Der Beitrag, der Dir tausende Stunden Deiner Lebenszeit sparen kann

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Ich gebe es zu; ich habe Dich angelogen! Wobei gelogen das falsche Wort ist. Genauer gesagt, habe ich zu etwas geraten, das ich zwar jetzt zur passiven Einkommensgenerierung für mich nutze, aber bei meinem eigenen Vermögensaufbau nur nebenbei angewandt habe. Ich rede von einem passiven Index Investment. In einen passiven Index ETF wie z.B. dem Vanguard S&P500 regelmäßig gespartes Geld zu investieren, ist besser als das was die meisten deutschsprachigen Mitteleuropäer aktuell mit Ihrem Vermögen machen.


Langfristig beträgt die Rendite mit einem solchen passiven Investment ca. 6,5% plus Inflationsausgleich. Das heißt, wir reden über eine Bruttorendite von ca. 8,5%. Diese Anlageklasse hat historisch Kriege und Hyperinflationen überlebt und wird es wahrscheinlich im Gegensatz zu z.B. Staatsanleihen wieder tun. Steuerlich fährt man damit ebenfalls sehr gut. Wenn man die Anteile niemals verkauft, müssen z.B. in Deutschland nur die Dividendenzahlungen versteuert werden, die aktuell weniger als 50% der gesamten Nettoperformance ausmachen. Es ist langfristig die beste mir bekannte Anlagestrategie, die man innerhalb von ca. 100 Stunden gesamt umfänglich verstehen und davon profitieren kann. Danach hat man nur noch minimalen Aufwand damit. Wieso sollte ich nicht selbst so mein Geld verdient haben, wenn es so erfolgreich ist?

Ein Grund ist, dass ich den Aktienmarkt vor über 15 Jahren bei weitem nicht so gut kannte wie heute. Ich wusste im Jahr 2000 nicht mal, dass es passive Index ETF gibt. Ich wusste auch nicht, was die langfristige Aktienmarktrendite ist und wieso die meisten Menschen an der Börse Geld verlieren.

Ich selbst habe einen guten Teil meines Vermögens mit der aktiven Börsenspekulation verdient, dem Traden. Dem Wetten auf steigende und fallende Kurse. Das, wovon alle Welt sagt, dass es nicht funktioniert und nur den Broker und das Finanzamt reich machen. Bei mir hat es funktioniert.

Ich kann Dir trotzdem nicht dazu Raten, es zu tun! Der Grund: Es ein eigener Beruf, also eine eigene „Berufung“. Die Berufung ist Dir in diesen Fall auch nicht direkt ersichtlich, sondern es kostet Dich tausende Stunden Deiner Lebenszeit, herauszufinden, ob Du dafür gemacht bist oder nicht. Der Weg bis zu diesem Punkt ist oft extrem schmerzhaft und auch einsam.

Im Jahr 2000, als ich nach dem Studium mein Arbeitsleben begann, wusste ich nichts über die 200 Jahre Performance des US-Aktienmarktes und auch nichts über die drei Prozent Regel. Ich wusste nur, dass alle um mich herum im Neuen Markt spekulierten und ich nun auch mitmachen wollte. „Zum Glück“ hatte ich damals kaum eigene Ersparnisse, als der Bullenmarkt, der während der gesamten 90er Jahre tobte, nach den ersten Monaten im neuen Jahrtausend zu Ende ging. Ich hatte gerade mein erstes Depot eröffnet, als meine wild spekulierenden, aber bezüglich der echten Anforderungen an einen Spekulanten völlig ahnungslosen Arbeitskollegen, den Großteil Ihres damaligen Vermögens verloren. Meistens war das verkraftbar, da wir fast alle ein junger, wilder Haufen waren, der den Großteil des Berufslebens noch vor sich hatte. Aber das Schicksal eines 50+ jährigen Kollegen, der einen siebenstelligen DM-Betrag mit einer bekannten US Internet Aktie erst machte und dann wieder verlor, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Als die Kurse aus völlig abstrusen Höhen anfingen zu fielen, kaufte er noch nach und endete nach mehr als zehn Jahren Haltedauer im Jahr 2003 mit weniger Geld als zuvor (deshalb kaufe keine Einzelwerte, wenn Du nicht weisst was Du tust, sondern kaufe Indize ETF’s).

