Millionär Interview 26 – Bali Surfer gibt (Vollgas)²

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Die Millionär Interviews im deutschsprachigen Raum durchzuziehen, war eine meiner besten Ideen überhaupt.

Und das nicht nur, weil sie vielen anderen Menschen hilft, über Geld und Investitionen zu sprechen. Oder ermutigt, Ideen und Träume in die eigene Hand zu nehmen.

Im Endeffekt sind Sie für mich selbst der absolute Hammer. So verschiedene Lebenswege, so viel Kraft und Mut.

Beim Lesen wird mir jedes Mal bewusst, dass man im Leben so gut wie alles erreichen kann, wenn man es wirklich will und dann auch alles dafür gibt.

Heute schreibt uns Bali Surfer.

Es ist wieder eines der Interviews, bei dem ich mich bezüglich der selbsterschaffenen Einkommensseite und auch dem Mut das alles zu erreichen, tief verneige:

 

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
36 Jahre jung, ledig. Eine neue Beziehung bahnt sich gerade an.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Nein, (noch) keine Kinder.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
In Deutschland auf dem Land aufgewachsen. Derzeit eine gemietete Wohnung in einer mittelgroßen Stadt.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?
Beruf: Die letzten Jahre zwischen 300-500k Netto (in diesem Jahr voraussichtlich 1 Mio. Euro brutto).
Investments: ca. 40k Netto durch Dividenden und Mieteinnahmen.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Meine jährlichen Ausgaben betragen ca. 40k Euro (ohne Auto, da innerhalb Firma).
Ich hatte nie den Drang, wirklich viel Geld für Konsum auszugeben.
Das teuerste ist derzeit die Miete für meine Wohnung.
Ansonsten gebe ich gerne Geld für Reisen und Urlaube aus (aber auch im Rahmen).

 

  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?
3,3 Mio. Euro.

 

  • Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld).

 

Keine Schulden, weder privat noch im Unternehmen. Ich habe bisher noch nie Schulden gemacht.


  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Nach meinem Studium hatte ich ein Vermögen von ca. 10.000 Euro, dass ich mir über Wehrdienst, Ferienjobs, etc. (welche ich schon während meiner Schulzeit gemacht hatte) zusammengespart habe.
Im ersten Ingenieurs-Job hatte ich dann ein Netto-Jahresgehalt von ca. 25.000 Euro und trotzdem schon durchgehend eine sehr hohe Sparquote.
Ich habe mein Ingenieurs-Studium in Mindestzeit durchgezogen.
Danach habe ich 3 Jahre als Angestellter gearbeitet und relativ schnell gemerkt, dass ich so nicht vorwärtskomme und nur von unselbständigen Menschen und ineffektiven Prozessen umgeben bin.
Mit dem Wissen, dass ich jederzeit wieder als Angestellter arbeiten kann und ich im Grunde nichts riskiere, habe ich mich selbständig gemacht.

 

Dieser Schritt war alles entscheidend für meinen Vermögensaufbau.

 

Als Selbständiger habe ich zuerst als Freelancer über eine Vermittlungsagentur gearbeitet und nach kurzer Zeit konnte ich durch gute Arbeit eigene Kunden gewinnen und mein Unternehmen konnte dadurch neue Aufträge generieren und Mitarbeiter einstellen.
Mein Einkommen wuchs dadurch exponentiell an.
Meine Ausgaben für Konsum blieben die ganze Zeit über unabhängig von meinen Einnahmen.

 

  • Nach 7 Jahren im Berufsleben war ich Millionär
  • Die 2. Million hat knapp drei weitere Jahre gedauert
  • Die 3. Million knapp zwei weitere Jahre später.
An diesem Punkt stehe ich nun.
Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass alles einfach war und von selbst gelaufen ist. Viele denken das oft von außen.
Es läuft nichts, wenn man es nicht selbst möglich macht.
Ich habe zwischenzeitlich 120h/Woche gearbeitet und es gab auch eine Phase, in der es nicht mehr wirklich gesund war für mich persönlich. Ich habe auf jeden Fall Vollgas gegeben. Dabei sehr viel erlebt und mich ständig weiterentwickelt, so dass mein Unternehmen nun „fast autark“ läuft und ich meine Zeit frei einteilen sowie meinen Ort frei wählen kann.
Auch wenn es komisch klingt: Jetzt fällt es mir fast schwer diesen neuen Lebensabschnitt auch sinnvoll zu nutzen, weil ich mir im Vorfeld nicht genug Gedanken darüber gemacht habe, was ich mit dem Geld und meiner Zeit anfange.
Ich würde mich daher über den Austausch mit Gleichgesinnten freuen, die vielleicht auch schon einmal in dieser Situation waren.

 

