altersversorgungen zum Glück abschließen konnten. „Zum Glück“, weil unsere Arbeitgeber das sehr gut bezuschussen und das zu einem großen Teil die Rentenlücke schließt. Den Wert dieser Versicherungen kann man wg. der fixen Auszahlungsmodalitäten nicht richtig beziffern (keine Kapitalisierung möglich), deshalb zähle ich die Versicherungen nicht zu unserem Vermögen.
Für mich ist auch das Haus primär kein Vermögensbestandteil, sondern in allererster Linie ein Teil des Lebenswertes, in zweiter Linie ein Ausgabeposten und erst irgendwann danach Teil des Vermögens.
Apropos Haus: Ich habe ungewollt eine Menge Erfahrungen mit Immobilien gemacht, auch mit Vermietungen, und weiß, dass das absolut nichts für mich und deutlich aufwändiger und nerviger ist (sein kann), als man vielerorts lesen kann.


  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Eigentlich völlig langweilig. Wir haben beide trotz des Altersunterschieds und völlig unterschiedlich verlaufener Kindheit eine Erziehung mit ähnlichen Werten genossen. In beiden Familien wurde den Kindern Bescheidenheit vorgelebt und Leitlinien wie z. B. „Reich wird man von dem Geld, das man nicht ausgibt.“, „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ und „Kleinvieh macht auch Mist“ mitgegeben.
Faktor eins sind gute Einkommen. Wir haben uns in der Ausbildung und im Berufsleben versucht anzustrengen, wir wollten immer „einen guten Job zu machen“. Unsere Erfahrung ist, dass man dann, wenig Pech und etwas Glück vorausgesetzt, gut im Job vorwärts kommt und das Einkommen steigt.
Gleichzeitig leben wir, wie erwähnt, in Relation zum Einkommen auf recht kleinem Fuß. Wenig Geld ausgeben ist der zweite Faktor bei der Vermögensbildung. Statt dem Konsum zu frönen, sparen wir lieber. Es ist erstaunlich, wie einfach ein erkleckliches Vermögen entsteht, wenn man regelmäßig Geld zur Seite legt.
Der allergrößte Teil des Vermögens entstand also durch „anlegen und warten“. Hinzu kamen eine kleine Anschubfinanzierung meiner Eltern beim Kauf meiner ersten Wohnung und zwei Erbschaften jeweils im fünfstelligen Bereich in den letzten drei Jahren.
  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?

Sowie:

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Es heißt „Aus Fehlern wird man klug!“ So gesehen bin ich nicht klug, denn meine Strategie war und ist Fehlervermeidung. Ich bin der Typ Mensch, dem Sicherheit sehr wichtig ist. Ich möchte nachts ruhig schlafen können und mir nicht aus Sorgen Gedanken machen. Ich versuche deshalb Rückschläge zu verhindern, die auf Fehlern beruhen, also von mir beeinflussbar sind – und das hat bislang sehr gut geklappt. Natürlich gehört auch etwas Glück dazu. Ob eine Entscheidung ein gravierender Fehler war oder nicht, weiß man immer erst im Nachhinein.
Meine zum Glück übersichtlichen Anlagen in gemanagten Fonds vor gut 10 Jahren würde ich heute nicht mehr machen. Ich verbuche das aber weniger als wirklichen Fehler, sondern als Lehrgeld mit Anschauungswert.
Wenn ich heute irgendetwas anders machen könnte, dann würde ich versuchen mich noch besser zu informieren, bevor ich Geld in ein von mir nicht wirklich verstandenes Produkt stecke oder eine Strategie anwende. Heute ist das dank Internet und vielen unabhängigen Informationsquellen auch viel einfacher, als noch vor 10 oder 20 Jahren. Und ich würde früher im Leben anfangen mich zu kümmern. Kurz nach dem Beginn des Berufslebens wäre gut gewesen. Eingestiegen bin ich bei dem Thema aber leider erst vor ca. 15 Jahren und wirklich am Ball erst seit gut 8 Jahren.
Wenn ich jemanden einen Tipp geben würde, wäre es „Setz Dir ein Ziel, informiere dich gut, erstell einen Plan und fang an!“. Das Ziel und der Plan müssen nicht genau sein, eine grobe Richtung reicht zum Anfang und den besten Plan gibt es nicht, geschweige denn den perfekten. Im Laufe der Zeit lernt man hinzu und unabhängig davon dreht die Welt sich weiter, so dass immer wieder mal etwas angepasst und verfeinert werden kann und auch muss.
Ich selber erfasse seit vielen Jahren grob meine Ausgaben und weiß, wieviel mein Lebensstil kostet. Gleichzeitig habe ich einen Finanzplan, den ich regelmäßig aktualisiere und der bis zu meinem 90ten Lebensjahr vorausschaut. Mit diesem Plan (Excel-Tabellen) kann ich alle voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben hoch- und verschiedenste Szenarien durchrechnen, so dass ich ziemlich sicher weiß, was alles Übles passieren kann – und das ich vieles sehr wahrscheinlich auch verkraften kann. Mein Plan hält z.B. einen Börsencrash mit einem Kurseinbruch von 80% und einer darauf folgenden dreijährigen Tiefphase stand.

