Freiheitskämpfer Interview 6 – Die Scannerin

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Teile die Freiheitsmaschine

Neuseeland Skulptur Vogel FreiheitsmaschineDie Freiheitskämpfer Interviews rocken! Junge Menschen bis 35 berichten über Ihren Weg hin zu eigenem Vermögen, Freiheit und Optionen.

Und heute gibt es das endlich wieder einmal in Form echter Frauenpower.

Denn heute schreibt uns Die Scannerin.

Sie hat auf der Ausbildungs- und Karriereseite richtig Gas gegeben und ist mit hoher monatlicher Spar- und Investitionssumme im Autobahntempo unterwegs in Richtung finanzieller Unabhängigkeit.

 

Aber lest selbst

 

Hi Maschinist,
seit einem halben Jahr lese ich voller Begeisterung deine Millionär Interviews! Als du Anfang des Jahres die Freiheitskämpfer ins Leben gerufen hast, war ich Feuer und Flamme.
Leider gibt es bisher fast keine Interviews mit Frauen und so fühle ich mich quasi herausgefordert mein persönliches Freiheitskämpfer Interview bei dir einzureichen.
Ich kann noch keine so großen Erfolge wie manch anderer Teilnehmer vorweisen, aber ich möchte ein Vorbild für deine weiblichen Leserinnen sein und sie ermutigen sich deiner Community anzuschließen.

 

  • Wie alt bist Du (& der Partner falls vorhanden), wie lange seid Ihr schon zusammen und habt Ihr Kinder?
Ich bin fast 32 Jahre alt, mein Partner ist 38 Jahre alt und wir sind seit 6 Jahren zusammen. Wir sind weder verheiratet, noch haben wir Kinder und wir wollen auch beide, dass es so bleibt.


  • Wo auf der Welt lebst Du / Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir leben in einer Großstadt in einer schönen großen Neubauwohnung zur Miete. Diese Wohnung ist der Luxus, den wir uns gerne gönnen (sie nimmt 50 % unserer Ausgaben ein). Hier können wir sehr gut nach unseren Fulltime-Jobs entspannen. Gleichzeitig gibt es alles an kulturellen Angeboten quasi vor der Haustür, perfekt für uns!

 

  • Wie sieht Dein bisheriger Lebensweg aus und welche beruflichen wie privaten Erfahrungen hast Du dabei gemacht?
Ich bin behütet auf einem Dorf aufgewachsen. Meine Eltern hatten als Beamter und Angestellte genug Geld für uns, große Sprünge waren aber auch nicht drin. Sie würden uns als ganz normal beschreiben. Meine Mutter hat mir beigebracht immer etwas gespartes Geld zu haben. Ich habe meist für Bücher gespart. Inzwischen versteht meine Mutter meine Sparsamkeit über einen Notgroschen hinaus nicht mehr und ermutigt mich regelmäßig mehr zu konsumieren, weil ich doch genug verdiene.
In meiner gesamten Familie war ich die Erste, die ein Gymnasium besucht hat. Nach dem Abitur habe ich dann direkt mit einem naturwissenschaftlichen Studium gestartet. Selbst in der heutigen Zeit ist ein naturwissenschaftliches Studium für eine Frau nicht typisch und ich musste mich hin und wieder auch gegen Vorurteile wehren. Meine Familie konnte mich emotional oder fachlich nicht unterstützen, ich bin bis heute die einzige Akademikerin.
Das Studium habe ich in der Regelstudienzeit abgeschlossen. Das war harte Arbeit. Die Abbruchquote und auch der Anteil der Langzeitstudenten sind hier sehr hoch.
Neben dem Studium habe ich noch gearbeitet, was bei dem zeitaufwändigen Studium schon eine Herausforderung war. Nur Bafög und Kindergeld wären aber zu wenig gewesen (ich war damals nicht sehr sparsam).
Direkt nach dem Studium habe ich mit der Promotion begonnen und diese nach gut 3 Jahren wieder als eine der Ersten beendet. In dieser Zeit habe ich auch meinen Partner gefunden und mit ihm eine große Unterstützung. Er hat auch promoviert und ein paar Jahre mehr Berufserfahrung.
Erst nach der Promotion habe ich mir selbst 2 Monate Auszeit in Neuseeland gegönnt, ehe ich in die Berufswelt eingestiegen bin:
Neuseeland Skulptur Vogel Freiheitsmaschine
Dank guter Noten, 2 Praktika und einer Auszeichnung habe ich schnell etwas gefunden, allerdings musste ich mich Deutschlandweit bewerben, weil die Firmendichte in meiner Heimat nicht so groß ist.
Bei meiner ersten Firma (600 km entfernt von meinem Partner, am anderen Ende von Deutschland) war ich für 3 Jahre, inkl. Führungsverantwortung. Danach bin ich zurück in die Heimat.


