Millionär Interview 26 – Bali Surfer gibt (Vollgas)²

Veröffentlicht am

Millionär Interview 26 Bali Surfer Take a walk on the wild sideDie Millionär Interviews im deutschsprachigen Raum durchzuziehen, war eine meiner besten Ideen überhaupt.

Und das nicht nur, weil sie vielen anderen Menschen hilft, über Geld und Investitionen zu sprechen. Oder ermutigt, Ideen und Träume in die eigene Hand zu nehmen.

Im Endeffekt sind Sie für mich selbst der absolute Hammer. So verschiedene Lebenswege, so viel Kraft und Mut.

Beim Lesen wird mir jedes Mal bewusst, dass man im Leben so gut wie alles erreichen kann, wenn man es wirklich will und dann auch alles dafür gibt.

Heute schreibt uns Bali Surfer.

Es ist wieder eines der Interviews, bei dem ich mich bezüglich der selbsterschaffenen Einkommensseite und auch dem Mut das alles zu erreichen, tief verneige:

 

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
36 Jahre jung, ledig. Eine neue Beziehung bahnt sich gerade an.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Nein, (noch) keine Kinder.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
In Deutschland auf dem Land aufgewachsen. Derzeit eine gemietete Wohnung in einer mittelgroßen Stadt.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?
Beruf: Die letzten Jahre zwischen 300-500k Netto (in diesem Jahr voraussichtlich 1 Mio. Euro brutto).
Investments: ca. 40k Netto durch Dividenden und Mieteinnahmen.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Meine jährlichen Ausgaben betragen ca. 40k Euro (ohne Auto, da innerhalb Firma).
Ich hatte nie den Drang, wirklich viel Geld für Konsum auszugeben.
Das teuerste ist derzeit die Miete für meine Wohnung.
Ansonsten gebe ich gerne Geld für Reisen und Urlaube aus (aber auch im Rahmen).

 

  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?
3,3 Mio. Euro.

 

  • Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld).

 

Keine Schulden, weder privat noch im Unternehmen. Ich habe bisher noch nie Schulden gemacht.


  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Nach meinem Studium hatte ich ein Vermögen von ca. 10.000 Euro, dass ich mir über Wehrdienst, Ferienjobs, etc. (welche ich schon während meiner Schulzeit gemacht hatte) zusammengespart habe.
Im ersten Ingenieurs-Job hatte ich dann ein Netto-Jahresgehalt von ca. 25.000 Euro und trotzdem schon durchgehend eine sehr hohe Sparquote.
Ich habe mein Ingenieurs-Studium in Mindestzeit durchgezogen.
Danach habe ich 3 Jahre als Angestellter gearbeitet und relativ schnell gemerkt, dass ich so nicht vorwärtskomme und nur von unselbständigen Menschen und ineffektiven Prozessen umgeben bin.
Mit dem Wissen, dass ich jederzeit wieder als Angestellter arbeiten kann und ich im Grunde nichts riskiere, habe ich mich selbständig gemacht.

 

Dieser Schritt war alles entscheidend für meinen Vermögensaufbau.

 

Als Selbständiger habe ich zuerst als Freelancer über eine Vermittlungsagentur gearbeitet und nach kurzer Zeit konnte ich durch gute Arbeit eigene Kunden gewinnen und mein Unternehmen konnte dadurch neue Aufträge generieren und Mitarbeiter einstellen.
Mein Einkommen wuchs dadurch exponentiell an.
Meine Ausgaben für Konsum blieben die ganze Zeit über unabhängig von meinen Einnahmen.