Ich gehe gerne Surfen auf Bali oder wie hier in Kalifornien

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
Bereits mit 16 Jahren habe ich mit einem „Minderjährigen-Depot“ an der Börse herum experimentiert und die klassischen Fehler gemacht: Viel zu große Einzelpositionen, falsche Risikoeinschätzung etc.
Das Geld dafür hatte ich mir über Ferienjobs selbst verdient. Im Nachhinein waren diese Erfahrungen sehr wichtig. Zwar habe ich aufgrund von schlechten Erfahrungen über 15 Jahre lang komplett die Finger von der Börse gelassen, jedoch sind mir diese Fehler dadurch später auch kein zweites Mal passiert.
Ich habe in meinem eigenen Unternehmen Fehler gemacht, die im Nachhinein wirklich wichtig für meine Entwicklung waren. Gerade das Thema eigene Mitarbeiter ist ein sehr schwieriges bei dem es viel (eigene) Erfahrung benötigt.
Auch habe ich eine Trennung von einem Geschäftspartner hinter mir, die nicht einfach war. Das Umfeld im privaten sowie im geschäftlichen sollte sehr überlegt ausgewählt werden.
Beim Thema Investments wäre ich fast einem Vermögensberater aus der weiteren Verwandtschaft aufgesessen, was ich zum Glück noch stoppen konnte. Ich kann hier nur jedem raten, sich selbst um seine Finanzen zu kümmern und das Thema nicht abzugeben.
Ich hatte schon ca. 500k Euro Cash, bevor ich überhaupt mit dem (richtigen) Investieren angefangen hatte. Der Grund war schlichtweg, weil ich so viel gearbeitet hatte, dass ich das Thema gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.
Dafür habe ich mich dann intensiv damit beschäftigt und eine ETF-Welt-Strategie (nach dem Buch von Gerd Kommer) aufgesetzt, die ich jetzt, 3 Jahre später immer noch für gut befinde. Hinweis: Die Staatsanleihen und Rohstoffe habe ich nach einem Jahr rausgenommen, da ich erst dann verstanden habe, wie diese Investments genau funktionieren.
Das Learning wäre hier, sich früher um das Thema zu kümmern und seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Investments müssen vollumfänglich verstanden werden und auch zu einem passen!
Arbeitstechnisch hätte ich vielleicht mehr „leben“ sollen, statt nur zu Arbeiten in der Anfangsphase. Allerdings ist auch klar, dass man damit auf der Überholspur unterwegs ist wenn man seinen Fokus zu 100% auf seinen Job legt. Jeder sollte sich bewusst sein, dass die Energie die man in jungen Jahren hat viel bewirken kann, wenn man sie richtig investiert.
Ich bin ca. 10mal umgezogen und habe mein komplettes Leben nach meiner Arbeit ausgerichtet.
Auch eine Beziehung ging dabei zu Bruch.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Input = Output
Es ist wichtig, sich mit Menschen zu umgeben, die selbst erfolgreich sind und die eigenen Stärken & Sichtweisen ergänzen. Das eigene Umfeld ist nicht immer nützlich auf dem Weg zur finanziellen Freiheit.
Die Arbeit an einem selbst ist ein wichtiger Eckpfeiler, um nicht vom Weg abzukommen. Ich habe das Thema Spiritualität für mich entdeckt, nachdem ich mich in meiner Arbeit verloren hatte.
Man sollte sich vorher ein starkes „Warum“ überlegen.

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Ich habe eine Übersicht über mein Vermögen und eine Soll-Verteilung erstellt, die ich regelmäßig aktualisiere. Mein Cash-In-Flow wird dann aufgeteilt entsprechend meiner Soll-Verteilung.
Der größte Teil sollen Aktien und ETFs ausmachen, weil es die einfachste Variante für mich darstellt.
Den Cash-Anteil möchte ich nicht höher als 10% haben.
Im Gegenzug habe ich keine Schulden.
Auch Bitcoin sehe ich als Absicherung gegenüber dem aktuellen Finanzsystem.
Gold möchte ich nicht lagern.
Die Soll-Verteilung ist derzeit: 5% Cash, 35% Aktien/ETF, 25% Immobilien, 25% Unternehmen, 10% Sonstige (Bitcoin, etc.).


  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Mein Ziel war 2 Mio. Euro in Vermögenswerte, die mir mindestens 4k passives Einkommen pro Monat genieren. Das Ziel habe ich jetzt erreicht und bisher nicht angepasst. Ich bin mir auch unsicher ob ich es anpassen will. Mein Fokus liegt zumindest nicht mehr darauf.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Ich möchte mein Unternehmen verkaufen, da mir die Arbeit (im Gegensatz zu früher) keine Freude mehr bereitet. Falls dies nicht klappt, möchte ich es eventuell verkleinern oder schließen. Ich bin auf jeden Fall emotional zu stark damit verbunden und spüre, dass ich etwas Neues brauche. Eine neue Herausforderung, bei der ich mich wieder voll einbringen kann und mir Spaß macht. Diese zu finden ist gar nicht so leicht, obwohl ich kaum eingeschränkt bin und keine Abhängigkeiten habe.
Vielleicht habt ihr einen Rat 😊.

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Ich rate dazu das Thema (allgemeine) Investments in jungen Jahren ohne Berufserfahrung nicht zu hoch zu bewerten. Die größte Einnahmequelle ist zu diesem Zeitpunkt das Humankapital und das damit verbundene Primäreinkommen. Im ersten Schritt sollte man den Fokus darauf richten, diese Quelle zu maximieren wenn man finanziell frei werden möchte.
Der Rest wird einem nicht im Weg stehen.

 

Das war das Interview mit Bali Surfer. Nochmals herzlichen Glückwunsch zum erreichten – Eine Hammerleistung!

Zum angefragten Austausch mit Gleichgesinnten bist Du zusätzlich zum generellen Feedback der Leser hier natürlich herzlich eingeladen.

Ich selbst würde mein eigenes jugendliches Ich gerne bei Dir zu einem Gedankenaustausch vorbei schicken, um meine eigene Mut- und Lernkurve zu beschleunigen. Da das nicht mehr möglich ist, schlage ich vor, wir machen das jetzt hier alle gemeinsam.

Und jetzt Ihr: Welche Fragen und Anregungen habt Ihr. Was würdet Ihr Bali Surfer bezüglich seines nächsten Lebensabschnittes raten.

Und als (angehender) Millionär schreibst Du dem Maschinisten natürlich sowieso unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und wirst selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews.

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