Bei meinem zweiten Bewerbungsprozess hatte ich dann schon etwas Probleme. Ich wurde deutlich weniger eingeladen und auch nur von großen Firmen. Frauen Anfang 30 scheinen weniger gesucht zu sein. Gefunden habe ich dann einen Job in einer der Firmen, bei der ich während des Studiums ein Praktikum gemacht hatte. Als promovierte Naturwissenschaftlerin verdient man von Anfang an gut mit vielen Möglichkeiten sich und das Gehalt weiterzuentwickeln.
Nichts desto trotz bin ich erstmal mit Schulden gestartet. Während des Studiums habe ich keine nennenswerten Rücklagen gebildet, sondern wenn was übrig war es ausgegeben. So musste ich mir danach in der Familie Geld für die Bafög-Rückzahlung und mein Auto leihen. Ich habe knapp 1,5 Jahre gebraucht alles zurückzuzahlen.
Währenddessen bin ich an einen Finanzberater geraten, bei dem mir mein Bauchgefühl gesagt hat, dass etwas für mich nicht passt. Ich habe einige Monate und eine Riesterrente (inzwischen gekündigt) gebraucht, um das System dahinter zu verstehen. Dann habe ich mich stundenlang über Blogs und Bücher informiert, meine Schulden aus dem Studium schnellstmöglich getilgt und ein Haushaltsbuch geführt. Meinen Partner habe ich in dieser Phase auch mit dem „Finanzfieber“ angesteckt.

 

  • Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles jährliches Nettoeinkommen. Wie hat es sich entwickelt und wie sieht die weitere Entwicklungsmöglichkeit in Deinem Bereich aus?
Gemeinsam haben wir ein Nettoeinkommen von ca. 110k Euro, davon verdiene ich ca. 50k Netto inkl. Boni. Eingestiegen bin ich mit ungefähr 35k Euro. Durch Tarifstufen und dann den außertariflichen Bereich geht es recht schnell hoch. Ich könnte auf dieser Stufe nun bleiben oder mich mit ähnlichem Tempo weiterentwickeln. Allerdings werden dafür auch mehr Verantwortung und Arbeitsleistung in Form von Überstunden etc. erwartet.
Ich habe mich noch nicht auf eine bestimmte Karriere festgelegt.

 

  • Würdest Du Deine / Eure berufliche Tätigkeit anderen Menschen empfehlen, wenn es um die Punkte Einkommen, Entwicklungsmöglichkeiten und persönliche Erfüllung geht und was sind die Gründe dafür?
Wenn man gerne Angestellte/r ist, dann lässt sich mit naturwissenschaftlichen Berufen durchaus gutes Geld verdienen. In der Industrie stehen einem alle Bereiche offen, ich habe auch Kollegen, die in fachfremde Bereiche wie Sales, Marketing oder HR gegangen sind. Nach einem langen Studium sind wir es alle gewöhnt uns stetig weiterzuentwickeln.
Mich persönlich erfüllt inzwischen der klassische Job im Produktions- oder Laborumfeld nicht mehr so sehr. Das liegt aber daran, dass ich mich generell schnell langweile und gerne komplett Neues ausprobiere. Dieses Bedürfnis befriedige ich überwiegend in meiner Freizeit, Finanzen sind da ein Bereich, aber ich interessiere mich auch für andere spannende Dinge.

