Luxusproblem  

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RobiTobi
(@robitobi)
Aktiver Freiheitskämpfer

Grüß Euch!

Ich habe ein Luxusproblem. Vor ca. einem Jahr bin ich (auf legale Weise 😉 ) zu einem großen sechsstelligen Geldbetrag gekommen (wenn es wen interessiert kann ich das gerne später erklären, würde hier aber den Rahmen sprengen und tut auch nichts zur Sache). Jetzt hatte ich diesen riesigen Geldbetrag am Konto liegen und wusste nicht, was ich damit machen soll. Immobilen momentan sehr teuer, Aktien zu risikoreich.

Hab dann lange herumüberlegt und informiert, aber irgendwie passte nichts so recht. Das viele Geld am Konto war aber auch beunruhigend (weil weit über der Einlagensicherung). Schließlich habe ich doch zwei Wohnnungen im Ort gekauft. Jetzt bin ich schon mal etwas ruhiger, auch wenn ich jetzt natürlich Arbeit als Vermieter habe. Eine Wohnung musste ich auch noch sanieren.

Seit einigen Wochen lese ich mich jetzt in das Thema finanzielle Freiheit bzw. passive Indexfonds ein und bin begeistert. Mein Plan (Wunschtraum) war immer mit 55 in den Vorruhestand zu gehen, d.h. 10 Jahre bis zur Rente überbrücken. Ich bin jetzt knapp 50. Hinzu kommt, dass mir meine Arbeit immer weniger Spaß macht. Ich war nie der Karrieretyp und bin seit den Kindern in Teilzeit. Das bedeutet weniger Stress, mehr Lebensqualität und mehr Zeit für die Familie/Hobbys aber niedrige Sparquote.

Nun zu meinem Luxusproblem: ich muss Geld ordentlich veranlagen, sodass ich spätestens in 5 Jahren vom passiven Einkommen leben kann. Wie schaut jetzt meine finanzielle Situation aus:

Einnahmen:

  • 400.000€ frei zum Investieren
  • 1.100€ pro Monat Mieteinkünfte
  • ca.  60.000€ in Gold als Notgroschen/Überbrückungshilfe
  • 50.000€ Rücklagen für Reparaturen, Mietausfälle, ...

Ausgaben:

ca. 1700€.Wenn ich meine Arbeit aufgebe kommen nochmal ca. 500€ Rentenbeitrag dazu. In Summe müsste ich dann 2.000 - 2.200€ monatliches Einkommen generieren.

Wenn ich die 3% Regel auf die 400k anwende kommen da 12k p.a. raus, d.h. zusammen mit den Mieteinnahmen müsste es passen.

Mein momentaner Plan wäre die 400k innerhalb eines Jahres stückchenweise in einen ausschüttenden Dividenden Fond zu investieren, z.B. "Vanguard FTSE All-W.High Div.Yld UCITS(A)/USD", IE00B8GKDB10. Ausschüttend deshalb, weil die Entnahmephase ja schon in ein paar Jahren beginnen soll. Sollte ich da breiter streuen?

Was ist eure Meinung? Habt ihr Tipps und Ratschläge für mich (da bin ich mir sicher  😉 )?

Liebe Grüße,
RobiTobi

Zitat
Veröffentlicht : 2. Februar 2019 22:36
Natman
(@natman)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hi RobiTobi, 

Glückwunsch zum Geld 🙂

Hier meine Anregung zu deinem Plan. Die 3% - Regel ist richtig, nur bietet der oben erwähnte Vanguard All World keine 3%. 

Er bietet 2,0% Erträge aus Dividenden und daher habe ich Mal diesen um den VUKE (vanguard FTSE 100) ergänzt, der 4,4 % ausschüttet und den UBS pacific Ex Japan, der 3,9% / Jahr (alle brutto) ausschüttet.

Meine Beispielrechnung alles brutto (!) sagt:

- Van AW 300.000 => schüttet 6272 Euros / a brutto aus

- VUKE 50.000 => Ausschüttung 2200 / brutto

- UBS pacific ex jpn 50.000 => 1957 / brutto 

Zusammen brutto und geteilt durch 12 da monatlich komme ich auf 869 Euros brutto und bei 33% Steuern auf ca. 582 Euros netto.

