Millionär Interview Nr. 8 – Smartinvestor – Power of Antifragilität & Zinseszins

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Über das heutige Interview habe ich mich sehr gefreut. Es zeigt in beeindruckender Weise die Macht des Zinseszinses und den langfristig extrem großen Nutzen, sich mit der eigenen Finanzanlage selbst zu beschäftigen.

Smartinvestor hat ein für deutsche Verhältnisse sehr beeindruckendes Vermögen für sich und seine Familie aufgebaut und das in diesem Fall als glücklicher und gut bezahlter Angestellter. In seiner derzeitigen Position und mit diesem Vermögen kann Ihn so gut wie nichts erschüttern. Er hat sich und seine Familie extremst Antifragil gemacht (Sein Interesse an diesem Thema war unabhängig von meinem Beitrag). Es zeigt aber das unterschiedlichen Wege oft zur selben Erkenntnis führen.

Und nun genießt mit mir zusammen das Interview:

 

Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?

Ich bin 59 und meine Frau ist 58. Wir kennen uns seit 1984 und haben 1991 geheiratet.

 

Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?

Wir haben zwei Kinder, 25 und 24 Jahre alt, die beide außer Haus studieren.

 

Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?

Wir leben in einer (deutschen) Kleinstadt in der Nähe einer Großstadt.

 

Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?

Unser jährliches Nettoeinkommen liegt z.Zt. bei ca. 100 000 €. Ich bin und war meistens Alleinverdiener.


Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?

Unsere jährlichen Ausgaben liegen bei ca. 50 000 €. Wir geben gern Geld für Reisen fern und nah sowie Bildung und gesundes Essen aus.

 

Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?

Unser aktuelles Vermögen liegt bei ca. 3 Mio €.

 

Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)?

Unser Vermögen ist aktuell zu ca. 75% investiert in: A) 30% weltweite regionale Aktienindexfonds und -ETFs , B) 30% weltweite regionale REIT bzw. Real Estate Index ETFs und C) 40% Liquid Alternatives (LAs: handelbare Managed Futures MF- und Global Macro Fonds), außerdem zu ca. 25% in gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersversorgung, Direktversicherung, vermietete Immobilien und ein wenig Gold, Bargeld nur ein paar wenige 1000 € für den täglichen Konsum und was davon bis zur nächsten Investition übrig bleibt auf dem Girokonto.


Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?

– Schon immer genügsames Leben und hohe Sparquote von mind 50%, ohne dass etwas fehlt.
– Wohldurchdachte “buy-and-hold” Anlagestrategie bislang ohne große Fehler konsequent durchgezogen. Das heißt, vor allem in Finanzmarktbooms und -Crashs gemäß der angewendeten “Opportunistic Rebalancing”-Strategie bzw. “5/25 Swedroe Rule” die Gewinner verkauft und in die Verlierer investiert.
– Guter Verdienst als mittlere Führungskraft in Großunternehmen, vor zwei Jahren Erbschaft über circa 750 000 € von ebenfalls genügsam gelebten Eltern, davon ca. 450 000 € in Immobilien.

 

Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?

Ich habe erst mit ca. 39 Jahren begonnen, mich vollständig selber um eine eigene systematische Anlagestrategie zu kümmern, primär bedingt durch die schlechte Verfügbarkeit hochwertiger Anlageliteratur in D. Davor hatte ich recht erfolglos versucht, diese wichtige Aufgabe teilweise an fremde Berater zu delegieren bis mich einer um einen relativ kleinen Betrag betrogen hat, da ich leider davon ausging, dass Experten für mich besser mit meinem Geld umgehen würden als ich. Wie William Bernstein rät, geht man besser grundsätzlich davon aus, dass Finanz-Berater und andere Finanzprofis meist abgebrühte Kriminelle (“hardened criminals”) sind.
Mein Rat ist vor allem, sich so früh wie möglich vollständig selber um eine eigenständige systematische Anlagestrategie zu kümmern und sich dafür gezielt hochwertigste Originalliteratur zur eigenen Ausbildung auszusuchen, um möglichst bald zu einer unabhängigen qualifizierten eigenen Meinung zu kommen und um bei diesem Thema von absolut niemandem abhängig zu sein.
Durch den Betrug aufgewacht, habe ich zu meiner Selbstausbildung u.a. sehr viel von John Bogle (u.a. “Common Sense on Mutual Funds”), William Bernstein (“The Intelligent Asset Allocation”) und David Swensen (“Unconventional Success” und “Pioneering Portfolio Management”) sowie spezielle Literatur zu MF- und Hedge-Fonds (u.a. von John Lintner) intensiv durchgearbeitet. Außerdem lese ich regelmäßig mit großem Gewinn den Newsletter von Ben Carlson “A Wealth of Common Sense” und den Finanzwesir-Blog.

 

Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?

– Nicht an unnötigen Luxus gewöhnen, bewusst sparsam aber nicht ärmlich leben und Sparquote maximieren.
– Eigene Finanzanlagestrategie sehr sorgfältig entwickeln und, wenn erforderlich und sinnvoll, dann mit großer Sorgfalt aktualisieren und weiterentwickeln.

 

Meine Anlagestrategie orientiert sich am “Yale Model” von David Swensen mit maximaler Diversifikation in für mich gut zugängliche und verständliche Anlageklassen. Die investierten LAs weisen alle eine sehr geringe oder negative Korrelation zu Aktien und Anleihen und mindestens Aktien-ähnliche Rendite und Volatilität auf. Sie verbessern meine Gesamtrendite und reduzieren mein “Worst Drawdown”-Risiko signifikant. In diese alternativen Anlagen sollte man jedoch nur mit sehr tiefem Verständnis investieren, da die sehr seltenen Chancen dabei viel zu hohen Risiken gegenüberstehen, z.B. Schneeballsysteme à la Madoff, überhöhte Gebühren, insignifikante Performance.
Von E.1998-E.2015 habe ich bei meinen 75% Finanzanlagen trotz ein paar Anfängerfehlern mit 7% p.a. eine um ca. +1,7% per annum höhere Durchschnittsrendite bei einem um ca. -40% geringeren Worst Drawdown (mein wichtigstes Risikomaß) als der MSCI ACWI IMI TR Net Index (Rendite +5,3% p.a.) erzielt. Nicht ausgegebene Einnahmen sammle ich jeweils an, bis sie ca. 5.000 EUR erreichen und investiere die dann konzentriert in die am meisten unterallokierte(n) Einzelanlage(n).
Ich halte so wenig wie möglich renditeloses Bargeld und keine renditelosen Geldmarktanlagen, auch wenn größere Ausgaben oder andere Investitionen anstehen. Für den dann erforderlichen Cashbedarf nutze ich temporär meine Effektenkredite bis ich passende Einzelanlagen, die gerade am meisten überallokiert sind und hohe Kursgewinne aufweisen, verkauft habe. So partizipiere ich immer maximal an meiner Durchschnittsrendite aus hoch rentierlichen Finanzanlagen und bin trotzdem immer sehr liquide.

 

Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?

Ich habe vor ein paar Monaten in Erwartung der Zinswende den Anteil Bundesanleihen auf null reduziert und den Anteil der LAs von zuvor 20 auf jetzt 40% meiner 75% Finanzmarktanlagen erhöht, um jetzt größer werdende Crash-Gefahren durch “Crisis Alpha” zu hedgen bzw. um mittel- und langfristige Wert- und Renditeschwankungen zu reduzieren und um zukünftig erwartete sinkende und für längere Zeit eher unterdurchschnittliche Renditen klassischer Finanzmarktanlagen zu kompensieren.
Demnächst will ich nach Abschluss meiner aktuellen intensiven Produktrecherche neu zugänglicher LAs noch deren Anzahl im Depot von aktuell 4 ungefähr verdoppeln, um diese Anlageklasse besser zu diversifizieren und Klumpenrisiken zu minimieren.
Z.Zt. überlege ich auch, wie ich meinen nie auszuschließenden Ausfall am besten absichere. Dazu werde ich zur Generalvollmacht wahrscheinlich auch noch alle Bankvollmachten für Frau und Kinder einrichten, ggf. zu möglichst einfach zu handhabenden Einzelanlagen wechseln, ein genaues Kochrezept zur Weiterführung meiner Strategie dokumentieren und hoffen, dass sich ein Familienmitglied um dessen tieferes Verständnis und ggf. gute Umsetzung bemüht.

 

Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?

Nein. Aber ich strebe, wie bisher immer, mit weiteren Feinoptimierungen an, die bisherige Gesamtrendite aufrechtzuerhalten.
In der Ruhestandphase plane ich, die Asset Allocation der Finanzanlagen beizubehalten und nur die Erträge nach Inflation zu verbrauchen, so dass der reale Vermögenswert unbegrenzt erhalten bleibt.

 

Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?

Meine aktuelle Berufstätigkeit macht mir so viel Spaß, dass ich mir ein baldiges Ende nicht vorstellen kann und möglichst lange arbeiten will, u.a. auch um mein Humankapital möglichst lange zu erhalten, meine Flexibilität bzw. Freiheit weiter zu vergrößern und meine gesetzliche Rentenanwartschaft zu maximieren. Ich zahle die für meine Frau, die aktuell aus gesundheitlichen Gründen nicht berufstätig ist, freiwillig maximal auf.
Aktuell verfolge ich drei ganz unterschiedliche Startup-Ideen innerhalb meines Arbeitgebers und außerhalb. Mein aktuelles Ziel ist es, zumindest mit einer davon den “Break Even” in der operativen Phase zu erreichen. Vielleicht werde ich eine der Ideen auch selbständig als weiteres Standbein aufbauen und selber investieren, wenn es sehr aussichtsreich aussieht, z.B. die Auflage eines eigenen vermögensverwaltenden Dachfonds mit meiner Anlagestrategie, da ich damit sowieso schon das Vermögen einiger Verwandten und Bekannten betreue.
Den Lebensort werden wir sicher mindestens noch einmal verändern, um verschiedenen Interessen gerecht zu werden.

 

Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?

– Versuche eine möglichst anspruchsvolle Tätigkeit auszuüben, die dich vielfältig fordert aber nicht ständig sondern nur hin und wieder überfordert, die dir viel Spaß macht und die dir ein angemessenes aber nicht unbedingt das höchste Gehalt bringt.
– Strebe eine für dich passende “Work Life Balance” an.
– Vermeide unnütze Zerstreuung, lese möglichst viel und bilde dich zumindest beruflich und in finanziellen Dingen ständig weiter, um neugierig am Ball zu bleiben, um neue Chancen wahrnehmen zu können und um neue Risiken schnell zu erkennen und zu vermeiden.
– Bleibe dabei bescheiden und versuche, durch eine sehr kritische Grundeinstellung große Fehler und Risiken früh zu erkennen und zu vermeiden. Agiere dabei aber nicht risikoscheu sondern risikobewusst chancenorientiert.
Bei all dem hilft das Hauptwerk vom bekannten Risikoforscher Nassim Taleb “Antifragile – Things that gain from disorder”, den besten Lebens- und Berufsberater, den ich bislang kenne.

 

Das war das Interview mit Smartinvestor. Noch einmal ganz herzlichen Dank dafür!

In diesem Interview gibt es ganz viele Goldnuggets. Hier spricht ein erfolgreicher und lebenserfahrener Anleger mit fast sechs Dekaden Lebenserfahrung! Er hat dieses Interview mitgemacht um anderen auf Ihrem eigenen Weg zu helfen. Nutzt diese Chance.

Wer jetzt aufgrund der aktuellen Vermögenssumme rückwärts vom Stuhl fällt – Ja es ist viel, es ist wunderbar viel.

Hier wird die Macht des Zinseszinses so richtig sichtbar.

Selbst wer nicht wie Smartinvestor eine Überperformance erreicht hat, kann langfristig mit einer 5% Nettorendite mit passiven Gesamtmarkt Aktien ETF rechnen. Das heißt inkl. Berücksichtigung der Inflation und nach deutscher Kapitalertragsteuer auf die Dividenden.

Wer den Zinseszinsrechner dann einmal vom Studienende bis zum derzeitigen Alter von Smartinvestor laufen lässt, wird überrascht sein.

Über diesen ca. 35 Jahreszeitraum reichen 2.000 Euro im Monat an gemeinsamer Sparanstrengung beider Partner um 35 Jahre später bei einem versteuerten und Inflationsbereinigten Vermögen von 2.2M Euro (ohne den Erbschaftsteil von Ihm) zu landen. Wenn Kinder kommen, ist die Sparquote dabei wahrscheinlich temporär niedriger, dafür aber vielleicht später auch wieder deutlich höher, wenn entweder beide Partner einen oder mehrere Einkommenströme besitzen oder einer von beiden wie im Fall von Smartinvestor Ihren gefragten Beruf lieben und damit fast zwangsweise Karriere machen.

