Millionär Interview Nr. 10 – Glücksjäger – US-Power in Deutschland

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So! Der Maschinist wirft noch ein paar Kohlen in seine Freiheitsmaschine und liefert euch das erste Millionär Interview des Jahres 2018.

Glücksjäger, der sich selbst als germanophiler US-Bürger bezeichnet und seit vielen Jahren mit seiner Familie bei uns in Deutschland lebt, hat Der Freiheitsmaschine geschrieben:

 

– Lieber Maschinist,

erst einmal großem Respekt für Deinen Erfolg beim Vermögensaufbau und Deinem Blog! Wirklich toll, macht nicht jeder und kann nicht jeder! Die erforderliche Motivation und Disziplin ist nicht zu unterschätzen. Das Durchhaltevermögen über längere Zeit ist beeindruckend. Deine Erfahrungen und Hilfestellen im Blog sind vorbildlich! 

Dank Dir habe ich einen Plan für uns visualisiert und niederschrieben. Hat ein bisschen gedauert! War eine spannende Arbeit für mich und dringend nötig – meiner Meinung nach!

Du hast mir, sozusagen, ein Riesen-Weihnachtsgeschenk gegeben in Form einer Denkaufgabe.

Ich wünsche Dir einen guten und erfolgreichen Start in 2018!

Nochmals herzlichen Dank!

Take care, all the best! Glücksjäger –

 

Danke für die netten Worte! Es freut mich sehr, wenn ich anderen Menschen ein paar Anregungen auf Ihrem persönlichen Weg geben kann. Ein solches Feedback zu bekommen ist schöner als ein Gehaltscheck oder die letzte Dividendenzahlung.

Diese Seite lebt von der Beteiligung der Menschen! Bei der Millionär Interview Reihe haben sich Bürger entschieden mit anderen Ihre Erfahrungen zu teilen. Sie haben Zeit und Mühe aufgewendet.

Vielen Dank noch einmal an alle, die bisher mitgemacht haben!

Und hier nun das Interview mit Glücksjäger:

 

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
Ich bin 51, meine Frau ist 43. Wir sind jetzt 12 Jahre verheiratet und kennen uns schon fast 20 Jahren.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Wir haben ein Kind, es ist zehn.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir leben in einem sehr schönen Dorf in einem großen deutschen Ballungsgebiet.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?
Ca. 120.000 Euro netto plus Bonus wenn erfolgreich. Ich bin im Vertrieb und meine Frau arbeitet im sozialen Bereich, was sehr gesellschaftswichtig und anspruchsvoll ist, allerdings bescheiden belohnt wird.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
60.000 – 70.000 Euro. Haus, Essen, Weiterbildung, Urlaub machen, Sport, Feiern mit Freunden und Verwandten, Spenden in lokalen Einrichtungen.

 

    • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?