Die 3% sind sichere Entnahmerate, da es auch langfristig Wertsteigerung gibt, aber für die 5 Jahre, wenn du die Erträge brauchst, würde ich mit den tatsächlichen Erträgen rechnen. 

Deine Rechnung ist also etwas zu optimistisch oder die 400k etwas wenig. Mit REITs oder höheren Ausschüttern wäre es machbar aber mehr Risiko, daher nicht gut.

Evtl. wäre der Vanguard AW High Dividend auch die Lösung.

Ich würde von 55-60 mit nur 30% Arbeit weiterarbeiten und das Depot weiterfüttern. Ich denke die KK ist dann auch billiger...

Diese r Beitrag wurde geändert 8 Monaten zuvor 3 Mal von Natman
AntwortZitat
Veröffentlicht : 3. Februar 2019 06:04
RobiTobi und Pascal Weichert mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

@ Natman,

RobiTobi hat ja schon die High Dividend Version vorgeschlagen mit aktuell ca. 3.3% Dividendenrendite.

Der normale Vanguard All World bringt aktuell ca. 2,7% Dividende.

RobiTobi@: Du bist mit 55 absolut finanziell frei, da Du spaeter ja auch noch die gesetzliche Rente bekommst. Wenn Du auf 35 Beitragsjahre kommst, ja auch schon mit 63 Jahren mit Abschlag.

Diesen Artikel kannst Du dazu fuer Dich ableiten:

https://freiheitsmaschine.com/2019/01/08/gerdas-schlaflose-naechte-rente-vermoegen-aktien-etf/

 

Es spricht ja auch nichts dagegen von 55 bis zum Einsatz der gesetzlichen Rente etwas Kapitalverzehr zu betreiben. In diesem Zeitraum spielt die Inflation noch keine so grosse Rolle und Du gibst in diesem Zeitraum einfach zum Beispiel 10k Euro im Jahr aus, dass nicht an der Boerse angelegt ist, sondern bei den aktuellen Nullzinsen dann doch einmal auf einem Anlagekonto mit Minizinsen bleibt.

https://freiheitsmaschine.com/der_maschinist/festgeldvergleich-festgeldrechner-festgeld-zinsen/

Dann ist auch gar kein High Yield ETF notwendig, der systembedingt mehr in Aktien von "alten" Industrien investiert, die langfristig etwas schlechter performen, als der normale All World.

Wenn Du es wirklich simpel willst, nimm die 2,7% vom normalen All World ETF und verzehre zusaetzlich etwas Kapital in den 8 Jahren bis zur gesetzlichen Rente.

Der VUKE ETF und der Asia Pacific ex Japan ETF sind gute Empfehlungen von Natman, unter anderem auch weil diese Maerkte aktuell guenstig bewertet sind und damit langfristig eine hohe Rendite bieten. Es ist aber immer nur als Zumischung gedacht und es ist auch kein Muss, wenn Dir das zu kompliziert ist.

Falls Du mit 55 Jahren die Mindestversicherungszeit von 35 Jahren in der gesetzlichen Rente noch nicht voll hast, kannst Du in der Rentenversicherung einfach freiwillig den Mindestbeitrag zahlen um das zu erfuellen.

Schoenen Sonntag!

Diese r Beitrag wurde geändert 8 Monaten zuvor von Maschinist
AntwortZitat
Veröffentlicht : 3. Februar 2019 09:36
Pascal Weichert
(@pascal-weichert)
Verdienter Freiheitskämpfer

Glückwunsch auch meinerseits zum Vermögen.
Erstmal finde ich es sehr gut, dass du damit versuchst Verantwortungsvoll zu Wirtschaften. Schaffen die wenigsten Smile

Vorweg, die Einlagensicherung gilt pro Bank. (siehe Infografik im Anhang)
Sprich wenn dir diese Art der Sicherheit wirklich wichtig ist, eröffne Konten bei verschiedenen Banken.

Dein Plan:
Arbeiten -> 55 (Vermögen) -> 65 (Vermögen + Rente) -> ende

Notgroschen:
Meine Definition Notgroschen: Cash, das man benötigt um kurzfristige Reperaturen und Ausgaben zu Stemmen. Faustregel  3-6 Monatsgehälter. Da du Kinder hast, und schon zur reiferen Generation gehörst, eher mehr.
1700*6= 10.200€
Rücklagen für die Wohnungen, sowie das Gold betrachten wir gesondert.

n=5
In 5 Jahren sollte die Verrentung beginnen. Ich entnehme deinem Post, dass du grade am Erfahrungen sammeln bist, und eher ein Risikoadverser anleger bist. 

