Das wunderbare F-Wort

Veröffentlicht am

Hast Du Einen?

Nein, ich meine nicht eine Bekanntschaft. Nicht die Menschen, die Du in der Kneipe oder auf der Arbeit triffst und auch nicht die Eltern der Klassenkameraden Deiner Kinder. Ich meine einen echten Freund!

Jemand, der ziemlich viel über Dich weiß und es trotzdem niemandem erzählt. Ein Mensch, den Du manchmal Wochen, Monate oder sogar noch länger nicht siehst und beim Wiedersehen ist es dann trotzdem wieder so wie früher.

Gemeinsame Interessen, Freude, Gönnen, stilles Verstehen. Ob Du einen echten Freund hast, kannst Du leicht herausfinden. Du hast bei Ihm das Gefühl, „aufzutanken“ anstatt müde zu werden, wie es oft bei erzwungenen Kontakten passiert. Oder sprachlos, wie es bei Bekannten oft nach einer Zeit des Zusammenseins der Fall ist. „Das nächste Thema?“ „Was soll ich jetzt sagen?“ All das gibt es bei einem echten Freund nicht.

 

Es gibt Menschen, die sagen, dass es „heutzutage“ keine echten Freunde mehr gibt


Aber ich glaube das nicht.

Wir alle sind heute deutlich wohlhabender als noch vor einer Generation. Und an diesem Weg hin zu immer größeren Überfluss wird sich auch in Zukunft nichts ändern, so lange wir den freien Markt nicht abschaffen. Wir sind dadurch auf deutlich weniger direkte Kooperation angewiesen als unsere Vorfahren. Außerdem besteht heute die Möglichkeit viele Dinge online, also ganz ohne persönlichen Kontakt zu anderen Menschen, zu erledigen.

Dadurch haben oberflächliche Kontakte abgenommen und auch mit lockeren Bekannten müssen wir heute keine Zeit mehr verbringen wenn wir es nicht wollen. „Ich mag den Klaus nicht aber keiner hilft mir so gut beim: /Kohle in den Keller schaufeln/Holz hacken/Nahrung teilen…“ All das ist heute nicht mehr nötig.

Fast jeder hat genug Geld um diese Probleme ohne emotionale Gefälligkeiten zu lösen. Und „schuld“ daran hat wieder einmal der Kapitalismus – Die größte Wohlstandsmaschine aller Zeiten.

Durch diese Abnahme an erzwungener Kooperation und lockeren Kontakten ist aber noch etwas ganz anderes passiert. Die Qualität der übrig gebliebenen Begegnungen mit Menschen die wir wirklich mögen, ist nach meiner Meinung deutlich gestiegen! Menschen können sich heute viel bewusster für jemand anderes entscheiden. Und wenn Sie das tun, heißt das deutlich mehr als früher – Sie tun es bewusst!

„Hey, ich möchte mit Dir zu tun haben!“ Und das eben nicht nur, weil ich einen persönlichen Vorteil davon habe, sondern auch, weil ich Dich einfach mag und mit Dir zusammen sein will!

Keine Angst. Der Maschinist wird jetzt kein Prediger

Aber nach meiner Einschätzung ist das Thema Freundschaft eines der wichtigsten Punkte für ein glückliches Leben und deshalb nenne ich das in einem Atemzug mit Finanzieller Unabhängigkeit, Familie, und körperlicher Fitness.

Für mich wäre es zum Beispiel fürchterlich, auf einem fernen Planeten alleine im Überfluss und ohne materielle Sorgen leben zu müssen aber niemanden zu haben, mit dem ich all das gemeinsam genießen könnte. Was nützen mir dort unbegrenzter Wohlstand, gutes Klima und Gesundheit, wenn ich dort niemanden habe, mit dem ich das Ganze teilen kann?

Es dauert nach meiner Erfahrung eine Zeit, bis jemand zu einem echten Freund geworden ist. Aber wenn es dazu später kommt, wusste ich das meistens schon relativ früh. Es gab dann früh ein Gefühl von Vertrauen und stillem Verstehen.

 

Die Studienzeit ist für viele Menschen eine gute Zeit um feste Freundschaften zu schließen

Im Gegensatz zum Berufsleben gibt es hier neben gemeinsamen Interessen auch das Gefühl, zusammen etwas durchzustehen. Und es gibt bei Erstem auch keine direkte Konkurrenz untereinander wie später bei Arbeitskollegen in höheren Positionen, wo es auch immer um „Vergleichen“ geht.

Ich habe aus der Studienzeit immer noch einen wunderbaren Freund, den ich leider viel zu selten sehe. Wir wohnen selbst nach unserer Rückkehr nach Deutschland hunderte Kilometer voneinander entfernt und jonglieren aktuell Jobs, Partner, Kinder und das ganze drum herum. Aber wenn wir uns sehen, ist es einfach wunderbar und wir haben eine gute Zeit.