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Nichts anderes als bisher auch: Nicht mehr ausgeben als einnehmen und stoisch die Differenz nach Schema 08/15 in ETF anlegen. Ich bin wie gesagt allerdings auch schon in der Phase, dass ich mir Gedanken über das Ausgeben des Vermögens mache. 🙂

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?

Sowie:

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Mein einziges Ziel war von Anfang an so viel Vorsorge zu treffen, dass ich möglichst weit vor dem Renteneintritt ein Leben ohne Arbeit oder ähnliche Verpflichtungen führen kann und dieses Leben mit großer Sicherheit bis zum Lebensende ohne Einschränkungen so weitergeht. Dabei darf das Vermögen schrumpfen, ich muss nichts vererben. Wie hoch dieses Vermögen sein muss, damit Rendite, Verzehr und alle anderen Einkommen mein Auskommen sicherstellen, hat sich erst im Laufe der Zeit wirklich herausgestellt.
An diesem Ziel hat auch meine zwischenzeitlich eingegangene Partnerschaft nur sehr wenig geändert. Vielmehr ist es so, dass meine Partnerin jetzt auch ein Ziel hat. Sie will (und wird) aus eigener Kraft so viel Vorsorge treffen, dass sie es ähnlich machen kann. Erreicht habe ich mein Ziel eigentlich Mitte/Ende 2017. Ich könnte morgen kündigen und käme auch bei einer herben Wirtschaftskrise viele, viele Jahre immer noch gut über die Runden. Ein paar wenig vorhersehbare Entwicklungen, Umstände und Chancen haben aber bislang dafür gesorgt, dass ich weiter jeden Morgen ins Büro fahre. Den Absprung habe ich momentan für das zweite Halbjahr 2019 geplant, wenn sich nichts Gravierendes ändert.

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Lernt viel und sorgt vor für die Zukunft. Macht dabei aber alles, wirklich alles, mit gesundem Maß und verbeißt euch nicht in dieses Vorhaben. Vergesst nicht zu leben und euch Auszeiten und auch mal gute Dinge zu gönnen, an denen ihr  Freude habt. Das Leben findet in der Gegenwart statt und das Ziel einer finanziellen
Freiheit sollte nicht zum Selbstzweck werden.

 

Danke BigMac, dass Du Dir die Zeit genommen hast, die Fragen aus der Millionär Interview Reihe zu beantworten!

Besonders interessant fand ich bei Dir die Punkte:

  • Gib in den Bereichen Geld aus, die Dir wichtig sind (Bei Dir Wohnraum, Essen und Reisen) und spare beim Rest (Kein Auto, keine teure Kleidung oder Inneneinrichtung).
  • Außerdem kann Dein Interview als Beispiel für „Geo-Arbitrage“ dienen: Verdiene Dein Geld an einem Ort mit hohen Gehältern und ziehe dann/oder um in eine Umgebung mit für Dich guter Lebensqualität und Wohnkosten (Einfamilienhaus für ca. 300.000 Euro).
  • Und natürlich die Basics: Wenn Du 50% Deines Einkommens sparst und an der Börse passiv investierst, bist Du nach zwei Dekaden finanziell unabhängig (oder nach sogar noch kürzerer Zeit bei Einberechnung zukünftiger Rentenzahlungen)

Ich wünsche Dir und Deiner Partnerin eine gute Eingewöhnung nach dem Umzug und einen wunderbaren Lebensabschnitt im neuen Haus.