 

  • Wie hoch sind Deine / Eure aktuellen jährlichen Ausgaben und in welchen Bereichen schränkst Du Dich ein, um eigenes Vermögen aufzubauen?
Unsere gemeinsamen jährlichen Ausgaben belaufen sich auf ca. 45k Euro.
Davon geht etwa die Hälfte für unsere Wohnung drauf. Ansonsten gehen wir gerne mal Essen und kaufen hochwertiges Fleisch oder Bio-Produkte ein. Wir machen einen Urlaub pro Jahr und auch mal 1-2 Städtetrips.
In vielen Bereichen leben wir sparsam.
Ich habe nur ein Auto, um zur Arbeit außerhalb der Stadt zu kommen. Kleidung habe ich im letzten Jahr keine gekauft. Neben der Wohnung und dem Essen konsumiere ich also, wenn dann sehr bewusst.
Inzwischen investiere ich von meinem Gehalt ca. 28k Euro pro Jahr (habe also eine Sparquote von etwas über  50%) und Tendenz (wahrscheinlich) steigend.

 

  • Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles Vermögen, wie hast Du es investiert und was möchtest Du in Zukunft dabei noch besser machen?
Zusammen mit meinem Partner kommen wir auf ca. 120k Euro Vermögen. Mein Vermögensanteil beträgt dabei 54k Euro.
Anfangs (vor gut 2 Jahren) habe ich fast alles einmal ausprobiert.
Ich habe etwas Gold und Silber (ca. 3.000 Euro), 3.000 Euro in P2P noch ein paar Einzelaktien (2.500 Euro) und einen REIT ETF, sowie einen EURO ETF (5.000 Euro).
Der Rest liegt in einem MSCI World (14.000 Euro) und einem MSCI EM (5.000 Euro).
Cash habe ich aktuell 12.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto.
Während des Jahres möchte ich die Einzelaktien verkaufen und nur noch in den MSCI World und in die Emerging Markets (70:30) investieren.
Sollte ich in der angespannten Marktlage eine Immobilie zur Vermietung finden, würde ich in diesem Bereich auch gerne investieren.
Mein Partner investiert breit gestreut in Einzelaktien. Mir persönlich ist die Analyse dafür zu aufwendig.

 

  • Hast Du ein bestimmtes Vermögensziel?
Mein erstes Vermögensziel sind ca. 400-500k Euro. Danach würde ich gerne entweder meinen Angestellten-Job reduzieren oder komplett kündigen, um als Selbstständige oder durch viele verschiedene Nebenjobs den Rest meiner Ausgaben decken zu können (und natürlich um weiter Vermögen aufzubauen).
Ein Leben komplett ohne Arbeit kann ich mir (noch) nicht vorstellen. Angestellt im selben Job zu sein bis ich 67 bin aber definitiv auch nicht!

 

  • Welche weiteren Lebensziele hast Du. Wo und wie möchtest Du Leben und was treibt Dich aktuell besonders an?
Mich treibt es an, frei über meine Zeit verfügen zu können. Meinen letzten Job habe ich gekündigt, ohne einen anderen Job zu haben. Ich hatte genaue Vorstellungen, wo ich hinwollte und dank meiner Rücklagen fühlte ich mich sicher genug den Sprung zu wagen (die Rücklagen musste ich dann zum Glück doch nicht anfassen).
Langfristig möchte ich mehr Abwechslung in meinem Berufsleben. Das kann auch heißen, 4 grundverschiedene (Saison‑) Jobs pro Jahr zu machen, die alleine vielleicht nicht genug Geld einbringen würden, um meinen Lebensstandard zu halten, aber durch Dividenden etc. reicht es dann doch.

 

  • Was sagt Dein Umfeld generell zu Deinen Plänen und wirst Du dabei unterstützt?
In meinem familiären Umfeld beschäftigt sich niemand mit Investitionen. In meinem Freundeskreis habe ich 1-2 Freunde, mit denen ich offen über Geld reden kann. Insgesamt ist es aber eher ein unbeliebtes Thema.
Mit meinem Partner bespreche ich alles, wir pushen uns gegenseitig und ziehen an einem Strang, was klasse ist.