Der Grund warum das trotzdem nur sehr wenige auch gut verdienende Menschen schaffen, ist mangelnde Kenntnis der Anlagemöglichkeiten und das fehlende finanzielle Ziel. Der Großteil des Geldes wird dann einfach ausgegeben; egal wie hoch das Einkommen steigt.

Deshalb größten Respekt wie langfristig Smartinvestor sein Ziel verfolgt hat und ich wünsche Ihm viel Erfolg für seine Start-Up Ideen und die weiteren Lebenspläne!

 

Und nun an die Leser: Hast Du auch eine interessante Lebensgeschichte zu erzählen? An welcher Stelle bist Du gerade? Was sind Deine Ziele und Wünsche? Was würdest Du gerne aus Dir machen?

Wer ebenfalls Interesse an einem solchen Interview hat, kann mir unter maschinist@freiheitsmaschine.com schreiben. Alle Beiträge werden natürlich komplett anonymisiert und nur auf ausdrücklichen Wunsch werden bestimmte Informationen geteilt.

Und jetzt seid Ihr dran im Kommentarbereich! Was interessiert euch speziell am Weg von Smartinvestor? Was hilft euch besonders weiter? Benutzt dafür die Kommentarfunktion.

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64 Kommentare auf "Millionär Interview Nr. 8 – Smartinvestor – Power of Antifragilität & Zinseszins"

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Gast

Smartinvestor, Respekt vor deiner Methode und deinem Erfolg.

Was mir Bauchschmerzen beim Lesen gemacht ist die Absicherung deiner Familie und deine Übergabe-Strategie. Du hast 20 Jahre Wissens- und Erfahrungsvorsprung gegenüber deinen Kindern, im Todesfall oder im Gemüsefall (noch lebendig aber handlungsunfähig) werden sie deine individuelle Stragie nicht fortführen können (mal abgesehen davon ob sie das wollen). Realistisch wird deine Familie zur lokalen Bank gehen, dort landet ihr beim Private Banking und ein Berater wird euer Vermögen entsprechend umschichten in eine banktypische Allocation mit deren Produkten und dann verwalten. Dazu kommt dann noch der Steuerberater. Das wäre jetzt nicht das allerschlimmste für deine Familie, aber das deine Kinder alles so machen wie du ist ein sehr frommer Wunsch.

Danke nochmal für das Interview!

Gast

Hallo Smartinvestor,

vielen Dank für das sehr interessante Interview. Und Gratulation zu dieser bemerkenswerten Leistung. Unconventional success at its best.

Meine Fragen dazu

Welche genauen Produkte hast Du in Deinem Depot bzw. in welche bist Du investiert?
Wie der Maschinist auch schon gefragt hat, könntest Du die Liquid Alternatives etwas genauer erklären? Welche Produkte sind das? Welche Risiken? Welche Kosten?
Benutzt Du die hauptsächlich um eine Überrendite zu erzielen oder ist Dir das hauptsächlich zur Absicherung wichtig?
Wenn das zur Absicherung wichtig ist: Wenn sich Dein Anlagehorizont über Dekaden erstreckt (auch durch Vererbung) ist eine Absicherung dann notwendig? Oder ist es für Dich mehr zur Beruhigung eine nicht so hohe Volatilität des Gesamtvermögens zu haben?
Hast Du das Vermögen im Privatbesitz oder in einer Gesellschaft z.b. GmbH gebündelt? Wenn nicht in einer Gesellschaft: Hast Du Dir darüber schon einmal Gedanken gemacht? Hast Du das verworfen wegen zu hoher fixer Kosten oder Komplexität?

Gast

Sehr interessant. Was ich richtig toll finde sind die scharfsinnigen Analysen des eigenen Portfolios.
Du nutzt Effektenkredit kurzfristig, wenn du Cash brauchst? Also Kredit von der Bank, welche teuer sind?

Gast

Ein interessantes Interview und mich sprechen diverse Aspekte an. Vor allem die Lebensweisheiten zum Ende. Da steckt für mich viel drin!

Was mich überrascht ist die geringe Cash-Quote. Dies ist ungewöhnlich, da üblicherweise empfohlen wird, den Risiko-Anteil am Vermögen mit steigendem Alter zu reduzieren. Kann der Interviewpartner sich hierzu äußern? Er spart sein ganzes Leben über 50% seines Einkommens, wofür? Was will er mit dem vielen Geld machen?

Weiterhin hoffe ich, dass ich mit 59 gar nicht mehr arbeiten muss. Oder wenn, dann nur noch sehr wenig. Mit 36 Jahren arbeite ich nur noch 32h und möchte auch nie wieder auf 40h hochgehen. Lieber “lebe” ich heute mehr und arbeite weniger und genieße mein Leben, so lange ich es noch kann. Mit 60 in Rente, 3 Mio auf dem Konto ist daher nicht mein Ziel. Aber der Interviewpartner hat ja geschrieben, dass er seinen Job liebt. Für meine Frau und mich sind die Jobs echt nur eine Einkommensquelle.

Gast
Danke für die reichlichen Blumen. Ich freue mich über das Interesse an meinem Spezialgebiet, den alternativen Anlagen. Bevor ich die Fragen dazu gern beantworte werde, hier zunächst ein vorbereitender Auszug aus „Unconventional Success“ von David Swensen. Der bringt Chancen und Risiken von Hedgefonds, von denen Liquid Alternatives (LAs) abgeleitet sind, gut auf den Punkt: „…the experience of a number of sophisticated institutional investors indicates that some hedge fund strategies produce high, uncorrelated returns with low risk, adding an extremely valuable diversifying stream of returns to investor portfolios. Of course, successful investors in hedge funds devote an extraordinary amount of resources to identifying, engaging, and managing high-quality managers. On top of the enormous difficulties of identifying a group of genuinely skilled investment managers and overcoming the obstacle of extremely rich fee arrangements, investors confront a fundamental misalignment of interests created by the option-like payoff embedded in most hedge fund fee arrangements.” Wer sich damit ernsthaft befassen will, sollte daher unbedingt das Standardwerk „Pioneering Portfolio Management“ für institutionelle Anleger von Swensen vollständig durchgeackert und verstanden haben. Außerdem ist das frei verfügbare Buch „Managing Investment Portfolios“ von Maginn u.a., https://vinothsv.files.wordpress.com/2015/07/managing-investment-portfolios.pdf , sehr zu empfehlen. Darin gibt es neben den Grundlagen des institutionellen Portfoliomanagements auch konkrete Anleitungen für das erforderliche Due Diligence. Das vorweg strebe ich mit meiner erheblichen Allokation in LAs eine Renditeverbesserung bei gleichzeitig deutlich reduziertem „Worst Draw Down“ an. Die wiss. Grundlagen dafür wurden schon 1983 vom Harvard Prof. John Lintner publiziert in: “The Potential Role of Managed Commodity-financial Futures Accounts (and/or Funds) in Portfolios of Stocks and Bonds”. Diese Erwartung hat sich bei meinen Anlagen bislang gut erfüllt und hat sich a) aus der ggü. Aktien höheren Rendite der LAs von durchschnittlich 9% p.a. seit E.98 und b) aus deren sehr geringen Korrelation von durchschnittlich +/- 0,2, die bei Aktiencrashes stärker negativ wird, ergeben. In Verbindung mit „Opportunistic Rebalancing“, siehe https://www.onefpa.org/journal/Pages/Opportunistic%20Rebalancing%20A%20New%20Paradigm%20for%20Wealth%20Managers.aspx , bzw. mit der ganz ähnlichen „Swedroe 5 25 Rule“ ergibt sich mit diesen Korrelationseigenschaften eine rel. hohe Rebalancing-Prämie von ca. 1% p.a. seit `98, da man mit dieser Regel i.d.R. starke mehrjährige Gewinntrends nicht durch vorzeitiges (z.B. jährliches) Rebalancen abbricht. Diese Prämie steigt durch Nutzung des „Mean Reversion“-Effekts, wenn möglichst viele Einzelanlagen mit ähnlicher Rendite und Volatilität möglichst gering korrelieren. Es ist eine milde Form des systematischen Market Timings, die solange funktionieren wird, wie es „Regression to the mean“ in den Finanzmärkten gibt. Das wird m.E. noch lange der Fall sein, denn laut David Swensen: „Regression to the mean, one of the most powerful influences in the world of finance…” Aus dieser Zielsetzung ist meine aktuelle Soll-Allocation entstanden, die der des Yale Models ähnlich ist, s. http://investments.yale.edu/# , natürlich mit viel weniger aktiven Anlagen, da mir nicht die Ressourcen eines David Swensen zum Management zur Verfügung stehen: 30% Aktien-ETFs: • 7,5% VANGUARD FTSE EMERGING MARKETS UCITS ETF – USD DIS A1JX51 • 7,5% VANGUARD FTSE NORTH AMERICA UCITS ET – USD DIS A12CXY • 15% VANGUARD FUNDS FTSE DEVELOPED EUROPE UCITS ETF – EUR DIS A1T8FS 30% REIT-ETFs: • 7,5% ISHARES ASIA PROPERTY YIELD UCITS ETF – USD DIS A0LEQL • 15% ISHARES EUROPEAN PROPERTY YIELD UCITS ETF – EUR DIS A0HGV5 • 7,5% ISHARES US PROPERTY YIELD UCITS ETF – USD DIS A0LEW6 40% Liquid Alternatives: 30% Managed Futures: • 10% DB PLATINUM IV SYSTEMATIC ALPHA – I1C USD ACC A0YDDW • 10% MAN AHL TREND ALTERNATIVE USD – IN ACC A1CXLA • 10% SEB 3-Ass.Selection Opportun. Actions Nom.IC (EUR) o.N. A0NGJK 10% Global Macro: • 10% NORDEA 1 ALPHA 15 MA FUND – BI EUR ACC A1JHT2 Ein weiteres Grundprinzip ist die saubere Trennung von kostengünstigstem passivem Beta (Aktien- und REIT-Index-ETFs) und teurerem aktivem Alpha (LAs), um den Missbrauch zu vermeiden, den long-bias Fonds mit dem Beta-Anteil treiben, ihn nämlich als überlegenes Alpha auszugeben und mit ungerechtfertigt hohen Gebühren zu belegen, siehe “Expected Returns on Major Asset Classes” von Antti Ilmanen, https://www.cfainstitute.org/learning/products/publications/rf/Pages/rf.v2012.n1.1.aspx . Da findet man auch gute Hinweise für die Auswahl geeigneter LAs: „… alpha–beta separation is the way to go: a barbell of very cheap index funds (beta providers) and more expensive hedge funds (alpha providers) can be more cost-effective than an investment in a traditional long-only fund.” Gute Einführungen in Alternative findet man auch hier: • “Managed Futures & Dealing With Uncorrelated Assets” von Ben Carlson, http://awealthofcommonsense.com/2017/04/managed-futures-dealing-with-uncorrelated-assets/ • “Market-Neutral Investing—Strategy Overview and Evaluation, Vanguard Investment Counseling & Research” von Vanguard, https://personal.vanguard.com/pdf/s562.pdf @ Julian: Die festen Kosten meiner ausgewählten LAs liegen zwischen 0,7…1,7% und im Schnitt bei 1,2% p.a. Bei den meisten kommt noch eine Performance Fees von 15-20% auf neue Gewinne gegenüber High Watermark plus z.T. ggü. Hurdle Rate (Mindestrendite i.d.R. Geldmarkt) dazu. Die Absicherung ergibt sich aus meiner Strategie durch die in Krisen i.d.R. stark negativ korrelierten Managed Futures, die durch Trendfollowing sogen. „Crisis Alpha“, d.h. Kursexplosionen während Krisen, bieten. Das hat gleichzeitig die großen Vorteile, 1) dass in Krisen eine große Überallokation bei den LAs entsteht, die man dann abbauen und zu sehr niedrigen Kursen in ETFs investieren „muss“, wodurch die Rebalancing-Prämie bzw. die Gesamtrendite (antifragil durch Krisen) stark ansteigt, 2) dass mir in extremen Krisen eine hohe Liquidität erhalten bleibt bzw. dass ich bei kurzfristigem Cash-Bedarf nie Anlagen mit Verlust verkaufen muss, ohne ständig renditezehrendes Bargeld halten zu müssen, und 3) dass damit in der späteren Entnahmephase das Dilemma aus a) möglichst hohen und b) möglichst konstanten Entnahmeraten und c) Bankrottsicherheit des Depots weitgehend gelöst wird, s. „Von den Zinsen leben – Entnahmestrategien unter der Lupe (Teil 1)“, https://frugalisten.de/von-den-zinsen-leben-entnahmestrategien/ . Dort habe ich auch dazu gepostet. Mein Vermögen habe ich in Privatbesitz und nicht in einer Gesellschaft z.b. GmbH gebündelt, und ich habe mich nicht damit beschäftigt. Was wären denn die Vor- und Nachteile davon? @ Dr.Bundy: Effektenkreditzinsen liegen bei meinem Depot aktuell bei knapp über 2% p.a. Das nutze ich i.d.R. nur für Tage bis wenige Wochen, wenn ich kurzfristig größeren Cash-Bedarf habe, bis das Geld aus dem Verkauf passender d.h. im Gewinn liegender überallokierter Anlagen auf dem Girokonto eingeht. Das sind absolut vernachlässigbare Kosten im Vergleich zu den… Read more »
Gast

Vielen Dank für die Ausführungen und die tollen Literaturtipps.