Auch bei Dir wuerde es mich natürlich interessieren, wie euer Alltag ohne das Angestelltendasein später aussieht, wenn Du das eine Zeitlang gemacht hast.

 

Und jetzt zu den Lesern. Habt Ihr auch eine vergleichbare Geschichte? Habt Ihr eigenes Vermögen aufgebaut und könnt niemandem davon erzählen? Hier in der Freiheitsmaschine könnt Ihr das tun.

Ihr könnt anderen Menschen auf Ihrem Weg damit sehr helfen und beim zwanglosen Austausch dabei selbst neue Ideen erhalten.

Schreibt dem Maschinisten unter maschinist@freiheitsmaschine.com und werdet selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews!

Und jetzt Feuer frei im Kommentarbereich. Was interessiert euch speziell am Weg von BigMac. Was hilft euch besonders weiter?

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Gast
u l

54 und 35; keine Kinder – schlechtes Vorbild

Gast
Dr.Bundy

Na und? Ist ihre Entscheidung und als Mann finde ich diesen Weg hier in Mitteleuropa gar nicht mal so unklug.

Gast

Hallo Maschinist, cooles Interview.

Immer wieder interessant zu lesen, dass dieses “auf kleinem Fuß leben” (oder zumindest auf verhältnismäßig kleinem Fuß leben) einfach Grundvoraussetzung ist. Wobei das gemeinsame Nettojahresgehalt natürlich schon recht üppig ist.

Ich versuche es jedenfalls in einer Hinsicht besser zu machen als BigMac: Direkt ab Berufseinstieg richtig zu investieren und damit wertvolle Jahre zu nutzen.

Ich habe zwar bereits während des Studiums angefangen in ETFs zu investieren, das waren dann aber doch verhältnismäßig kleine Beträge.

Ich spiele auch mit etwas unkonventionelleren Varianten rum (ETF-Kauf auf Kredit), der Grundsatz ist aber doch ganz einfach und praktikabel nach Kommer.

https://depotstudent.de/aktienkauf-mit-ratenkredit-und-wertpapierkredit-%c2%ad-kombination-der-goetter/

Mal sehen, ob sich das frühe Einsteigen – und das Investieren auf Kredit – später auszahlen wird. 🙂

Grüße
Dominik

Gast
Felix

Natürlich hat der Mann, wenn er wie er schreibt mit dem Investieren erst seit ca. 8 Jahren richtig dabei ist, eine goldene Börsenphase erwischt. Wenn man im Jahr etwa 50.000 € zu Seite räumen und Investieren sowie gleichzeitig ein Haus erwerben kann, ist das natürlich schon eine Hausnummer. Eher gering finde ich das passive Einkommen von 5000 € p.a. bei einem Millionendepot.

Gast
BigMac

Hi Felix, zuerst einmal eine Korrektur deines Beitrages: Wie im Interview geschrieben, macht das Depot ca. zwei Drittel des Vermögens aus, aktuell liegt es bei ca. 630.000 Euro. Dass die Erträge mittelfristig zurückblickend “nur” bei 5.000 Euro p.a. im Schnitt lagen, hat im wesentlichen zwei Gründe: Das Depot ist in den letzten zwei Jahren stark gewachsen und ein Großteil der Papiere sind Thesaurierer, deren Erträge ich nicht zum Einkommen gezählt habe. Die Zahl ist also etwas ungenau, stimmt.
“… ein Haus erwerben …” ist ebenso eine Definitionssache. Ab wann zählt das Haus zum Vermögen? Wenn man im Grundbuch eingetragen ist? Wenn das Haus zu 100% bezahlt ist? Was ist mit Häusern, die auf Grundstücken mit Erbpacht stehen? Gehört mir ein Haus, wenn jemand ein Niesbrauchrecht darauf hat? Deshalb habe ich versucht meine Ausführungen im Interview mehr hin auf das Einkommen zu lenken. Die “Millionärsfrage” und das Höhe des Vermögens finde ich ziemlich uninteressant. Viel interessanter finde ich die Frage “wie hoch ist das Einkommen und wie wird es generiert?”.