 

  • Gibt es noch etwas, dass Du den anderen Freiheitskämpfern mitgeben willst?
Ich möchte vor allem Frauen ermutigen auch zu Freiheitskämpferinnen zu werden.
Wir sind noch lange nicht in allen Bereichen gleichberechtigt und leider sind noch immer viele Frauen von ihren Männern abhängig. Eigenverantwortung ist nicht der leichteste Weg, aber der lohnenswerteste. Finanzen sind nicht kompliziert, sie werden nur leider für Frauen oft mystifiziert.
In der Community der Freiheitsmaschine habe ich bis auf ein weibliches Millionärsinterview nur von Männern gelesen. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht so schnell ändern.
Deshalb hier auch an die Männer der Aufruf: Unterstützt eure Frauen in allen Fragen zur Gleichberechtigung wo ihr könnt. Nehmt euch Zeit für eure Familie und bindet eure Frauen in allen Finanzangelegenheiten mit ein.
Gemeinsam lebt es sich so viel schöner in Freiheit (wie auch immer jede/r Einzelne sie definiert) und vielleicht ist Freiheit ja nicht ohne Grund weiblich 😉.

 

Das war das Freiheitskämpfer Interview mit Scannerin

Prima, dass Du hier dabei bist und super, was Du auf der Ausbildungs- und Karriereseite alles erreicht hast.

Und Deinen Aufruf für und auch an Frauen kann ich hiermit nur unterstützen.

Und das von beiden Seiten, bei dem sich auch die Frauen wie selbstverständlich um diese Punkte kümmern oder daran beteiligt sind, wie das Familienvermögen angelegt ist.

 

Und jetzt Ihr

Welche Fragen und Anregungen habt Ihr an die Scannerin?

Wie nehmt Ihr das Thema Finanzen bei den Geschlechtern wahr und seht Ihr selbst noch einen Unterschied? Was sagen die weiblichen Leser der Freiheitsmaschine dazu?

 

Außerdem

Mach auch Du mit bei der neuen Interviewreihe, wenn Du Dich im Lebensabschnitt bis 35 und min. 100.000 Euro selbsterschaffenem Vermögen befindest.

Schreib dem Maschinisten unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und nimm an den Freiheitskämpfer Interviews teil.

Neben dem Fakt den anderen hier etwas zurück zu geben, lernst Du durch das Interview selbst wieder Neues und kannst das Feedback für Deinen weiteren Weg nutzen.

Als zusätzliche Möglichkeit, kannst Du Deinen weiteren Weg in einem Tagebuch hier in unserer Community veröffentlichen.

Die Millionär Interviews laufen natürlich auch weiter und auch hier freue ich mich auf weitere Gäste.

Mach 2020 zum besten Jahr Deines Lebens und gib Gas mit der Freiheitsmaschine!

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Mitglied
Max

Hallo Scannerin,
ich verstehe offen gesagt nicht, an welcher Stelle Frauen in Deutschland nicht gleichberechtigt sind. Mir fallen aber auf Abhieb 3 Gesetze ein wo Frauen mehr Rechte haben als Männer:
– Frauenquoten bei begehrten Führungspositionen
– Bei Scheidung bekommen Frauen fast immer die Kinder
– Die besten Parkplätze sind oftmals nur für Frauen reserviert

Welches Gesetz benachteiligt denn Frauen?

Schöne Grüsse
Max

Alex
Gast
Alex

Vergiss den ausgesetzten Grundwehrdienst nicht!

Mitglied
Scannerin

Hallo Max,

vielen Dank für deinen Kommentar, es sind genau diese Stammstischparolen verängstigter Männer, die mich motivierten dieses Interview zu schreiben. Gerne schreibe ich dir ein paar Zeilen, zu den 3 „Gesetzen“, in denen Frauen deiner Meinung nach mehr Rechte haben:

– Das Gesetz zur sogenannte Frauenquote wurde 2016 eingeführt, stellt allerdings ein Gesetzt zur Geschlechterquote dar. Will heißen: Falls ein großes Unternehmen überwiegend von Frauen geführt wird, soll die Quote der Männer auf mindestens 30 % erhöht werden. Ein solcher Fall ist mir allerdings bekannt. Auch die Frauenquote von mindestens 30 % (Achtung, 30 % ist noch keine gleiche Verteilung) wird in Deutschland nicht erfüllt, wir liegen bei ca. 22 %. Mehr Rechte für Frauen sehe ich hier also nicht.

