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Weltweite Aktienmärkte  

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Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hier folgen Übersichten der interessantesten weltweiten Aktienmärkte.

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Veröffentlicht : 5. September 2016 15:52
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hong Kong hat als ehemalige britische Kolonie mit sehr starkem Handel und sehr wirtschaftsfreundlicher Gesetzgebung einen historisch aktiven Aktienmarkt.

Vorteile eines Invests sind, dass Hong Kong selbst keine Steuern auf Kurssteigerungen oder Dividenden erhebt, dass heisst es gibt keinerlei Steuern auf eine Anlage, ausser denen die das Land des eigenen Wohnortes erhebt.

Ausserdem ist der Hong Kong Dollar, fest an den US Dollar gekoppelt. Es gibt hier kein zusaetzliches Waehrungsrisiko anderer kleinerer Wirtschaftsreaume (wie zum Beispiel Malaysia).

Der Hang Seng Index besteht aus den 45 groessten Unternehmen aus Hong Kong, die zusammen ca. 70% der gesamten Marktkapitalisierung Hong Kongs ausmachen.

Der Aktienmarkt in Hong Kong ist wie auch andere Aktienmaerkte in Asien aktuell niedriger bewertet als etwas der US Aktienmarkt und bietet deshalb eine gute Diversifikation und auch Chance, einen Teil seines Vermoegens dort zu investieren.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 5. September 2016 15:59
SweetNSour
(@sweetnsour)
Freiheitskämpfer Gold

Habe bereits darüber berichtet, warum die ASEAN-Region, speziell Vietnam, als besonders aussichtsreich gilt. Ein berüchtigter Börsenbrief hat nun nachgezogen und die Region etwas genauer unter die Lupe genommen.

Südostasien ist eine Region mit grossem Binnenmarkt, hoher Population und starkem Wachstum. Zum einem besitzt ASEAN verglichen mit der westlichen Welt eine hervorragende Demographie. Von den circa 650 Millionen Einwohnern sind mehr als 50% unter 30 Jahre alt. Die Region hat nach Indien und China die drittgrösste Erwerbsbevölkerung der Welt. Zum anderen weist die Mittelschicht grosses Wachstum auf. Laut JP Morgan und Goldman Sachs sollen in 2030 die Konsumausgaben der asiatischen Mittelschicht die aller anderen Regionen überragen. Die realen Einkommen wachsen seit 2000 um durchschnittlich 5% pro Jahr. Die Faktoren junge Demographie und steigende Mittelschicht sorgen für steigendes BIP Wachstum. Aber der wesentliche Faktor ist die Steigerung der Produktivität. Laut McKinsey sind seit 1990 circa 60% des Wachstums auf Produktivitätssteigerungen zurückzuführen, da Sektoren wie Fertigung, Einzelhandel, Telekommunikation und Transport effizienter werden. Grosse Unternehmen aus aller Welt entdecken diese Wirtschaftsregion zunehmend für sich. So fliessen jährlich circa 120 Milliarden USD an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) nach Südostasien, wobei die Ziffer ansteigt. Südostasien bietet einige der attraktivsten langfristigen Investitionsziele der Welt, mit geschätzten durchschnittlichen Wachstumsraten von 6% bis 2024.

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Dazu profitiert die ASEAN-Region nicht nur vom US-China Handelskrieg, sondern auch davon, dass China als Produktionsstandort zunehmend unattraktiver wird. Beispielsweise sind die chinesischen Löhne in den vergangenen Jahren sehr stark angestiegen und dreimal so hoch wie die Löhne in Vietnam, Indonesien oder auf den Philippinen.

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Südostasien hat zudem eine hervorragende demographische Struktur, welche das langfristige Wachstum in dieser Region vorantreiben wird, denn junge Menschen konsumieren in der Regel mehr als alte Menschen, die Geld für ihre Altersvorsorge zur Seite legen. In den einzelnen Staaten liegt das Medianalter bei circa 30 Jahren oder weit darunter, abgesehen von Thailand und Singapur mit circa 40 Jahren.

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Beim Humankapital sind die Ergebnisse der Länder wie Thailand oder Malaysia nur marginal schlechter als die von China. Erstaunlicherweise schneidet Vietnam in diesem Bereich sehr viel besser ab als die Nachbarstaaten. Laut dem World Bank Human Capital Index liegt Vietnam im südostasiatischen Raum auf dem zweiten Platz hinter Singapur. Der Humankapital-Index vergleicht die Entwicklungschancen von neugeborenen Kindern in unterschiedlichen Ländern unter Berücksichtigung von Bildung und Gesundheit. Dabei schneidet Vietnam fast genauso gut ab wie China. In den PISA-Studien belegt Vietnam einen beeindruckenden achten Platz in Naturwissenschaften (von 72 Ländern). Der hohe Humankapitalwert ist vor allem dadurch begründet, da Vietnam in den vergangenen 20 Jahren circa 20% seiner Gesamtausgaben in den Bereich Bildung investiert hat. Im globalen Vergleich ist das ein sehr hoher Wert.