Ich hatte immer Ferienjobs während der Schule und im Studium. Mein erster Job war tatsächlich als Tellerwäscher in einer Autobahnraststätte!
Sonst als Aushilfsarbeiter auf der Baustelle (wegen Geld und Bräune). Später als Kellner.
1992 EUR Null Berufsanfang. Ins Ausland umgezogen. Vanguard gefunden (S&P 500).
1993 EUR 20.000 Nach Nord DE (WG) gezogen, niedrige Kosten, Bull-Run
1994 EUR 40.000 Nach West DE (WG) umgezogen.
1995 EUR 63.000
1996 EUR 88.000 Neue Firma. Niedrigeres Gehalt aber lerne mein Handwerk und darf die Welt sehen!
1997 EUR 115.000
1998 EUR 145.000 Wieder umgezogen (WG).
1999 EUR 180.000
2000 EUR 200.000 Wieder umgezogen, Süd DE. Aktiencrash, investiere im Restaurant/Grundstück.
2001 EUR 200.000
2002 EUR 200.000
2003 EUR 200.000 Wieder umgezogen.
2004 EUR 200.000
2005 EUR 270.000 Geheiratet! Aus dem Restaurant ausgestiegen, Geld ging wieder in Vanguard S&P 500.
2006 EUR 350.000
2007 EUR 400.000 Kind geboren! Wieder Aktiencrash.
2008 EUR 300.000 100.000 abgezogen für einen Hauskredit, Zinszahlungen monatlich an Vanguard Konto. Neue Firma – sehr schön- höheres Gehalt.
2009 EUR 350.000 Mehr Sorgen um Job als Aktienmisere.
2010 EUR 400.000 300.000 abgezogen um ein Haus zu kaufen mit Alter von 44. Hypothek! Wieder umgezogen.
2011 EUR 500.000 Hausrenovierung, Sondertilgung.
2012 EUR 600.000 Hausrenovierung, Sondertilgung, Hausmarkt steigt, Bonus.
2013 EUR 700.000 Hausrenovierung, Sondertilgung, Bonus.
2014 EUR 800.000 Hausrenovierung, Sondertilgung, Hausmarkt steigt, Bonus. 80.000 abgezogen für ergänzendes Privatkredit, Zinszahlungen monatlich auf Vanguard Konto.
2015 EUR 900.000 Hausrenovierung, Sondertilgung, Hausmarkt steigt, Bonus.
2016 EUR 1.000.000 Sondertilgung, Bonus.
2017 EUR 1.200.000 Sondertilgung, Bonus.

 

Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)


800.000 – 900.000 Euro selbstgenutzte Immobilie (minus 180.000 Euro Hypothek)
600.000 Euro monetäre Assets
Davon:
130.000 USA Privatkredit
135.000 DE ETF
130.000 S&P ETF
150.000 USA Aktien
55.000 Tagesgeld
Notizen:
Der Wert des Hauses ist crazy wegen der allgemeinen Verrücktheit im Markt aber auch wegen der Lage und Zustand. Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen. Das Haus ist Teil des Vermögens aber es trägt nicht zur finanziellen Freiheit bei (house rich, cash poor). Deswegen habe ich unsere Finanzen in selbstgenutzte Immobilie und monetären Assets aufgeteilt.
Die USA Aktien werde ich irgendwann verkaufen und in World / Emerging Market ETFs stecken.
Das Tagesgeld ist Notgeld und/oder “Marktcrash-Einstiegsgroschen”.

 

Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?