Gast


Ich habe vor kurzem einen mir kompetent erscheinenden Honorarberater zur Weiterführung bei späterem ungeplanten Bedarf kontaktiert und ihm meine o.a. Asset Allocation zugeschickt. Der hat sofort abgewunken und meinte, dass er überhaupt nicht wüsste, wie er die Alternativen verwalten solle, dass er das überhaupt nicht verstehe und sich nicht vorstellen könne, dass das irgend ein Kollege könne. Meint ihr, dass das wirklich so schwer ist? Eigentlich ist das alles schon lange Stand der Technik institutioneller Investoren.


Wie William Bernstein rät, geht man besser grundsätzlich davon aus, dass Finanz-Berater und andere Finanzprofis meist abgebrühte Kriminelle (“hardened criminals”) sind.

Interessant, aber im Bezug zum zweiten zitierten Absatz verständlich. Die Lebensläufe solcher Berater sind meistens gleich und vor allem meistens gleich langweilig.

1000-3000 Stunden braucht es für solides Wissen um irgend etwas vernünftig ausführen zu können. Ab 10.000 Stunden ist man Experte. Wie viele Stunden hast du gelesen & gelernt, um auf den jetzigen Wissensstand zu kommen? Das tut sich kein Berater an, die Kunden kommen auch so.

Gast

Hallo Smartinvestor,

von meiner Seite erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Vermögen und Deiner Leistung.
Ich finde solche Geschichten immer sehr beeindruckend und motivierend, denn sie zeigen einem, was alles möglich ist.

Mich würde Deine berufliche Situation und Deine Einkommensentwicklung interessieren.
Darüber scheinst Du im Artikel nicht so viel geschrieben zu ahben oder ich habe das überlesen.

Wie hast Du damals Dein Beruf ausgesucht und wie war Deine Ausbildung dafür?
Mit welchem Einstiegsgehalt bist Du gestartet und wie hat sich das Einkommen mit der Zeit entwickelt?
Was hast Du dafür getan, dass sich Dein Einkommen erhöht?
Warum denkst Du schaffen es viele Berufstätige nicht ihr Einkommen signifikant zu steigern und was für Tipps würdest Du diesen Menschen geben?

Ich hoffe ich habe Dich jetzt nicht mit FRagen überschüttet, doch das würde mich einfach mal interessieren.

Schöne Grüße
Dominik

Gast

@ Maschinist,

danke für die Infos zu deiner Übergabestrategie. Langfristig ist die sicher ok. Aber kurz- bis mittelfristig, wo selbst Szenarien wie 1929 oder schlimmer nach diesem weltweit extremen Quant. Easing nicht auszuschließen sind, könnte es natürlich eine Zeitlang ziemlich bitter werden mit einem reinen Aktiendepot, das über 90% seines nominalen Wertes verloren hätte. Wenn man aber in solchen Zeiten ggf. auf die Früchte seiner bisherigen Mühen angewiesen sein sollte, man denke z.B. an ein Schicksal wie von Michael Schumacher direkt vor 1929. Dann schichtet die extrem belastete Familie wie geheißen in den All World Aktienindex-ETF um, und bald darauf holt sie “1929” ein… Millionen sind auf nur noch 100.000e zusammengeschmolzen und der Besitzer bräuchte eigentlich den bis dahin gewohnten Ertrag, um angemessen auf unbestimmte Zeit versorgt zu werden.

Hilft mir bei solchen Planspielen daher leider nicht so recht weiter. Aber ich arbeite weiter dran und bringe die Lösung schrittweise und evtl. antifragil mit neuen Ideen voran:

1) Erst mal lückenlos alle Bankvollmachten für alle engsten Familienmitglieder ausstellen.

2) Für (Un-)Kenntnisstand ausreichend detaillierten Überblick über alle Vermögenswerte erstellen, verteilen und ggf. zeitnah updaten.

3) Anleitung für den Ernstfall erstellen, welche Cashinflows zunächst genutzt werden können und wie welche Assets abhängig von deren Wert versilbert werden sollten, wenn der Cashinflow nicht reichen sollte.
Damit sind Liquiditätsengpässe so gut wie ausgeschlossen. Und da ich alle Einzelanlagen grundsätzlich auch auf hohe Nachhaltigkeit hin ausgewählt habe, kann das Depot für sehr lange Zeit auch ohne aktives Management gut weiterlaufen. Nur die bislang ca. 1% Rebalancingprämie (aktuell ca. 23.000 EUR p.a.) würde entfallen.

Fehlt was bis hierhin?

4) Für den Fall, dass in dieser Situation notgedrungen die Motivation für eine intensivere Beschäftigung mit der Cash Machine aufkommt, denke ich, dass eine weiterführende Anleitung über die Rebalancing-Strategie vielleicht doch nicht umsonst wäre. Und wenn dieser Schritt gemeistert ist, dann ist vielleicht soviel Appetit entstanden, dass auch dokumentierte Anregungen zur weiteren Vertiefung, so wie hier von mir in diesem Blog, und zum Erlernen eines eigenständigen Portfoliomanagements nicht ganz umsonst wären, oder? Welches Niveau jetzt erreicht wurde, ist nämlich allen Familienmitgliedern klar. Es ist primär die Angst vor Versagen vor meinen Augen und vor meiner Kritik bei eigenen Entscheidungen, die bislang alle Familienmitglieder am pro-aktivem Einbringen gehindert hat. Aber wenn der “Experte” ggf. offensichtlich keiner mehr sein sollte und man den warmen Cashflow mit einem passend vorbereiteten Einarbeitungsprogramm aufrechterhalten könnte, dann glaube ich schon, dass nicht weit vom Stamm gefallene Nachfolger das evtl. aufgreifen würden. Aber vielleicht reicht ja schon der demnächst beginnende regelmäßige Gehaltseingang für bislang ungewohnte Mühen, dass die Motivation zur Beschäftigung mit diesem Thema entsteht, wenn sonst das mühsam Verdiente renditelos auf dem Girokonto dahingammelt.

5) Antifragil, wie ich eingestellt bin, ist mir bei diesen Überlegungen und dieser anregenden Diskussion (danke an alle!) gleich wieder eine neue Idee gekommen, wie ich aus dieser möglichen Zitrone antifragil eine Zitronenlimonade machen könnte.

@ Friedjof
hat mit seinem Beitrag (danke!) meine Idee noch verstärkt, dass es zumindest in D vielleicht eine Marktlücke für einen Dachfonds mit meiner Strategie geben könnte. Denn es gibt ja praktisch keinen Fonds, der langfristig mindestens Aktienindexrendite bei stark verminderter Volatilität und Crash-Schutz bietet. Wenn es den gäbe, könnte ich ja einfach die Übergabestrategie von Maschinist wählen und gut wärs. Aber ich kenne leider keinen. Ihr vieleicht?

Also wenn meine Outperformance von +1,7% ggü. ACWI IMI TRN Index bzw. entspr. von 2,0% ggü. günstigen ETFs aufrecht erhalten werden könnte, bliebe selbst bei einer Kostenbelastung von 1…1,5% noch ausreichend Outperformance für den Investor übrig, um aktive Managementgebühren ehrlich rechtfertigen zu können. Wieviel hängt natürlich vom Volumen ab, den solch ein Fonds erreichen könnte, und für die Investoren nach welcher Zeit, denn so etwas kostet mind. 100.000 EUR p.a.! 10-20 Mio sollten also schon im ersten Jahr erreicht werden. Da ich diese Idee bereits ernsthaft mit einem Finanzdienstleister diskutiere, der interessiert wäre, mitzumachen, würde mich interessieren, was die anderen Millionäre und Diskutanten davon halten.

Wenn das machbar wäre, könnte ich nicht nur meine eigene Übergabestrategie in den Griff bekommen, sondern gleich noch antifragil die von vielen anderen lösen und sogar ein weiteres Standbein aufbauen…

Also bitte um kritisches Feedback dazu.

Gast

Hallo Smartinvestor,

vielen Dank für die Erklärungen. Das ist wirklich wertvolles Wissen was Du hier teilst. Gerade das Thema LAs ist für mich noch absolutes Neuland. Wie wahrscheinlich für die meisten die hier mitlesen. Ich werde mich in dieses Thema in der nächstes Zeit mit Hilfe Deiner Verweise und Anregungen einlesen. Das finde ich sehr spannend.

Dieses Thema ist in der deutschsprachigen Finanzblogger Szene bisher noch völlig unterbelichtet.
Du hast Dir in diesem Bereich ein Wissen aufgebaut mit dem kaum jemand mithalten kann. Daher auch die Schwierigkeit einen Honorarberater zu finden der dieses Thema beherrscht und weiterführen kann.

Ich habe mein einfaches Portfolio auch noch nicht für meine Familie dokumentiert. Meine Kinder sind noch sehr klein, meine Frau hat kein Interesse und keine Kenntnis von Geldanlagen. Für den Fall der Fälle könnte ich das aber auf einer DIN-A4 Seite aufschreiben. So das bei meinem Ausfall die Familie einfach nichts macht und nur die Dividenden verbraucht.
In Deinem Fall ist das schon deutlich komplexer.

Meine Frage bezüglich der GmbH kam daher dass ich vor einigen Monaten mal das Buch ‚Steuern steuern‘ von Johann C. Köber gelesen habe. Darin wird eine sogenannte ‚Spardosen GmbH‘ erläutert. Das ist eine Holding-Struktur in der das Vermögen gehalten wird.
Das Buch macht auf mich teilweise den Eindruck als wenn es dazu dient die Leser neu(gierig) zu machen um ihnen dann weitere teure Beratungsdienstleistungen zu verkaufen.

Vorteile:
Minderjährige Kinder könnten als stille Teilhaber fungieren und bis zum Freibetrag von 8820 Euro pro Kind steuerfrei Einnahmen erzielen.
Bildung von Rückstellungen für die Altersversorgung des Geschäftsführers
Verlagerung von Steuern in die Zukunft.

Nachteile: Höhere Kosten (Gründungskosten, Erstellung Bilanz, IHK Gebühren, Steuerberater..), Veröffentlichungspflicht, Höhere Komplexität, Rechtsunsicherheit ob das Konstrukt so anerkannt wird oder noch weitere Kosten lauern.

Ich habe meinen Steuerberater darauf angesprochen. Er meinte dass sich so ein Konstrukt für mich Aufgrund der hohen Kosten nicht lohnen würde. Vielleicht hat er aber auch einfach nicht genug Ahnung von diesem Thema. Da Dein Vermögen deutlich höher ist, war ich neugierig ob Du eventuell nach diesem Schema das Vermögen verwaltest.

Aber vielleicht gibt es auch andere Leser hier die zu diesem Thema etwas sagen können und damit Erfahrung haben.

Gast

@smartinvestor

Wie lange hast du diese “40% Liquid Alternatives” schon beziehungsweise hast du was anderes davor gehabt? Die Charts von denen fangen erst ab 2010 und später an.

Zu deiner Fonds-Idee:
Klar, macht Sinn, aber die Kunden wirst du hier oder auf anderen einschlägigen Webseiten zum Thema nicht bekommen.

Gast

@ Friedjof,
Vom MFF MAN AHL hatte ich verschiedene andere seinerzeit verfügbare Fonds-Klassen ab 1998. Zunächst 10% und dann mit wachsendem Vertrauen 15% und 20%. Die anderen habe ich zur Diversifizierung in den letzten Jahren sukzessive dazugenommen. Dieses Jahr habe ich meine Allokation in LAs, wie gesagt, schließlich von 20 auf 40% erhöht und dazu die Bundesanleihen verkauft, da ich keine weiteren Zinssenkungen mehr erwarte und mehr Crisis Alpha nachlegen wollte, um kommende Krisen zu hedgen und antifragil fürs Rebalancing zu nutzen. Nach Abschluss meines Due Diligence werde ich Anfang nächstes Jahr weitere 3-4 MFFs und 1-2 Global Macro LAs zur Diversifizierung dazunehmen.