 

  • Nach 7 Jahren im Berufsleben war ich Millionär
  • Die 2. Million hat knapp drei weitere Jahre gedauert
  • Die 3. Million knapp zwei weitere Jahre später.
An diesem Punkt stehe ich nun.
Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass alles einfach war und von selbst gelaufen ist. Viele denken das oft von außen.
Es läuft nichts, wenn man es nicht selbst möglich macht.
Ich habe zwischenzeitlich 120h/Woche gearbeitet und es gab auch eine Phase, in der es nicht mehr wirklich gesund war für mich persönlich. Ich habe auf jeden Fall Vollgas gegeben. Dabei sehr viel erlebt und mich ständig weiterentwickelt, so dass mein Unternehmen nun „fast autark“ läuft und ich meine Zeit frei einteilen sowie meinen Ort frei wählen kann.
Auch wenn es komisch klingt: Jetzt fällt es mir fast schwer diesen neuen Lebensabschnitt auch sinnvoll zu nutzen, weil ich mir im Vorfeld nicht genug Gedanken darüber gemacht habe, was ich mit dem Geld und meiner Zeit anfange.
Ich würde mich daher über den Austausch mit Gleichgesinnten freuen, die vielleicht auch schon einmal in dieser Situation waren.

 

Ich gehe gerne Surfen auf Bali oder wie hier in Kalifornien

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
Bereits mit 16 Jahren habe ich mit einem „Minderjährigen-Depot“ an der Börse herum experimentiert und die klassischen Fehler gemacht: Viel zu große Einzelpositionen, falsche Risikoeinschätzung etc.
Das Geld dafür hatte ich mir über Ferienjobs selbst verdient. Im Nachhinein waren diese Erfahrungen sehr wichtig. Zwar habe ich aufgrund von schlechten Erfahrungen über 15 Jahre lang komplett die Finger von der Börse gelassen, jedoch sind mir diese Fehler dadurch später auch kein zweites Mal passiert.
Ich habe in meinem eigenen Unternehmen Fehler gemacht, die im Nachhinein wirklich wichtig für meine Entwicklung waren. Gerade das Thema eigene Mitarbeiter ist ein sehr schwieriges bei dem es viel (eigene) Erfahrung benötigt.
Auch habe ich eine Trennung von einem Geschäftspartner hinter mir, die nicht einfach war. Das Umfeld im privaten sowie im geschäftlichen sollte sehr überlegt ausgewählt werden.
Beim Thema Investments wäre ich fast einem Vermögensberater aus der weiteren Verwandtschaft aufgesessen, was ich zum Glück noch stoppen konnte. Ich kann hier nur jedem raten, sich selbst um seine Finanzen zu kümmern und das Thema nicht abzugeben.
Ich hatte schon ca. 500k Euro Cash, bevor ich überhaupt mit dem (richtigen) Investieren angefangen hatte. Der Grund war schlichtweg, weil ich so viel gearbeitet hatte, dass ich das Thema gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.
Dafür habe ich mich dann intensiv damit beschäftigt und eine ETF-Welt-Strategie (nach dem Buch von Gerd Kommer) aufgesetzt, die ich jetzt, 3 Jahre später immer noch für gut befinde. Hinweis: Die Staatsanleihen und Rohstoffe habe ich nach einem Jahr rausgenommen, da ich erst dann verstanden habe, wie diese Investments genau funktionieren.
Das Learning wäre hier, sich früher um das Thema zu kümmern und seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Investments müssen vollumfänglich verstanden werden und auch zu einem passen!
Arbeitstechnisch hätte ich vielleicht mehr „leben“ sollen, statt nur zu Arbeiten in der Anfangsphase. Allerdings ist auch klar, dass man damit auf der Überholspur unterwegs ist wenn man seinen Fokus zu 100% auf seinen Job legt. Jeder sollte sich bewusst sein, dass die Energie die man in jungen Jahren hat viel bewirken kann, wenn man sie richtig investiert.
Ich bin ca. 10mal umgezogen und habe mein komplettes Leben nach meiner Arbeit ausgerichtet.
Auch eine Beziehung ging dabei zu Bruch.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Input = Output
Es ist wichtig, sich mit Menschen zu umgeben, die selbst erfolgreich sind und die eigenen Stärken & Sichtweisen ergänzen. Das eigene Umfeld ist nicht immer nützlich auf dem Weg zur finanziellen Freiheit.
Die Arbeit an einem selbst ist ein wichtiger Eckpfeiler, um nicht vom Weg abzukommen. Ich habe das Thema Spiritualität für mich entdeckt, nachdem ich mich in meiner Arbeit verloren hatte.
Man sollte sich vorher ein starkes „Warum“ überlegen.