Ich frage dich einfach direkt:
Kannst du damit leben, wenn dein Depot um 60% fällt?

Das ist das Wurst-Käse Scenario. Alles in ETFs, die Börsen fallen grade zu deinem Vermögensrentenbeginn. Aufgrund der teilweise kurzen Anlagedauer ein bestehendes Risiko, mit der Aktienanlage bei dem beginn der Verrentung verlust zu erwirtschaften. Wie Natman schon richtig erwähnte, die 3% Regel gilt mit Kurssteigerungen + Dividenden.*

An dieser Stelle sei an den Kommentar von dem Maschinisten hingewiesen.

Immobilien im Ort:

2 Immobilien bringen gut 1.100€ Mieteinahmen ein. Brutto?
Sind die Instanthaltungsrücklagen (IHR) davon schon abgezogen, also die Monatlichen aus dem Cashflow?
Sofern du die Wohnungen nicht weiter Sanieren musst sind die 50.000€ von meinem ersten eindruck aus der Ferne, zu hoch angesetzt, weil der Mietzins vom Mieter auch einen IHR bestanteil behinhaltet. Zumal so nehme ich an, die Immobilien ausschließlich Eigenkapitalfinanziert sind.

Gold:
Darüber streiten sich die Geister Grin Find es in der aktuellen Situation gar nicht mal so verkerht.
Langfristig ist Gold nur Inflationserhaltend. Könnte aus Portfoliotheoretischer sicht auch aufgrund des kurzem Anlagezeitraumes und der geringeren Korellation mit Aktien bei Rentenbeginn sinn machen. (siehe Maschinistenkommentar)

Meine Empfehlung:
(Wie immer keine Anlageberatung)
Ich würde, bevor du 400.000€ in tranchen in den Markt investierst, mich erstmal mit dem Medium beschäftigen. Wie es sich anfühlt. Mit 10/20k schauen und beobachten was es mit einem macht, wenn die Börsen steigen oder Fallen.
Die besten Strategien scheitern an den Nerven Smile

Gruß,
Pascal

PS. Jetzt hat man das geschrieben, über ein Plopt der Maschinist auf und man denkt nur, man wieso bin ich nicht darauf gekommen Grin

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Diese r Beitrag wurde geändert 8 Monaten zuvor 2 Mal von Pascal Weichert
AntwortZitat
Veröffentlicht : 3. Februar 2019 10:22
RobiTobi mögen das
RobiTobi
(@robitobi)
Aktiver Freiheitskämpfer

Danke schon mal für eure Antworten!

Auf ein paar Punkte möcht ich eingehen:

Ist der VUKE so kurz vor dem Brexit nicht etwas gewagt? Oder eben genau deshalb ein guter Einstiegspunkt?

Bezüglich Investmenterfahrung: Ich hatte schon mal eine Zeit lang Aktion im Depot, war so um 2001 herum. Zum Glück konnte ich sogar kleine Gewinne mitnehmen, aber ich gab Aktien erst mal wieder auf. Ich bin dann auf Fonds umgestiegen, die hatten aber eine lausige Performance (für mich, die Bank hat natürlich gut performt).
2012 hab ich mich dann für Bitcoins interessiert (so, jetzt ist es raus). Hauptsächlich aber technisch. Und da kam dann mein Plan B ins Spiel. Mir war irgendwie klar, dass das früher oder später viel mehr Wert sein wird. Also hab ich ca. 10k investiert mit sturer B&H Strategie. Einen kleinen Teil hab ich mir zum "Spielen" reserviert. Hab mich damit am Trading versucht. Und wenn ich mal wieder verkaufen "musste" weils ja so runtergeht, dann hab ich das mit meinem Spielgeld gemacht, das hat für die Psyche gereicht, auch wenns nur ein kleiner Bruchteil vom Gesamtinvestment war. So hab ich auch gelernt, dass man (ich) mit Trading fast immer verliert.
Gut, Plan B war erreicht, wenn die Bitcoins 300k wert sind, damit wollte ich die 10 Jahre zwischen 55 und Rentenbeginn überbrücken. Im Frühjahr 2017 war das erreicht und es war abzusehen, dass das noch weiter steigt. Plan B wurde also so abgeändert, dass für 300k verkauft wird, aber so, dass noch was übrig bleibt. Hab also 300 BTC für 1000 verkauft, mein Ziel war erreicht, der Rest ist Bonus. Hab mich auch nicht darüber geärgert, dass ich viel zu früh verkauft hatte, schließlich war ja mein Ziel erreicht. Als der BTC-Preis immer weiter gestiegen ist und sich abgezeichnet hat, dass das irgendwann implodieren wird, hab ich immer kleine Mengen verkauft. Da kommt jetzt der Rest von meinem Geld her. Ein Teil ist immer noch in Bitcoin, wer weiss was da noch passiert. Aber das ist reine Spekulation bzw. zusätzlicher Bonus.