Die aufgeführten Fonds sind die aktuell günstigsten Klassen, aber die Strategien dazu gibt es alle schon viel länger, die MFFs von MAN AHL (Adam, Harding und Lück) und von DB Platinum (=Winton Diversified/Harding) seit Mitte 90er, der MFF von SEB (Bornemann) und der Global Macro von Nordea (Hansen) seit 2009.

Danke für deine Einschätzung zur Fonds-Idee.

Gast

Ich bin eher spektisch gegenüber Dachfonds. Wegen der hohen Kosten.
Ich würde mir das eher selber zusammenstellen wollen.

Ein wichtiges Kriterium für die Investition in einen solchen Fonds wäre für mich dass das Fondsmanagement selbst in hohem Maße mit eigenem Kapital investiert ist. Also ‘skin in the game’ hat. Und das glaubhaft versichern kann.

Gast

Super Artikelserie vom Maschinisten. Toller Artikel und tolle Lebensleistung vom Smartinvestor. Was hat der Smartinvestor für einen Beruf erlernt?

Gast

@ Dominik:

“Mich würde Deine berufliche Situation und Deine Einkommensentwicklung interessieren. Darüber scheinst Du im Artikel nicht so viel geschrieben zu ahben oder ich habe das überlesen. Wie hast Du damals Dein Beruf ausgesucht und wie war Deine Ausbildung dafür?”

In meine Berufswahl habe ich in den letzten beiden Schuljahren viel Zeit und Aufwand gesteckt, da mir klar war, dass das ein absolut bestimmender Faktor meines weiteren Lebens sein würde. Also habe ich alle Informationsangebote meiner Schule, umliegender Unis und des Arbeitsamts wahrgenommen und viele Gespräche mit bereits Berufstätigen in meinem Wunschgebiet und mit Klassenkameraden geführt. Die Wahl ist auf ein Gebiet gefallen, mit dem ich mich hobbymäßig schon sehr viel beschäftigt hatte und dessen Grundlagen meine zentralen schulischen Stärken waren. Meine Ausbildung umfasst ein Uni-Studium in D und USA und eine Dissertation neben meiner ersten vollen Anstellung als wiss. Mitarbeiter an der Uni, die mir bereits während des Studiums angeboten wurde.

“Mit welchem Einstiegsgehalt bist Du gestartet und wie hat sich das Einkommen mit der Zeit entwickelt?”

Mein Einstiegsgehalt an der Uni nach BAT 2a lag 1984 von DM umgerechnet so bei ca. 20.000 EUR p.a. brutto.

“Was hast Du dafür getan, dass sich Dein Einkommen erhöht?”

1990 bin ich in ein deutsches Großunternehmen mit über 100.000 Mitarbeitern 50/50 in D und weltweit gewechselt und habe dort als Experte begonnen. Dieser Wechsel erfolgte auch nach sehr sorgfältiger Wahl, dass das Unternehmen zu mir passte und dass ich in meiner ersten Stelle viel einbringen aber auch viel lernen konnte. Mein AT-Anfangsgehalt lag dort von DM umgerechnet bei ca. 45.000 EUR. Ich habe intern ca. alle 3-6 Jahre 6 mal die Stelle an verschiedenen Standorten als Experte, Projektleiter und Führungskraft in Forschung, Entwicklung und Fertigung im In- und Ausland gewechselt, jeweils so dass ich einiges von der letzten Stelle einbringen aber auch viel neues dazulernen konnte und mit einer ungefähren Vorstellung für den darauffolgenden Stellenwechsel.

Ca. 1997 wurde ich in den Führungskräfteförderkreis aufgenommen und bin nach den Stationen als Experte, Team- und Gruppenleiter 2000 Abteilungsleiter (“Director”) mit Oberklasse-Dienstwagenberechtigung freier Wahl und Privatnutzung geworden. 2004 wurde wurde ich zum “leitenden Angestellten” mit Arbeitszeitsouveränität ernannt. Seit Jan. 2017 leite ich in meiner 7. Stelle desselben Großunternehmens mit mittlerweile mehreren 100.000 Mitarbeitern ein zentrales strategisches Innovationsprojekt als internes Startup, das ich zusammen mit einem eng befreundeten Kollegen unserem CEO vorgeschlagen habe, und berichte an diesen und an andere Vorstände. Mein aktuelles Gesamtbrutto liegt jetzt bei gut 130.000 EUR.

“Warum denkst Du schaffen es viele Berufstätige nicht ihr Einkommen signifikant zu steigern und was für Tipps würdest Du diesen Menschen geben?”

Ich denke die Gründe sind zu vielfältig, um hier behandelt zu werden. Ich würde primär empfehlen, eine Ausbildung zu wählen, 1.) für die man das meiste Talent hat und 2. die interessant ist und Spaß macht, sodass das Lernen zu einer motivierenden Herausforderung wird. Desgleichen bei der Stellenwahl als Angestellter plus a) in jeder Beziehung mobil bleiben, d.h. jede Stelle nur solange behalten, wie man noch Neues lernt, b) mit ehrlichem Enthusismus Außergewöhnliches und mehr leisten als erwartet wird sowie Gutes tun und darüber reden, c) so früh wie möglich mehr und mehr Verantwortung übernehmen, auch außerhalb des eigenen Aufgabengebiets, d) ein möglichst großes tragfähiges Netzwerk durch gegenseitige Hilfe aufbauen und pflegen, e) nicht wider eigenes besseres Wissen handeln und bei dabei unvermeidbaren Loyalitätskonflikten mit den eigenen Vorgesetzten so schnell wie möglich in ein besser passendes Umfeld wechseln und f) sich Mentoren suchen und guten Draht aufbauen und halten.

@ Michi:

“Super Artikelserie vom Maschinisten. Toller Artikel und tolle Lebensleistung vom Smartinvestor. Was hat der Smartinvestor für einen Beruf erlernt?”

Vielen Dank. Habe Ingenieur erlernt.

Gast

Vielen Dank für die ausführliche Beschriebung.
Die meisten sagen bei einem hohen Einkommen einfach, dass das Glück gewesen sei und die Leute einfach in der richtigen Branche gestartet seien.
Du zeigst mit den ganzen Punkten allerdings eindeutig, dass man selbst Verantwortung im Job übernehmen und auch etwas leisten muss.

Es reicht nicht aus auf die Beförderungen zu warten und in der Zeit Däumchen zu drehen. Manche haben ja die Einstellung, dass sie bereit wären etwas zu leisten, wenn sie eine Gehaltserhöhung kriegen.
In kleinen Unternehmen scheint es schwierig zu sein so hohe Gehälter zu erzielen und so stark aufzusteigen. Ich kenne eigentlich fast keine Geschichte von Topverdienern, die nicht in einem sehr großen Unternehmen stattfindet.

Schöne Grüße
Dominik

Gast

@Dominik,
das ist zweifellos richtig. Wobei Glück oder nennen wir es besser Zufall immer eine wichtige Rolle spielt. Aber man kann viel tun, um auf günstige Zufälle vorbereitet zu sein, gemäß der chines. Weisheit: “Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Windmühlen und die anderen Mauern”. Das entspricht auch Antifragilität.

Wenn man dann Verantwortung für Ressourcen übernimmt, dann kann man seine eigene Ergebniswirksamkeit mithilfe der chines. Weisheit von LaoTze “Nichts tun damit nichts ungetan bleibt” enorm hebeln. Denn wenn man das beherrscht und gut analytisch und strategisch denken kann, dann kann man damit sehr viele Dinge in die richtige Richtung bewegen, ohne sich selber ständig zu überlasten.

Bei all dem gilt natürlich das in der gesamten Wirtschaft gültige Prinzip, dass man erst mal ohne direkte Vergütung mehr leisten und das gut kommunizieren muss, um dann mittel- und langfristig durch überdurchschnittliche und nachhaltige Gehaltserhöhungen und Beförderungen überproportional belohnt zu werden. Das war aber schon immer so, wie die alte Volksweisheit sagt: “Nur selten fliegt zum Mund hinein ein Täubchen, das gebraten fein.” Dieser persönliche Mehreinsatz ist ja im Vergleich zum Einstieg in die Selbständigkeit ohnehin stark abgeschwächt.

Gast

@ Maschinist:

vielen Dank für deine wertvollen Hinweise, denen ich nachgehen werde. Da es ein US Anbieter ist, bezweifle ich allerdings, dass dort deutsche Brokerdepots von Comdirect, DAB und FLATEX hochgeladen werden können, oder? Das klappt bislang ja nicht mal bei den ganz wenigen deutschen Fintech Plattformen, wie z.B. Rentablo, was ich gerade teste. Und bei IB scheint es meine ausgewählten LAs nicht zu geben. Außerdem würde die Übertragung meiner Depots zu IB einen gigantischen Steueraufwand mit dieser Pauschalversteuerung verursachen, da ich die dann ja komplett selber machen müsste ab 2018 inkl. jahrzehntelanger Dokumentation aller Vorgänge.
Hättest du noch weitere Lösungsideen dafür?

Aber ich bin auch der Überzeugung, so schnell wie möglich einen gut nachweisbaren realen Track Record aufzubauen, um meine erzielte Outperformance glaubhaft machen zu können. Vielleicht kann ich dazu ein Depot meiner Kinder nutzen, in dem ich meine Strategie exakt wie o.a. umgesetzt habe (bei meinen eigenen 6 Depots inkl. 2 offshore Depots sieht das historisch bedingt nicht so überschaubar und leicht nachvollziehbar aus). Ungünstig ist nur, dass ich den nächsten kräftigen Einbruch um mehrere zig % brauche, um die Outperformance meiner antifragilen Krisenstrategie nachzuweisen.
Gibt es noch andere Lösungsideen für die Erzeugung eines solchen Track Records?

@ Julian:

Danke für dein Feedback. Deine Skepsis ggü. Dachfonds habe ich natürlich selber und mache das alles selber. Nach den anderen Feedbacks hier und des angesprochenen Honorarberaters sowie angesichts meiner aufwändig aufgebauten Expertise habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass ich hier einen adäquaten Mehrwert für die erforderlichen extra Kosten des Dachfonds bieten könnte, der weder im Markt noch DIY zur Verfùgung steht, denn die Vorabinvestition von 10.000 h sind keine schlechte Schätzung von Friedjof. Dafür würde ich mir ein sehr faires low Cost Gebührenmodell überlegen, das nur erforderliche laufende Aufwändungen (z.B. Verwaltung, Vertrieb, strategische Steuerung und Weiterentwicklung) angemessen vergütet, ich würde sehr transparent kommunizieren, ähnlich dem m.E. vorbildlichen US CTA http://dunncapital.com/ , in dessen MFF ich demnächst auch investieren werde, und auf großes Volumen hoffen, das faire Angebote mit der Zeit gewinnen, vgl. Vanguard.

Macht das Sinn?
Und wie müsste so ein faires Angebot aussehen?
Sollte der Dachfonds ausschüttend oder thesaurierend sein, oder beide Varianten?
Über welche Kanäle sollte der vermarktet und kommuniziert werden, um die richtige Klientel zu finden?

Gast

Hallo Smartinvestor,
Du schreibst: “Mein aktuelles Gesamtbrutto liegt jetzt bei gut 130.000 EUR.”
Ist das so korrekt, oder hast Du Dich da vertippt?
130k brutto erscheint mir als Leiter “zentrales strategisches Innovationsprojekt” sehr wenig…
das verdient man bei uns als Teamleiter + Dienstwagen on top (ebenfalls dt. Großunternehmen mit >100k Mitarbeitern weltweit)
Oder ist das ohne Einbeziehung von Boni / Anteile am Startup im Erfolgsfall (IPO?) / …?

Mitglied

hallo Smartinvestor,
beachtliche Lebensleistung, da kann ich mich den Anderen uneingeschränkt anschliessen, gratuliere!
Danke auch für die vielen links, da ist reichlich Material für Denjenigen dabei um was zu lernen. A wealth of commonsense hab ich gleich mal gebookmarked 🙂

Ich hatte ursprünglich 2 Fragen an Dich, Eine hast Du nun schon beantwortet, die Frage nach den offshore-Konten (hört sich immer so unseriös an *lach*) Ich lebe in der CH (Lebensmittelpunkt) und habe den grössten Teil meines Vermögens auch hier angelegt, ein Teil aber auch in Deutschland,
welches andere Land könnte im Sinn von Antifragilität noch Sinn machen, ohne USA (das würde mir mehr Probleme als Vorteile bringen) Norwegen? Australien?
Die andere Frage, wo würdest Du das Geld, was nun in Deinen alternativen Anlagen steckt, hintun wenn es diese alternativen Anlagen ab morgen nicht mehr gäbe? Cash? Immobliien (Deinen prozentualen Anteil an Reits habe ich bemerkt) Gold, Aktien?
Deine alternative Anlagestrategie ist natürlich sehr gut von Dir durchdacht, aber für mich ist das nichts, da kenne ich auch meine intellektuellen Grenzen nur zu gut, und mein Vertrauen in irgendwelche Fondsmanager ist nicht sooo gross.

