Absicherung für Leu...
 
Nachrichten
Nachrichten löschen

Absicherung für Leute die Nix haben  

  RSS
Pascal Weichert
(@pascal-weichert)
Freiheitskämpfer Silber

Folgende Situation: 

Person Alter: ca. 55/56
Unausgebildet
Einkommen: ca. 1700€ Netto 
Ausgaben: ca. 1200€ (Schätze ich) 

Notgroschen Vorhanden. 
Autokredit Vorhanden (ist in den Kosten enthalten). Wird noch 4 Jahre getilgt. 
Parzelle Vorhanden. Wert vlt. 2.500€ 
Sonstiges Vermögen 0. Depot nicht vorhanden.   
 
Meine Fragen:

 1. Ist ein Depot Sinnvoll? Wie sollte sonst eine erhöhung des Monatlichen Cashfows zum Rentenbeginn, bzw. des Vermögens, erfolgen?

2. Welche Produkte ins Depot? Sollten dann eher Dividenden starke ETFs wie den Vanguard All World Div? 

Gruß, 
Pascal

Zitat
Veröffentlicht : 20. März 2019 13:07
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hallo Pascal,

ich würde folgende Punkte mit der Person durchgehen:

 

A: Was sind die weiteren Lebenspläne?

Gibt es Ziele die noch erreicht werden wollen oder geht es "nur" darum eine auskömmliche Rente im Alter zu haben?

 

B: Welche Rentenanwartschaften wurden bisher aufgebaut?

Wenn die Höhe dieser Anwartschaften bei Beginn der gesetzlichen Rente noch unterhalb der Grundsicherung liegen und diese dann beantragt wird, muss in Deutschland eigenes Vermögen bis zu einer Schongrenze von 5.000 Euro pro Person aufgebraucht werden.

Ausnahme davon sind eigene Immobilien bis zu einer gewissen Größe und auch eine monatlich zahlende private Zusatzrente bis zur Höhe von 100 Euro im Monat.

Das heißt in diesem Fall macht eigenes Vermögen als Bargeld oder Aktien keinen Sinn sondern eher eine kleine Eigentumswohnung bis zur Rente anschaffen, da diese geschont wird.

https://www.biallo.de/soziales/news/grundsicherung-im-alter-wer-bekommt-sie-und-wieviel-gibt-es/#

Dieser Teil des Systems ist nach meiner Meinung verbesserungsfähig. Menschen die zum Teil 40 Jahre lang im Niedriglohnsektor gearbeitet haben, werden damit im Alter zu defakto Sozialhilfeempfängern. Sie dürfen sich nicht mehr als 4 Wochen am Stück im Ausland aufhalten und müssen diese Sozialleistung jedes Jahr neu beantragen.

Ein hier besprochenes (deutlich sozialeres) Faktorverfahren wie in den USA würde diesen Menschen Ihre Würde zurück geben:

https://freiheitsmaschine.com/2018/08/16/rentenvorschlaege-deutschland-rentenreform-mehr-rente-bekommen/

 

C: Wenn die Rentenpunkte bis zum Renteneintritt in Summe oberhalb der Grundsicherung liegen

und zumindest eine durchschnittliche Lebenserwartung zu erwarten ist (das heißt kein männlicher Kettenraucher) würde ich in diesem Alter, fehlender Erfahrung mit Geldflüssen und keinerlei Börsenerfahrung eher dazu tendieren, zusätzliches Geld als Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen:

https://freiheitsmaschine.com/2018/08/26/freiwillige-rentenbeitraege-renteneinzahlungen-selbstaendige-kapitalisten/

Das Geld darin wird aktuell mit ca. 3% im Jahr verzinst und steigt auch im Auszahlungszeitraum jedes Jahr weiter an. Das ist also fast immer deutlich besser als private Versicherungen, die meistens aktuell nicht einmal die Inflationsrate schaffen.

Es geht ja erst einmal darum die monatlichen Lebenshaltungskosten (von Dir mit 1200 Euro geschätzt) für das Alter abzudecken.

