Bitcoin, Altcoin, Coinlend – Tulpenmanie reloaded

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Auch wenn das Geständnis schwerfällt. Der Maschinist ist manchmal ein träger Zeitgenosse. Obwohl er mittlerweile fast zwei Dekaden lang den Finanzmärkten folgt, gehen trotzdem weiterhin sehr viele Chancen an ihm vorbei. Es fällt auch Ihm dann schwer den deutschen: “Hätte-Wäre-Könnte” – Impuls zu unterdrücken und nicht ein paar kurze „Was wäre wenn“ Rechenspiele in seinem Kopf ablaufen zu lassen. Eins der schönsten Beispiele dazu in der aktuellen Dekade ist das Thema Bitcoin.

 

Es ist das Jahr 2010

Der Maschinist war mit Ausnahme von Urlaubsreisen noch keine längere Zeit außerhalb Europas. Sein Aktiendepot ist noch nicht siebenstellig und auch sonst fehlen Ihm noch einige wichtige Erfahrungen der letzten Jahre. Beim Googeln mit seinem PC fällt sein Blick auf ein lustiges Nerdprojekt. Jemand hat anscheinend eine Art virtuelle Währung erfunden und man kann mit einem Rechenalgorithmus auf seinem PC sogar selbst virtuelles Geld erzeugen. Die Währung heißt Bitcoin – Verrückte Sache – Noch nie gehört. Aus Spaß installiert der Maschinist dann sogar einmal den Bitcoin Algorithmus zur Coin Erzeugung und lässt seinen Rechner einmal über Nacht laufen. Am nächsten Morgen hat er etwas mehr als drei Bitcoin erzeugt und auf seiner Festplatte gespeichert. Mhhh… Aber fast niemand anderes scheint sich dafür zu interessieren. Er schaut kurz nach, wie viel so ein Bitcoin wert ist. Als Preis wird irgendwas um ca. $0,10 angezeigt und es gibt nur ein rudimentäres Handelsvolumen auf irgendwelchen abstrusen Webseiten.  „Da sind ja die Stromkosten meines PC´s höher“, denkt sich der Maschinist und vergisst das Thema dann wieder. Einige Zeit später besorgt er sich dann auch einen besseren PC. Den alten kann er inklusive der Festplatte „Zum Glück“ im Elektronikschrott seines Arbeitgebers entsorgen. „Prima, dann muss ich mir um die Daten keine Sorgen machen…“ Der Maschinist ist ein Glückspilz.


Es ist das Jahr 2016

Nun schon seit einigen Jahren in den USA und als aktiver Trader fällt sein Blick nun wieder auf den aktuellen Bitcoin Kurs. Ca. $550 pro Bitcoin! WTF! Nach einer längeren Chartanalyse wird klar, dass das ein heißes Thema geworden ist und ein baldiger guter Kaufzeitpunkt wird charttechnisch sichtbar. Nach einer weiteren Konsolidierung ist die Chance auf einen weiteren deutlichen Kursanstieg ziemlich hoch. “Nach unten könnte man einen Stopp setzen….  „Welche Handelsprodukte hat denn mein Broker Interactive Brokers? Es gibt an der Börse Schweden ein neues Handelsinstrument das ich dafür nehmen könnte. Das Handelsvolumen ist noch klein. Noch ist etwas Zeit. Morgen schaue ich nochmal nach…“ Das „Morgen“ kam dann leider nicht am nächsten Tag, sondern erst ein halbes Jahr später. Bitcoin war mittlerweile auf deutlich über $1000 gestiegen und sah nun wie eine fortgeschrittene gigantische Blase aus. Der Anstieg war mittlerweile so steil – Das Abwärtspotenzial und die Bewertungshöhe extrem hoch. Hier konnte man nicht mehr mit einer ordentlichen Absicherung kaufen. Der Kursanstieg ging trotzdem weiter. Die Masse war jetzt so richtig in Bewegung gekommen. Während nur sieben Jahre zuvor niemand auch nur einen Lutscher für einen Bitcoin geben wollte, ist es mittlerweile ein guter Gebrauchtwagen, den man für eine Einheit dieser virtuellen Währung erhält. Und genau hier sollten alle Alarmglocken von Menschen angehen, die sich schon einmal mit der Geschichte der Spekulation beschäftigt haben.

 

Quo Vadis

Der Maschinist verfolgt natürlich weiterhin das Thema Bitcoin inkl. Preisentwicklung. Da er einige Bücher wie: „Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds“ mit seinen Kapiteln über die Niederländische Tulpenmanie oder die South See Blase gelesen hat, überfällt Ihn eine starke Vorahnung, wie das Ganze enden wird. Die Bitcoin Kurse und damit auch alle Ableitungen wie Altcoin und alle Derivate könnten bald sehr extrem einbrechen. Entweder durch das eigene Auslaufen dieser ungedeckten Blase oder sogar durch einen Eingriff der Regierungen, die ab einer bestimmten Stelle den Fortbestand des staatseigenen Geldsystems nicht gefährden wollen. Es gab bisher in der Geschichte der Menschheit noch nie eine solche Kursentwicklung die nicht danach zu einem sehr starken Kursverfall geführt hat. Es gab noch nie einen Preischart der in wenigen Jahren hunderttausende Prozent ansteigt und sich danach auf diesem hohen Niveau einpendelt.