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Ich habe eine Übersicht über mein Vermögen und eine Soll-Verteilung erstellt, die ich regelmäßig aktualisiere. Mein Cash-In-Flow wird dann aufgeteilt entsprechend meiner Soll-Verteilung.
Der größte Teil sollen Aktien und ETFs ausmachen, weil es die einfachste Variante für mich darstellt.
Den Cash-Anteil möchte ich nicht höher als 10% haben.
Im Gegenzug habe ich keine Schulden.
Auch Bitcoin sehe ich als Absicherung gegenüber dem aktuellen Finanzsystem.
Gold möchte ich nicht lagern.
Die Soll-Verteilung ist derzeit: 5% Cash, 35% Aktien/ETF, 25% Immobilien, 25% Unternehmen, 10% Sonstige (Bitcoin, etc.).


  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Mein Ziel war 2 Mio. Euro in Vermögenswerte, die mir mindestens 4k passives Einkommen pro Monat genieren. Das Ziel habe ich jetzt erreicht und bisher nicht angepasst. Ich bin mir auch unsicher ob ich es anpassen will. Mein Fokus liegt zumindest nicht mehr darauf.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Ich möchte mein Unternehmen verkaufen, da mir die Arbeit (im Gegensatz zu früher) keine Freude mehr bereitet. Falls dies nicht klappt, möchte ich es eventuell verkleinern oder schließen. Ich bin auf jeden Fall emotional zu stark damit verbunden und spüre, dass ich etwas Neues brauche. Eine neue Herausforderung, bei der ich mich wieder voll einbringen kann und mir Spaß macht. Diese zu finden ist gar nicht so leicht, obwohl ich kaum eingeschränkt bin und keine Abhängigkeiten habe.
Vielleicht habt ihr einen Rat 😊.

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Ich rate dazu das Thema (allgemeine) Investments in jungen Jahren ohne Berufserfahrung nicht zu hoch zu bewerten. Die größte Einnahmequelle ist zu diesem Zeitpunkt das Humankapital und das damit verbundene Primäreinkommen. Im ersten Schritt sollte man den Fokus darauf richten, diese Quelle zu maximieren wenn man finanziell frei werden möchte.
Der Rest wird einem nicht im Weg stehen.

 

Das war das Interview mit Bali Surfer. Nochmals herzlichen Glückwunsch zum erreichten – Eine Hammerleistung!

Zum angefragten Austausch mit Gleichgesinnten bist Du zusätzlich zum generellen Feedback der Leser hier natürlich herzlich eingeladen.

Ich selbst würde mein eigenes jugendliches Ich gerne bei Dir zu einem Gedankenaustausch vorbei schicken, um meine eigene Mut- und Lernkurve zu beschleunigen. Da das nicht mehr möglich ist, schlage ich vor, wir machen das jetzt hier alle gemeinsam.

Und jetzt Ihr: Welche Fragen und Anregungen habt Ihr. Was würdet Ihr Bali Surfer bezüglich seines nächsten Lebensabschnittes raten.

Und als (angehender) Millionär schreibst Du dem Maschinisten natürlich sowieso unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und wirst selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews.

19
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
9 Comment threads
10 Thread replies
1 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
13 Comment authors
AvatarAvatarAvatarAvatarAvatar Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Avatar
Gast
Paul

Wow. Wahnsinn! Beeindruckend.

Bietet dein Unternehmen ein Produkt oder eine Dienstleistung an?

Avatar
Gast
Bali Surfer

Danke schön!
Eine Dienstleistung.

Avatar
Gast
Jan

IT-Dienstleistung? Oder in welchem Bereich?

Avatar
Gast
Bali Surfer

Engineering

Avatar
Gast

So muss es sein. Gut investiert.