Gast
Glücksjäger

Finde ich Cool, stätig sparen/investieren über viel Jahre hinweg – ab ins ETF Sparschweinchen, und Leben leben. Keine große Lifestyle Inflation, 15 Jahre dabei zu sein ist ein lange Zeit, man bleibt dann dabei. Es ist nicht immer einfach. Langweilig, langwierig, und wahnsinnig zielführend! Zu meinen Schrecken denken viele Leute (mit dem ich spreche) gar nicht mal an die Rentenlücke. Sie bekommen das jährliche Rentenhochrechnungs-Schreiben, beschimpfen den Staat, werden aber nicht aktiv. Sie haben nichts im Monat über, sie sehen das sparen als dumm. Fange früh mit dem sparen/investieren an! Weiterhin alles Gute – viel Erfolg!

Gast
ugly duckly

Lieber Maschinist, lieber BigMac, hoffentlich lasst Ihr Euch von den miesepetrigen Kommentaren nicht entmutigen!
Würde zu gerne wissen, was einen zu solcher Motzerei antreibt, gelange aber immer nur zu wenig schmeichelhaften Erklärungen. Aber egal, einfach aushalten…
Den Hinweis auf die Geo-Abitrage finde ich sehr wichtig! Würde BigMac mit seiner Frau in München leben, besäße er jetzt vermutlich nur ein Reihenhaus oder eine Eigentumswohnung und kein Wertpapierdepot. In vielen anderen Großstädten vielleicht doch ein freistehendes Einfamilienhaus, aber immer noch kein Wertpapierdepot.
In bisherigen Artikeln aus der Freiheitsmaschine wurde die Empfehlung zur Nutzung der Geo-Abitrage meist in dem Sinne gebraucht, nach Erreichen der FF in eine preiswertere Gegend/Land umzuziehen. (Apropos, warum ist denn die Serie dazu eingeschlafen? Hat der Maschinist von seinen Überlegungen in dieser Hinsicht für sich Abstand genommen?)
Mindestens genauso wichtig ist aber, sich diese Frage schon bei der Suche nach dem ersten Job zu stellen. Oder noch besser bei der Studienortwahl, denn schon dort bleiben viele anschliessend lebenslang hängen. Vermutlich ist den meisten nicht bewusst, um wieviel besser eine Arbeitsstelle in München (um bei dem Beispiel zu bleiben) vergütet sein müsste, um den Lebenshaltungskostenunterschied zu einem Arbeitsplatz in der “Provinz” auszugleichen.

Grüße von der Ente

Gast
Oskar

Hi Maschinist / BigMac,

der Ansatz von BigMac gefällt mir gut. Das Konsumverhalten ist von eigenen, kritisch hinterfragten Bedürfnissen und nicht von der Verfügbarkeit von Geld oder Konsumgier getrieben, ohne deswegen Sparen zum alles bestimmenden Selbstzweck zu erheben. Das Ziel hieß auch nicht “FF mit 50”, sondern “von Anfang an so viel Vorsorge zu treffen, dass ich möglichst weit vor dem Renteneintritt ein Leben ohne Arbeit oder ähnliche Verpflichtungen führen kann und dieses Leben mit großer Sicherheit bis zum Lebensende ohne Einschränkungen so weitergeht.”

Grundsätzlich finde ich es angenehmer und auch sinnvoller, vom Ende (des Berufslebens) her zu denken. Erstes Ziel: Rentenlücke schließen. Zweites Ziel: Ruhestand mit 60. Wenn’s gut läuft, Anpassung auf 57, dann 55, etc… Das klingt als Ziel vielleicht nicht so sexy wie „Rente mit 40“, aber es ist realistischer und nicht so zwanghaft. So lassen sich – ein gutes Einkommen natürlich vorausgesetzt – ein nach eigenen Bedürfnissen gestaltetes Leben und das Ziel der FF miteinander verbinden, ohne sich selbst permanent einreden zu müssen, wie geil Minimalismus doch sei. Und wenn’s dann zwei, drei Jahre länger dauert, so what?

Grüße,
Oskar

Gast
x_em.pe_x

Ein interessantes Interview. Obwohl ich von deinen “Millionärs”-Kriterien noch etwas entfernt bin, lese ich die Interviews, wie natürlich auch dieses hier, sehr gerne. Respekt an jeden, der es schafft, ohne dabei über Leichen zu gehen.