Gold ist für mich die stille Reserve und wirkt beruhigend auf die Nerven. Das kann helfen wenns am Aktienmarkt mal wieder rund geht. Und wenns wirklich total crasht ist da noch was da dass einen Wert hat (ausser den Immobilien). Das sollte mein konservatives Ich zum Schweigen bringen.

Bei den ETFs werde ich mich noch etwas informieren und mir dann eine Strategie zurecht legen. Denke aber momentan auch, dass ich nicht alles auf einen setzen sollte.

Danke nochmal für euren Input,

RobiTobi

AntwortZitat
Veröffentlicht : 3. Februar 2019 14:22
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hallo RobiTobi,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem hammerguten Händschen beim Bitcoin "Invest".

Ich wette Du bekommst alleine deswegen jetzt Anfragen, was Du über den weiteren Kursverlauf denkst 😉

Der englische Aktienmarkt ist grundsätzlich günstig bewertet, deshalb auch die vergleichsweise hohe Dividendenrendite. Der Brexit aber auch der sehr linke Chef der Labour Party (der an die die Macht kommen könnte) spielen dort eine Rolle.

Der Brexit ist eigentlich kein Thema und langristig wird es England damit wahrscheinlich besser als in der EU gehen. (z.B. durch ein Freihandelsabkommen mit dem NAFTA Raum).

Der VUKE ist eine mögliche Bemischung zum Welt ETF. In diesem ETF ist England ja auch schon mit ca. 5% enthalten. Jetzt noch weitere 5% England in Form des VUKE ETF zu kaufen ist nach meiner Einschätzung eine gute Idee.

Aber das ist ein Nebenkriegsschauplatz im Vergleich zum Hauptthema, dass Du mit der Kombi aus Immobilien, passivem Welt ETF und etwas Kapitalverzehr im Zeitraum 55 bis 63 locker auskommst und damit dann finanziell unabhängig bist.

Gruß und schönen Abend

 

Diese r Beitrag wurde geändert 8 Monaten zuvor 4 Mal von Maschinist
AntwortZitat
Veröffentlicht : 3. Februar 2019 17:40
RobiTobi mögen das
auf_dem_Weg
(@auf_dem_weg)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hätte da mal ne Frage. Ihr schreibt immer vom Vanguard Welt ETF der eine Gebühr von 0,25% hat. Ich habe da mal bei Just ETF geschaut. Mittlerweile unterbieten Sie die Anbieter ja alle. So hätte z.B. der ishares A0RPWH 0,20% oder auch derHSBC MSCI World A1C9KL nur 0,15 %.

Das wären bei RobiTobi seinen 400k immerhin jährl. 400 € an Gebühren weniger.

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 4. Februar 2019 18:16
Natman
(@natman)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hi auf_dem_weg,

der ishares core World ist thesaurierend und ich denke es wurde nach einem Ausschütter gefragt. Maschinist hat an einer anderen Stelle in seinem tollen Blog geschrieben, dass Vanguard die 0,25% der Wertpapierleihe an den Kunden weitergibt. Außerdem finde ich die Abdeckung entwickelte Länder und Schwellenländer zusammen besser.

Den A0RPWH habe ich selbst noch, ist in der Sparphase auch sinnvoll da preiswert und thesaurierend.