Ich habe eine Menge Glück gehabt!
Ich habe immer unter meinen Verhältnisse gelebt und relativ spät mit Familie angefangen was mir eine höhere Flexibilität verliehen hat. Über die Jahre bin ich achtmal umgezogen. Irgendwann wollte ich aber nicht mehr ein Vagabundleben führen und fing an, neuere Möbel für die Wohnung zu kaufen, passende Teller und Tassen und sogar Deckenlampen und Fenstervorhänge! Das war alles ein work-in-progress, da hat nichts gefehlt. Es war damals keine Priorität.
Ich habe sehr früh (1992) die Firma Vanguard gefunden, bin schon 25 Jahre dabei! Ich bin also ein Liebhaber passiver Investment Fonds und ETFs. Ab und zu habe ich Aktien gekauft. Zum Beispiel war ich einmal geschäftlich in einer Fabrik, wo die Maschinen für die ersten Rasierer mit drei Klingen (Mach 3) hergestellt wurden und noch nicht auf dem Markt waren. Auf gutes Glück habe ich eine Menge Gillette Aktien gekauft. Später ging Gillette an P&G, nette Gewinne gemacht.
Ich kann aber leider nicht sagen, dass ich Trends usw. erkennen kann. Zum Beispiel habe ich die ersten Crocs in Boulder gesehen, bevor sie zum weltweiten Phänomen geworden sind. Ich fand sie erstmal schrecklich – LOL! – Ich hätte es wissen müssen, alle hatten sie getragen! Das war 2006. Es ging hoch wie eine Rakete aber Ende 2007 war der Crash und tschüss. Die Euphorie war vorbei.
Interessant war das Investieren in einem Restaurant Start-up und Gebäude. Es war höchst spannend, eine Menge gelernt. Aber im Nachhinein äußerst riskant und ein Wunder dass ich hier nicht richtig skalpiert wurde. Während des 2000 Crashs habe ich praktisch meine gesamten Ersparnisse für diese Idee investiert (ca. 200.000).
Ich habe auch das Glück gehabt, den Vertrieb zu mögen und durch den Jobwechsel habe ich erweiterte Skillsets und neue Aussichten bekommen. Nur mit der Zeit kamen bessere Gehälter. Vorteile durch den Job im Außendienst: Auto und Handy gestellt, Büro zuhause (was mehr will ein junger Mensch im Leben?!?).
Ich bin froh, dass mein Beruf meistens immer Spaß macht, auch wenn er teilweise sehr schwierig ist. Der Druck immer mehr zu verkaufen, ist allgegenwärtig, aber grundsätzlich Teil der Aufgabe. Ich bin Kind des Groß Konzerns. Ich mag große Organisationen, große Produkte, große Projekte. Man kann an tollen, riesigen Sachen arbeiten (auch als kleines Zahnrädchen). Man muss aber mit willkürlichen Entscheidungen, Politik, Personalkarussellen und einer Menge andere Sachen leben – you gotta embrace it! 
Entscheidend war die Chance als ‚mid-career professional‘ mitzuhelfen ein neues Geschäft aufzubauen. In der Anfangszeit fragte ich mich öfter, wann das Kartenhaus in sich zusammenstürzen würde – Hat sich aber nicht, sondern das Geschäft hat floriert. Das war ein Turbo für meine Finanzen.
Vor sieben Jahren habe ich 3/4 meine Ersparnisse benutzt, um eine selbstgenutzte Immobilie zu kaufen und renovieren – Finanzieller Selbstmord! Unsere gemütliche 2,5 Zimmer Mietswohnung mit dreijährigem Kind wurde dann doch zu klein. Damals waren die Hauspreise schon total verrückt hoch. Es hat lange gebraucht, aus der Pulle zu trinken und die Marktgegebenheiten zu akzeptieren. Jetzt kann ich sagen, damals war noch alles in Ordnung – LOL! 
Für uns war die Entscheidung richtig: Emotional, finanziell und  wegen unseres schulpflichtigen Kindes raus aus der Stadt ins Dorfleben.
Die Banker waren alle erstaunt wegen des hohen Eigenkapitalanteils – ich wollte einfach keine Riesenhypothek. Ich habe eine 20 Jahre Festzins 1% Tilgung Hypothek mit hoher Sondertilgungsmöglichkeit ausgehandelt. Wegen meiner Jobunsicherheit wollte ich einen niedrigen monatlichen Betrag haben was mit Sondertilgung relativ schnell abbezahlt werden könnte.
Es waren nur die Direktbanken, die bereit waren 20 Jahre fest zu machen. Die Hausbanken sagten, “Warum sollen wir sowas machen? Der Kunde kann nach 10 Jahren aussteigen!”. “Ja”, sagte ich, “aber ihr bekommt doch höhere Zinsen über die Laufzeit dafür”. “Nein, nicht interessant für uns. Unsere besten Kunden sind die, die das Geld wirklich wollen/brauchen. Da passt dann eh der Zinssatz, hihi!“