Das Antifragile-Buch werde ich vermutlich gleich auf meinen Kindle packen, steht ja schon länger auf meiner Wunschliste.

Spannend finde ich auch Deine Vorsorgepläne, es hat nicht Jeder direkte Erben, diese Frage treibt mich persönlich um, ebenso natürlich auch was passiert im Falle von Urteilsunfähigkeit,
bei aller Antifragilität, Alles kann man nicht ausschliessen,
“wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm Deine Pläne”

Viel Erfolg weiterhin und Danke für Deine Ausführungen
Annabella

Gast

Hallo,
habe gerade einen guten ergänzenden Artikel zu meiner Anlagestrategie von “A Wealth of Common Sense” gelesen:

“Peer Pressure” 
http://awealthofcommonsense.com/2017/11/swensen/ 

Er handelt von Swensen’s erfolgreichem unkoventionellen Portfolio-Management im Einklang mit seinen Kompetenzen. Wie schon erwähnt ist Letzteres eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Investieren in Alternative:

“Money manager due diligence is one of the trickier aspects of the institutional asset management business. Picking stocks and other securities is hard but picking the stock pickers is probably an order of magnitude harder.”

Da sich dabei die Mehrheit der institutionellen Anleger überschätzt, zu sehr an Peers und Tracking Error orientiert und schlechter als mit einem rein passiven traditionellen Aktien/Anleihen-Portfolio abgeschnitten hat, kam es zum “Curse of the Yale Model” ( https://www.forbes.com/sites/rickferri/2012/04/16/the-curse-of-the-yale-model/#3f6c018b3dae ). 

Swensen beschränkt sich bei seiner Asset Allocation (AA) im “Yale Endowment Fund” z.B. auf diskretionäre fundamentale Hedgefonds-Ansätze, da er nur die ausreichend versteht und deren Ergebnisse bewerten kann:

“…I’m an old-fashioned guy that wants to sit across the table from somebody who’s done the analysis and understand why they own the position. And then if it goes against them, I can have another conversation and try and figure out whether the thesis was wrong and we should exit, or whether the thesis is intact and we should increase the position. And I don’t understand any other way to invest.”

Ich selber habe mich auf die mir mehr liegenden systematischen quantitativen MFF fokussiert und versuche mich erst seit kurzem an mehr diskretionären quantitativen Global Macro- bzw. Multi-Strategien (Nordea 1 Alpha).

Wer nach intensiver Einarbeitung anhand der weiter o.a. Lit. seine eigenen Interessen in der vielfältigen alternativen Welt herausfinden will, der findet eine sehr umfassende und tiefgehende Darstellung der meisten Strategien in “EFFICIENTLY INEFFICIENT How Smart Money Invests and Market Prices Are Determined” von LASSE HEJE PEDERSEN.

@ Typo?
Kann sein. Nach letzter Schätzung wird es dieses Jahr bei ca. 145 k liegen, noch ohne Einfluss des Startups.

@ Annabel:
“Ich lebe in der CH (Lebensmittelpunkt) und habe den grössten Teil meines Vermögens auch hier angelegt, ein Teil aber auch in Deutschland, welches andere Land könnte im Sinn von Antifragilität noch Sinn machen, ohne USA (das würde mir mehr Probleme als Vorteile bringen) Norwegen? Australien?”

Damit habe ich mich noch nicht näher befasst. Nur mal angedacht würde ich in Richtung sehr unterschiedlicher, weit auseinander liegender, etablierter und unabhängiger Kapitaldrehscheiben wie die USA, Schweiz, Singapur, Australien schauen.

“Die andere Frage, wo würdest Du das Geld, was nun in Deinen alternativen Anlagen steckt, hintun wenn es diese alternativen Anlagen ab morgen nicht mehr gäbe? Cash? Immobliien (Deinen prozentualen Anteil an Reits habe ich bemerkt) Gold, Aktien?”

Das ist eine ganz neue Frage für mich, da meine Anlagestrategie natürlich mit den Alternativen steht und fällt, wie Swensen’s Yale Model. Daher würde ich mich bei deiner Frage an Swensen’s AA-Vorschlag in “Unconventional Success” ( https://david-swensen.com/2009/03/25/david-swensen-revises-asset-allocation-for-individual-investors ) orientieren und meine 40% LAs ganz grob wie folgt nach Sicherheit priorisiert ersetzen durch 1. Bundesanleihen, 2. EUR Staatsanleihen mit höchsten verfügbaren Ratings aber mind. Investment Grade (IG), 3. EUR-gehedgte Staatsanleihen in anderen Währungen, wenn es keine EUR-Staatsanleihen mit IG gibt:
15% Kurzläufer
5% Langläufer > 10 J.
20% inflationsgesicherte Anleihen jeweils der letzten Auflage
Wenn sich Ratings ändern, würde ich unverzüglich in ggf. verfügbare Anleihen mit den höchsten Ratings umswitchen.

Im Grunde genommen mache ich mit meinen 40% LAs nichts viel anderes als eine 40% Allokation in IG-Kurzläufer plus ein gehebeltes Overlay mit Derivate-Strategien. Ich halte also tatsächlich 40% Cash aber lasse das besonders hart arbeiten.

“…bei aller Antifragilität, Alles kann man nicht ausschliessen,
“wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm Deine Pläne”

Antifragilität bedeutet daher nicht oder nur eher kurzfristig zu planen und vor allem, nach Prinzipien zu leben, die Zufälle und Unerwartetes nicht nur zulassen sondern bestmöglich nutzbar zu machen. Meine jüngste Dachfondsidee wäre solch ein Ansatz.

Gast

Hallo Smartinvestor,
danke für Deine Antwort, im Grunde genommen könnte man einen gewissen Teil seines Vermögens aber auch in Richtung Permanent Portfolio oder nach Ray Dalio anlegen, (Aktienanteil dann halt variabel da im Hauptdepot schon enthalten) käme kostengünstiger und schiene mir mehr transparent.
Ich habe das Meb Faber Buch gelesen, all diese Gurus performen über lange Zeit ja ziemlich ähnlich.

Den Peer Pressure – Artikel fand ich auch sehr gut, wobei ich meiner eigenen Strategie sehr wohl treu bleibe, ich lasse mich nicht gerne beeinflussen, so ist das ganze Bitcoin-zeugs an mir vorbeigezogen, ebenso p2p und was noch Alles kommen mag, ich halte hingegen ein wenig an physischem Gold fest, auch wenn manch Blogbetreiber gleich mehrteilige Artikelserien dagegen verfasst, es berührt mich wenig.

Gast

bei allem Respekt vor der Leistung von Smartinvestor: ich nehme mal die Rolle des Skeptikers ein.

‘strebe ich mit meiner erheblichen Allokation in LAs eine Renditeverbesserung bei gleichzeitig deutlich reduziertem „Worst Draw Down“ an.’ – wer tut das nicht? Sollte dieser Herr tatsächlich schaffen, was die Mehrheit der Fondsmanager nicht schaffen? Und ist es Können oder Glück? Aber so eine Diskussion führt üblicherweise zu nichts.

Deshalb bin ich sehr dankbar für die Depotaufstellung!
Es sollte doch nicht schwer sein, diese zu evaluieren:

7,5% A1JX51
7,5% A12CXY
15% A1T8FS
7,5% A0LEQL
15% A0HGV5
7,5% A0LEW6
10% A0YDDW
10% A1CXLA
10% A0NGJK
10% A1JHT2

Auf den ersten Blick sieht das nicht nach Outperformance aus.
Der MAN AHL ist berüchtigt für seine TER (über 5%, je nach Währung):
https://fundlab.credit-suisse.com/ch/de/retail/fund/detail/LU0428380397

Die genannten Hedgefonds haben in den letzten Jahren den MSCI World teils derb unterperformt. Bei 40% in diesen teuren Vehikeln fällt es mir schwer an eine dauerhafte Outperformance zu glauben. Da hilft auch ein Rebalancing-Premium von 1% p.a. nicht viel.

Wie auch immer, ich will nicht stänkern. Nur bei aller Begeisterung alle daran erinnern, die Produkte selbst zu analysieren und nicht dem “Overconfidence Bias” zu unterliegen!

Richtig ist: im Vergleich zu hohem Verdienst und Sparsamkeit sind die Produkte nur zweitrangig!

Gast

@ Berthold Meier:

“Nur bei aller Begeisterung alle daran erinnern, die Produkte selbst zu analysieren und nicht dem “Overconfidence Bias” zu unterliegen!”

“Richtig ist: im Vergleich zu hohem Verdienst und Sparsamkeit sind die Produkte nur zweitrangig!”

Den ersten Hinweis möchte ich ausdrücklich unterstreichen. Daher meine o.a. Lit.-Hinweise. Ohne die damit erzielbare Verständnistiefe tut man sich, wie bei allen größeren Investitionsentscheidungen, keinen Gefallen, einfach und attraktiv erscheinende Kochrezepte unreflektiert zu kopieren.

Allerdings helfen dabei keine Vergleiche von Äpfel mit Birnen. Die Bewertung von Finanzprodukten macht nur mit den passenden Benchmarks Sinn. Bei meinen MFFs sind das keine Aktienindizes, sondern z.B. der Barclays 9-12 Month Treasury (passiv) bzw. der Credit Suisse Composite (aktiv), s.
http://investments.yale.edu/endowment-update/

Eine notwendige Voraussetzung zur Investition in LAs ist bei mir eine signifikante Outperformance ggü. den korrekten Benchmarks. Den 2. Hinweis kann ich daher nicht bestätigen. Bitte gern um Korrektur mit entspr. Nachweis, falls ich mich verrechnet haben und das bei einem meiner LA nicht der Fall sein sollte.

Gast

Ohne jetzt zuviel Wasser in den Wein zu schütten: Managed Futures (MF) sind kein Wundermittel. Ich habe sie das erste Mal Mitte der 1990er Jahre angeboten bekommen. Allerdings Estlander & Rönnlund und nicht Man AHL. Letztere hätte ich damals auch nicht gekauft, weil die Gründer Adam, Harding und Lueck das Unternehmen gerade verließen: https://www.rcmalternatives.com/2014/02/a-brief-history-of-man-ahl-winton-aspect/ . Abgesehen davon war ein Investment in Managed Futures vor der Zulassung von Hedgefonds in Deutschland 2004 nur über Umwege und mit einigen Nachteilen möglich. Ich habe mich daher damals gegen die MFs entschieden, was letztendlich eine gute Entscheidung war, wenn man sich die langfristige Performance von E&R – damals einer der großen Namen – anschaut.

Man AHL konnte man ab 1994 über Apano kaufen, wenn man denn ein teures, illiquides Zertifikat besitzen wollte, während die “Freiheitsmaschine”, also der Aktienmarkt, mitten in seiner Jahrhunderthausse war. Und dessen MF-Manager AHL gerade seine Gründer verlor. Der Track Record findet sich unter http://www.apano.de/fileadmin/redakteure/Produktunterlagen/Wertentwicklung_endfaelliger_apano-Produkte_mit_Kapitalschutz.pdf . Zum Einordnen ein Vergleich zum GGF XI von Ende 1999 (6% Rendite bis 2011): Ende 1999 gab es alternativ eine 30jährige Bundesanleihe mit 6% sicherer Rendite zu kaufen. Diese hat bis 2011 zusätzlich noch einen Kursgewinn von gut 40% erzielte und damit Man AHL also massiv übertroffen. Die früheren Zertifikat liefen besser, weil sie stärker in den goldenen 1990er lagen, in denen allerdings auch die Aktienkurse durch die Decke gingen.

Wobei das Hauptproblem bei der Betrachtung die Surviourship Bias ist: Damals wußte man noch nicht, das Man AHL eine der (wenigen) bisher erfolgreichen MF-Gesellschaften sein werden. So sah z.B. der Werbeprosepkt zum neuen E&R-Zertifikat 2006 aus: http://www.hedgeconcept.de/hedgeconcept/data/documents/34/broschre_er_global_xl.pdf Man beachte den sehr erfolgreichen Track Record auf S. 3. Und das bekam man dann (auf “max” gehen): https://www.boerse.de/zertifikate/Index-Zertifikat-auf-Estlander-Roennlund-Global-XL-Euro-Barclays-Bank-PLC-/DE000BC0BQB6

Während ich bei einem gut gestreuten Aktienportfolio ab Zeiträumen jenseits der ca. 20 Jahre in der Vergangenheit stets mindestens realen Kapitalerhalt erzielen konnte und es gute Argumente dafür gibt, das dies auch künftig der Fall sein dürfte, trage ich bei MF immer ein erhebliches Modell-/Managerrisiko und habe zusätzlich meistens sehr hohe laufende Kosten (außer bei der SEB-Asset-Selection-Familie von Bornemann). Die Absicherungswirkung tritt zudem nur bei sehr starken Crashs ein. So etwas wie ab April 2015 reicht noch nicht aus. Da sind viele MF mit heruntergegangen.