Avatar
Mitglied
Kleinunternehmer

Wow, ein Riesenkompliment für die erbrachte Leistung.
Wie du schon empfiehlst, die Arbeitsleistung macht zu Beginn am meisten aus.
Am Beindrucksten ist meiner Meinung nach in nur einigen Jahren ein Unternehmen aufzubauen, welches dir ein solches Gehalt bezahlen kann. In 7 Jahren 1 Mio. Brutto!!!
Ist die Firma dann nicht viel mehr wert als 850k? Mit wieviel würdest du bei einem Verkauf rechnen?
Was wäre zB. wenn du einen Top Geschäftsführer einstellst, der eine hohe Provision auf den Gewinn erhält? Dann würde dir sicherlich noch bei gleichbleibendem Geschäftsbetrieb, 300-500k Brutto bleiben mit geringstem Aufwand. Mit 20% Bruttorendite gerechnet wäre das ja schon ein Firmenwert von 1,5-2,5 Mio.
Bezüglich Herausforderung oder neue Aufgaben, kann ich dir vielleicht den Rat geben dich bei Vereinen oder Sozialen Einrichtungen umzusehen. Das kann einen wirklich erfüllen und das Leben bereichern Egal ob Musik, Sport, verschiedene Sozialvereine,…

Avatar
Gast
Bali Surfer

Danke Dir!
Den Wert wird man höher Ansetzen ja (ca. 5x EBIT), jedoch ist es auch nicht so einfach einen Käufer zu finden. Die Erfahrung des Verkaufsprozesses ist auch eine interessante.
Es gibt Interessenten die dann z.B. nur 750k bieten möchten. (+ einen geringen Earn-Out über die Jahre). Da Antworte ich dann: Da arbeite ich lieber ein Jahr und schließe das Unternehmen.
Die Idee mit dem TOP-Geschäftsführer ist gut. Aus Erfahrung von anderen Unternehmern weiß ich, dass dieser sehr eng überwacht werden sollte, wenn das Unternehmen entsprechend weiter bestehen soll. Ich habe das Gefühl, dass ich mit dieser Lösung evt. nicht die emotionale Distanz erreiche, die ich haben möchte.
Vorstellbar wäre auch, dass ich einen kleinen Anteil behalte und dann nur noch beratend tätig bin (das ist meine Wunschlösung).

Avatar
Gast
Flo

Sehr inspirierend. Danke für das Teilen deiner Story,

„Jetzt fällt es mir fast schwer diesen neuen Lebensabschnitt auch sinnvoll zu nutzen, weil ich mir im Vorfeld nicht genug Gedanken darüber gemacht habe, was ich mit dem Geld und meiner Zeit anfange.“

Gerne bei mir melden. Auch ich stand schon einmal vor dieser Situation.

Grüße

Avatar
Gast
Holger

Hallo Flo,

kannst du bitte etwas zum Thema “Lebensinhalte finden nach Erreichen finanzieller Unabhängigkeit” schreiben? Bin in der gleichen Situation und etwas orientierungslos.

Servus
Holger

Avatar
Gast
Flo

Servus ihr zwei. “Selbsthilfegruppe” klingt gut. Haha.

“Stell dir vor, du hast alles erreicht, was du dir erträumt hast.” Bei mir kam das quasi über Weihnachten und sehr plötzlich. Ich hatte nicht damit gerechnet und war dementsprechend darauf vorbereitet. Also gar nicht. Man denkt ja immer nur an die Ziele, die vor einem liegen, nicht an das, was danach ist. Das war schon hart.

Ich war zu der Zeit auf einer Insel in Thailand. Für mich am schönsten Ort der Welt, mit geilem Essen, schönem Wetter, Traumstränden. Aber plötzlich war das alles nicht mehr wichtig. Ein absoluter Tiefpunkt. Kein Bock auf Strand, kein Bock auf schönes Wetter, kein Bock aufzustehen, kein Bock überhaupt raus zu gehen. Dinge, die ich sonst toll fand, waren plötzlich dämlich. Hört sich richtig doof an. Auch für mich rückwirkend. Am Ende natürlich ein absolutes Luxusproblem.