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser der Freiheitsmaschine davon lernen?
Habe viele Fehler gemacht, das ist normal. Der Trick ist sie nicht zu wiederholen. Dies gelingt mir auch nicht immer.
Als Erstes habe ich mich viel zu spät wirklich konkret mit unseren persönlichen Finanzen auseinandergesetzt! Ich habe immer gespart aber keinen Plan entwickelt.
Ich habe erst vor sechs Monaten den ersten Finanzblog gelesen! Ein Ziel und ein Plan muss her! Dank des Maschinisten bin ich aufgewacht! Smell the coffee man! Ja, es war eine Erleuchtung – shoulda, coulda, woulda!
Ich habe “Bekannte”, die Bankberater und Versicherungsmakler waren, vertraut. Ich dachte Ausgabeaufschläge wären normal und 5% akzeptabel. Ich habe brav monatlich in DWS Akkumula investiert bis sich ein Berater am Telefon verplauderte, dass Ausgabeaufschläge verhandelbar wären!
Später habe ich, Gott sei Dank, Direktbanken und ETFs gefunden. Allerdings auch sie haben ihre Tücken: Sparplanaufschläge, verschiedene Gebühren bei Auswahl des Marktplatzes, usw.
Naja, ich investiere brav monatlich, betreibe kein Markttiming (auch wenn es teilweise sehr schmerzlich ist), aber ich würde lieber mehr Automatisierung reinbringen. Werde ich wahrscheinlich in der Zukunft machen. Bin wegen meiner früheren Erlebnisse noch sensitiviert.
Ich habe zu oft einen zu großen Teil meiner Ersparnisse zweckentfremdet. Dadurch habe ich den Effekt des Zinseszinses deutlich geschwächt. Ok, das waren und sind auch gewinnbringende Investitionen, aber ich hätte vielleicht einen höheren Anteil als ‚unantastbar’ erklären sollen.
Beispiel Hausfinanzierung: Hoher Eigenanteil oder mehr in Aktien ETFs investieren? Rückblickend war die Größe der Hypothek nicht besonders hoch, aber damals schien es für uns total bescheuert hoch! Mit einer größeren Hypothek wären wir sicherlich mit unserem monetären Vermögen weiter. Aber wie ich mich kenne, hätten wir weniger und weniger aufwendig (schön) renoviert.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Mantra:
      • Work hard (have fun)
      • Live under your means
      • Save
      • Laugh at yourself now and then!
Ich liebe das Mantra, da die vier Punkte aufeinander aufgebaut sind.
Arbeite hart aber versuche dabei Spaß zu haben, also suche eine Beschäftigung die Spaß macht. Dadurch wirst du die Leidenschaft finden und der Erfolg kommt.
Lebe unter Deinen Verhältnissen. Wenn du das schaffst, dann kannst du ohne großen Mühe sparen.
Als letztes, nimm dich bitte nicht zu ernst. Verbittert wollen wir ja nicht werden!
Learnings:
– Humankapital ist wahnsinnig wichtig. Zinseszins spielt erst später eine große Rolle (ab ca. 10-15 Jahren).
– Regelmäßiges Sparen ist der Schlüssel zum Erfolg. Auch wenn der Markt abstürzt oder sich länger seitwärts bewegt.
– Firmenwechsel kann von Vorteil sein: Neue Aufgaben, wieder Spaß, Gehaltsmöglichkeiten, usw.
– Crashs sind angsterregend! Weiterhin monatlich einzahlen.
– Zu oft Depot angucken frisst Hirn.
– Apps wie Sparkasse-plus sind sehr hilfreich um Haushaltskosten in den Griff zu bekommen (oder erstmal zu erkennen).
– Unter dem Radar zu fliegen (bescheiden, unauffällig gegenüber andere wirkend) ist eine Tugend, und wird nicht leichter mit den Jahren! Bequemlichkeit und Lifestyle Inflation nagen ständig an einem. Man betreibt eine Art ‚Upgrading‘, was außer Kontrolle geraten kann.

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Wir fokussieren uns jetzt stark auf den Vermögensaufbau durch gezieltes Sparen. Im Job möchte ich weiterhin gute Ergebnisse produzieren.

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Unser Ziel ist, 1,2M Euro in monetären Assets in ca. 10 Jahren zu Erreichen und die Haushypothek abzubezahlen. Das ist das Ziel!