Als eines von mehreren Sicherheitselementen im Portfolio können MF meiner Meinung nach Sinn machen, wenn die Gewichtung angemessen ist. Für die vorgeschlagene Gewichtung könnte ich mich jedoch nicht erwärmen.

Weil die Frage gestellt wurde, welche Konditionen für einen Dachfonds akzeptabel wären: Meine Benchmark wäre der A.IX Faktor Fonds, in dem ebenfalls Geld des Managers steckt und dessen langfristige Outperformance zumindest in der Rückrechnung weitaus höher war. Der kostet – ohne die Gebühren der Ziel-ETF – insgesamt ca. 0,75% p.a. Der größte Fintech in Deutschland, Scalable (ebenfalls mit einem anspruchsvollen Risikomanagement), liegt auf ähnlichem Niveau. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass die Preise bei einem Boom der Fintechs in den nächsten Jahren sinken werden.

Allerdings stehe ich einem solchen Dachfonds mit MF eher skeptisch gegenüber. Das Ganze gab es schon mal, auch mit erfolgreichen Track Record. In den 1990er Jahren nannte sich das Graf Lambsdorff Vermögensverwaltung, Depot C mit Futures Fonds. Das Unternehmen hat dann irgendwann seine Geschäftstätigkeit eingestellt – und zwar nicht wegen zu großen Erfolgs.

Ansonsten Gratulation an den Interviewten zu seiner beruflichen Laufbahn und den finanziellen Erfolgen.

Gast

Hallo Smartinvestor, mich würde interessieren, da ja der langfristige Vermögenserhalt der wesentliche Punkt der Anlagestrategie ist, wie die LA Quote von jetzt 40% zeigt, wie die Überlegungen zum Thema Erbschaft / Schenkung aussehen?
Mit den relativ geringen Freibeträgen von 500k für die Ehefrau und 400k pro Kind kann es zu nicht unerheblichen steuerlichen Belastungen kommen.

Gast

Ich schließe mich den Glückwünschen meiner Vor-Kommentatoren vollumfänglich an und kann die Vita (sowohl die berufliche als auch die anlegerische) gut nachvollziehen, da sie meiner nicht unähnlich ist. Sowohl Lebensalter, familiäre Situation und Lebensstil als auch Jahreseinkommen sind ähnlich. Was das Vermögen anbelangt, so liege ich um etwa das 1,5-fache der Erbschaft zurück; es reicht trotzdem für ein schönes Nebeneinkommen aus allfälligen Dividendeneinnahmen.
Ich verwalte die Hälfte meines Vermögens selbst und das ausschließlich mit Einzelinvestition in Aktien und derzeit etwa 30% Cashanteil. Das mache ich nach dem Motto “keep it simple” mit extremen Buy and hold. Zwar verbringe ich relativ viel Zeit mit der Geldanlegerei (habe ich mir zu meinem Hobby erkoren), es ginge aber auch einfacher mit viel weniger Aufwand. Freilich muss man sich das Grundwissen einmal aneignen.
Die andere Hälfte meines Vermögens lasse ich in relativ teueren Dachfonds mit all den schönen o.g. Instumenten von Profis verwalten, die wieter nichts machen. Da ist alles drin: Hedgefonds, ANleihen, Aktien (long, short), MFF usw.Das ganze seit 20 Jahren. Was soll ich sagen, so einen richtig großen Unterschied kann ich nicht feststellen.

Gast

Kleiner Nachtrag:
Dabei habe ich durchaus den Eindruck, dass sich die Jungs vom Dachfonds wirklich reinknien und sich die letzten Gehirnwindungen ausquetschen, rebalancieren, umschichten, antizipieren usw,

Vielleicht ist das das große Geheimnis der Geldanlage, dass es auf lange Sicht der Zinseszins einfach schon richtet. Es geht wirklich darum über Dekaden in gute Unternehmen zu investieren. Einge gehen runter, verglühen, andere gehen durch die Decke und die konstanten bringen Dividende. Es gibt Tage, da geht es um ein Monatsgehalt nach unten und es gibt Monate, da geht es um ein halbes Jahresgehalt (wie jüngst im Oktober) nach oben. Das Aushalten und Aussitzen zu können, nicht die Nerven zu verlieren, ist das zweite Geheimnis erfolgreichen Investierens.

Gast

“Dabei habe ich durchaus den Eindruck, dass sich die Jungs vom Dachfonds wirklich reinknien und sich die letzten Gehirnwindungen ausquetschen, rebalancieren, umschichten, antizipieren usw”

Hallo Felix, verrätst Du uns, um welche Dachfonds es sich handelt?

Gast

@ Annabella:

Wie du habe ich auch keinerlei Probleme mit “Peer Pressure”. Das ist m.E. ein sehr großer Vorteil, den Privatanleger ggü. Institutionellen haben und der dazu führen kann, dass erstere etwas “schaffen, was die Mehrheit der Fondsmanager nicht schaffen”, wie Berthold zu Recht fragt. Denn bei angestellten Fondsmanagern kommt der eigene Arbeitsplatz mit ins Spiel, und es gilt “lieber konventionell scheitern als unkonventionell Erfolg haben”. Wenn man als angestellter Fondsmanager kurzfristig ggü. Peers underperformt, ist der eigene Arbeitsplatz gefährdet, weil schnell mangelndes Können unterstellt wird. Das ist aber unsinnig, weil Zeiten kurz- bis mittelfristiger Underperformance sogar eine Voraussetzung für langfristig nachhaltige Outperformance bzw. einfacher höhere Risiken die Voraussetzung für höhere Renditen sind. Wenn man dann unkonventionell Erfolg hat, dann wird das oft unbegründet als unverdientes Glück hingestellt, s. Berthold. Da beides keine Relevanz für Privatanleger hat, haben diese eine gute Chance, bessere Ergebnisse als die meisten institutionellen Manager zu erzielen. Die Herausforderung liegt darin, seine eigenen Kompetenzen richtig einzusetzen bzw. sowohl “Overconfidence Bias” als auch “Underconfidence Bias” zu vermeiden.

Der Erfolg von David Swensen begründet sich u.a. darin, dass er sein “Investment Committee” überzeugen konnte, den unkonventionellen Weg seines “Yale Models” mitzugehen. Sein großer Erfolg hat nun zu der grotesken Situation geführt, dass sein unkonventioneller Weg heute zum konventionellen bei Institutionellen geworden ist und meistens naiv kopiert wird. Das hat zwei für die Performance schädliche Konsequenzen: 

1) Die angestellten Fondsmanager, die die früher konventionelle “passive” 60/40 Aktien-/Anleihenindex-Allokation anwenden, kommen nun in Erklärungsnöte, weil sie zu “passiv” sind, obwohl sie mit dieser Allokation langfristig meistens eine bessere Performance erzielen würden.

2) Die Mehrzahl der institutionellen Fonds erzielt daher nun unkonventionell langfristig nicht mal die Performance einer konventionellen “passiven” 60/40 Allokation, da die Mehrzahl der angestellten Fondsmanager keine ausreichende Kompetenz für das schwierige “Yale Model” und insbes. für die Selektion “überlegen aktiver Manager” hat, was die Kosten unnötig in die Höhe treibt, vgl. “Curse of the Yale Model” ( https://www.forbes.com/sites/rickferri/2012/04/16/the-curse-of-the-yale-model/#3f6c018b3dae ). 

Die Hauptvoraussetzung für die erfolgreiche Anwendung von Swensen’s “Yale Model” ist also die Selektion “überlegen aktiver Manager”. Die sind i.d.R. teuer und selten. Im Gegensatz zu aktiven Aktienfonds für Privatanleger, die langfristig alle die korrekte Benchmark underperformen, gibt es eine Minderheit an LAs, die langfristig eine ihren Kosten entsprechende netto Outperformance des korrekten Benchmarks generiert. Für die erfolgreiche Auswahl von LAs ist somit eine gute Prognose deren zukünftiger Outperformance ggü. dem korrekten Benchmark bezogen auf die Kosten von höchster Relevanz. 

Aus alldem ergibt sich meine passive/aktive Core/Satellite-Strategie mit kostengünstigsten ETFs und sorgfältig selektierten LAs mit gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Damit wird m.E. insgesamt die höchste Kosten-Effektivität erzielt.

Bzgl. anderer und neuer Asset Classes oder Änderungen der Asset Allocation (AA) orientiere ich mich daran, was David Swensen beim Yale Endowment Fund macht und sonst noch so von sich gibt, z.B. kürzlich hier, wo besonders Fragen zum korrekten Einsatz unkorrelierter Assets adressiert wurden: https://m.youtube.com/watch?v=lmHgg3-REl0

Da Swensen bislang nicht in Gold, P2P oder Kyptowährungen investiert, interessieren mich die vorerst auch nicht als Bestandteile meiner AA. Wenn er etwas ändert, versuche ich das zuerst ausreichend zu verstehen. Dazu frage ich manchmal auch direkt in Yale nach den Hintergründen. Erst wenn ich das ausreichend verstehe und es dann auch Sinn für meine AA macht, baue ich das entspr. adaptiert ein, wie z.B. vor kurzem den vollständigen Ersatz von Anleihen durch LAs und deren Erhöhung in ähnliche Höhe wie Swensen die aktuell fährt. Ist echt gut, dass er das alles so transparent kommuniziert. Aber dass die meisten Instis das trotzdem nicht profitabel umsetzen können, zeigt die destruktive Wirkung der enormen dysfunktionalen Kräfte in heutigen Arbeitsorganisationen. Dadurch wird oft wider besseres Wissen gehandelt, um die eigene Haut zu retten, was dann viel Motivation zerstört.

PS: Dein Beitrag in Verbindung mit dem von Berthold Meier, der die Rolle des Skeptikers sehr überzeugend spielt 😉 hat mich zum tieferen Nachdenken über das Thema “Peer Pressure” angeregt. Dadurch sind mir die o.a. Zusammenhänge viel klarer geworden. Daher vielen Dank für die beiden anregenden Beiträge, die die zwei Seiten des Themas “Peer Pressure” gut beleuchten!

Gast

@Smartinvestor,
wir sind gleich alt, auch ich bin das Kind arbeitsamer und sparsamer Eltern, mein Vater starb früh und meine Mutter starb im Februar diesen Jahres, ich komme aus einfachen Verhältnissen und habe einen “anständigen” Beruf erlernt, aber nicht studiert. Ich habe oft Dinge anders gemacht als damals Gleichaltrige, so bin ich z.B ein paar Jahre in England gewesen und habe dort gearbeitet, danach hat es mich in die CH verschlagen.
Mein Gesamtvermögen beläuft sich, ich kann das manchmal gar nicht glauben, auf ca 1 Mio Schweizer Franken, zwei Drittel davon habe ich selber erarbeitet, ein Drittel davon aus dem Erbe meiner Mutter, zu diesem Geld habe ich noch nicht den richtigen inneren Zugang gefunden, es kommt mir immer noch so vor als würde ich dieses Geld, sowie die vermietete Immobilie nur “verwalten”.
Mein eigenes Vermögen ist mit der Zeit gewachsen, wie meine Eltern, so lebe auch ich sparsam ohne geizig zu sein. Grob geschätzt (je nach angenommenem Wert der Immobilien) habe ich 30% in Aktien (Einzelaktien und ETF’s) angelegt, 60% stecken in einer selbstbewohnten ETW in der CH + der vermieteten Wohnung in D) und 10% Cash, dazu kommt eine Lebensversicherung die in 3 Jahren fällig wird und mit der meine eigene ETW dann vollständig abbezahlt wird.
Mit 62 möchte ich mein Arbeitspensum auf 50% reduzieren, mit 63 möchte ich in Rente gehen. Soweit der Plan, aber ich bin mir durchaus bewusst, im Leben läuft nicht Alles planmässig, Du beschäftigst Dich mit Antifragilität, (hier werde ich noch weiter drüber nachdenken müssen, nicht nur in Bezug auf Finanzen. Ich persönlich finde auch das Thema Resilienz sehr spannend, ich erlebe immer wieder wie unterschiedlich Menschen auf Ereignisse in ihrem Leben reagieren, wie Manche durch Kleinigkeiten aus der Lebensbahn geworfen werden wo Andere dann zu Bestform auflaufen,
Besonders hervorheben möchte ich jedoch auch den Aspekt der inneren Zufriedenheit wie ich das nenne, sowie tiefe Dankbarkeit gegenüber einem Schiksal welches es wohl mit mir gemeint hat (nicht Alles lief immer völlig rund)
Wichtige weitere Elemente in meinem Leben: eigene Grenzen erkennen, kein Neid auf Nix und Niemand, Offenheit für Dinge die man vielleicht erstmal nicht gleich versteht, eigene Defizite duch gewisse andere Stärken auszugleichen, wenn ich z.B finde dass ich selber über wenig strategisches Denkvermögen verfüge, so kann ich mich wenigstens an Personen orientieren die hierin gut sind, und nein, damit meine ich nicht unreflektiertes Kopieren, ich muss mir aus vielen Einzelteilen meine eigene Strategie zusammenschustern, der ich dann solange treu bleibe wie ich diese Strategie für gut befinde, dennoch wachsam sein.
Ich möchte mich auch nicht von Gier leiten lassen, sehr viel mehr kann ich in diesem Alter nicht mehr erreichen, ich werde noch ungefähr 6 Monate weiter in Aktien investieren, danach nur noch punktuell bei Kursverlusten, mein physisches Gold sehe ich auch nicht als “Investment” , es muss mir nix einbringen und es darf auch an Wert verlieren, im Gegenteil, ich würde gerne noch ein wenig dazukaufen.