Ich selbst könnte ein eigenes Buch darüber schreiben, wie ich im Bullenmarkt 2004-2007 in Summe eine hohe dreistellige Performance machte (unter anderem mit hochgewichteten mehrjährigen Positionen in Solar- und Windaktien). Aber die Geschichte wäre nicht komplett, würde ich dabei nicht erwähnen, wie ich einen Teil davon Ende 2007 wieder abgab. Was haltet Ihr z.B. vom Buchtitel: „Wie ich in einer Stunde einen sechsstelligen Eurobetrag verlor (mit japanischen Yen) und danach mit meiner Frau ins Kino musste“ (weil ich Ihr vorher versprochen hatte, mit zu gehen). So ein Spaß… Ich dachte ich müsste sterben! Ehrlich, es war schrecklich! Aber lassen wir das.

Die letzten Jahre hier in den USA waren gut zu mir aber das auch nur, weil ich vorher durch die Hölle gegangen bin. Ich weiß, das will kein Anfänger hören, aber das Traden lernt man größtenteils durch Schmerzen beim Verlieren. Um bei der aktiven Spekulation erfolgreich zu sein, muss man einige widermenschliche Denkweisen verinnerlichen und seine Gefühle dabei zwar noch wahrnehmen aber Sie nicht mehr als Handlungsbasis heranziehen.

Die meisten Menschen verlieren bei der aktiven Börsenspekulation, weil Sie mit Ihren menschlichen Emotionen handeln und entweder noch gar keine Regeln haben oder diese noch nicht verinnerlicht sind. Viele schaffen es nie, Ihre Emotionen vom Börsenhandel zu trennen oder auch Ihren eigenen Regeln wirklich immer zu folgen. Ich sehe in Internetforen, wie die selben Trader jahrelang die gleichen Fehler machen. Manchmal ist es von außen offensichtlich, dass das so nichts wird. Wir sind alle ein Produkt unserer Emotionen und die Börse ist für viele Teilnehmer eine reine Emotionsmaschine, in der Sie Ihr kostbares Vermögen, und damit das eigene Freiheitspotenzial, gegen Gefühle wie Angst und Gier eintauschen.

Hat es sich finanziell für mich gelohnt und habe ich den Markt geschlagen? Ja, das hat es und das habe ich. Kann ich anderen Menschen empfehlen, das gleiche zu tun? Nein, das kann ich nicht! Und hiermit sind wir wieder beim Aufhänger dieser Geschichte: Aktives Spekulieren ist sehr zeitintensiv und sehr fordernd! Neben meinem Angestelltenberuf, war ich jeden Tag stundenlang damit beschäftigt. Ich hatte manchmal so große Positionen, das ich nachts nicht schlafen konnte sondern statt dessen laufend die Gold- oder Öl Futures Kurse in Asien kontrollierte. Ich konnte mit meiner damaligen Partnerin abends oft nichts unternehmen, weil z.B. irgendwelche Rohstoff Futures gerade so aussichtsreiche Kursbewegungen machten. Neben den privaten gab es für mich zusätzlich auch berufliche Opportunitätskosten. Ich habe bestimmt die ein oder andere Gehaltserhöhung oder vielleicht sogar Beförderung verpasst, weil ich gedanklich über viele Jahre so stark mit der Börse beschäftigt war.

Ich bin auf dieser Internetseite nun in der Rolle des Maschinisten geschlüpft, um vielen Menschen den Sinn des Sparens und Investierens näher zu bringen. Für mehr als 95% der Menschen ist das passive Investieren in gebührenarme und steueroptimierte Index Fonds/ETF‘s das beste Anlageprodukt überhaupt. Es funktioniert wunderbar! Es ist kaum Arbeit und macht Dich langfristig wohlhabend und frei!

Wenn Du trotzdem unbedingt auch spekulieren möchtest, dann eröffne ein zweites Konto und nimm dazu höchstens 20% des Geldes, dass Du auf Deinem passiven Depot liegen hast und lies, bevor Du auch nur einen einzigen Trade machst, dieses Buch. Es zeigt Dir warum Du an der Börse beim aktiven Handel nur das Fischfutter bist, wenn Du keine Regeln hast oder Ihnen nicht folgen kannst. Stelle Dich beim aktiven Börsenhandel darauf ein, dass Du mehrere Jahre brauchst, bis Du eigene Handelsregeln erstellt und danach auch verinnerlicht hast. Stell Dich zusätzlich darauf ein, dass Du während des Weges jede Menge über Dich selbst lernen wirst und nicht alles, was Du dort siehst, wird angenehm sein. Es ist wie der Altmeister Kostolany so schön formulierte: “Wenn die Börsenspekulation leicht wäre, gäbe es keine Bergarbeiter, Holzfäller und andere Schwerarbeiter mehr” Er hat recht, denn es ist brutal und es sieht nur so aus als wäre es einfach. Es ist eine eigene Berufung und Du musst bereit sein, durch Deine persönliche Hölle zu gehen.