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Jetzt stehen wir bei 600.000 Euro in monetären Assets.
Die Idee ist, das gesparte Geld monatlich in einer 70%/30% Aufteilung in World und Emerging Markets zu investieren. Zurzeit habe ich relativ viel in DAX und S&P500 investiert.
Wir werden unsere Ausgaben nochmals überprüfen und schauen wie und wo unserer Lifestyle Inflation entgegen zu wirken ist.
Brauchen wir so viel Kohle? Wahrscheinlich nicht. Man könnte das aktuell Ersparte einfach zehn Jahre investiert halten und dann ab 60-65 Jahren ins Tagegeldkonto schieben und es monatlich (30 Jahre lang) verzehren (Wasting Asset).
Dann wäre allerdings das Inflationsrisiko, die Opportunitätskosten und das Überlebensrisiko (anstatt worst drawdown Risiko) erheblich.
Nein, ich denke das Ziel ist eher ein 4% Entnahme Szenario. Das Ziel ist hochgesteckt. Aber dafür sind Ziele da. Schau mer Mal!
In zehn Jahren bin ich 61, meine Frau 53, voll im Berufsleben und unser Kind möglicherweise mit einer Art Ausbildung beschäftigt. Ob ich aus dem Arbeitsleben aussteige, kann ich nicht sagen. Vielleicht bin ich bis dahin schon ausgestiegen! Die Macht (Freiheit) überhaupt entscheiden zu können wäre der Hammer!
Mit dem hoffentlich erreichten Ziel möchte ich Entscheidungsfreiraum schaffen. Wir werden sicherlich keine ruckartigen Veränderungen in unserem Leben herbeiführen. Wenn wir (ich) künftig die Zeit etwas Entschleunigen könnte, wäre das schon ein riesen Erfolg.

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Von Smartinvestor (Millionär Interview Nr.8) finde ich sehr gut:
– Versuche eine möglichst anspruchsvolle Tätigkeit auszuüben, die dich vielfältig fordert aber nicht ständig sondern nur hin und wieder überfordert, die dir viel Spaß macht und die dir ein angemessenes aber nicht unbedingt das höchste Gehalt bringt.
– Strebe eine für dich passende “Work Life Balance” an.
– Vermeide unnütze Zerstreuung, lese möglichst viel und bilde dich zumindest beruflich und in finanziellen Dingen ständig weiter, um neugierig am Ball zu bleiben, um neue Chancen wahrnehmen zu können und um neue Risiken schnell zu erkennen und zu vermeiden.
– Bleibe dabei bescheiden und versuche, durch eine sehr kritische Grundeinstellung große Fehler und Risiken früh zu erkennen und zu vermeiden. Agiere dabei aber nicht risikoscheu sondern risikobewusst und chancenorientiert.
Wir kennen Familien, beide Elternteile mit guten Gehälter, die ihr Glück mit Konsum verbinden. Sie wirken gestresst, sind öfters krank und jammern die meiste Zeit warum alle anderen es besser haben (Sie spielen gerne die Opferrolle). Man ist ständig nach Schnäppchen und nach Upgrades der Möbel usw. unterwegs. Sie saugen uns die positive Energie ab –> Am besten fern halten.
Mein Lieblingsspruch ist: „Du bist zu jung um zynisch zu sein“. Wenn manchmal alles gerade beschissen läuft, sag ich mir den Spruch und überlege und reflektiere wo alles doch nicht so schlecht ist und wo wir viel Glück gehabt haben. Der Spruch hilft in jedem Alter!
Menschen, die sich im jungen Alter mit ihren Finanzen befassen und konsequent einen Plan verfolgen, sind im großen Vorteil. Ich bewundere diese Menschen!
Einige Zitate aus gelesenen Büchern und Blogs, die ich toll finde:
Reichtum ist gleich Vermögen minus Ansprüchen.
Glück ist gleich Realität minus Erwartungen.
Das, was das Leben lebenswert macht, wird nicht weniger, bloß weil man weniger Geld hat. Innere Unabhängigkeit zum Beispiel war noch nie eine Frage des Einkommens.
Wenn Du denkst, nicht reich genug zu sein, dann verdiene entweder mehr Geld oder – was viel schneller geht – arbeite an Deinen Erwartungen. Und wenn Du beides schaffst, gehörst du bald zu den Superreichen.
It is about attitude – Don’t be a whiner or a victim (No More Complainypants! / Mr. Money Mustache).
„No one can make you feel inferior without your consent.” – Eleanor Roosevelt
„Clownauto“ – Tim Schäfer

 

Dankeschön an Glücksjäger, dass Du Dir die Zeit genommen hast, die Fragen aus der Millionär Interview Reihe zu beantworten! Und natürlich ganz herzlichen Glückwunsch für das, was Du in Deinem Leben erreicht hast! Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg bei Deinen nächsten Schritten und euren Plänen für die Zukunft!