Diese r Beitrag wurde geändert 8 Monaten zuvor von Natman
AntwortZitat
Veröffentlicht : 4. Februar 2019 19:12



Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Der Vanguard All World ETF Irland hat bisher die gesamte Gebühr von jährlich 0,25% durch eine Überperformance in ähnlicher Höhe durch die Wertpapierleihe wieder eingespielt und die reale Gebühr für die Vanguard All World ETF Besitzer beträgt deshalb 0.0% seit dem Jahr 2012.

Erste Seite rechts unten schauen "Net of Expenses" ist dabei gleich hoch wie die Gesamtmarktperformance. (Gross of expenses ist ca. 0,25% höher durch die Überperformance):

https://global.vanguard.com/portal/site/loadPDF?country=de&docId=1011

Diese r Beitrag wurde geändert 8 Monaten zuvor 2 Mal von Maschinist
AntwortZitat
Veröffentlicht : 4. Februar 2019 23:48
auf_dem_Weg
(@auf_dem_weg)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hallo Community,

ich möchte mal das tolle Forum loben und ich finde es einfach schön Gleichgesinnte zu finden mit denen man sich austauschen kann. Weder auf der Arbeit noch in der Familie interessiert sich jemand für Finanzen. Da ich viel lese und mein interesse fast ausschließlich dem Finanzmarkt gilt würde ich euch gerne eine Seite von Goldman Sachs zeigen. Ich finde den Haken nicht so recht und bin etwas verwundert. Auf jeden Fall interpretiere ich dies so das ich bei einer 100% Einlagensicherung auf 6 Jahre 3,15% Zinsen erhalte.Dies finde ich richtig viel...

Ich möchte hier keine Werbung machen oder sonst was, einfach nur diskutieren und wie ihr darüber denkt. Vllt. habe ich da was Entscheidendes übersehen.

www.marcus.com

AntwortZitat
Veröffentlicht : 10. Februar 2019 15:49
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hallo Auf Dem Weg,

es gibt dort keinen Haken.

Im US Dollar Währungsraum ist das aktuell eine ganz normale Verzinsung, da die Federal Reserve mittlerweile wieder bei einem halbwegs normalem Zinsniveau angekommen ist.

Für Dich als Anleger aus dem Euroraum bedeutet das aber, dass Du kurz und mittelfristig das Währungsrisiko Euro zum US-Dollar in dieser Zeit tragen musst.

Ausserdem sind 3,15% ja nicht besonders viel. Die US Inflation beträgt aktuell ca. 2%

Current US Inflation Rates: 2009-2019

Und die gesamten 3.15% werden mit deutscher Kapitalertragsteuer belegt.

Das heisst aus den 3.15% werden nach deutscher Steuer 2.15% und nach US Inflation werden daraus 0,15% Realrendite plus Waehrungsrisiko. Und dafür kommst Du 5 Jahre lang an Dein Geld nicht heran.

Wenn das für Dich interessant ist, kannst Du das einfach direkt und auch besser in Deinem Depot erledigen indem Du zum Beispiel den Vanguard VUSC kurzlaufender US Dollar Anleihe ETF mit deutscher Zulassung kaufst.

https://api.vanguard.com/rs/gre/gls/1.3.0/documents/16474/de

Die Verzinsung beträgt aktuell ca. 3,3% pro Jahr und es erfolgen monatliche Zinsauszahlungen und im Gegensatz zum Festgeld kannst Du den Anleihe ETF täglich wieder verkaufen.

Dieser Anleihe ETF hat kaum Schwankungen, weil die Anleihen darin alle kurzlaufend sind.

Wenn Du dich im US Waehrungsraum wohl fühlst, ist das für einen kleineren Geldanteil ok aber es ist bezüglich versteuerter Realrendite immer nur ein Parken vom Geld und langfristig keine profitable Anlage.

Schönen Abend!

 

Diese r Beitrag wurde geändert 7 Monaten zuvor von Maschinist
AntwortZitat
Veröffentlicht : 10. Februar 2019 21:57
auf_dem_Weg
(@auf_dem_weg)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hallo Maschinist,

 

vielen, vielen Dank für deine ausführliche Schilderung. Deine Erfahrung und Weitsicht sind hervorrangend.Ich schaffe es einfach nicht eine größere Summe anzulegen. Seit Monaten schiebe ich es vor mir her, suche nach " Sicherhei"  Ebenso suchen  wir nach Wohnungen zum vermieten. Aber so langsam geben wir es auf. Unter Faktor 25 ist bei uns nichts zu bekommen und das sind wir nicht bereit zu zahlen.