Heute mag es der Maschinist deutlich ruhiger. Ich habe mittlerweile einen Teil meines Vermögens in mehreren passiven Index ETF‘s und besitze auch starke Einzelaktien und ein paar andere Investments aus aller Welt. Ich genieße, wie hoffentlich Du auch, den passiven Cashflow.

Ich spekuliere weiterhin aktiv mit einem Teil meines Geldes, Aber das nur deshalb, weil es meine Berufung ist; und ich kann Dir genauso wenig raten Spekulant zu werden, wie ich Dir raten könnte Ingenieur zu werden. Es muss in Dir sein! Passives Investieren hingegen, sollte ein ganz natürlicher Vorgang für alle Menschen sein, den Großteil Ihres Vermögens so anzulegen und zu mehren.

Vertraue der Freiheitsmaschine und werde wohlhabend!

Schreibe dem Maschinisten unter: Maschinist@freiheitsmaschine.com

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8 Kommentare auf "Der Beitrag, der Dir tausende Stunden Deiner Lebenszeit sparen kann"

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Gast

Hallo Maschinist!
Zunächst vielen Dank für diesen in vielerlei Hinsicht inspirierenden Blog!

Ich trade seit einigen Jahren neben meinem Job als Angestellter. Das erlernen des Tradens hat mich, genau wie du es beschreibst, sehr viel (zu viel) Zeit und große (auch finanzielle) Schmerzen gekostet. Viel privates ist dabei auf der Strecke geblieben. Dennoch möchte ich diese Zeit nicht missen, da ich sehr viel über mich, aber auch über die Welt gelernt habe. Inzwischen bin ich seit einigen Jahren profitabel unterwegs und erziele regelmäßig Nettorenditen von 15-20% p.a., was für einen Nebenjob ganz ok ist. So habe ich in der Zwischenzeit ein Depot von gut 100.000€ aufgebaut.

Mein Plan ist nun nach und nach ein langfristiges Investmentdepot aufzubauen. Geplant ist die monatliche Einzahlung von 1500€ (vom Tradingdepot+Sparbetrag vom Gehalt) , mit denen dann nach und nach in ETF´s u.ä. investiert werden soll.
Es ist also eine Art Sparplan angedacht. Dabei möchte ich natürlich den Cost Average Effekt nutzen. Die Idee ist daher in Zeiten in denen der S&P 500 den GD 38 unterschreitet den monatlichen Betrag auf 3000€ zu verdoppeln bzw. in Zeiten in denen der GD200 unterschritten wird sogar auf 5000€ zu erhöhen.
Zumindest wenn ich mir die letzten 20 Jahre anschaue, müsste sich daraus eine überdurchschnittliche Rendite bei langfristig sehr geringem Risiko ergeben!?

Für deine Meinung zu meinen Gedankengängen wäre ich dir sehr dankbar!

VG
Andreas

Gast

Synthetik-Unterwaesche oder Baumwolle?

Wieso hast du eine Abneigung gegen synthetische abbildende ETFs?
https://www.justetf.com/de/news/etf/synthetisch-replizierende-etfs-wie-risikoreich-ist-ein-swap-etf.html
http://www.morningstar.ch/ch/etfs/etfsolutions.aspx?docid=352083
auch huebsch aufgearbeitet bei deinen Blogger-Kollegen:
http://www.finanzwesir.com/blog/perfekter-etf-replizierer-swapper
http://www.finanzwesir.com/blog/etf-thesaurierend-ausschuettend
http://zendepot.de/den-richtigen-etf-finden-ein-job-fuer-sisyphos/

Persoenlich halte ich es ca. 50/50. Man weiss ja nie …
Aber wenn es Probleme bei synthetischen (SWAPern) gibt, brennt’s vermutlich wo anders auch noch.
Da sind dann ggfls schwere Zeiten, die es erstmal zu ueberstehen gilt … da wird man womoeglich auch die physischen replizierer ungern zu Kohle machen … und sich erstmal eingraben?

Immerhin sind Swaper in manchen Maerkten kosteneffizienter und guenstiger (schon bei WORLD, EM, bei Exotischeren noch mehr …). Deshalb finde ich halb / halb synth/phys. fuer mich OK.

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