 

Im Berufsleben sind die Voraussetzungen, einen echten Freund im gleichen Büro zu finden, schwieriger

Es ist riskant, wenn Dein direkter Kollege, der den gleichen Chef hat, sehr viel über Dich weiß. Aber auch hier habe ich einige nette Menschen gefunden, die ich gerne treffe. Meistens funktioniert das dann trotzdem, wenn einer etwas von sich preisgegeben hat und der andere, anstatt das zu seinem Vorteil zu nutzen, es Ihm gleich tut. Fortan gibt es dann dieses kleine Geheimnis zwischen den beiden und darauf kann etwas wachsen.

 

Warum der Maschinist das alles aufschreibt?

Er möchte Dich und auch sich selbst daran erinnern, worauf es in diesem Leben ankommt! Die Freiheitsmaschine ist neben all den Interaktionen auch immer Selbsttherapie und Guideline für den Betreiber selbst!

Kann ich mit meinen echten Freunden über Finanzen sprechen oder sogar über mein Vermögen?

Nach meiner Erfahrung ja. Echte Freundschaften halten fast alles aus, solange beide Seiten etwas Einmaliges an den Tisch bringen können.

Du bist auf dem Weg zur finanziellen Freiheit und Dein Freund ist eher damit beschäftigt sein Haus abzubezahlen oder den nächsten Sportwagenkauf zu planen?

Auch das funktioniert nach meiner Erfahrung, wenn es im Gegenzug auch andere Dinge gibt, mit denen Dein Freund bei Dir Glänzen kann.

Dein Freund ist dafür vielleicht ein guter Musiker oder kann Menschen in Gesprächen in seinen Bann ziehen. Vielleicht kann er auch einfach so banale Dinge wie Beruf und Privatleben besser zu trennen. Deine Ambivalenz bezüglich dieser beiden Welten amüsiert Ihn und er hilft Dir das alles ein wenig lockerer zu sehen.

Wir alle haben ganz persönliche Talente und Stärken und es ist wunderbar voneinander zu lernen oder diese Eigenschaften zumindest hautnah zu erleben.

Auf die Freundschaft!

 

Ein sehr gutes Buch über menschliche Beziehungen ist „Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie. Lasst euch von dem vielleicht etwas mechanischen Buchtitel nicht abstoßen. Es ist ein wunderbares Buch.

 

Was denkst Du darüber? Hast Du Menschen, denen Du zu 100% vertrauen kannst?

Wo hast Du Sie kennen gelernt? Was möchtest Du in Zukunft besser machen?

Schreib der Maschine in der Kommentarfunktion und lass uns Teilhaben an Deinen Gedanken.

Hinterlasse einen Kommentar

15 Kommentare auf "Das wunderbare F-Wort"

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Gast

Nichts geht über eine gute Männerfreundschaft. Treffen grundsätzlich ohne “Anhang”.

Gast

das sehe ich auch so. Es ist also ob es unsere Natur wäre uns mit anderen Männern zu verbünden um uns gegenseitig zu unterstützen, v.a. in schwierigen Zeiten. Bei vielen Frauen sieht das anders aus, die meisten hauen dann ab. Ich lache mich dann immer über deren Begründungen schlapp, die gehen meistens dann so: jammer, jammer, jammer, er kann das nicht und das nicht, also so was habe mir nicht verdient, das reicht. XD Das sind dann auhc meistens die Frauen, die einen Mann leer saugen und dann fallen lassen. Mit genug Erfahrung sollte man so was eigentlich durchschauen und sich erst gar nicht darauf einlassen. Ich erwarte von einer Frau trotzdem keine Unterstützung im tiefen Loch, auch wenn schon die tollen Ausnahmen kennen gelernt habe. Es ist in meinen Augen eh nur wenig nützlich mit einer Frau über schwierige Probleme zu reden, sie können sie nicht lösen, aber einen höchstens und wenigstens psychisch aufbauen.

Gast

Ich habe das Glück einen guten Freund noch aus der Schulzeit zu kennen, der dasselbe studiert hat wie ich und sich auch mit der Börse beschäftigt. Wir nennen uns Doppelkollegen 😀 Witzig ist, dass ich schon in der Schule mir gesagt habe, ihr könnt mich alle mal, ich werde ich nach der Schule eh nicht sehen, da ich aus Norddeutschland flüchten werde. In der Studienzeit habe ich mir gesagt, dass ich aus Deutschland abhauen werde. Mit ihm ist aber der Kontakt geblieben und jedes mal unglaublich fröhlich und lustig.
Jetzt in der Schweiz sage ich mir übrigens, ihr geht mir auf den Sack mit eurer Arroganz, Dekadenz, Humorlosigkeit, Geschlechterkrieg, ich werde eh Europa verlassen, da fällt mir ein, ich wollte dir noch was über Länder im Ausland schreiben, das tue ich mal gleich 🙂