Was euch dabei hilft ist natürlich fraglich. Jeder ist anders. Bei mir war es das Lesen und Fragen stellen: Was will ich wirklich? Wie geht’s jetzt weiter? Was möchte ich noch tun? Wer bin ich überhaupt? Wo will ich (noch) hin? Will ich anderen helfen? Und so weiter.
Bei mir war das ein sehr schwieriger Prozess. Sich so mit mir selbst zu beschäftigen war nicht leicht. Hatte ich zuvor nie wirklich getan. Geholfen haben mir u.a. die Bücher von Thony Robbins, Simon Sinek, Warren Berger, Allan Pease. Kennt wahrscheinlich jeder. Ich kannte sie zu der Zeit nicht. Aber in jedem Buch steht etwas, was dich weiter bringt. Gedanklich, mental, geistig. Wie auch immer.

Jahre später ist es toll zu sehen, wie ich mich transformiert habe. Körperlich, geistig. Alles ist irgendwie anders und doch ist alles gleich. Ich hab vieles gemacht, das ich vorher nie auf dem Schirm hatte. Aber ich weiß nun, was ich will, was ich kann, was mir gefällt. Das macht jeden Tag besonders und spannend. Keine Frage, es ist anders. Jetzt find ich es geil, dass ich “dies und jenes” machen kann. Früher war es “muss”.

Ich kann verstehen, dass das für “Außenstehende” komisch klingt. Vor allem weil es ein Luxusproblem ist. Aber steckt man erst mal “da drin” sind die Gedanken in deinem Kopf einfach zu krass und echt ein Problem. Jeder geht damit anders um. Irgendwie schon ein Thema über das nicht wirklich gesprochen wird, oder? Aber schön, dass es Gleichgesinnte gibt 😉

Wie ist oder war es denn bei euch so?

Avatar
Mitglied
otto

Hallo alle zusammen,

Zitat Flo “Ich kann verstehen, dass das für “Außenstehende” komisch klingt. Vor allem weil es ein Luxusproblem ist.”

Vielleicht verstehe ich das Problem falsch, aber ich finde, dass es nicht unbedingt ein Luxusproblem ist. Es geht ja sehr um die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens; wie sinnhaft man selbst es empfindet, ob man derart kategorisiert / ob “Sinnhaftigkeit” für einen überhaupt Relevanz hat.

Ich für mich habe dieses Problem so gelöst, dass ich für mich erkannt habe, dass ich immer noch etwas tun kann, was mich glücklich macht. Kurz gesagt, macht es mich tausendfach glücklich, wenn ich andere Menschen glücklich machen kann. Egal wo ich hinsehe, ich sehe immer Möglichkeiten, andere Menschen zu erfreuen. Damit meine ich aber nicht (nur) den Spaßaspekt, sondern alle Aspekte die für “mehr Zufriedenheit” sorgen. Triviale Beispiele: Die Schüler der nächsten Schule freuen sich über ein Trampolin auf dem Schulhof? Stell es hin. Der Mensch XY ist offen, lernwillig, und du kannst ihn bei einem Vorhaben unterstützen – mit Wissen, Motivation, wie auch immer? Unterstütz ihn. Du hast Wissen, das irgendwo gebraucht werden kann? Liefere es. Und so weiter und so fort. Dabei geht es mir nicht um “großes Helfen”, auch finde ich es gut, als “Unterstützer” anonym zu bleiben; es macht einfach Freude, Menschen glücklich zu machen, ihre Probleme zu lösen (ich meine damit nicht, dass sie daran nicht mitarbeiten sollen). So viele Abläufe in verschiedensten Bereichen können optimiert werden; letztlich führt dies zu zufriedeneren Menschen (oder Tieren, oder Pflanzen). 😉 Vielleicht empfindet Ihr ja auch Freude daran?

Außerdem empfinde ich noch etwas hochgradig erfreulich: Einfach zuzusehen. Nur Beobachten, ohne zu werten. Um noch ein triviales Beispiel zu nennen: Besonders Kindern zuzusehen ist enorm spannend. Zu sehen, wie sie sich vollkommen aus sich selbst heraus entwickeln; dass sie überspitzt gesagt alles schon in sich tragen, was sie zum Wachsen und Gedeihen brauchen. Dass man Dinge einfach mal in Ruhe lassen kann/muss, damit sie sich entwickeln. Das macht mir persönlich spaß. Und ist das nicht bei Aktien/ETFs etc. auch so – anstubsen und dann in Ruhe lassen. Ich hoffe, ich habe mich durch diesen Beitrag jetzt nicht ins Abseits katapultiert.