– Es gibt kein Gesetz, welches regelt bei wem die Kinder nach einer Scheidung leben. Hier geht es um das Wohl der Kinder.

– Frauenparkplätze sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die Eigentümer können Sie aber natürlich einführen. In der Regel finden wir Frauenparkplätze vor, wenn der gesamte Parkplatz eher dunkel ist und Frauen Sorge haben könnten überfallen zu werden. Wenn du auch mit dieser Angst zu kämpfen hast steht es dir natürlich frei dich für eine Petition für Männerparkplätze (für verängstigte Männer) einzusetzen ;-).

Und dann noch gerne ein Kommentar @ Alex:
Der Grundwehrdienst wird seit 1. Juli 2011 in Deutschland auf Grund des andauernden Friedens ausgesetzt. Dass Frauen nicht eingezogen wurden kann man als Bevorzugung sehen oder als fehlende Gleichberechtigung. Auch über die Gleichberechtigung von Frauen innerhalb der Bundeswehr könnten wir diskutieren, allerdings soll es in dieser Interviewserie doch vorwiegend um motivierende Vermögensthemen gehen, deshalb will ich es hierbei belassen.

Beste Grüße
Die Scannerin

Mitglied
Max

Hallo Scannerin,

Ob man das Ding Geschlechterquote nennt oder Frauenquote ist irrelevant solange dadurch ausschließlich Frauen bevorzugt werden. Bisher war die Regel, dass Leistung der Maßstab für die Besetzung von Positionen sein soll und durch Quoten ist dieser Maßstab ausgehebelt, da das Geschlecht entscheidet.

Kinder kommen nach einer Trennung in aller Regel zur Mutter. Ob das mit dem Kindswohl begründet wird oder anders ist für mich zweitrangig. Hier haben Frauen jedenfalls ungleich mehr Rechte als Männer und ich würde nicht annehmen, dass Mütter besser für das Kindswohl sind als Väter.

Fakt ist, dass es öffentliche Parkplätze nur für Frauen gibt aber keine nur für Männer. Also haben Frauen hier einen Vorteil. Verstöße werden nach dem Gesetz geahndet.

„Stammtischparole“ und „verängstigte Männer“ empfinde ich als etwas unsachlich. Nahezu alle Leser der Freiheitsmaschine sind nach meiner Meinung Leute, die sich nicht in eine Opferrolle begeben, so auch ich. Ich bin nicht verängstigt, sondern finde einfach einige Gesetze falsch.

So bin ich für weniger Sozialismus und mehr Kapitalismus, denn das ist nach meiner Meinung der Schlüssel zum Wohlstand für alle. Es gibt Menschen, die das anders sehen.

Du hast nicht auf meine eigentliche Frage geantwortet. Weder ich noch meine Freundin verstehen wo Frauen benachteiligt sein sollen. Ich kann mir vorstellen, dass auch die anderen Leser dieses Blogs interessant finden inwiefern du dich als Frau benachteiligt siehst.
Deshalb hier nochmal die Frage: Wo sind nach Deiner Meinung Frauen in Deutschland nicht gleichberechtigt?