Gast

Ich habe einen echten Freund aus Studienzeiten und die liegen schon ein paar Järchen zurück. Die Freundschaft ist aber geblieben und wir treffen und ein paar Mal im Jahr, obwohl einige hundert km dazwischen liegen. Wir reden über alles.
Ein Problem habe ich jedoch: Bei ihm ist Geld ein knappes Gut, ist es schon immer gewesen und wird es immer sein. Das ist keine intellektuelle, sondern eine Mentalitätsfrage. Geld rinnt ihm und seiner Familie buchstäblich durch die Finger. Bei mir ist es eher umgekehrt und das obwohl unsere Gehälter im ähnlichen, oberen Bereich liegen und auch die Familienverhältnisse sich gleichen.
Deshalb spreche ich dieses Thema von mir aus nie an, weil es ihm eigentlich unangenehm sein müsste. Natürlich weiß er, dass ich vermögend bin und er in guten Zeiten die schwarze Null hat.
Gemeinsame Unternehmungen, Bergtouren u.ä., scheitern mitunter am Geld, weil er in so vielen finanziellen Verpflichtungen steckt, dass es nicht geht.

Ein prima Freundschaft wie gesagt, leider mit diesem Problem behaftet .

Gast

Moin Moin,

echte, langjährige Freundschaften sind etwas unglaublich wertvolles. Meine besten Freunde kenne ich seit über 20, teilweise über 30 Jahre. Nach solch einem langen Zeitraum braucht man sich nichts mehr vormachen. Wir kennen uns in und auswendig. Ich könnte wohl, wenn es mir übel geht, bei jedem der Jungs für ein paar Monate einziehen und auf der Couch pennen (und würde jeden von ihnen aufnehmen).

Leider lebt keiner meiner ältesten und besten Freunde in meiner Umgebung (sondern einige hundert KM entfernt). Um die Freundschaft zu erhalten fahren wir einmal jährlich zusammen in den Urlaub. 5 Tage Schottland oder Irland. Whisky trinken, wandern und über alte Zeiten plaudern. So eine intensive Zeit schweißt zusammen und erhält die Freundschaft. Auf diese Tour freue ich mich immer schon das ganze Jahr! Ohne diese jährliche Reise würden wir uns vielleicht sonst über kurz oder lang auseinanderleben.

Freundschaften brauchen daher auch Aufwand um sie zu erhalten. Aber sie sind es wert. Ich würde solch eine über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft nicht für 20 Bekanntschaften (Kollegen, Nachbarn, Kita-Eltern, …) eintauschen wollen.

Schöner Beitrag!

VG, nico

Gast

Klasse Beitrag! Wenn du an Menschen interessiert bist, wirst du Menschen finden, die an dich interessiert sind. Man muß offen dafür sein und die Zeit mitbringen (wollen). Bin noch eng mit Jungs aus der Schulzeit, Studium, und da wo ich über die Jahre gewohnt habe. Man trifft sich, auch nach Jahren, redet über was neues los ist, lacht, trinkt, ißt, usw. Wenn man merkt, dass man nur über die glory days redet, weiß man, dass die Freundschaft die Zeit nicht überdauern wird. Manche haben echte Geldprobleme, manche erfolgreiche Angestellter und Unternehmer. Zu meinem Bedauern sind es weniger als die Hälfte, mit dem man offen über Geld sprechen kann (oder möchte)! Man hat relative starke Meinungen zum Lebensstil und Altersplanung – das respektiere ich. Mensch, da hätte ich jetzt Lust auf ein Astra mit meinem alten Kumpel aus Stade!

Gast

Ein schöner Beitrag.

Meine Freunde aus der Schulzeit treffe ich auch 20 Jahre nach dem Abitur noch regelmäßig, genau wie einen sehr guten Studienfreund. Status, äußerer Schein, Vermögensvergleiche – alles unnötig. Man kennt sich in- und außwendig, großes Vertrauen ist erwachsen, man muß sich nichts mehr vormachen und steht zueinander, welche Krisen auch kommen. Das finde ich wunderbar.

Die Zeit mit Freunden, die wir hier auf Erden haben, ist sehr kostbar. Ich bin glücklich das genießen zu können. Wieder ist die finanzielle Freiheit ein toller Katalysator, um das im Leben tun zu können, was wirklich wichtig ist.

Bei uns geht es zwar (noch) nicht so weit in die Ferne, wie bei Nico, aber auch wir werden wieder zu Pfingsten ein paar gemeinsame Tage verbringen. Ich freue mich darauf.