Über Zeiträume von 10 Jahren oder weniger kann die Börse im Extremfall auch einmal im Minus stehen und Deine Person hat bislang keinerlei Erfahrungen damit, null Vermögen und auch noch einen Konsumkredit abzubezahlen.

 

D: Wenn das alles inkl. des PKW Konsumkredites abgearbeitet wurde kann man über einen Vermögensaufbau nachdenken.

Aber wie gesagt mit dem Hintergrund, dass bisher null Euro aufgebaut wurden und auch keinerlei Erfahrungen mit Sparquoten, Geldflüssen und noch viel weniger mit Börsenkursschwankungen vorliegen.

Das heißt, diese Person müsste bei Börseneinbrüchen wie z.B. im Dezember 2018 vor Ihren eigenen Emotionen geschützt werden um die Geldbeträge die angespart werden können, durch Verkäufe nahe der lokalen Tiefpunkte nicht wieder zu verlieren.

Schönen Abend

AntwortZitat
Veröffentlicht : 20. März 2019 22:30
Pascal Weichert
(@pascal-weichert)
Freiheitskämpfer Silber

Heute mal von einem Koch.
Person sehr Jung. 19 Jahre. Koch wird in 3 Wochen fertig mit der Ausbildung. 

Ausbildungsnetto: 630€
Fixkosten:
(Miete, Auto, Essen, Versicherung) ca. 400€

Erwartetes Netto min. 1.200€-1,400€
Schule: Realschulsabschluss

Seine Fragen: 
Wie sieht das mit der Grundrente aus, macht da eine Private RV sinn wird die darauf angerechnet? Wie kann ich am besten Vorsorgen? ( Welche Ideen habt ihr, das Einkommen zu steigern?)

Wir sind auf eure Antworten gespannt.

Meine Antwort war kurz zusammengefasst: 

Grundrente ist erst in +40 Jahren für dich. Da wird sich noch viel ändern. Wenn du nur 250€ pro Monat in ETFs Investierst, hast du zum Ende mit einer hohen Wahrscheinlichkeit 1.500€ mehr an Rente. Und du bleibst flexibel.

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 3. Juli 2020 09:42
Judge Dredd und Maschinist mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

In dem Alter sollte es so gut wie null um Rente / Grundrente gehen sondern neben dem Grundverständnids Zinseszins Aktienmarkt (Deine ETFs sind gut) primär um das Verfolgen der eigenen Ziele, Leidenschaften und diese dann zu weiterem Einkommen machen.

  • Angestellte Köche verdienen meistens leider nicht üppig. Köche, die nach einigen Jahren angestellt sein von einem guten Mentor viel gelernt haben und dann ein eigenes cooles Restaurant aufmachen aber vielleicht deutlich mehr
  • Nach einigen Jahren nach Dubai, USA, Singapour gehen und dort ein German Lifestyle Restaurant eröffnen
  • Nach einigen Jahren ein Kochbuch herausgeben
  • Eigene Internetseite machen und dort Kochbuch, E-Book, Online Kochkurse, Kochvideos, YouTube vermarkten
  • Englischsprachige Internetseite für das US-Publikum mit German Lifestyle cooking machen und dort mit Werbung und englischen Kochbüchern mit europäischem Flair gutes Geld machen

 ...+ tausend weitere Dinge, die anderen Menschen einfallen, wenn er sich mit Ihnen unterhält.

 

Ich kenne Menschen, die waren nach Ihren Journalismus Studium schlechtbezahlte Mitarbeiter bei einer drittklassigen Provinzzeitung und dann mit eigener Anstrengung einige Jahre später Pressesprecher / "Kommunikationsmanager" bei einem Konzern mit sechstelligem Nettogehalt.

Es geht immer viel mehr als man an seiner aktuellen Position auf den ersten Blick sieht.

 

Das Leben ist ein wunderbares Abenteuer!

Sag Ihm, er kann alles schaffen was er wirklich will und bereit ist, den Preis dafür zu zahlen.

Wenn alles schief geht, kann er mit 50+ immer noch an die Grundrente denken. 😉

AntwortZitat
Veröffentlicht : 3. Juli 2020 10:06
Eveda, Natman, Pascal Weichert und 1 User mögen das