Ich weiß – Manchmal kommt es anders. Aber normalerweise nicht und aktive Spekulation heißt auf das wahrscheinliche Szenario zu setzen. Das heißt in diesem Fall für mich nichts zu tun (weil der Kurs zwar irgendwann einbricht aber vorher nochmals prozentual dreistellig steigen kann und man damit aus Shortpositionen, wie z.B. mit Coinlend möglich, gnadenlos herausgedrängt wird).

Der Maschinist hat eine starke Überzeugung das sich das Bitcoin Thema mit seinen Ablegern in der finalen Phase einer „Tulpenmanie“ befindet und bald ein sehr starker Kurseinbruch bevor steht.

Was denkt Ihr darüber? Haltet Ihr aktuell Bitcoin, Altcoin oder andere Kryptowährungen?

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23 Kommentare auf "Bitcoin, Altcoin, Coinlend – Tulpenmanie reloaded"

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Gast

Ich denke auch, dass es eine Blase gibt, bin aber der Überzeugung, dass es bis nach der Abspaltung noch viel weiter nach oben gehen kann.

Gast

Gib es zu, insgeheim wärst du froh, wenn du ein paar Bitcoin hättest.

Also ich bin es. 🙂

Gast

Ich habe darin nicht investiert, da für mich ein Bitcoin kein innerer Wert ist. Es ist eigentlich nix und es könnte sein, dass es mal eine richtige Währung wird. Vielleicht will das System Bitcoin dazu verwenden um Bargeld abzuschaffen. Dann könnte der Wert noch gigantisch steigen. Es kann sein, dass der Preis zusammenbricht, da dahinter nix steckt. Das ist mir zu spekulativ, ich investiere in etwas, was auch einen inneren wert hat.

Gast

Bitcoin ist eine Blockchain basierte virtuelle Währung und dient dem Austausch monetärer Werte.

Jetzt schau dir aber mal an, was andere Distributed Ledger Technologien wie Ethereum an Potential bieten. Beispiel gefällig? Schau dir mal https://fizzy.axa/ an. Eine Marke der AXA. Eine Versicherung basierend auf einem Smart Contract. Das ist aus meiner Sicht die Zukunft und diese Art Anwendungen benötigen ein technologisches Fundament. Und genau dieses möchten einige Blockchains darstellen.

Gast

In Bitcoin investiere ich auch nicht mehr. Allerdings in eine andere Kryptowährung von der ich sehr viel erwarte.

Gast

DAs technisch beste muss sich aber nicht unbedingt am Markt auch durchsetzen, da gibt es so einige Beispiele. MP3 fällt mir sofort ein.

Gast

Aus meiner Sicht ist es reine Spekulation. Ich sehe keinen realen Wert durch den diese gedeckt sind.
Mein Vermögen besteht hauptsächlich aus Aktien, einer selbstgenutzten Immobilien, etwas Anleihen und Cash. Dabei wird es bleiben.
Auch bei einem Crash am Aktienmarkt werden meine Unternehmensbeteiligungen weiterhin Wert schöpfen und Dividenden zahlen, die Kurse werden sich im Laufe der Zeit dann auch wieder erholen.
Ein Crash am Bitcoin Markt wird vermutlich endgültig sein und die Kurse werden sich nicht mehr erholen. Die Menschen werden sich die Augen reiben und wundern warum so viele auf einen wertlosen Kettenbrief hereingefallen sind. Die Technologie Blockchain wird hingegen überleben und die nächsten Dekaden prägen.

Gast

Hallo, es ist tatsächliche eine spannende Idee eine Parallelwährung / Kryptowährung zu implementieren. Interessanter Weise tausche ich so “echtes/akzeptiertes” Geld gegen eine fiktive Währungs aus 1 und 0, die derzeit nur auf Vertrauen basiert. Ob sich so ein System (ähnlich wie RegioWährungen) durchsetzt, wird sich zeigen. Allerdings steigen momentan auch viele Spekulanten und wohl auch schon Fonds mit ein. Ich habe darüber nachgedacht, dort ebenfalls zu investieren, allerdings ist der Aufwand nicht gerade klein (aus meiner Sicht) und mein “echtes” Geld wird in ein Netzwerk gegeben, in dem keiner so richtig verantwortlich ist für die Bitcoins, aber jeder ein bisschen und was passiert mit meinem Geld? Ich tausche es eben gegen eine Idee ein – ob das ein Investment im klassischen Sinne ist, bzw mir bei meinen persönlichen Plänen helfen wird, ist fraglich. Aus meiner Sicht ist die Idee gut, allerdings die Umsetzung noch nicht zu sehr ausgereift, da der Markt begrenzt ist und das Risiko ebenfalls hoch ist. Im schlimmsten Falle zieht ein Land oder eine Regierung den Stecker von einigen Servern und schon schwankt das ganze Konstrukt. Ich glaube nicht, dass der derzeitig herrschende Kapitalismus sich so eine Parallelwelt aus Bitcoin lange ansehen wird. Es geht schließlich um Geld und Machtverlust.

Gast

Danke für die Mühe, die Sie gemacht haben, um das alles zusammenzutragen. Bin gespannt ob in Zukunft der Bitcoin die Geldpapiere vollkommen ersetzen wird.

MfG Nevresim

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