Diese Seite lebt von eurem Feedback!

Hast Du auch eine interessante Lebensgeschichte zu erzählen? An welcher Stelle bist Du derzeit? Was sind Deine Ziele und Wünsche? Was würdest Du gerne aus Dir machen?

Wer ebenfalls Interesse an einem solchen Interview hat, kann mir unter maschinist@freiheitsmaschine.com schreiben.

Alle Beiträge von Euch werden natürlich komplett anonymisiert und nur auf ausdrücklichen Wunsch werden bestimmte Informationen geteilt.

Und jetzt seid Ihr dran im Kommentarbereich! Was interessiert euch speziell am Weg von Glücksjäger? Was hilft euch besonders weiter? Benutzt dafür die Kommentarfunktion.

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19 Kommentare auf "Millionär Interview Nr. 10 – Glücksjäger – US-Power in Deutschland"

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Sehr interessant. Für mich vorbildlich ist die Entscheidung so spät mit der Familiengründung anzufangen, das ist nämlich auch mein Weg. die Eltern nerven mit Kindern und Familie, jaja. Sie wollen bloss Enkelkinder haben, und dass so was für mich eine deutliche Einschränkung der Freiheit bedeuten kann und dass ich dadurch die finanzielle Freiheit viel später erreichen werde, interessiert sie nicht.

Gast

Im Nachhinein – ich bin schon etwas älter – sehe ich das etwas anders. Heutzutage dauert es bei den meisten Kids sehr lange bis sie auf eigenen Beinen stehen. Wenn man spät mit Kindern anfängt hat man Ü60 noch den einen oder anderen Studenten finanziell an der Backe. Und das ist einschränkend., nicht nur finanziell.

Gast

Ich sehe das ähnlich wie Felix. Ich bin Anfang 30 und habe noch keine Kinder. Meine Frau und ich sind uns aber einig das wir in 2-3 Jahren welche bekommen möchten denn:
1.) ja auch unsere Eltern wollen Enkel bekommen
2.) aber uns ist es ebenso wichtig das unsere Kinder noch von ihren Grosseltern geprägt werden. Ich halte das für sehr wertvoll. Meine Eltern sind beide über 65 und langsam zeichnet sich das Alter ab. Geimeinsame Ski- oder Wanderurlaube werden immer schwieriger bzw. sind nur nicht mit einem Elternteil möglich. Das zeigt uns, dass wir nicht mehr allzu lange warten sollten damit wir hoffentlich noch ein paar tolle Jahre alle zusammen erleben können.
3.) Plane ich mit <50 finanziell frei zu werden. Dann möchte ich die Welt bereisen und in ein wärmeres Land ziehen. Meine Kinder sollen dann ein Gästezimmer für Kurzaufenthalte bekommen und kein Kinderzimmer. 🙂

Mitglied

Bis dahin sollte man aber genug Geld zusammen haben, damit sie finanziell nicht weh tun.

Gast

Mein Geschwister hat mit 25 geheiratet und mit 30 Kinder bekommen. Ich habe von der Verwandtschaft auch den Fragenkatalog geschoben bekommen! Ich war vielleicht zu unreif, wusste nicht was ich wollte, und habe nicht (oder sie) das passende gefunden. Hat eben ein bisschen gedauert! Entschieden habe ich das nicht, es ist einfach so geworden. Finanziell kam es alles später, da hatte ich die Unterstützung und Hilfe meiner Frau – so haben wir Fokus bekommen. Da ist schon vieles eine Marathon. Mit Familienplanung ist es so eine Sache – es gibt ein Zeitfenster – die ist nicht immer planbar, für gut oder schlecht. Interessanterweise, erfolgreiche Unternehmer (und finanziell frei) die ich kenne haben alle relativ früh Kinder bekommen – sie wussten immer was sie wollten!!