Beste Grüße
Max

Mitglied
Scannerin

Hi Max,

dann habe ich deine Frage zuerst nicht verstanden, inzwischen sind Frauen vor dem Gesetz gleichgestellt. Ich beziehe mich in meinem Interview auf die gesellschaftlichen Ungleichheiten, die ich persönlich oder mein Partner erfahren haben. Ich schreibe dir eine Liste der Punkte, die mir spontan einfallen:
– In Schulzeiten wurde mir regelmäßig gesagt, dass Mädchen nicht gut in Mathe sind und ich da aus dem Schema falle
– Während des Studiums wurde mir von Kommilitonen und Assistenten vorgehalten ich würde meine guten Noten nur durch meinen Ti**en-Bonus bekommen (nicht meine Ausdrucksweise…)
– Bei der Arbeit bin ich die einzige Frau im Gebäude, weshalb ich das Gebäude wechseln muss, um zur Toilette zu gehen
– Ich hab männliche Kollegen mit vergleichbarer Ausbildung und Berufserfahrung die im selben Unternehmen bis zu 25% mehr Gehalt verdienen
– Meiner Kollegin (Ingenieurin) wurde gesagt, dass man lieber auf den richtigen Ingenieur wartet
– Mein Partner durfte für seinen Chef keine Laborantin einstellen, weil sie schwanger werden könnte
– Einer meiner jetzigen Kollegen hat meinen Chef gewarnt mich einzustellen, weil ich bestimmt schwanger werde
– In einer Postfiliale wurde ich aufgefordert eine Vollmacht meines Mannes vorzulegen, weil das Pakte an Dr. Scannerin (ohne meinen Vornamen) adressiert war und deshalb er und nicht ich gemeint sein muss
Das sind nur einige meiner persönlichen Beispiele, weshalb ich glaube, dass Frauen und Männer in der Gesellschaft noch nicht als gleichberechtigt gesehen werden. Naturwissenschaften sind noch sehr männlich geprägt und die gläserne Decke ist real. In anderen Bereichen sieht es schon anders aus, das weiß ich.

Mit mehr Frauen in Führungspositionen stünde uns meiner Meinung nach insgesamt ein diversifizierteres Know-How zur Verfügung. Nebenbei bemerkt bin ich auch für mehr Kapitalismus.

Beste Grüße
Scannerin

Lenard
Gast
Lenard

Hallo Max.
Ich denke sie bezieht sich nicht zwangsläufig auf Gesetze, sondern auf gesellschaftliche Dynamiken, die sich auch unausgesprochen vollziehen können. Zum Beispiel ist die Autorin Anfang 30, ein Alter in dem viele Frauen Kinder bekommen möchten. Dies kann die eigenen Bewerbungschancen negativ beeinflussen, auch wenn es das nicht sollte.

Allgemein (also nicht bezugnehmend auf meinen Vorredner) finde ich es super und auch wichtig, dass die Autorin weitere Frauen ermutigt sich mit der finanziellen Freiheit zu beschäftigen. Ich habe leider viele weibliche Freundinnen die sich nicht mit dem Thema beschäftigen. Denen werde ich definitiv einen Link zu diesem Interview schicken. Daher, vielen Dank an die Scannerin.

Beste Grüße
Ein Mann

Gast
Dominik

Schade, dass hier eine Frau, die sich mit einer tollen Geschichte vorwagt, direkt mit klassischen Stammtischparolen konfrontiert wird. So kommen sicher nicht noch weitere Frauen aus der Deckung. Die Realität in der Arbeits- und Familienwelt ist leider doch eine andere.

Viele Grüße

Dominik

Paul
Gast
Paul

Würdest du sagen, dass dir deine Promotion im Bezug auf dein Gehalt geholfen hat?
Würdest du im Nachhinein noch einmal promovieren?

Mitglied
Scannerin

Hi Paul,

ich würde deine Frage mit Jein beantworten. Ja, mit einer Promotion steigt man mit höherem Gehalt ein, als ohne. Aber auch nein, weil ich immer wieder sehe, dass Unternehmen die Erfahrung innerhalb des Unternehmens entsprechend honorieren. In den 3-4 Jahren, die eine Promotion benötigt, haben sich Kollegen entsprechend hochgearbeitet und verdienen z.T. heute bei gleichem Alter bereits mehr als ich.

Ich würde auch heute noch einmal promovieren, nicht wegen des Gehalts, sondern wegen der Erfahrungen. Für gutes wissenschaftliches Arbeiten sind 6 Monate während des Masters aus meiner Sicht zu wenig. Ich habe außerdem gelernt selbstständig zu arbeiten und auch mit Rückschlägen umzugehen (Resilienz).