Vielleicht buche ich es einfach um und kaufe mit der kompletten Summe den Vanguard All World und gut ist. Aber wie immer schreibe ich vielleicht.... Langsam merke ich es selbst, ich habe die Hosen voll.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 11. Februar 2019 13:26
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hallo Auf Dem Weg,

ich würde das Problem an Deiner Stelle so lösen, dass Du als ersten Schritt Deine monatliche Sparleistung in passive Gesamtmarkt ETF anlegst. Wenn Du das schon machst, würde ich zusätzlich "von Deinem Geldhaufen" monatlich z.B. 5% der Gesamtsumme dazulegen.

Dadurch hast Du nicht das Gefühl im falschen Moment eingestiegen zu sein und Du kannst so Deine Angst überlisten.

Die Sicherheit beim Bargeld besteht nur darin, dass es langfristig "ganz sicher" entwertet werden wird und gerade der Euro ist nach meiner Einschätzung die unsicherste große Währung überhaupt, da zusätzlich zu den "sicheren" 2% jährlicher Entwertung auch ein größerer Knall in der nächsten Rezession möglich ist.:

Gerade heute wieder ein schöner Artikel dazu in der Welt:

https://www.welt.de/wirtschaft/article188528229/Bargeld-So-koennte-eine-stille-Enteignung-ueber-Negativzinsen-funktionieren.html

Sechstellige Eurosummen permanent auf Geldkonten rumliegen zu lassen ist langfristig verrückt. Dann würde ich lieber Dinge tun, wie mir wertstabile historische Sportwagen in eine Lagerhalle zu stellen und mich daran erfreuen.

Wie schon in meinem Interview beschrieben haben wir ein siebenstelliges Vermögen und es ist zu 100% im Aktienmarkt investiert. Ein 10%iger Gesamtmarkteinbruch sind damit für uns eine sechstellige Schwankung und das passiert ja mehrmals pro Dekade (gerade im Dezember ja wieder).

Ich schlafe damit ausgezeichnet.

Wenn dieses Vermögen dagegen als Bargeld auf der Bank liegen würde, würde ich kein Auge mehr zubekommen.

Ich denke einfach an die mittlerweile ca. 50.000 Euro an Dividenden und Zinsen, die wir jährlich erhalten und dieser Cashflow steigt fast jedes weiter Jahr an.

Diese Denke hin in Richtung Cashflow und weg von den absoluten Zahlen, ist sehr sinnvoll um den Wechsel vom ängstlichen Sparer hin zum freien Menschen zu gehen.

Schönen Tag.

 

Diese r Beitrag wurde geändert 7 Monaten zuvor 4 Mal von Maschinist
AntwortZitat
Veröffentlicht : 11. Februar 2019 13:55
Natman
(@natman)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hallo auf dem Weg, von mir noch etwas. Mir kommt es vor als hättest du Zweifel an der Börse. allerdings ist sie sicherer als ein Tagesgeld oder eine einzelne Immobilie zur Vermietung, da ein Welt ETF breiter gestreut ist. 

Es ist natürlich nicht so einfach, mehr in den All World ETF zu stecken, wenn das Umfeld eher für Immo ist. 

Ich hatte letzte Woche beim Maschinisten für mich erkannt, dass ich meinen 50% Aktienteil noch auf mindestens 75% erhöhen muss. Für mich sind Immos aber kein Thema außer REIT ETF.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 11. Februar 2019 14:17
Maschinist mögen das
Tesla05
(@tesla05)
Aktiver Freiheitskämpfer

Hallo zusammen,

dieser Post von RobiTobi hat mich sehr an meine Situation erinnert.

Ich besaß (und besitze tlw. auch noch) Bitcoins, den ersten habe ich bereits 2011 gekauft zum Preis von 9,95 (ich weiß, ich hätte mehr kaufen sollen Smile Natürlich das meiste nicht am Allzeithoch verkauft, aber doch ganz gut drum herum, sodass insgesamt auch ein hoher 6-stelliger Betrag dabei herausgekommen ist,
dank der Haltedauer von über 12 Mon. auch ohne Steuer.