Gast

Es ist nicht Mal das Finanzielle, obwohl man, wenn mehrere Kinder auswärts studieren mit der Sparrate natürlich deutlich nach unten gehen muss. Es sind die Umzüge, Prüfungen, Dr-Arbeiten, Bewerbungen. Als Eltern, denen seine Kinder wertvoll sind, ist man da auch ganz schön psychisch involviert.

Gast

Mit Verlaub, aber hier sich selbst als Vorbild zu definieren finde ich schon ein wenig grenzwertig. Vor allem, wenn man im Nachsatz die Einschränkung der persönlichen und persönlichen Freiheit vorranstellt. Das kann man durchaus tun, allerdings muss man eben auch keine Kinder bekommen wenn es einem nicht wichtig ist.

Kinder muss man nehmen wenn es allgemein passt – die Natur hat “Frau” hier allerdings eine natürliche Grenze gesetzt. Du lebst als Mann in den Grenzen dieser, deiner Frau. Insgesamt gibt es selten eine wirklich gute Zeit für die Familiengründung: Man möchte noch was erleben, dann will man sich beruflich etablieren, dann der Karriersprung, dann dasselbe vielleicht auch bei der Frau. Man muss/will in eine andere Stadt/Land etc.. Und dann? Ist eine Beziehung in die Brüche gegangen, das Kinderkriegen klappt nicht so, die Partnerin ist schlicht zu alt oder man ist mit der aktuellen Partnerin eben doch nicht so glücklich wie man das mit der alten Beziehung war.

Es passiert wenn es passt und dann merkt man das auch. Die Einschränkungen sind deutlich kleiner als man es als Single oder Dink-Pärchen glauben mag. Die Förderung in Deutschland ist mittlerweile wirklich gut und vieles was einem früher wichtig war, rückt z.T. auch in den Hintergrund. Und das ist nicht schlimm – man hat dann andere, tolle Projekte 🙂

Wichtig: Ausbildung sollte fertig sein und zwei-drei Jahre Geld verdienen und dieses auf Reisen, Feiern oder für Hobbys ausgeben. Danach denke ich, ist jeder Zeitpunkt ein guter Zeitpunkt. Wer früh anfängt kann mit Mitte 40 doch entspannt nochmal etwas ändern – dann können die Bälger nämlich auf sich selbst aufpassen 🙂

Gast

Wirklich ein toller Beitrag. Das klingt alles sehr gut durchdacht.

Danke fürs Teilen.

Gast

Danke für diesen tollen Beitrag. Er was sehr interessant zu lesen.

Gast

Der Warren hat dies schon vor zwanzig Jahren geschrieben – unglaublich! Super aktuell!

BERKSHIRE HATHAWAY INC.
1997 Chairman’s Letter
A short quiz: If you plan to eat hamburgers throughout your life and are not a cattle producer, should you wish for higher or lower prices for beef? Likewise, if you are going to buy a car from time to time but are not an auto manufacturer, should you prefer higher or lower car prices? These questions, of course, answer themselves.
       But now for the final exam: If you expect to be a net saver during the next five years, should you hope for a higher or lower stock market during that period? Many investors get this one wrong. Even though they are going to be net buyers of stocks for many years to come, they are elated when stock prices rise and depressed when they fall. In effect, they rejoice because prices have risen for the “hamburgers” they will soon be buying. This reaction makes no sense. Only those who will be sellers of equities in the near future should be happy at seeing stocks rise. Prospective purchasers should much prefer sinking prices.

So smile when you read a headline that says “Investors lose as market falls.” Edit it in your mind to “Disinvestors lose as market falls — but investors gain.” Though writers often forget this truism, there is a buyer for every seller and what hurts one necessarily helps the other. (As they say in golf matches: “Every putt makes someone happy.”)