Auffällig sind natürlich die sehr hohen Nettogehälter bei vielen und bei den meisten deiner Interviewpartner der Fokus auf Immobilien. Ein höheres Netto mag natürlich jeder, aber gerade Immobilien schrecken mich ja fürchterlich ab. Ich genieße es, in einer Mietwohnung zu wohnen, weit über 70 % meines “Vermögens” stecken in Aktien und ETF. Da bekomme ich jeden Monat meine Dividenden und müss mich um nichts selber kümmern bzw. eine Hausverwaltung engagieren, was wiederum die Rendite schmälern würde.

Wie handhabt ihr eigentlich eure Finanzpläne? Setzt ihr euch Jahresziele, ist das alles fließend o.ä. Ich bin ja sehr dividendenfokussiert. Ich habe mir z.B. das Ziel gesetzt, meine absoluten Erträge jährlich um mind. 10% zu steigern. Das erreiche ich durch eine Mischung ans Dividendenerhöhungen (vor allem Tabak hilft mir dabei), dem re-investieren der Dividenden in neue Aktien und natürlich regelmäßigen Sparraten. Außerdem habe ich auch Titel mit geringer/ keiner Dividende. Die helfen zwar nicht bei den Dividendeneinkünften, aber erhöhen hoffentlich langfristig den Depotwert und tragen zur Steigerung des Vermögens bei, das sind dann so Titel wie Wirecard und Alphabet.

VG Markus

Gast
BigMac

Hallo Markus,

zu deiner Frage nach dem Finanzplan: Ich habe ungefähr 2005 mit einem solchen begonnen und diesen im Laufe der Jahre immer weiter erweitert und verbessert. Ich benutze den Plan aber nicht für die Kontrolle irgendwelcher konkreter Ziele. Ich finde es eher auch schlecht sich sehr konkrete Ziele zu setzen, wie z.B. „am Datum x habe ich ein Vermögen y“. Das ist natürlich individuell unterschiedlich, manche Leute brauchen so was für ein diszipliniertes Handeln. Ich benötige diese Knute nicht und komme mit meinem im Interview genannten Ansatz deutlich besser klar: Nicht “Betrag x an Datum y” , sondern “Wo stehe ich heute und wo werde ich wahrscheinlich am Datum x stehen?”. Oskar hat meine Herangehensweise in seinem Kommentar oben sehr gut beschrieben, vielen Dank dafür.

Was steht nun in meinem Finanzplan? Auf der einen Seite erfasse ich in Excel grob kategorisiert meine Ausgaben und rechne diese anhand einer angenommenen durchschnittlichen Inflationsrate auf die nächsten Jahre hoch. Auf der andere Seite erfasse ich mein aktuelles Vermögen (ebenfalls grob in Kategorien eingeteilt, ohne Immobilien) und meine erwarteten Einnahmen in der Zukunft, ebenfalls hochgerechnet anhand von angenommenen durchschnittlichen Zinssätzen, etc.. Dies gegenübergestellt ergibt einen sehr weit reichenden Finanzplan, aus dem vor allem ersichtlich ist, wann die Einnahmen inkl. Vermögensentnahme ohne den heutigen Arbeitslohn groß genug sind, um wie im Interview grob skizziert leben zu können. In diesem Plan kann ich durch Verändern der Parameter (Inflationsrate, Minimalvermögen als Puffer, …) und das Einbeziehen von Einmaleffekten (Börsencrash um 50%, Lottogewinn, …) unterschiedlichste Szenarien durchspielen und so prüfen, wie robust Vermögen und Einkünfte bei bestimmten Szenarien sind. Der rote Faden für meine Planung ist dabei eine sehr defensive Annahme bei den wichtigsten Parametern: Inflation 2%, Rendite auf Vermögen / Kurssteigerung 2%, Rentensteigerung 1% – also noch konserativer als der Maschinist.

Schönes Wochenende!

Gast
Oskar

Haha, der Beitrag könnte von mir sein, genauso handhabe ich das seit 1999 auch, Haushaltsbuch und Vermögensplanung inklusive 18 Monats-Forecast und langfristiger Szenarienplanung mit variable Eingabemöglichkeit für die langfristige Assetallokation und die Rahmenbedingungen. Meine Grundannahmen:
Inflation 3%
Rentenentwicklung (und Hauswertentwicklung) 1,5% unter Inflation
Realzins für Cash -2%
Aktienrendite 5% vor Steuern und Inflation.

Bin halt ein Angsthase 🙂

Grüße,
Oskar