Ich habe natürlich auch Erfahrung in aktiv gemanagten Fonds gemacht, angefangen ungefähr 1997 mit den flagship-fonds wie Templeton Growth, Pioneer, Fidelity European Growth, (lange her) für eine aussergewöhnliche Performance wäre ich natürlich bereit zu zahlen, meine Erfahrung zeigt aber, dass die Fonds von outperformenden Managern heute schnell erkannt werden und es rasch zu grossen Mittelzuflüssen führt, was oftmals in einem sog. softclosing endet, was zwar richtig ist, ich dann aber keine chance mehr habe bei einem crash meinen Einstandspreis zu verbilligen.

so, genug für heute, ich habe einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir, Deine Beiträge beim Frugalist Oliver hab ich auch gelesen, der junge Mann imponiert mir durchaus.

liebe Grüsse
Annabella

Gast
@ Fondsinvestor1966: vielen Dank für die Informationen und Anregungen zur Dachfondsidee. Wo findet man denn die erwähnten Rückrechnungen zum “A.IX Faktor Fonds”, der ein direkter Wettbewerber wäre? Als weitere Wettbewerber würde ich “ARERO” und “Carmignac Patrimoine” sehen, die es zu analysieren gilt. An “Graf Lambsdorff Vermögensverwaltung, Depot C mit Futures Fonds” erinnere ich mich dunkel. Hast du oder sonst jemand nähere Infos dazu, insbesondere zum Niedergang, um aus deren Fehlern zu lernen? Ich vermute, dass es wie bei vielen reinen Dachhedgefonds, die ich seinerzeit auch analysiert habe, u.a. an miserabler MFF-Auswahl lag. Das scheint sehr viele zu überfordern. Auch ein sehr integrer Fondsshopbesitzer mit Fh-Finanzdiplom, über den ich meine ersten Apano-GFF-Zertifikate bezogen hatte, hat später auch dieses Phoenix-Schneeballsystem vertrieben. Nachdem das aufgeflogen ist, war der ganz aufgelöst und wollte von mir wissen, wie ich das vorher wissen konnte. Bei der anschließenden Diskussion kam heraus, dass es ihm an Statistik-Grundlagen zur richtigen Bewertung mangelte. War auch nicht mein Lieblingsfach, aber fast alles “tanzt” nach seiner Formeln. Ja die 90er, das waren die wilden Jahre der Hedgefonds bzw. Managed Futures in D. Da das einerseits Rocket Science und andererseits Schmuddelecke war, hat es mich noch vor meiner systematischen Investorenzeit magisch angezogen, da ich damit zum ersten Mal die Finanzwelt zu verstehen begann. Auch das EMH-Dogma um die Zeit konnte mich nicht davon abbringen. Nach intensiver Analyse von fast 10 verfügbaren Angeboten, u.a. auch von 3 Schneeballsystemen von “Phoenix Kapitaldienst”, “Schwabenpool” und noch eins, die ich alle wegen Ungereimtheiten aussortiert habe, und geringer temporärer Test-Investition in 2 andere, bin ich schließlich ab ca. 97 mit bis zu 10% Anteil steigend in die Apano GFF-Zertifikate mit der AHL-Strategie eingestiegen, primär wegen attraktiver Performance und da ich die dahinterstehende industrielle Struktur als die nachhaltigste aller analysierten Angebote und den rein systematischen MF-Handelsansatz als am besten industrialisierbar von allen Hedgefondsstilen eingeschätzt habe. Wegen deren ungünstiger Garantiezertifikat-Konstruktion habe ich die dann aber in 2005 in das Original “MAN AHL Diversified” umgetauscht, und jetzt folgt der schrittweise Umstieg zu der sehr ähnlichen Klasse “MAN AHL Trend IN USD”, nachdem deren laufende Kosten auf ca. 1,7% plus 20% Perf. Fee gesenkt wurden. Die scheinen aber auch gerade so zum Überleben zu reichen, denn die Aktie der MAN Group entwickelt sich alles andere als prächtig. Vielleicht kann Felix was zu weiteren Hintergründen beitragen. @ Ulrich: Nach rel. kleinen 5-stelligen Schenkungen sind ab nä. Jahr nach Studienende weitere 6-stellige Übertragungen an die Kinder geplant, sobald sie die Verwaltung übernehmen, s.o. Das sollte mit den Schenkungsfreibeträgen alle 10 Jahre komplett steuerfrei übertragbar sein, wenn es gut geplant wird. @ Felix: Ja, auf dem Niveau geht das nur als liebgewonnenes Hobby. Das Gute an diesem Hobby ist, dass es sich nicht nur selbst finanziert, sondern dass es sogar noch Profit abwirft, wenn es gut läuft, und man dadurch enorm viel über sehr Vieles in dieser Welt lernt, da Geld bekanntlich die Welt regiert, heute (leider) mehr denn je. Du scheinst deine Kompetenzen beim “Stock Picking” auch genau richtig einzusetzen, was mir nach vorübergehendem Test überhaupt nicht liegt. Wie würdest du deine Kompetenz hingegen beim Dachfondsmanagement, wie ich es betreibe, einschätzen, und gewährst du uns auch tiefere Einblicke in deine Erfolgsrezepte? Aber warum investierst du zusätzlich noch in Dachfonds? Und könntest du deine konkreten Dachfonds bitte für meine Wettbewerberanalyse angeben? Mit dem Aushalten von Volatilität als ein wichtiger Erfolgsfaktor hast du absolut Recht, denn Rendite gibt es ja nicht umsonst, sondern muss immer mit Risikoübernahme bezahlt werden. An täglich 4-5-stellige Wertschwankungen habe ich mich lange gewöhnt, bzw. ich schaue mir die kaum je an, denn wozu auch? Da ich diese Zusammenhänge seit E. 90er durch mein intensives Selbststudium verinnerlicht habe, freue ich mich eigentlich seitdem eher über herbe Einbrüche wie 01/02 und 08/09, weil das seltene Gelegenheiten für die Generierung von Prämien durch meine “Opportunistic Over-Rebalancing”-Strategie sind. @ Annabel: Ich finde mich in vielem wieder was du schreibst. Das mit dem verwalteten Erbe geht mir genauso, zumal ich das für meine Mutter auch schon 15 Jahre lang nach meiner Strategie verwaltet habe. Sie hat nur ein einziges mal eine größere Summe für eine Sanierungsmaßnahme am geerbten Haus ihrer Mutter entnommen. Zu den geerbten Immobilien habe ich noch überhaupt keinen Zugang gefunden, da ich aus Mobilitäts- und vielen anderen Gründen nie welche besitzen wollte. Ich werde sie zügig auf meine Kinder übertragen, sobald sie die Verwaltung übernehmen können. Resilienz ist in Talebs Begriffswelt übrigens ähnlich wie Robustheit oder Stabilität der neutrale 0-Wert oder die Mitte zwischen negativer Fragilität und positiver Antifragilität, da resiliente, robuste oder stabile Dinge oder Systeme nach einer Belastung oder Störung “nur” zum vorherigen Status zurückkehren sich aber nicht verbessern wie antifragile. Man muss mindestens einen Knoten im Hirn hinzufügen, um das zu verinnerlichen. Aber es lohnt sich enorm, weil man dann zu der Einstellung kommt “Problems welcome”. Das gibt einem einen ganz neuen Schub im Leben in unserer heutigen Zeit, das so reich an Problemen ist. Wie ich das vor ca. 6 Mon. zum ersten Mal gelesen habe, sprach mir das aus der Seele, weil ich diesen neuen Schub kurz zuvor aufgrund des von Taleb auch als antifragil klassifizierten “Posttraumatischen Wachstums” selber erlebt habe, nachdem ich nach dem kurz aufeinanderfolgenden Tod meiner Eltern eine tiefe Krise hatte. Ich habe dadurch eine Ideenflut und Schaffenskraft entwickelt wie nie zuvor. “…für eine aussergewöhnliche Performance wäre ich natürlich bereit zu zahlen, meine Erfahrung zeigt aber, dass die Fonds von outperformenden Managern heute schnell erkannt werden und es rasch zu grossen Mittelzuflüssen führt, was oftmals in einem sog. softclosing endet, was zwar richtig ist, ich dann aber keine chance mehr habe bei einem crash meinen Einstandspreis zu verbilligen.” Das stimmt wohl für normale Aktienfonds zu. Aber wie diese Diskussion hier zeigt, trifft das wohl nicht auf meine Spezialität der MFF zu, die wohl nicht von sehr vielen als outperformend erkannt und daher auch nicht mit Mittelzuflüssen überflutet werden. Im Gegenteil, wenn ich zur dynamischen Erhöhung des Anteils gegen Ende von Aktienbooms in die massiv investiere, dann verlassen viele andere das scheinbar sinkende Schiff, was in… Read more »
Mitglied

@Smartinvestor,
danke nochmal für die vielen wertvollen links, ich habe soeben das Buch von Nicholas Taleb heruntergeladen, leider war es in verschiedenen Buchshops nicht erhältlich. Da habe ich dann erstmal genügend Lesefutter und bin nun sehr gespannt.
Ich war eine ganze Zeit lang interessiert an dem Nordea Stable Return Fund, aber auch hier, geschlossen, ich werde jetzt erstmal in Ruhe die nächsten paar Monate meine Sparrate investieren, danach werde ich schauen was sonst noch möglich ist,

aber Dir danke ich wirklich dass Du uns Einblicke in Deine Art des Investierens gegeben hast,
liebe Grüsse
Annabella

Gast

Noch bequemer geht es mit dem kostenlosen Hörbuch zu Antifragile:
https://youtu.be/JfbNRLkg7bQ

Beim ersten Hören hatte das eine sehr motivierende Wirkung auf mich. Lass mal hören, was du dabei spürst.

Bzgl. “Nordea Stable Return Fund” kannst du auch den “Nordea Multi Asset Plus”, “1 Alpha 10” und “1 Alpha 15” nehmen, die ähnliche Strategien wie der geschlossene “Stable Return” fahren nur auf höhere max. Volatilitäten von m.W. 7, 10 und 15% eingestellt sind (bitte nachschauen, ob ich mich recht erinnere). Der “Stable Return” ist m.W. auf 5% eingestellt. Wenn dir das zuviel Vola ist, dann investier entspr. weniger und halte den Rest als Cash. Der Fonds macht auch nichts anderes.

Mitglied

hallo Smartinvestor,
danke für den link, aber ich bevorzuge eindeutig die ebook-version, ich mache mir bei Sachbüchern auch gerne eigene Notizen,
noch eine abschliessende Frage, wo kaufst Du Deine Fonds? direkt bei der Fondsgesellschaft? über eine Plattform oder direkt an der Börse? was mir nicht so gefallen würde, wären hohe Ausgabeaufschläge, evtl. Rücknahmegebühren und hm… die highwater-benchmark ist halt auch wieder Geld das man dann verliert.

liebe Grüsse
Annabella

ach ja, Fondsmanager die ich im Auge habe (habe aber keinen der Fonds) sind
Terry Smith: Fundsmith Equity Fund
Nick Train
Flossbach von Storch
Braun/Wyss/ Müller Classic Global Equity Fund

Gast

@ Annabella:
danke dir für die Fonds. Den Flossbach von Storch kenne ich und der ist sicher auch ein harter Wettbewerber, den es zu analysieren gilt. Die andere schau ich mir noch an.