Mein derzeitiges Portfolie sieht ganz grob so aus (stammt aber nicht alles aus Bitcoin, ich investiere bereits seit ca. 25 Jahren)

- ca. 250k in ETF's, Aktien und REIT's
- ca. 100k in Gold (60% phys., 40% Zertifikate)
- ca. 400k "frei zum Investieren"
- ca. 50k in Cryptowährungen

Wobei "frei zum Investieren" nicht ganz richtig ist, denn ich habe 100k davon letztes Jahr auf ein Tagesgeldkonto gelegt, einfach weil ich nicht alles auf einmal Investieren will sondern in einzelnen Schritten, um nicht einen Kurshöhepunkt zu erwischen.
Andere Teile liegen auch noch in alten Sparplänen und Bausparkonten.

Außerdem habe ich gut 100k davon in P2P-Plattformen (Hauptsächlich Mintos) investiert. Ich weiß, da hält der Maschinist gar nichts davon und ich bin mir
des Risikos bewusst, aber im Vergleich mit Cryptowährungen würde ich dieses als das "geringere Übel" ansehen und ich versuche immer das Gesamtrisiko des Portfolios
zu betrachten.
Und Mintos zahlt mir so seit gut einem Jahr meine Miete und Lebenshaltunskosten.

Zur weiteren Planung:
Mein Ziel ist es eigentlich, den derzeitigen Job an den Nagel zu hängen. Ich bin jetzt 45 und will nicht bis zur Rente warten, damit ich dann endlich Zeit für alles habe aber auf Grund des fortgeschrittenen Alters nicht mehr alles machen kann.
Außerdem macht es mir nicht mehr wirklich Spaß, vielleicht auch weil man weiß, dass man die Zeit eigentlich sinnvoller verbringen könnte.

Momentan habe ich einen ETF Sparplan mit 4000€ / Monat. Zu den einzelnen Werten später mehr.
Grob gerechnet komme ich mit allen Einahmen auf knapp 2000€ / Monat (übers Jahr gemittelt).
Das wäre etwas mehr als ich pro Monat bräuchte und etwas weniger als mein derzeitiges Netto-Gehalt.
Aber davon muß ich ja noch Steuern zahlen und die Krankenkasse, also reicht es so nicht.

Wenn ich aber bedenke, das in 22 Jahren nochmal 1200€ Rente (Brutto) dazukommen und dadurch aber die hohen Krankenkassenkosten wieder wegfallen (Stichwort KVdR),
dann würde ich bis dahin mit etwas Kapitalverzehr auskommen, außerdem kaufe ich ja weiterhin ETF's und würde auch mal einen größeren Posten
als nur den Sparplan bedienen, nur will ich da natürlich den richtigen kaufen.

Derzeit besitze ich folgende ETF's und REIT's:

- ComStage MSCI World TRN UCITS ETF LU0392494562
- Lyxor UCITS ETF MSCI World FR0010315770
- Vanguard FTSE All-World UCITS ETF IE00B3RBWM25
- ComStage EURO STOXX Select Div 30 ETF LU0378434236
- Lyxor M.U.L. Nasdaq-100 UC.ETF Eur LU1829221024
- Lyxor FTSE EPRA/NAREIT Global Developed UCITS ETF LU1832418773
- ComStage STOXX Europe 600 Real Estate UCITS ETF LU0378436793

bis auf die REIT'S sind die auch fast alle so im Sparplan.
Ich bin mir noch unschlüssig, ob es sinvoller ist, ETF mit hoher Dividenden-Rendite um die 4% zu kaufen oder lieber welche, die weniger ausschütten oder thesaurieren, dafür aber eine höhere Kurssteigerung über die letzten Jahre hatten.
Derzeit versuche ich da ein bisschen zu mischen.

Immobilie besitze ich keine, ist mir zu unflexibel.

So, und jetzt schreibt mal was Ihr darüber denkt und ob das alles Quatsch ist und so nie funktioniert oder was Ihr machen würdet...
Am 25.05. kann ich leider nicht dabei sein, Diskussionen wären bestimmt spannend.

P.S. der Name aus meinem Avatar steht übrigends nicht für das Auto, hierfür würde ich nie viel Geld ausgeben sondern für mein Hobby Hochspannung Smile

 

 

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Veröffentlicht : 22. Mai 2019 14:47
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