Beste Grüße
Die Scannerin

Mitglied
Judge Dredd

Hallo Scannerin,
vielen Dank für das sehr lesenswerte Interview. Herzlichen Glückwunsch zum Erreichten und eine echt spannende “Aufteigerstory”. Hinsichtlich der häufig bestehenden “finanziellen Abhängigkeit” von Frauen sehe ich es es genauso. Hier sollte in jeder Beziehung offen über Geld kommuniziert werden und beide Partner gleichberechtigt mit Finanzthemen befasst sein. Dann macht es auch umso mehr Spaß gemeinsam auf die Finanzielle Freiheit hinzuarbeiten. Geld wird dann kein “Machtmittel” und beide Partner befinden sich wirklich auch wirtschaftlich auf “Augenhöhe”.

Hinsichtlich des erstens Vermögenszieles (500k) habe wir ein ähnliches erstes Ziel. Hast du dir einen Zeitrahmen gesetzt bis wann du dies erreicht haben möchtest?

Hinsichtlich einer möglichen vermieteten Immobilie: Habt ihr euch schon intensiver damit auseinandergsetzt? Wäre eine vermietete Immobilie nicht mehr “Aufwand” als Einzelaktien?

Und meine letzte Frage, da es ja immer ein Dauerthema ist: Wollt ihr zu Miete wohnen bleiben oder eventuell zukünfig in ein Eigenheim ziehen?

Beste Grüße,
Judge Dredd

Mitglied
Scannerin

Hi Judge Dredd,

Danke für deinen Kommentar :).
Ich würde gerne alleine die 400k erreichen bis ich 40 bin, also 2028. Das schätze ich als ambitioniert, aber möglich ein. Wie sieht es bei dir/euch aus?
Für Immobilien interessiere ich mich aktuell alleine. Mein Partner hat einfach Lust sich in Aktien einzuarbeiten, während ich mehr Interesse an Immobilien habe. Ich denke auch, dass damit viel Aufwand einher gehen wird, aber für mich ist damit einfach Spaß verbunden.
Nach aktuellem Stand wollen wir zur Miete wohnen bleiben. Rechnerisch ergibt das einfach mehr Sinn und wir wollen uns nicht an einen Ort binden, sondern vielleicht auch nochmal auswandern. Nichtsdestotrotz beruhigt mich der Gedanke in einigen Jahren eine Immobilie bar und ohne Kredit kaufen zu können.

Beste Grüße
Die Scannerin

Mitglied
Judge Dredd

Hi Scannerin, wir haben auch die 40 für die 400k angepeilt. Wird schwer, aber hohe Ziele sind ja ein Ansporn. Beste Grüße zurück!

Hubert H.
Gast
Hubert H.

Solange es keine Quote bei unbeliebten Berufen wie Müllwerker, Maurer, Kanalreiniger etc. gibt, brauchen wir über Gleichberechtigung gar nicht zu reden! Seltsamerweise wollen Frauen nur da Zugang per Quote, wo ein anstrengungsfreies Leben lockt.

Grundsätzlich ist jede Quote abzulehnen – bevorzugt sie doch ein Geschlecht anstatt eine Qualifikation.

Joerg
Gast
Joerg

Hallo S.,
vielen Dank, dass du ein Teil deines Lebens mitteilst. Mich wuerde interessieren, wieso ihr keine Kinder wollt.
(Wenn das zu persoenlich ist, einfach nicht antworten).
LG Joerg

Mitglied
Scannerin

Hi Jörg,

in die Entscheidung haben viele (auch persönliche) Themen reingespielt. Am Ende sind wir einfach glücklich miteinander und haben nicht das Gefühl, dass uns etwas fehlen würde. Im Gegenteil, Kinder würden unser Leben, wie wir es uns vorstellen, einschränken.

Beste Grüße
Die Scannerin

Joerg
Gast
Joerg

Danke fuer deine Antwort, S.