Ich komme an die LAs über B2B-Depots bei DAB und comdirect über einen Fondsvermittler ohne Aufgabeaufschlag und ohne Rücknahmegebühr.

Wenn man gute LAs findet, sind sie ihr Geld Wert, wenn man bedenkt, wie schwer es ist, echte Outperformance in den sehr effizienten Märkten heutzutage zu generieren, siehe mein Zitat oben aus “Expected Returns on Major Asset Classes” von Antti Ilmanen:
„… alpha–beta separation is the way to go: a barbell of very cheap index funds (beta providers) and more expensive hedge funds (alpha providers) can be more cost-effective than an investment in a traditional long-only fund.”
https://www.cfainstitute.org/learning/products/publications/rf/Pages/rf.v2012.n1.1.aspx

Gast

Hallo Smartinvestor,

meine Dachfonds habe ich bei Sauren. Keine Outperformance, aber seriös und man kann bis zum Fondsmanager vordringen. Ich habe aber nach 2008 dort nicht mehr investiert, sondern nur noch gehalten. Ich möchte einfach nicht mein gesamtes Vermögen bei einem Broker, in einem Depot, nach einer Methode investieren.
In meinem eigenen Depot halte ich die üblichen Verdächtigen von Amazon über McD usw., die teilweise bis zu 1000 % im Plus liegen und auf meine ursprünglich investierte Summe schöne 2stellige Dividendenrenditen abwerfen.
Nach Steuern fließen mir damit knapp 2000 € monatliche Dividenden zu. Davon könnte ich fast schon leben, brauche sie aber nicht, weswegen ich sie reinvestiere, weshalb meine Dividenden jährlich mehr als 10 % zunehmen, so dass 3 oder 4 k Dividendeneinkünfte nur eine Frage der Zeit sind.

An einem alternativen Dachfonds bin ich interessiert.

Gast

@ Felix:
Vielen Dank für die Fonds-Nennung und dein Interesse an meinem geplanten Dachfonds 🙂

@ alle:
Vielleicht noch kurz eine Idee, wie ein lean Startup zu diesem Dachfonds aussehen könnte (das Problem ist, dass ich mind. 10. Mio EUR AUM erreichen sollte, damit von der Outperformance nach Abzug der Gebühren, die ich minimal halten will, mind. 50% beim Anleger übrigbleiben):
1) Ich lade mein reales privates Depot über eine Fintech-Plattform (z.B. https://rentablo.de/, da ich dazu den Fundseeder in den USA leider nicht nutzen kann, s.o.) hoch und gebe allen Interessenten vollen Lesezugriff, sodass sich jeder die Entwicklung seit Einrichtung ansehen kann, erläutere dort die Grundlagen der Strategie und informiere über die enthaltenen ETFs und LAs, berichte regelmäßig über alle Transaktionen und sonstige Neuigkeiten in einem gut moderierte Blog (wie hier), beantworte dort Fragen und kündige damit die Vorbereitung des Dachfonds an, wenn genügend Investitionsinteresse zusammenkommt.
2) Wenn erkennbar wird, dass die Mindest-AUM zusammenkommt, nehme ich Geld in die Hand und lege den Dachfonds auf. Natürlich würde ich diese Transparenz dann mit dem Dachfonds fortsetzen. Dann würde ich als Alleinstellungsmerkmale a) nachhaltige Outperformance bei b) reduzierter Volatilität mit c) Crashschutz sowie d) maximale Transparenz bieten, die ich bisher bei keinem anderen Fonds so gesehen habe, wobei https://investor.vanguard.com/ und http://dunncapital.com/ schon hohe Maßstäbe setzen, an denen ich mich orientieren würde.

Was haltet ihr von der Idee, und gibt es ähnlich transparente Fonds-Websites?

Gast

Da Liquid Alternatives (LAs) auf der Basis von Hedge Funds (HFs) und insbesondere Managed Futures (MFs) hier intensiver diskutiert wurden, möchte ich noch ein paar relevante Literaturstellen für die ergänzen, die sich tiefer einlesen wollen:

“Lintner Revisited: A Quantitative Analysis of Managed Futures”, Ryan Abrams, Ranjan Bhaduri and Liz Flores, 2014
http://www.cmegroup.com/education/alternative-investment-resource-center/research/lintner-revisited.html

Dieser Artikel ist eine sehr umfassende Aktualisierung des o.a. “Lintner Papers” von 1983, das für mich Mitte der 90er u.a. eine der wesentlichen Grundlagen für meine gesamte Anlagestrategie war, lange bevor es Swensen’s hervorrande Werke gab. Lintners Hypothesen der vorteilhaften Rolle von MFs in Portfolios wurden nach 30 Jahren gut bestätigt. Die wesentlichen Voraussetzungen für diese Vorteile sind aktienähnliche Renditen und Volatilitäten sowie eine möglichst geringe bis negative Korrelation zu allen anderen Anlageklassen.

“Just a One-Trick Pony? An Analysis of CTA Risk and Return”, Jason Foran, Mark C. Hutchinson, David F. McCarthy, and John O’Brien, 2017
http://www.fmaconferences.org/Lisbon/Papers/JustAOneTrickPony_Hutchinson_OBrien.pdf

“Allocating to Managed Futures: Performance Considerations within a Risk Parity Framework”, William Marr and Alexander Rudin, 2013
https://www.cmegroup.com/education/files/allocating-to-managed-futures.pdf

“The Role of Managed Futures and Commodity Funds: Protecting Wealth during Turbulent Periods”, John M. Mulvey, 2012.
http://docs.edhec-risk.com/mrk/120503_Princeton/Research_papers/JMulvey_The_Role_of_Managed_Futures_and_Commodity_Funds.pdf

CME Group Managed Futures: “Portfolio Diversification Opportunities.”
https://insigniafutures.com/Docs/CME_ManagedFutures.pdf

“An Overview of Managed Futures: An Introduction to the Asset Class and The iSTOXX® Efficient Capital® Managed Futures 20 Index”, Efficient Capital Management®
https://www.efficient.com/pdfs/AnOverviewOfManagedFutures.pdf

Und hier findet man noch viele weitere, die laufend ergänzt werden:
“Alternative Investment Research”, CME Group.
http://www.cmegroup.com/education/alternative-investment-resource-center/research.html

MFFs zu identifizieren, die die bekannten Vorteile nachhaltig aufweisen, ist wie erwähnt nicht trivial. Absolut notwendig ist die Kenntnis und Vermeidung bekannter Fehler bei der Auswahl von HFs, die in folgendem Buch gut zusammengestellt wurden:

Kap. 15 “Hedge Funds” aus “The Only Guide to Alternative Investments You’ll Ever Need: The Good, the Flawed, the Bad, and the Ugly Hardcover”, Larry E. Swedroe, 2008.

Schließlich noch eine dicke Warnung von David Swensen dazu, damit der erforderliche Aufwand auf keinen Fall unterschätzt wird:

“Hedgefonds-Guru warnt Privatanleger”, Arvid Kaiser, Spiegel Online, 2007.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/gefaehrliche-investments-hedgefonds-guru-warnt-privatanleger-a-458049.html

Mitglied

hallo Smartinvestor,
danke für die links, der letzte link (ich hab noch nicht Alle gelesen) ist sicher ernst zu nehmen, Du selber hast natürlich eine grosse Erfahrung damit, irgendwie hab ich einfach das Gefühl dass das meinen “circle of competence” überschreitet,
Deine Idee mit dem Dachfonds ist aber schon ne Nummer, 10 Mio Euro dürften nicht so einfach aufzutreiben sein, auch wenn Du Dein eigenes Geld und das Geld von vielleicht Freunden/ Verwandten dazunimmst.
Interessieren würde mich noch warum Du 30% Deines Anlagevermögens in Reits gepackt hast, ich habe nur 2 Einzel-Reits, Public Storage und W.P. Carey, ein dritter soll hinzukommen, aber das eilt nicht, ich bin auch nicht sicher ob USA, Schweiz oder Europa, muss das erst ausklabüstern.

liebe Grüsse
Annabella

Gast

Hallo Annabella,
“Deine Idee mit dem Dachfonds ist aber schon ne Nummer, 10 Mio Euro dürften nicht so einfach aufzutreiben sein, auch wenn Du Dein eigenes Geld und das Geld von vielleicht Freunden/ Verwandten dazunimmst.”
So ist es. Was meinst du, ob das mit dem in meinem vorletzten Beitrag geschilderten Vorgehen ( http://freiheitsmaschine.com/2017/11/17/millionaer-werden-sein-interview-nr-8-smartinvestor-power-of-antifragilitaet-zinseszins/#comment-1027 ) klappen könnte? Mit ca. 100 k p.a. Fonds-Verwaltungskosten muss diese AUM mindestens zusammenkommen, damit das Sinn macht.

“Interessieren würde mich noch warum Du 30% Deines Anlagevermögens in Reits gepackt hast, ich habe nur 2 Einzel-Reits, Public Storage und W.P. Carey, ein dritter soll hinzukommen, aber das eilt nicht, ich bin auch nicht sicher ob USA, Schweiz oder Europa, muss das erst ausklabüstern.”
Ich setze wie bei normalen Aktien generell auf regionale REIT-ETFs weltweit. Warum Einzel-REITs, die ein unnötig hohes unsystematisches Risiko bzw. Klumpenrisiko haben, denn es handelt sich um einzelne Gesellschaften, die durch schlechtes Management in Schieflage geraten können?

Ich vermute, dass du wegen der rel. hohen Allokation von 30% in weltweite REITs fragst. Dafür gibt es mehrere Gründe:
1.) Maximale Diversifikation bzw. minimales Risiko bei maximaler Rendite (durch Rebalancing-Prämie) erreicht man, wenn man möglichst viele gering korrelierte Assetklassen mit ähnlicher Rendite und hoher Volatilität gleichverteilt allokiert.* Diese Allokation wird i.d.R. bei allen Allokationsentscheidungen unter großer Unsicherheit, was langfristig besser oder schlechter performt, gewählt.
2.) Der Wert aller Immobilien weltweit ist sogar größer als der aller Unternehmen.
3.) Die seit Jahrtausenden bewährte Talmud-Strategie empfiehlt eine ganz ähnliche Allokation: “Let every man divide his money into three parts, and invest a third in land, a third in business and a third let him keep by him in reserve.” Diese habe ich für die jetzige Zeit für mich interpretiert.

* Hier findet man weitere Hintergründe dazu:
https://carlsoncap.com/wp-content/uploads/JFP_Opportunistic_Rebalancing.pdf

Mitglied

hallo Smartinvestor,
danke für die Ausführungen,
ich kenne nur die 3 Speichenregel, 1/3 Immobilien, 1/3 Aktien/ 1/3 Gold

ob Dein Vorgehen klappen wird, kann ich nicht beurteilen, also da ich nix von diesen alternativen Anlagen verstehe, würde ich da nicht investieren, und in Dachfonds investiere ich niemals, die Kosten wären mir viel zu hoch.
Wenn Dir das Anlegen nach dieser Methode so viel Spass macht, warum versuchst Du es nicht als so eine Art Honorarberater? ohne Dachfonds?

liebe Grüsse
Annabella

Gast

Hallo Annabella,
Die 3 Speichenregel gehört auch zu den 1/n-Heuristiken für Allokationsentscheidungen unter großer Unsicherheit. Daniel Stelter nimmt aus denselben Überlegungen alle 4 (Aktien, Immobilien, Gold und Anleihen) gleichverteilt zum Überlebensschutz nach der nächste Mega-Krise, die er auch erwartet, s. https://think-beyondtheobvious.com/

Ich bevorzuge den Dachfonds als Geschäftsmodell, weil das besser skalierbar ist als das des Honorarberaters. Auch interessiert mich mehr die strategische Weiterentwicklung als ständige Mandantengespräche. Aktuell zieht auch die Nachfrage nach aktiven Fonds wieder an. Ich hoffe mit meiner all-in-one Strategie der nachhaltigen Outperformance ggü. weltweiten Aktien bei stark vermindertem Risiko und eingebautem Crash-Schutz einen echten Mehrwert ggü. anderen meist underperformenden aktiven Fonds für die Anleger zu bieten, die solch komplexe Anlagestrategien selber nicht profitabel umsetzen können.

Wenn das über den nächsten Crash aufgeht, müsste die AUM deutlich in die Höhe gehen, was die anteiligen Verwaltungskosten deutlich nach unten drücken würde. > 50 Mio AUM erhoffe ich mir dann schon, damit es beginnt, Spaß zu machen.

Gast

Hallo,
kennt ihr schon https://workingoutloud.com ?
Wird gerade bei meinem AG eingeführt. Das geht in Richtung antifragile und begeistert mich.

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