Ein kurzes Quiz: Wenn Sie vorhaben, Ihr Leben lang Hamburger zu essen und kein Viehzüchter sind, sollten Sie höhere oder niedrigere Preise für Rindfleisch wünschen? Ebenso, wenn Sie von Zeit zu Zeit ein Auto kaufen, aber kein Autohersteller sind, sollten Sie höhere oder niedrigere Autopreise bevorzugen? Diese Fragen beantworten sich natürlich. Aber jetzt für die Abschlussprüfung: Wenn Sie erwarten, in den nächsten fünf Jahren ein Netto-Sparer zu sein, sollten Sie während dieser Zeit auf einen höheren oder niedrigeren Aktienmarkt hoffen? Viele Anleger haben das falsch verstanden. Obwohl sie viele Jahre lang Netto-Käufer von Aktien sein werden, sind sie erfreut, wenn die Aktienkurse steigen und deprimiert, wenn sie fallen. In der Tat freuen sie sich, weil die Preise für die “Hamburger”, die sie bald kaufen werden, gestiegen sind. Diese Reaktion macht keinen Sinn. Nur diejenigen, die in naher Zukunft Aktien verkaufen werden, sollten froh darüber sein, dass Aktien steigen. Kaufinteressenten sollten sinkende Preise bevorzugen.
Also lächeln Sie, wenn Sie eine Schlagzeile lesen, die besagt: “Investors verlieren, wenn der Markt fällt.” Bearbeiten Sie es in Ihrem Kopf zu “Disinvestors (Verkäufer)verlieren, wenn der Markt fällt – aber Investors (Einkäufer) gewinnen.” Obwohl Autoren diese Binsenwahrheit oft vergessen, gibt es für jeden Verkäufer einen Käufer, und was einem weh tut, hilft dem anderen notwendigerweise. (Wie man in Golfspielen sagt: “Jeder Putt macht jemanden glücklich.”)

Gast

@Glücksjäger
“Nein, nicht interessant für uns. Unsere besten Kunden sind die, die das Geld wirklich wollen/brauchen. Da passt dann eh der Zinssatz, hihi!“

Dein o.a. Bankster-Zitat hat mich an einen irritierenden Erlebnisbericht von einem chinesischen Ingenieurs-Kollegen erinnert, der in die USA gegangen ist. Er ist sehr sparsam und wollte dort auch ein Haus auf Kredit mit überdurchschnittlich hohem Eigenkapitalanteil kaufen. Die Bank verweigerte ihm auch den Kredit, weil er noch keinen “Credit Record” hätte. Er bekam den Tipp, erst mal einen teuren Neuwagen auf Kredit zu kaufen. Das machte er dann und er bekam den Kredit schließlich mit deutlich weniger Eigenkapitalanteil! Echt zwingende Bankster-Logik, die ein Ingenieur wohl nie verstehen wird.

Es ist erschreckend, wie eine ganze Branche sich so systematisch überflüssig macht. Taleb sagt dazu, dass das Risiko-Management mehr und mehr von den Banken abwandere hin zu den Hedgefonds. Den Banken bleibe nur mehr ihre drögen traditionellen Dienstleistungsfunktionen, siehe
https://www.youtube.com/watch?v=4VSqfRnxvV8&app=desktop

Der Grund sei, dass Hedgefonds wegen darwinistischer Auslese immer besser mit Risiken umgehen können, denn “traders don’t like high risk”, siehe http://nassimtaleb.org/tag/hedge-funds/

Ich nutze entsprechend mehr und mehr CTA-Fonds, weil es die am besten verstehen, aus Risiko antifragil Erträge zu generieren. Und zwar besonders wertvolle unkorrelierte Alpha-Erträge, die im Crash am meisten sprudeln, hihi!

Und wer arbeitet bei CTAs? Hauptsächlich MINT’ler. Der beste seiner Art, Renaissance Technologies, vermeidet sogar die Einstellung eines jeden, bei dem nur der geringste Verdacht auf eine Verbindung zu Wall Street aufkommt, siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Renaissance_Technologies

Sorry, kleiner Ausflug in die absonderliche Finanzwelt fast ohne Hintergedanken, zu der mich dein o.a. Zitat angeregt hat… 😉