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Darüber hinaus wurden in den ASEAN-Staaten Exportverarbeitungszonen eingerichtet, die einst von China dominiert wurden. Die Exportverarbeitungszone Tanjung Emas (Indonesien), die Freihandelszone Port Klang (Malaysia), die Sonderwirtschaftszone Thilawa (Myanmar) und die Exportverarbeitungszone Tan Thuan (Vietnam) werden voraussichtlich das Wachstum der Exporte fördern. In der Freihandelszone Batam (Singapur-Indonesien) sammeln sich ebenfalls vermehrt multinationale Unternehmen an. Die Folgen des Handelskrieges, besonders im produzierenden Gewerbe, spiegeln sich beispielsweise in den FDI in ASEAN nieder. Seit Ausbruch des Handelskrieges haben sich die Investitionen in Südostasien nahezu verdoppelt, von 30 Milliarden USD in 2017 auf 55 Milliarden USD in 2018. Bei der Analyse der gesamten Investitionszuflüsse erkennt man, welche Länder in Südostasien besonders profitieren – nämlich Singapur, Indonesien, Vietnam und Thailand. So gehören diese Länder zu den grössten Empfängern von ausländischem Kapital.

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Sollte der Handelsstreit anhalten, kann man davon ausgehen, dass sich der Prozess der Verlagerung der Handelsströme in andere Regionen, und damit auch nach Vietnam, beschleunigen wird. Vietnam gehört zu den Ländern in Asien mit dem grössten BIP-Wachstum. 2018 wuchs das BIP im Vergleich zum Vorjahr um 7,1%. Die durchschnittliche Rate in den vergangenen drei Jahren liegt bei 6,4%.

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Vietnam gehört zu den grössten Empfängern von ausländischen Direktinvestitionen im asiatischen Raum. 2018 wurden 15,5 Milliarden USD ausländisches Kapital investiert. Zu den grössten Investoren gehören Japan, Südkorea, Singapur und China - allesamt grosse Wirtschaftsnationen mit (technologischem) Know-How in verschiedenen Branchen. Die Gelder fliessen in unterschiedliche Bereiche: Immobilien, Infrastruktur, Banken, Telekommunikation. Doch das produzierende Gewerbe ist der grösste Profiteur, vor allem der Bereich für Elektrogüter. Dass Vietnam zunehmend auch in fortgeschrittenen Technologien aktiv ist, ist ein gutes Zeichen. Denn laut einer Studie von McKinsey verlieren kostengünstige (und damit gering qualifizierte) Arbeitskräfte als Produktionsfaktor an Bedeutung. Es werden nur noch etwa 18% des globalen Warenhandels von der Arbeitskostenarbitrage bestimmt. Das liegt daran, dass Lieferketten immer kürzer werden, da Marktnähe und Nähe zum Kundenstamm sowie die Verfügbarkeit von Innovationsressourcen zunehmend wichtiger werden.

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Mit dem Kapitalfluss findet gleichzeitig auch ein technologischer Transfer statt. Das heisst, das Know- How der Produktion gelangt nach Vietnam, wodurch das Land seine Kompetenzen in der Produktion festigen und ausbauen kann. Das Problem vieler aufstrebender Entwicklungsländer ist, dass das Wachstum beziehungsweise die Investitionen hauptsächlich durch den Staatsapparat getrieben werden. In Vietnam ist dies nicht mehr der Fall. Seit 2000 gab es in diesem Bereich deutliche Verbesserungen, vor allem durch die bereits erwähnten Reformen, sodass das Wachstum hauptsächlich durch den privaten Sektor und FDI getrieben wird. Mittlerweile machen Staatsausgaben nur noch 35,7% der Investitionen aus, während der Anteil des inländischen Privatsektors sowie ausländischer Direktinvestitionen bei 40,6% respektive 23,7% liegt. Darüber hinaus investiert Vietnam massiv in den Ausbau der eigenen Infrastruktur. Fast 6% des BIP basieren auf Infrastrukturausgaben – Höchstwert in Südostasien.

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Trotz des hohen Produktivitätswachstums hat Vietnam eine der wettbewerbsfähigsten Lohnkosten in der Region. Die durchschnittlichen Monatslöhne in Vietnam betragen nur etwa ein Drittel der Löhne in China. Diese Kostenwettbewerbsfähigkeit ist einer der Hauptgründe, warum Vietnam immer mehr Anteile der regionalen Lieferkette abgreift und wahrscheinlich einer der Hauptprofiteure der anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sein wird. Zudem hat Vietnam die am schnellst wachsende Mittelschicht in Südostasien, welche die Binnenwirtschaft unterstützt und die Attraktivität für globale Hersteller weiter stärkt. Darüber hinaus hat Vietnam absolut konkurrenzfähige Steuersätze. Die gewerbliche Einkommenssteuer beträgt 20% und gehört damit zu den niedrigsten Werten in der Region. Selbst China hat mit 25% einen höheren Steuersatz.

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AntwortZitat
Veröffentlicht : 8. Februar 2020 05:22
Orion, BlackMatrix und Tricky mögen das
BlackMatrix
(@blackmatrix)
Aktiver Freiheitskämpfer

Grandioser Beitrag @SweetNSour ?

AntwortZitat
Veröffentlicht : 9. Februar 2020 16:30
SweetNSour mag das
SweetNSour
(@sweetnsour)
Freiheitskämpfer Gold

@blackmatrix

Danke. Stammt nicht von meiner Feder, erachte ihn aber auch als sehr nützlich. Auf diese Art und Weise eine ziemlich unbekannte Region zu durchleuchten, ist grosse Klasse und bleibt auch nur wenigen Vorenthalten. Ich kenne mich bei den ASEAN-Staaten zwar etwas aus aber vieles aus der von mir komprimierten Analyse war soweit noch unbekannt.

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 9. Februar 2020 17:59