Mich wuerde interessieren, was du zu folgenden Beitraegen von RolandK.-W. denkst:
https://www.persoenlichkeits-blog.de/article/20139/wann-ist-man-wirklich-erwachsen
https://www.persoenlichkeits-blog.de/article/4403/wie-erwachsen-sind-sie-eigentlich

Allerdings fuehrt es schon ziemlich weit weg von den FI-Themen mehr zur Persoenlichkeitsbildung …

LG & alles Gute Euch, Joerg

Mitglied
Scannerin

Interessante Beiträge, den Autor kannte ich noch gar nicht, vielen Dank dafür. Ich definiere das Erwachsensein nicht so stark über die “richtige” Abnabelung der Eltern, sondern mehr über Unabhängigkeit insgesamt, aber es ist auf jeden Fall lohnenswert sich mit der Beziehung zu den eigenen Eltern auseinanderzusetzen.

VG

Joerg
Gast
Joerg

Prima, S.
ja, ich? hab’ schon viel gelernt von Roland.
Sehe gerade, habe nicht den Kern-Link erwischt.
Wollte eigentlich auf deine Sicht darauf hinaus, was “Familie” fuer dich bedeutet (also das Kinder-Thema in der Spannung zur “Unabhaengigkeit”)?
https://www.persoenlichkeits-blog.de/article/113060/erwachsen-werden
(Meist ein verbreitetes Problem junger Maenner, Frauen deutlich seltener, aber wer weiss …?)
LG Joerg

Mitglied
Scannerin

Da muss ich dich enttäuschen, um Unabhängigkeit geht es mir bei Kindern nicht 😉

Joerg
Gast
Joerg

“Kinder würden unser Leben, wie wir es uns vorstellen, einschränken.”
Sorry, dann habe ich deinen Satz wohl falsch interpretiert.

Uebrigens: ich kenne keinen der am Ende seines Lebens sagt/gesagt hat: “Zum Glueck hatten wir nie Kinder”.
(andersherum aber leider viele).

Nix fuer ungut, alles Gute, Joerg

Der Autodidakt
Mitglied
Der Autodidakt

Eine ziemlich merkwürdige Argumentation. Nach dem gleichen Schema könnte man ja auch sagen:
Ich kenne niemanden, der am Ende seines Lebens gesagt hat: „Zum Glück haben wir nie die Welt bereist!“
Andersherum gibt es aber viele…

Gast
Natman

Kinder sind natürlich schon eine Einschränkung. Das ist richtig. Ob sie eine Bereichung oder Glück für den einzelnen sind ist eine individuelle Sache. Mir geht diese Diskussion etwas zu sehr ins Private. Daher hm. Ich denke manchmal ohne Kinder ist man freier stimmt sicher. Ist aber jetzt kein Grund für mich, keine zu haben. Ich bin den Weg so gegangen, daher habe ich alle Konsequenzen die damit einhergehen im Guten u. im Schlechten.

Mitglied
Judge Dredd

Sehe ich genauso Natman. Es ist privat. Zudem muss sich niemand rechtfertigen.

Glücksjäger
Gast
Glücksjäger

Hallo Scannerin,
ich wünsche Ihnen alles gute! Habe über die Jahre mit vielen Frauen mit Führungspositionen zusammengearbeitet (war aber trotzdem höchstens nur 10% der Führungsregie). IdR. tolle Erfahrung, andere Perspektiven, andere Motivationshintergründe, usw. Viel Erfolg auf euerem Weg!
Gruß Glücksjäger

Mitglied
Scannerin

Hallo Glücksjäger,
danke, ich schätze das Arbeiten in diversen Teams auch sehr. Hier ergibt dann 2+2=5. Verschiedene Geschlechter, Kulturen, Ansichten etc. sind für mich immer ein Gewinn.

Josy
Gast
Josy

Hi Scannerin,

Endlich eine Frau! Ich bin Ingenieurin und kann deine Kommentare nur untermauern!

Tolles Interview und grandiose Leistung – weiter so!

Mitglied
Scannerin

Hi Josy,

danke, das kann ich so zurück geben, endlich eine Frau unter den Kommentatoren ;-).

VG