Beste Grüße!

Avatar
Gast
Bali Surfer

Hallo Flo,

ja würde auch sehr gerne etwas über deine Tipps lesen :).
Selbsthilfegruppe „Hilfe ich habe meine Ziele erreicht“. 😉
Liebe Grüße

Avatar
Gast

Sehr inspirierendes Interview, danke. Kann vieles von unterschreiben. Auch was für ein Turbo eine erfolgreiche Selbständigkeit bzw. ein selbstgeführtes Unternehmen mit Mitarbeitern für den Vermögensaufbau sein kann; die eigene Arbeitskraft skaliert eben nicht. Wobei Mitarbeitergewinnung & -führung schon eine krasse Challenge ist, kenne da auch niemanden der nicht noch jeden Tag dazulernt.

Interessieren würde mich das Holding-Konstrukt mit (Aktien-)Investments, mein Steuerberater ist in Sachen “vermögensverwaltende GmbH” eher indifferent. Wobei das natürlich auch mit der eigenen Lebensplanung und prognostizierten Gehaltsentwicklung / Entnahmestrategien steht und fällt.

“Bitcoins als Absicherung gegenüber dem aktuellen Finanzsystem” halte ich persönlich für wenig sinnhaft, anders als bei Gold gab es da zumindest bisher keine negative Korrelation. Dass du kein Gold halten willst kann ich nachvollziehen, aber vielleicht Minen-ETFs wie A1JVYP oder A12CCM? Ansonsten, Stichwort Diversifizierung, sicher schon bekannt, https://www.gerd-kommer-invest.de/schwellenlaender-staatsanleihen/ via A143JQ.

Neue Herausforderung/weitere Lebensplanung: Da würde ich zumindest davon abraten, (jetzt schon) in einen Aussteiger-Lifestyle an einem surfbaren Strand zu verfallen, vor allem in SEA. Du warst ja sicherlich auch schon in Changgu & ähnlichen Hotspots, glaube nicht dass dich das Leben und der Mix der Leute dort zufriedenstellen würde. Eine neue wirkliche berufliche Herausforderung die sich weniger nach Hamsterrad anfühlt (und weniger zeitliches Commitment mit sich bringt) dürfte der Königsweg sein.

Ciao
Johannes

Avatar
Gast
Bali Surfer

Hallo Johannes,
danke für deinen Input.

Den letzten Absatz kann ich nur unterstreichen, ich war tatsächlich schon öfter an deinem genannten Spot. Auf dauer nicht zufriedenstellend, aber durchaus hilfreich um sich mal wieder zu Erden :).

An Minen-ETFs dachte ich tatsächlich auch schon. Aktuell gefällt mir meine Konstellation aber gut und ich möchte daran gar nicht mehr so viel drehen.

bzgl. Bitcoin: Verstehe deine Argumente.
Meine Sinnhaftigkeit erklärt sich so: Wenn es einen Systemwechsel (alternativ: Systemzusammenbruch) geben sollte, dann sehe ich Dezentralität und Zensurresistenz sehr hoch bewertet.

Viele Grüße!

Avatar
Gast

In dem zarten Alter ein solches Vermögen aus eigener Kraft aufzubauen – höchsten Respekt!

Der Antrieb für eine 120h-Woche fehlt mir definitiv. Zum Glück mangelt es aber nicht an Ambitionen. Die bringen einen auch schon ein Stück weit. 🙂

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du nach vielen Jahren im eigenen Unternehmen keine so große Motivation mehr hast. Mir geht es ähnlich. Nach 10 Jahren ist alles aufgebaut und alles geht mehr oder weniger seinen Gang, sozusagen auf Autopilot. Man braucht dann neue Herausforderungen. Wenn weiteres Wachstum und/oder Optimieren des Unternehmens aber aus wirtschaftlicher Sicht kaum sinnvoll sind, dann wird es schwer neue Anreize zu finden.

Das Einsetzen eines Geschäftsführers (wie hier in den Kommentaren bereits empfohlen) oder eines Partners, kann funktionieren (Kommt in meinem Fall leider erst in ca. 8 Jahren in Frage).

Avatar
Gast
Marsupilami

Wow, wow, wow, meinen größten Respekt für das Erreichte!
Ich kann gut nachvollziehen was du über das “Angestellt-Sein” sprichst. Man kommt früher oder später an eine Grenze (auch einkommenstechnsich) an der man trotz hoher eigener Leistung nicht mehr viel weiter kommt ohne einen eklatanten Schritt zu gehen wie sich selbstständig zu machen/ ein eigenes Unternehmen zu gründen. Bei mir ist es zB so, dass ich mit meinen ca. 70k Brutto für mein Alter (31), Branche und Job gehaltstechnisch schon recht weit oben bin und die Luft weiter nach oben ohne relevante Änderungen eng wird. Wenn man dann noch Kiddies hat und die Frau in Elternzeit ist, ist klar, dass da keine Millionen kurzfristig aufs Konto wandern werden 😉 Wegen deiner weiteren Lebensplanung würd ich in mich reinhorchen was einem gut tun und was man gerne tun will. Bei mir wäre das eine Mischung aus Reisen und erfüllender Arbeit (was auch immer das für jeden persönlich sein mag) 😉

Avatar
Gast
Thomas

Großen Respekt für deine erzielten Leistungen!
Könntest du den Schritt von der Selbstständigkeit zum Unternehmertum etwas näher erläutern?
Wie bist du das strukturell bzw. organisatorisch angegangen?
Selbstständige aus meinem Umfeld(It/Engineering) fahren immer zum Kunden hin und arbeiten dort eben „selbst“ und „ständig“. Ich habe noch keine Vorstellung wie man seine Selbständigkeit dann aufgibt und aus dieser Situation heraus ein Unternehmen gründet.

Liebe Grüße 🙂

Avatar
Gast
Bali Surfer

Hallo Thomas,
gerne! Das Buch „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ von Stefan Merath passt hier ganz gut:

https://amzn.to/2IVombl

Er unterteilt die Aufgaben in F/M/U. Fachkraft, Manager und Unternehmer.
Zum Kunde hinfahren ist eine Fachkraftaufgabe, die man früher oder später abgeben muss, wenn man Unternehmer werden möchte.
Außerdem sind Systeme im Unternehmen sehr wichtig, man benötigt eine Struktur, damit Mitarbeiter sich dort zurechtfinden und arbeiten können.
Ich habe bei meinem Weg vom Fachkraft zum Unternehmer ein ganzes Jahr lang nichts anderes gemacht als Aufgaben zu definieren und abzugeben.
Ich habe damals alles selbst gemacht, von Buchhaltung über Lohnabrechnung, mehrere operative Projekte, Marketing, Kundenakquise, usw.
Das wichtigste ist das Mindset, zu wissen und zu Erfahren, dass es auch ganz anders gehen kann.
wer in der Kategorie “selbst und ständig“ denkt, der wird auch kein Unternehmer.
Grüße

Avatar
Gast
Frank J.

Ich habe mal für mich selber eine Liste gemacht… auf dem Weg zu mehr Work Life Balance… im Moment fokkussiert es auf den Arbeitsbereich…

Stolz bin ich auf

Begeisterung für

Wunsch nach Anerkennung durch …

Stress durch

Frustration bereitet es mir, wenn

Entlastung erfahre ich durch

Fokussierung wäre sinnvoll auf

Entspannung erfahre ich durch

Finanziell ist es schick mit

Angst habe ich davor

Gefühl von „nicht ausreichend“ zu sein, habe ich wenn

Mein Wunsch wäre es

Das kann ich gut

Das würde ich gern können

Dabei brauche ich Unterstützung

Wer könnte mich unterstützen

Alternativen zu meiner Stelle wären